Hühner: Ursachen und Behandlung von weißen Schuppen und Kalkbeinen

Nicht nur Viren, Bakterien oder Parasiten können bei Hühnern Krankheiten auslösen. Auch Pilze können den Tieren zu schaffen machen. Mit dem frei laufenden Federvieh kommen oft auch typische Hühnerbeschwerden wie Kalkbeine in den Stall. Zum Glück lässt sich diese Erkrankung recht gut erkennen. Durch eine gezielte Behandlung geht es den Legehennen meist bald wieder gut.

Kalkbeine wird eine Erkrankung genannt, bei der Hühner durch Parasiten befallen werden (Grabmilben). Die Bezeichnung Kalkbeine trägt den sichtbaren Symptomen Rechnung: Die Hühnerbeine sehen in Folge des Befalls mit Grabmilben aus, als wären sie mit einer Kalkschicht bedeckt.

Grabmilben befallen nicht nur Hühner. Auch Menschen, Hunde Katzen usw. werden von Grabmilben besiedelt.

Kalkbeine bei HÜHNERN: Effektive Behandlung ohne Tierarzt

Ursachen für weiße Schuppen und Kalkbeine

Kammgrind

In der Fachsprache werden Erkrankungen, die durch auf der Haut wachsende Pilze ausgelöst werden, als Dermatomykosen bezeichnet. Eine dieser Krankheiten ist der sogenannte Kammgrind oder Favus. Hierbei treten vor allem am Kamm und im Gesichtsbereich grauweiße Flecken auf, die durch Pilze hervorgerufen werden. Heute gilt diese Erkrankung in Europa als selten.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Kammgrind um eine Hautpilzerkrankung. Die Erreger werden durch kontaminierte Einstreu im Stall oder durch Tierkontakt übertragen. Häufig werden infizierte Hühner unwissentlich zugekauft und verbreiten die Erkrankung in der ganzen Herde. Betroffen sind vor allem Hühner mit einem schwachen Immunsystem oder bereits durch Parasiten beschädigter Haut. Auch beispielsweise unausgewogene Ernährung oder nicht eingehaltene Hygienestandards machen die Tiere allgemein schwächer und anfälliger für derartige Erkrankungen.

Kalkbeine

Kalkbeine kommen bei Hühnern häufig vor. Sie werden von Krätzmilben (Knemidocoptes mutans) verursacht. Diese Grabmilbenart ist gerade einmal 0,2 bis 0,5 Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Die Vögel kommen meist schon im Kükenalter im Auslauf oder auf infizierten Bereichen im Hühnerstall mit diesen Ektoparasiten in Kontakt.

Die Krätzmilben befallen ausschließlich die Füße der Hühner. Sie leben in einem feucht-warmen Milieu in unmittelbarer Nähe der Hühner. Nachts kriechen sie aus den Spalten und Ritzen des Hühnerstalls hervor auf die Sitzstangen der Vögel.

Sie krabbeln auf die Füße und legen zwischen den Hautschuppen ihre Eier. Die Larven schlüpfen und graben winzige Gänge in die Haut. Dadurch stellen sich die Schuppen der Hühnerbeine auf und lassen sie ungepflegt und rau aussehen.

Darüber hinaus vermischt sich der abgesonderte Kot der Krätzmilben mit kleinen Blutmengen und den Hautschuppen. Dadurch entsteht der typische grau-weiße Belag auf den Beinen, der dieser Erkrankungen ihren Namen gab. Andere umgangssprachliche Bezeichnungen sind Hühnerräude oder Hühnerkrätze.

Verantwortlich für die Kalkbeine ist eine Krätzmilbe, die nur Vogelbeine befällt. Viele Hühner infizieren sich bereits im Kükenalter entweder durch andere Hühner oder durch den Kontakt mit kontaminierten Stellen im Stall und im Auslauf. Leider lässt sich eine Infektion nur schwer verhindern, denn die Milben sind sehr klein und kaum sichtbar. Es ist jedoch möglich, das Risiko durch entsprechende Desinfektionsmaßnahmen zu minimieren. Die Desinfektion mit Halamid-D und anderen Mitteln wirkt prophylaktisch. Außerdem lieben die Kalkbeinmilben ein feuchtes Milieu.

Symptome

Kammgrind

Ein Erkennen der Krankheit fällt dann oft nicht leicht: Die Inkubationszeit beträgt nämlich zwischen 5 und 6 Wochen und ist damit äußerst lang.

Ist ein Huhn schließlich infiziert, gibt es die Erreger über direkten Kontakt mit der kontaminierten Körperstelle an andere Hühner weiter. Innerhalb der Herde breitet sich die Erkrankung eher langsam aus.

Erstes Anzeichen für eine Erkrankung an Kammgrind sind weiß- bis graugefärbte mehlartige Flecken im Gesichtsbereich der Hühner. Betroffen sind dabei meist zuerst Kamm, Kehllappen sowie die Ohrscheiben, aber auch der Raum um die Augen oder den Schnabel.

Diese hellen Beläge können sich verbreiten und auch bis hinunter zum Halsbereich ziehen. In besonders starken Fällen kommt es außerdem zu borkenartigen Verkrustungen und Ausfall der Federn.

Häufig geht ein Befall mit einem schlechteren Allgemeinzustand der Hühner einher. So lässt sich oft ein Nachlassen der Legeleistung feststellen und die Tiere magern ab.

Kalkbeine

Außer dem kalkartigen Belag auf den Beinen zeigen Hühner bei Kalkbeinen folgende Symptome:

  • Unruhe und Nervosität durch den starken Juckreiz und den damit verbundenen Stress
  • schuppig aussehende Beine
  • gräuliche Verschmutzungen zwischen den Hautschuppen
  • Schwellungen und Rötungen
  • im fortgeschrittenen Stadium verkrustete, blutige Füße

Außerdem legen erkrankte Hühner schlecht oder gar nicht. Bei starkem Befall können die Vögel zudem Probleme beim Gehen entwickeln.

Anfangs erscheint die Haut an den Beinen rau und verdickt. Die Kalkbeine verursachen vorerst nur einen Juckreiz. Die Milben bewegen sich auf der Haut und graben Gänge. Später spreizen sich die Hautschuppen ab.

Zwischen diesen sammelt sich der Kot der Milben. Bei fortgeschrittenem Befall erreichen die Gewebewucherungen eine Dicke von mehr als einen Zentimeter. Zusätzlich sind die Beine oft geschwollen.

Befallene Hühner picken manchmal mit dem Schnabel nach den eigenen Füßen und versuchen, sich zu kratzen. Wirken die Tiere gestresst, unruhig und nervös und laufen sie auffallend viel auf und ab, kann das ebenfalls auf die Anwesenheit der Kalkbeinmilbe hindeuten.

Behandlung

Kammgrind

Wurde ein Pilzbefall festgestellt, müssen die betroffenen Hühner sofort von der restlichen Herde getrennt werden. So lassen sich weitere Ansteckungen vermeiden. Tierärzt*innen können Medikamente zur Behandlung verschreiben. Bei leichten Fällen ist teilweise sogar eine Selbstheilung möglich.

Um die Hühner bei der Heilung zu unterstützen, sollten Halter*innen auf besonders vitaminhaltiges Futter und Hygiene achten.

Wichtig zu beachten: Bei der Behandlung der Tiere stets Handschuhe tragen! Die Pilzerkrankung ist nämlich auch auf den Menschen übertragbar. Sie setzt sich dann an Nägeln, der oberen Hautschicht oder Haaren fest.

Kalkbeine

Hat ein Huhn Kalkbeine, können die Besitzer davon ausgehen, dass bald der gesamte Bestand betroffen ist, da sich die Milben durch direkten Körperkontakt der Vögel untereinander von einem Huhn auf das andere übertragen. Auch abgefallene, kontaminierte Hautstückchen beinhalten die Ektoparasiten. Tritt ein anderes Huhn hinein, hat es sich meist schon angesteckt.

Um Kalkbeine bei Hühnern wieder loszuwerden, müssen Hühnerhalter die Milben abtöten. Der Tierarzt spritzt den Hühnern dazu im Normalfall ein Medikament mit dem Wirkstoff Ivermectin, das gute Erfolge bei Ektoparasiten wie Milben oder Würmern hat. Alternativ gibt es diesen Wirkstoff zum Träufeln auf die Haut.

Da Kalkbeine hoch ansteckend sind, sollte zusätzlich der gesamte Hühnerstall sorgfältig gereinigt und mit einem geeigneten Desinfektionsmittel behandelt werden.

Hausmittel gegen Kalkbeine

Neben der medikamentösen Therapie lassen sich Kalkbeine auch sehr gut mit alten Hausmitteln behandeln. Zuerst sollten Hühnerhalter die Füße und Beine der Tiere in lauwarmem Seifenwasser gründlich reinigen und nach dem Abtrocknen mit Glycerin oder Salicylöl einreiben, um die schuppigen Krusten aufzuweichen. Dadurch lassen sie sich nach einer Zeit vorsichtig ablösen.

Anschließend werden die Beine der Hühner bis hoch zum Ansatz der Federn mit einem Kriechöl wie Ballistol oder einer Sulfonamid-Fettsalbe eingerieben. Ballistol Animal wird vielfach als Mittel gegen Kalkbeine z.B.

Weichen Sie, wenn es die Tiere mitmachen, die verkrusteten Schuppen zunächst mit warmem Wasser auf. Bereits dazu können Sie Ballistol Animal ins Wasser geben. Ballistol Animal emulgiert problemlos im Wasser und fördert das Aufweichen der Hautschuppen.

Sobald die Schuppen aufgeweicht sind, tragen Sie Ballistol Animal am besten mit einem Pinsel auf die gesamten Hühnerbeine auf. Wiederholen Sie die Anwendung spätestens nach drei Tagen und reiben Sie das Öl möglichst in die Beine ein. Wenn alles gesund aussieht, machen Sie noch zwei Anwendungen zur Sicherheit und beobachten danach die Tiere täglich, ob der Zustand bleibt.

Das Tierpflege-Öl isoliert die Hautoberfläche. Also keine Sorge, wenn die Hühner durch das Öl Staub und Stroh an den Beinen haben. Hin und wieder wird geraten, mit Puder „klebrige“ Oberflächen zu verhindern. Davon raten wir ab, weil auf diese Weise das Öl stärker durch das trockene Puder als von den Milben und den Hautschuppen aufgenommen wird.

Ballistol Animal tötet die Grabmilbe dadurch, dass Sie den Parasiten umschließt und dadurch auch die Atmungsorgane „verstopft“. Die Milbe erstickt. Puder würde diese Möglichkeit stark einschränken.

Insofern wirkt Ballistol Animal in diesem Fall nur äußerlich und im Gegensatz zu anderen Medikamenten nicht über den Blutkreislauf des Wirtes. Eier der Hühner können also bei der Behandlung mit Ballistol Animal weiterhin gegessen werden.

Ein weiterer Vorteil der Behandlung mit Ballistol Animal ist die Tatsache, dass das Tierpflegeöl desinfizierende Wirkung hat und zugleich die Haut pflegt, die Wundheilung fördert und den Juckreiz stillt.

Am Anfang der Behandlung steht immer das gründliche Reinigen und Aufweichen der Hühnerbeine und -füße.

Vorbeugung

Allgemein lässt sich sagen, dass die Einhaltung von Hygienestandards und artgerechter Haltungsbedingungen zentral ist, um Erkrankungen wie diesen vorzubeugen.

Es ist jedoch möglich, das Risiko durch entsprechende Desinfektionsmaßnahmen zu minimieren. Die Desinfektion mit Halamid-D und anderen Mitteln wirkt prophylaktisch. Außerdem lieben die Kalkbeinmilben ein feuchtes Milieu.

Manche Hühnerhalter bestreichen die Sitzstangen regelmäßig mit Petroleum, Öl oder Diesel und lassen die Hühner die nächsten drei Tage nicht mehr in den Stall. Die Milben mögen diese Substanzen nicht und treten im besten Fall den Rückzug an.

Eine im zwei- bis vierwöchigen Turnus stattfindende Fußbehandlung mit Kriechölen oder mit Ballistol wirkt oft wahre Wunder. Ebenso geeignet ist eine Sulfonamid-Lebertran-Fettsalbe.

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