Hormoneller Haarausfall bei Frauen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist bei Frauen meist mit erheblichen psychischen Problemen verbunden. Eine Alopezie liegt vor, wenn man täglich mehr als 100 Haare verliert. Bis zu 100 Haare gehen dem Menschen jeden Tag verloren. Im Rahmen des normalen Haarzyklus kann diese Menge problemlos durch nachwachsendes Haar ersetzt werden.

„Als pathologisch gilt ein Haarverlust oberhalb dieser Grenze, oder aber wenn sich kahle Stellen bilden“, sagt Baus. Pathologischer Haarausfall wird als Alopezie bezeichnet.

In diesem Artikel werden wir die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von hormonell bedingtem Haarausfall bei Frauen untersuchen.

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Ursachen von Haarausfall bei Frauen

Haarausfall bei Frauen kann viele Ursachen haben, wie z.B. eine Schwangerschaft, die Wechseljahre, die Einnahme bzw. das Absetzen der Antibabypille oder eine erbliche Veranlagung. Um eine passende Therapie zur Bekämpfung des Haarausfalls zu finden, ist eine fachärztliche Beratung beim Dermatologen oder ggf. Gynäkologen zur Klärung der eigentlichen Ursache des Haarausfalls sehr wichtig.

Zu den Hauptursachen für Haarausfall bei Frauen gehören:

  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Haare. Bei Frauen tritt Haarausfall gehäuft während der Pubertät, nach der Schwangerschaft und in den Wechseljahren auf.
  • Genetische Veranlagung: Der erblich bedingte Haarausfall, auch androgene Alopezie genannt, ist die häufigste Ursache für den Haarverlust. Der Zeitpunkt, die Ausbildung und das Ausmaß der Glatzenbildung werden vererbt.
  • Mangelernährung: Mangelhafte oder einseitige Ernährung kann zu Haarausfall führen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können Haarausfall als Nebenwirkung haben.
  • Infektionen: Infektionen können ebenfalls Haarausfall verursachen.
  • Entzündliche Hauterkrankungen oder Hautschäden: Die entzündlichen Hauterkrankungen oder Hautschäden greifen manchmal die Haarwurzel an, was den Haarausfall bedingt.

Je früher ein Nährstoffdefizit oder eine Hormonstörung aufgedeckt wird, desto besser kann Ihr Haarausfall behandelt werden. Da die notwendigen Analysen sehr individuell sind, empfehlen wir Ihnen eine ärztliche Beratung.

Liegen bei Frauen vor der Menopause Zyklusstörungen vor oder tritt parallel zum Haarausfall ein männliches Behaarungsmuster auf, empfehlen wir zusätzlich eine Hormondiagnostik.

Im Folgenden werden einige spezifische Ursachen für Haarausfall bei Frauen näher erläutert:

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Zahlreiche Frauen kennen das: während der Schwangerschaft sind die Haare voll und glänzend. Doch nach der Geburt kommt es zu verstärktem Haarausfall. „Schuld“ daran sind oft die Hormone.

Im Körper einer Schwangeren läuft die Östrogenproduktion auf Hochtouren. Der erhöhte Östrogenspiegel hält die Haare länger als üblich in der sog. Wachstumsphase. Sie erscheinen jetzt besonders glänzend und kraftvoll, was viele Frauen erfreut. Ab der 8. Woche nach der Entbindung erfolgt dann häufig ein plötzliches Absinken des Östrogenspiegel.

Der Körper schickt vermehrt Haare in die Ruhephase (Telogenphase), die durch äußere Einflüsse, wie Kämmen oder Waschen, nun leicht ausfallen können. Gegen den Glauben vieler frisch gebackener Mütter steckt also nicht das Stillen hinter dem vermehrten Haarausfall, sondern der Abfall des Östrogenspiegels nach der Schwangerschaft, was in der Regel genau in die Stillzeit fällt. Unter normalen Umständen ist dieser vermehrte Haarausfall nur eine temporäre Erscheinung - nach ca. 6-12 Monate pendelt sich der Hormonhaushalt wieder ein und die Haare wachsen wieder wie gewohnt.

Diese Art des hormonell-bedingten Haarausfalls wird umgangssprachlich häufig als „Schwangerenhaarausfall” bezeichnet und ist eine Form des diffusen Haarausfalls.

Haarausfall bei Frauen mit PCO-Syndrom

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom) tritt bei bis zu jeder 10. Frau in Deutschland auf und gilt als die häufigste Störung des Hormonhaushaltes bei Frauen im gebärfähigen Alter. Symptome und Folgen des PCO-Syndroms sind u.a. eine mögliche Kinderlosigkeit, vermehrte Körperbehaarung, Akne und auch Haarausfall. Auslöser ist die vermehrte Produktion von männlichen Geschlechtshormonen.

Bei jeder betroffenen Frau kann diese Hormonstörung anders auftreten, daher gibt es kein einheitliches Krankheitsbild. Erblich bedingter Haarausfall wurde in Verbindung mit PCOS bereits bei vielen Frauen diagnostiziert. Zwar kann man das PCO-Syndrom nicht heilen, die Symptome lassen sich aber z.B. durch Medikamente lindern.

Antibabypille und Haarverlust

Die meisten Anti-Baby Präparate enthalten Östrogene. Bei manchen Frauen kommt es nach dem Absetzen (durch plötzlich zu niedrigen Östrogenspiegel), bei anderen Frauen aber auch durch die Einnahme der Antibabypille zu vermehrtem Haarausfall. In beiden Fällen ist es die Veränderung des Hormonhaushaltes, die zu Haarausfall führt. In der Regel reguliert sich dieser mit der Zeit wieder von selbst.

Haarausfall in den Wechseljahren

Eine Veränderung des Hormonhaushaltes liegt auch in den Wechseljahren vor. Bis zu einem Drittel der Frauen in den Wechseljahren leiden unter Haarausfall. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was dünner werdende und vermehrt ausfallende Haare zur Folge haben kann.

Aber: nicht immer ist das Ungleichgewicht dieser Hormone für den Haarausfall verantwortlich. Während der Wechseljahre spielen Hormone zwar eine wichtige Rolle, die eigentliche Ursache für vermehrten Haarausfall liegt allerdings oft in einer vererbten Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Man spricht in diesem Fall daher von erblich bedingtem Haarausfall.

Ein Test des Hormonspiegels beim Arzt kann Aufschluss darüber geben, ob eine Hormonersatztherapie sinnvoll sein könnte, um Hormonschwankungen entgegenzuwirken.

Erblich bedingter Haarausfall

Haarverlust in den Wechseljahren hat bei mehr als 40 % aller Frauen eine erblich bedingte Ursache. Erblich-hormonell bedingter Haarausfall kann sich schon ab dem 20. Lebensjahr bemerkbar machen. Bei den meisten Frauen treten die ersten Symptome jedoch erst nach dem 40. Lebensjahr auf. Bei dieser Form des Haarverlusts liegt eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) vor, welches die Rückbildung von Haarwurzeln begünstigt.

Lichtet sich der Haaransatz vor allem im Scheitelbereich, sollte die Ursache mit einem entsprechenden Gentest abgeklärt werden.

Behandlung von Haarausfall bei Frauen

Zur Abklärung der Ursache für schwindende Haarfülle sollten Betroffene zunächst einen Hautarzt konsultieren. Je nach Ursache kommen medikamentöse Behandlungen oder Behandlungen mit Hormonen in Frage. Beim Facharzt können mögliche Faktoren eingegrenzt und ausgeschlossen werden, um die richtige Therapieform zu finden.

Es gibt verschiedene Behandlungsansätze für Haarausfall bei Frauen, abhängig von der Ursache:

  • Hormontherapie: Bei Frauen in der Postmenopause kann eine Hormonersatztherapie (HRT) neben anderen Wechseljahresbeschwerden auch die Haarprobleme lindern. Um die hemmende Wirkung von männlichen Hormonen auf die Haarwurzeln zu unterdrücken, bieten sich Behandlungen mit Östrogen und Progesteron bei Haarausfall an.
  • Minoxidil: Das Fortschreiten des hormonbedingten Haarausfalls kann bei den meisten Frauen auch durch die Behandlung der Kopfhaut mit dem Wirkstoff Minoxidil gebremst werden. Dieser greift nicht in den Hormonhaushalt ein.
  • Mikronährstoffe: Mikronährstoffen kann sich positiv auf das Haarwachstum auswirken. So konnte gezeigt werden, dass Haarfollikel von Frauen mit einer androgenetischen Alopezie gegenüber denen gesunder Frauen einen Mangel an Panthothensäure, Biotin und L-Cystin aufweisen.
  • Natürliche Methoden: Die beste Unterstützung für Haarwurzeln während der Wechseljahre ist eine ausgewogene Ernährung. Vitamine, Ballaststoffe und vor allem Proteine werden zur Entwicklung von Haarzellen gebraucht. Außerdem kann Eisenmangel Haarausfall begünstigen, was sich leicht durch die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel beheben lässt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Behandlung von Haarausfall Geduld erfordert. Es kann mehrere Monate dauern, bis Ergebnisse sichtbar werden.

Zusätzliche Tipps zur Vorbeugung von Haarausfall

Neben den oben genannten Behandlungen können Frauen auch einige zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um Haarausfall vorzubeugen:

  • Vermeiden Sie häufiges Tragen von Mützen: Häufiges Tragen von Mützen reizt die Haarwurzeln und kann Haarausfall begünstigen.
  • Verwenden Sie sanfte Haarpflegeprodukte: Aggressive Mittel zum Färben, Anwendungen gegen Läuse und schadstoffbelastete Pflegeprodukte sollten Sie nur in Ausnahmefällen anwenden.
  • Gehen Sie schonend mit Ihrem Haar um: Raue Kopfkissenbezüge und ein grober Umgang mit der Kopfhaut beim Waschen und Kämmen reizt die Haarwurzeln und kann Haarausfall begünstigen.

Tabelle: Übersicht über verschiedene Formen von Haarausfall und ihre Ursachen

Form des Haarausfalls Ursachen
Androgenetische Alopezie Genetische Veranlagung, hormonelle Faktoren (DHT)
Telogenes Effluvium Stress, Schwangerschaft, Medikamente, Schilddrüsenerkrankungen
Alopecia Areata Autoimmunerkrankung
Vernarbende Alopezie Entzündungen, Hauterkrankungen

Es ist wichtig, die Ursache Ihres Haarausfalls zu bestimmen, um die richtige Behandlung zu finden. Ein Arzt oder Dermatologe kann Ihnen bei der Diagnose und Behandlung helfen.

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