Ein äußerst dekorativer Holzkopf aus der Zeit um 1920, welcher damals zur Anfertigung von Perücken oder auch Hüten genutzt wurde, ist heute ein seltenes Fundstück. Solche außergewöhnlichen Objekte des Hut- und Perückenmacher-Handwerks sind heute nur noch schwer zu finden. Ein einzigartiges Dekostück für eine Wohnung im Industriedesign oder Shabby-Chic-Look.
Die Gesichter solcher Köpfe wurden damals von Hand eingeschnitzt, so dass jeder von ihnen ein Unikat ist. Seitlich ist der Kopf mit der Größenangabe "55" versehen. Die Gesamthöhe beträgt ca.
Der sogenannte Perückenkopf aus Holz ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Herstellung von Perücken. Auf den Holzkopf wird eine „Montur“ aus einem Netzmaterial aufgespannt in das die einzelnen Haarsträhnen geknüpft werden. Die „Montur“ wird mit Metallstiften (Montierstiften) aufgespannt, die Löcher auf dem Holzkopf zeugen von diesem Arbeitsschritt.
Die Maske, das ist der Ort im Theater, in dem der Darstellerin oder dem Darsteller geholfen wird, sich optisch in eine andere Figur zu verwandeln. Hier wird schön- und hässlich-, jung- und altgezaubert, je nachdem, was die Rolle auf der Bühne erfordert und was vom Regieteam konzeptionell erdacht wurde. Chefmaskenbildnerin Karolin Friedrich und ihre Kolleginnen arbeiten zusammen in der »Maske« des TN LOS!
Für »Doktor Schiwago« zum Beispiel müssen u.a. lange Bärte geknüpft werden. Haar für Haar wird auf feinen Tüll geknüpft, um einen Rauschebart, wie ihn Patrick Imhof als Rechtsanwalt Komarovskij haben soll, entstehen zu lassen. Bärte haben es in sich, denn der Bart sollte beim Singen nicht stören und möglichst die Mundbewegungen mitmachen.
Auch Perücken werden in der Maske kunstvoll hergestellt. Sie sind echte Hand- und Maßarbeit. Zuerst wird vom Kopf der Darstellerin oder dem Darsteller ein Gipsabdruck hergestellt oder aber die Maße werden vom Kopf auf einen Holzkopf übertragen. Diesem wird eine Montur aus Tüll angepasst, auf welchen schließlich Haar für Haar geknüpft wird.
Wenn die Sängerin oder der Sänger sich privat die Haare kurz schneiden lassen, ändern sich freilich auch die Maße für die Perücke, und - man glaubt es kaum - auch durch Ab- oder Zunehmen des Körpergewichts verändert sich die Kopfform. Dann muss ein neuer Holzkopf herhalten.
Ob Kunst- oder Echthaar für die Knüpfarbeit genommen wird, ist eine Frage des Anspruchs. Echthaar wirkt natürlicher, es lässt sich auch besser umformen und gestalten. Für eine Perücke benötigt man mindestens 40 Stunden Arbeitszeit, es können auch 60 bis 80 Stunden werden, je nach Anspruch - Wirbel, Scheitel usw.
Wenn Narben, Verbrennungen und Wunden sichtbar sein sollen, werden sogenannte Prosthetics angefertigt. Materialfindung ist überhaupt spannend. Manchmal werden ganze Körperteile erstellt. Der Kopf des Jochanaan, welcher Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss auf dem Silbertablett präsentiert wird, sollte schon ganz genau so aussehen wie der des Sängers dieser Partie. Das Konterfei von Herrn Rhim steht noch im Lager. Hierfür wurde ein zweigeteilter Abdruck vom ganzen Kopf gemacht.
Perücken wurden schon im alten Ägypten von Männern und Frauen getragen. Auch im alten Griechenland sowie im römischen Reich trugen Frauen Perücken oder umfangreiche Haarteile. Im frühen Barock kam die Perücke wieder in Mode. 1656 entstand die erste Innung für Perückenmacher in Paris.
Nach 1700 kamen die weiß gepuderten Perücken mit meist waagerecht angeordneten Locken auf. Hergestellt wurden sie vorwiegend aus Ross- oder Ziegenhaar sowie Hanf und Flachs. Soldaten und Reisende trugen kürzere Modelle, sogenannte Stutzperücken, Bauern und Handwerker gar keine.
Das Pudern der Perücken war den unteren Schichten generell verboten und mit einer Steuer belegt. Schon vor der Französischen Revolution kam das Ende der Perückenmode. Seither werden Perücken und Toupets von Männern nur noch als Bestandteil von Amtstrachten in der Rechtspflege oder aus medizinischen Gründen getragen. Für die kunstvollen Frauenfrisuren im Biedermeier wurden häufig nur noch Haarteile benutzt.
| Epoche | Verwendung von Perücken | Materialien |
|---|---|---|
| Altes Ägypten | Von Männern und Frauen getragen | - |
| Barock | Wieder in Mode | Ross- oder Ziegenhaar, Hanf, Flachs |
| Nach Französischer Revolution | Nur noch in Amtstrachten oder aus medizinischen Gründen | - |
Voraussetzung für die Ergreifung des seit 2002 auch staatlich anerkannten Berufs Maskenbildner ist eine entsprechende Ausbildung. In Deutschland gibt es mehrere Möglichkeiten, sich professionell zu qualifizieren. Verschiedene Privatschulen bieten die Ausbildung in dreijährigen Kursen an.
An der Hochschule der Bildenden Künste Dresden wird seit den 60er Jahren das Fachhochschulstudium Maskenbild angeboten und auch an der Hochschule für Musik und Theater München wurde in Kooperation mit der Theaterakademie August Everding der Studiengang Maskenbild entwickelt.
Dieser Job ist einer der kreativsten aber auch einer der härtesten. Hier sind großes Geschick, Sinn für Ästhetik, aber auch große Geduld gefragt. Die Arbeitszeiten haben es in sich.
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