Auf der Suche nach einem Super-Shampoo, das Haarprobleme wie Schuppen, Haarausfall und Co. lösen kann, stoßen viele auf ungewöhnliche Methoden. Eine davon ist die Urin-Therapie, die als Haar-Wunderwaffe angepriesen wird. Doch was steckt wirklich dahinter?
Die Urin-Therapie verwendet Urin als zentralen Wirkstoff, um eine Traummähne zu ermöglichen. Dabei wäscht man sich die Haare mit dem eigenen Urin.
Anwender berichten von gesünderem, glänzenderem Haar mit mehr Volumen. Es wird behauptet, dass Haarausfall gestoppt und das Haarwachstum angeregt wird. Sogar das Ergrauen der Haare soll verhindert werden können. Selbst Probleme mit der Kopfhaut (zum Beispiel Schuppen) könnten dank der Urin-Therapie der Vergangenheit angehören.
Urin ist ein natürliches Antiseptikum, das in der Medizin eingesetzt wird, um Wundinfektionen zu vermeiden. Dies könnte auch auf der Kopfhaut funktionieren. Außerdem ist Urin reich an Mineralstoffen, Salzen, Enzymen und Hormonen, die die Haarfollikel nähren und stärken, was Haarausfall entgegenwirkt.
Sollten Sie von der Urin-Therapie überzeugt sein, achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, da die Qualität Ihres Urins maßgeblich von Ihrer Ernährung beeinflusst wird. Essen Sie viel Obst und Gemüse und trinken Sie viel Wasser.
Haarausfall ist neben der erblich bedingten Alopezie häufig Ausdruck einer ungesunden Lebensführung. Wenn wir zu viele säurebildende Lebensmittel verzehren, viel Stress haben und uns nicht ausreichend bewegen, sind die körpereigenen Puffersysteme überlastet. Diese Puffer, wie Leber, Lunge, Nieren und Haut, helfen, Säuren und Schadstoffe aus unserem Körper zu verbannen.
Wenn wir zu viele Säuren zu uns nehmen, können die Puffer überfordert werden und die Mineralstoffdepots einspringen, die der Säureneutralisation dienen. Schließlich fehlen die Mineralstoffe an anderer Stelle - zum Beispiel in der Haarwurzel! So entsteht der säurebedingte Haarausfall. Der Mineralstoffmangel hemmt das Haarwachstum - die Haare fallen schließlich aus.
Wenn Sie unter säurebedingtem Haarausfall leiden, können Sie über eine Ernährungsumstellung wieder Einfluss auf Ihr Haarwachstum nehmen. Um Ihre Säure-Basen-Balance wiederherzustellen, sollten Sie zu 80 % basenbildende Lebensmittel und nur zu 20 % säurebildende Lebensmittel auf den Speiseplan setzen. Zu den Basenbildnern gehören viel unbehandeltes oder schonend gegartes Obst und Gemüse. Peppen Sie Ihre Speisen mit frischen Kräutern auf, die enthalten auch zahlreiche Mineralstoffe! Greifen Sie also ordentlich zu bei Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer und Co.!
Alopezie bezeichnet die Haarlosigkeit an Stellen, an denen üblicherweise Haare vorhanden sind. Man unterteilt die Alopezie in vernarbende und nicht-vernarbende Alopezie. Vernarbende Alopezie tritt zum Beispiel nach Pilzerkrankungen, Verätzungen, Tumoren oder bei einer bestimmten Autoimmunerkrankung auf, dem sogenannten systemischem Lupus erythematodes. Dabei werden die Haarfollikel irreparabel geschädigt. Die nicht-vernarbenden Alopezien machen den größten Teil der Alopezien aus. Am häufigsten sind die Alopecia androgenetica, eine hormonell bedingte Alopezie und die Alopecia areata, ein entzündlich bedingter, kreisrunder Haarausfall. Ursachen sind Schilddrüsenstörungen, Schwangerschaft, Mangelernährung.
Während bei Männern Haarausfall aufgrund der Häufigkeit (etwa 50% der europäischen Männer sind betroffen) nicht als krankhaft angesehen wird, ist Haarausfall bei Frauen als krankhaft zu betrachten. Unterschieden werden bei Frauen ein weibliches und ein männliches Haarausfallsmuster. Beim weiblichen Muster lichtet sich das Haar zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diffus (ohne erkennbares Muster) im Bereich des Scheitels. Oft findet sich ein etwa ein bis drei Zentimeter breiter Saum mit dichterem Haar im Bereich oberhalb der Stirn. Wesentlich seltener findet man bei Frauen das männliche Haarausfallsmuster. Die Stirn-Haar-Grenze verschiebt sich nach hinten.
Die effektivste, durch Studien gesicherte Therapie ist die zwei Mal tägliche Anwendung von zwei prozentigem Minoxidil. Minoxidil ist der einzige Wirkstoff, der in Deutschland und den USA zur Therapie des Haarausfalls bei Frauen zugelassen ist. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der als Lösung oder als Schaum verkauft wird. Minoxidil muss zwei Mal täglich auf die trockene Kopfhaut aufgetragen werden. Obwohl der Stoff bereits seit den 1970er Jahren erforscht wird, ist die genaue Wirkweise bis heute ungeklärt. Es ist bekannt, dass Minoxidil zu einem gesteigerten Haarwachstum und einem größeren Durchmesser der Haarfollikel führt. Es entstehen also mehr Haare und das Haar wird dichter.
Eine Therapie sollte ein Jahr durchgängig durchgeführt werden, bevor man die Wirksamkeit der Therapie beurteilt. Als Nebenwirkung kann übermäßiges Haarwachstum bei etwa fünf Prozent der Patienten auftreten.
Finasterid, ein 5α-Reduktase Hemmer, wirkt ebenfalls gegen Haarausfall und wird häufig zur Behandlung des männlichen Haarausfalls eingesetzt. Es ist allerdings nicht für die Behandlung bei Frauen zugelassen, eine Behandlung mit Finasterid für Frauen kann nur im Rahmen eines individuellen Heilversuchs stattfinden (off-label use). Finasterid darf auf keinen Fall bei Frauen eingesetzt werden, die schwanger sind oder schwanger werden können, da es zu Fehlbildungen bei männlichen Feten führt. Finasterid senkt die erhöhten Spiegel des männlichen Geschlechtshormons Dihydrotestosteron, welche den hormonell bedingten Haarausfall begünstigen. Auch Finasterid muss kontinuierlich eingenommen werden.
Eine weitere Alternative ist Spironolacton, ein Medikament, das zu einer vermehrten Urinausscheidung über die Niere führt und z.B. zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird. Spironolacton hemmt die Bindung von männlichen Geschlechtshormonen an ihrem Rezeptor in geringem Maße. Eine relevante Wirkung ist nicht ausreichend durch Studien belegt.
Als letzte Möglichkeit bleiben das Tragen einer Perücke oder eine Haartransplantation.
Ernstzunehmende Belege für eine therapeutische Wirkung des Urins gibt es nicht. Tatsache ist vielmehr, dass der Urin-Konsum im besten Fall harmlos sein kann, jedoch grundsätzlich das Risiko von Infektionen oder Vergiftungserscheinungen besteht. Schließlich führt man über das Urin-Trinken bereits ausgeschiedene Abfallprodukte des Stoffwechsels in den Körper zurück, was bei größeren Mengen letztlich wie eine Unterfunktion der Niere wirken kann.
Und die Behauptung, Urin sei "medizinisch steril", seine Verwendung könne insofern als "Basistherapie bei fast allen Leiden" gelten, ist Unsinn. Über den Harnleiter abgelassener Urin ist bakteriell besetzt. Keimfrei wäre er nur dann, wenn er, organische Gesundheit des Spenders vorausgesetzt, durch eine Punktion direkt aus der Blase gewonnen würde. Und je länger der Urin herumsteht, desto höher und damit pathogener wird die Bakteriendichte.
Auch die externe Behandlung von Allergien oder Neurodermitis mit Urin ist sehr skeptisch zu sehen, Nachweise für eine entsprechende Wirksamkeit existieren nicht.
Neben der Urin-Therapie gibt es auch andere kuriose Hausmittel, die für schöne Haare sorgen sollen:
Zwiebeln wirken sich nicht nur in Speisen positiv aus, sondern sind auch für Haare und Kopfhaut ein echter Booster. Die in der Zwiebel enthaltenen Schwefelverbindungen fördern die Durchblutung der Kopfhaut, wodurch die Haare schneller wachsen. Die Maske kann sogar Haarausfall verhindern. Für eine perfekte Zwiebelsaftmaske einfach den Saft einer Zwiebel mit einem EL Leinen-Öl, etwas Zitronensaft und einem Ei vermengen und für 30 Minuten auf das nasse Haar und der Kopfhaut verteilen und etwas einmassieren. Anschließend mit warmem Wasser auswaschen und eine Haarspülung verwenden.
In China ist Reiswasser schon lange die absolute Wunderwaffe für schöne Haare. Die Reiswassermixtur sorgt für Geschmeidigkeit, Kämmbarkeit und einen tollen Glanz. Wenn die Frauen Reis kochen, lassen sie das Wasser, das zum Kochen verwendet wurde, einfach ein paar Tage stehen bis es leicht sauer wird. Dabei bilden sich wichtige Mineralien und Antioxidantien, die sich perfekt für eine Spülung eignen.
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