Viele Frauen erleben nach der Schwangerschaft und Geburt Haarausfall. Dieses Phänomen, bekannt als postpartales Effluvium, kann beunruhigend sein, ist aber in den meisten Fällen ein normaler und vorübergehender Zustand. Hier erfahren Sie, warum es zum Haarausfall nach der Schwangerschaft kommt, wie lange er anhält und was Sie dagegen tun können.
Während der Schwangerschaft profitieren viele Frauen von einem erhöhten Östrogenspiegel, der zu dichten und glanzvollen Haaren führt. Die Östrogene verlängern die Wachstumsphase der Haarfollikel, wodurch weniger Haare ausfallen.
Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel jedoch plötzlich ab. Dieser Abfall führt dazu, dass viele Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten, was etwa zwei bis fünf Monate nach der Geburt zu vermehrtem Haarausfall führt. In Fachkreisen wird dieses Phänomen postpartales Effluvium genannt. Es handelt sich nicht um Haarausfall im eigentlichen Sinne, sondern um eine Reaktion auf den veränderten Hormonhaushalt.
Dabei verteilt sich der Haarverlust meist über den gesamten Kopf (diffuser Haarausfall) und beschränkt sich nicht auf einzelne Regionen. Die Haare lichten sich unter Umständen etwas, es entsteht jedoch keine Glatze.
In den meisten Fällen beginnt der Haarausfall etwa zwei bis vier Monate nach der Geburt. Nach drei bis sechs Monaten normalisieren sich die Hormonspiegel in der Regel von selbst, und der Lebenszyklus der Haare verläuft wieder normal. Es kann jedoch bis zu einem Jahr nach der Geburt dauern, bis sich das Haarwachstum sichtlich gebessert hat.
Allerdings stellen sich die Hormone bei stillenden Frauen häufig langsamer um, weshalb bei ihnen der Haarausfall oft später einsetzt als bei Müttern, die die Stillzeit längst hinter sich haben. In manchen Fällen beginnt der Haarverlust sogar erst nach dem Abstillen. Das führt fälschlicherweise gelegentlich zu der Annahme, Stillen sei der Grund für die ausfallenden Haare.
Der Haarausfall nach der Geburt ist in der Regel harmlos und erfordert keine spezielle Behandlung. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihren Körper in dieser Phase zu unterstützen:
Wenn der Haarausfall nach der Geburt nicht innerhalb eines halben Jahres nachlässt oder die Haare massiv oder sogar büschelweise ausfallen, sollten Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt konsultieren. In diesem Fall kommen möglicherweise andere Ursachen für den Haarverlust in Betracht, wie z.B.:
Um der Ursache auf die Spur zu kommen, kann der Arzt die Kopfhaut untersuchen, einen Haarzugtest durchführen und die Haare mikroskopisch untersuchen (Trichogramm). Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf Eisen- oder Zinkmangel, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder entzündliche Erkrankungen liefern.
In manchen Fällen kann ein postpartales Effluvium auch in eine androgenetische Alopezie übergehen. Unter diesem erblich bedingten Haarausfall leiden bis zu 30 Prozent aller Frauen. Meist tritt er in den Wechseljahren auf, kann aber auch durch eine Schwangerschaft getriggert bzw. verstärkt werden.
Bei manchen Patientinnen kann eine Hormontherapie zur Behandlung eines hormonell bedingten Haarausfalls hilfreich sein. Da jedoch auch schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können, sind die Therapiemöglichkeiten diesbezüglich oft begrenzt.
Sollten Sie unter einem optisch sehr auffälligen Haarausfall leiden, so können Sie auch in einer Haarsprechstunde eines Spezialisten für Haartransplantationen und Haarausfallerkrankungen aufsuchen. Meist kann schon eine regenerative Therapie, die PRP-Therapie, helfen, den Haarverlust aufzuhalten. Die PRP-Therapie ist eine Eigenblut-Plasma-Therapie. Die Grundsubstanz, das "Platelet Rich Plasma", wird durch eine spezielle Aufbereitung des von der Patientin entnommenen Blutes gewonnen. Es handelt sich um hochkonzentriertes Blutplasma, welches viele Wachstumsfaktoren, Zytokine und Mikronährstoffe enthält. Diese Stoffe sind wichtig für die Zellteilung und -regeneration. Dadurch werden die Haarfollikel stimuliert und die Kopfhaut besser durchblutet.
Lässt sich das eigene Haar nicht mehr regenerieren, kann eine Haartransplantation die rettende Alternative sein. Mit der I-FUE-Technik (Intermittent Follicular Unit Extraction) wird Ihr eigenes Haar an die kahlen Stellen transplantiert. Ein schonender Eingriff, bei dem hohe Anwuchsraten zu erwarten sind. Egal, ob der Scheitel licht ist oder die Schläfen leicht kahl werden - mit der Haartransplantation können Sie sich schon ggf. bald wieder über eine natürliche und volle Haarpracht freuen.
Wenn sich jedoch der Haarausfall über den gesamten Kopf erstreckt und dadurch zu wenig Spendermaterial vorhanden ist, sollte eine Haartransplantation nicht durchgeführt werden. Darum gilt: je früher der Haarausfall durch regenerative Behandlungen gestoppt wird, desto erfolgreicher wird die späte Haartransplantation sein.
Haarausfall nach der Schwangerschaft ist normal und meist nicht behandlungsbedürftig. Unterstützen Sie Ihren Körper mit ausreichenden Phasen der Entspannung, ausgewogener Ernährung und schonenden Haarpflegemitteln. In den meisten Fällen normalisiert sich der Haarausfall innerhalb weniger Monate von selbst.
| Ursache | Beginn | Dauer | Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| Hormonelle Veränderungen (Östrogenabfall) | 2-4 Monate nach der Geburt | 3-6 Monate (bis zu 1 Jahr) |
|
| Andere Ursachen (z.B. Mangelernährung, Schilddrüsenprobleme) | Variabel | Anhaltend | Ärztliche Untersuchung und Behandlung |
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