Atopie ist die erblich bedingte Veranlagung, eine Allergie zu entwickeln. Menschen mit Atopie (Atopiker) haben ein erhöhtes Risiko, auf eigentlich harmlose Umweltstoffe wie Pollen allergisch zu reagieren und entwickeln beispielsweise Heuschnupfen oder allergisches Asthma. Auch Neurodermitis zählt zu den atopischen Erkrankungen.
Auf dem Boden einer Atopie können sich durch verschiedene Umweltfaktoren atopische Erkrankungen entwickeln, die auch unter dem Begriff "atopischer Formenkreis" zusammengefasst werden. Typische Beispiele sind:
Atopische Erkrankungen sind allergische Erkrankungen, bei denen Antikörper vom Typ Immunglobulin E maßgeblich beteiligt sind. Umgekehrt ist aber nicht jede allergische Erkrankung auch als atopisch zu bezeichnen, da Allergien auf unterschiedlichen immunologischen Reaktionen basieren können.
Es gibt einige Hauterscheinungen, die auf eine Atopie hinweisen können. Zu diesen sogenannten Atopie-Stigmata zählen etwa:
Diese Stigmata sind ein Hinweis auf, aber kein Beweis für eine Atopie! Sie können nämlich auch andere Ursachen haben.
Das Hertoghe-Zeichen, auch bekannt als "Queen Anne's sign", ist ein klinisches Zeichen, das auf eine mögliche Atopie hinweisen kann. Es beschreibt das Fehlen oder die Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen. Meist sind beide Augenbrauen betroffen.
Das Hertoghe-Zeichen ist nach dem belgischen Arzt Eugène Hertoghe benannt, der es erstmals beschrieb.
Wie oben erwähnt, ist eine Atopie genetisch bedingt. Ihr liegt aber nicht ein einzelnes verändertes Gen zugrunde, sondern eine Kombination aus Veränderungen in vielen verschiedenen Genen. Forscher konnten auch schon auf verschiedenen Genen einige Stellen (Genloci) identifizieren, die bei einer Veränderung (Mutation) das Risiko für Heuschnupfen, allergischem Asthma & Co. erhöhen. Der Großteil ist aber weiterhin unklar.
Klar ist aber, dass die genetische Veranlagung zu atopischen Reaktionen vererbbar ist:
Damit aus einer Atopie eine atopische Erkrankung wird, müssen aber noch andere Faktoren hinzukommen. Dazu zählen beispielsweise aktives und passives Rauchen während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie eine übertriebene Hygiene im Kindesalter.
Bei Verdacht auf eine Atopie beziehungsweise atopische Erkrankung sammelt der Arzt zunächst alle wichtigen Informationen zur Krankengeschichte des Betroffenen (Anamnese). Er lässt sich die Symptome, ihr Auftreten und ihren Verlauf genau schildern. Außerdem erkundigt er sich nach bekannten Allergien in der Familie des Betroffenen.
Bei der körperliche Untersuchung achtet der Arzt auf Stigmata, die auf eine Atopie hinweisen können (siehe: Symptome).
Verdächtige Auslöser der allergischen Symptome lassen sich in Allergietests entlarven. Häufig handelt es sich dabei um Hauttests wie den Prick-Test. Auch Bluttests können Klarheit bei einer vermuteten Atopie beziehungsweise atopischen Erkrankung bringen.
Gegen die genetische Veranlagung an sich lässt sich nichts tun. Hat sich aber bereits eine atopische Erkrankung entwickelt, sollten Betroffene den Auslöser möglichst meiden. Mit verschiedenen Medikamenten lassen sich allergische Symptome in den Griff bekommen. Mit einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) dagegen versuchen Mediziner, eine Allergie an der Wurzel zu packen.
Einer Atopie selber lässt sich nicht vorbeugen. Man kann aber einiges tun, damit auf dem Boden der genetischen Veranlagung nicht tatsächlich eine atopische Erkrankung wie Heuschnupfen oder allergisches Asthma ausbricht. Zu diesem Zweck sollten schwangere und stillende Frauen nicht rauchen. Das senkt das Allergierisiko ihres Kindes. Aus dem gleichen Grund sollten (werdende) Mütter Passivrauch möglichst aus dem Weg gehen.
Zusätzlich senken lässt sich das Allergierisiko beim Nachwuchs durch Stillen: Babys, die in den ersten Lebensmonaten nur Muttermilch erhalten, entwickeln seltener allergische Erkrankungen als Kinder, die schon frühzeitig Säuglingsnahrung bekommen.
Nachweislich wirksam zur Vorbeugung von Allergien ist der Verzicht auf zu viel Hygiene im Kindesalter.
| Elternteil(e) mit atopischer Erkrankung | Risiko für das Kind |
|---|---|
| Ein Elternteil | 20 - 40 % |
| Beide Elternteile | 40 - 60 % |
| Beide Elternteile mit der gleichen atopischen Erkrankung | 60 - 80 % |
| Kein Elternteil | bis zu 15 % |
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