Henna-Haarfarbe und Hautverfärbung: Was Sie wissen müssen

Viele Menschen färben ihre Haare, um ihre natürliche Farbe aufzupeppen, graue Strähnen zu überdecken oder einen völlig neuen Look auszuprobieren. Besonders beliebt sind Pflanzenhaarfarben wie Henna, die als schonender gelten. Doch egal für welche Haarfarbe man sich entscheidet, es kommt oft vor, dass auch die Haut Farbe abbekommt. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen von Hautverfärbungen durch Henna, den Unterschieden zwischen verschiedenen Henna-Arten und gibt Tipps, wie man Flecken vermeiden und entfernen kann.

Was ist Henna?

Henna ist eine Pflanzenpaste, die aus den Blättern des Hennastrauchs (Lewsonia inermis) gewonnen wird. Es wird traditionell für temporäre Körperkunst verwendet, insbesondere für Mehndi-Designs auf Händen und Füßen. Diese Designs zeichnen sich durch ihre auffälligen, braunroten Farben aus.

Der Unterschied zwischen rotem, braunem und schwarzem Henna

  • Rotes oder braunes Henna: Ein natürliches Pigment, das vom Hennastrauch stammt und mit natürlichen Stoffen wie ätherischen Ölen und Zucker gemischt ist.
  • Schwarzes Henna: Kann ebenfalls vom Hennastrauch stammen, wird aber oft mit der Chemikalie PPD (Para-Phenylendiamin) versetzt, um eine dunklere Farbe zu erzielen. PPD ist in der EU für kosmetische Anwendungen verboten, da es hochgiftig ist und schwere allergische Reaktionen verursachen kann.

Es ist wichtig, nur natürliche Henna-Farbstoffe aus vertrauenswürdigen Quellen zu verwenden, um PPD auszuschließen.

Wie man Henna-Paste richtig aufträgt und entfernt

Die perfekte Konsistenz

Die Konsistenz der Henna-Paste sollte dick und geschmeidig sein, ähnlich wie Zahnpasta oder Pfannkuchenteig. Sie sollte nicht zu flüssig sein, da die Farbe sonst leicht verschmiert, aber auch nicht zu dickflüssig, da sie sonst schwer aufzutragen ist.

Auftragen und Einwirkzeit

Wichtig ist, dass die Henna-Paste auf der Haut austrocknet und aushärtet, bevor sie entfernt wird, um das beste Ergebnis zu erzielen. Es ist besser, die Paste so lange wie möglich auf der Haut zu belassen, um eine intensivere Färbung zu erzielen. Das Pigment wird bereits nach dem Trocknen der Paste auf der Haut und dem Abreiben sichtbar. Für ein gutes Ergebnis sollte die Paste also bereits trocken sein.

Entfernen der trockenen Henna-Paste

Man kann die Henna-Paste - wenn sie trocken ist - mit den Fingern, einer Kredit-Karte, einem Bleistift oder einem anderen stumpfen, hölzernen Gegenstand abreiben. Wenn das Henna-Ornament mit einem Pflaster überkleben war, dann löst es sich großteils gemeinsam mit dem Pflaster.

Henna Paste mischen Tutorial Part 1

Hautverfärbungen durch Henna vermeiden

Um Hautverfärbungen durch Henna zu vermeiden, können folgende Tipps helfen:

  • Schutz der Haut: Vor dem Färben Öl oder eine fettreiche Creme (z.B. Vaseline) auf die Hautflächen auftragen, die mit der Farbe in Berührung kommen könnten. Dies verhindert, dass die Farbe in die Haut einzieht.
  • Schnelles Handeln: Farbflecken sofort mit Babyöl oder Zahnpasta entfernen. Babyöl ist gut verträglich und kann mit den Fingern aufgetupft und mindestens eine Stunde einwirken gelassen werden. Zahnpasta kann vorsichtig auf die betroffenen Stellen gerieben werden und als dünne Schicht einwirken.
  • Handschuhe tragen: Bei der Zubereitung und Anwendung von Henna-Paste immer Einweghandschuhe tragen, um Verfärbungen der Finger zu vermeiden.

Was tun bei bereits aufgetretenen Hautverfärbungen?

Wenn es bereits zu Hautverfärbungen gekommen ist, gibt es verschiedene Hausmittel, die helfen können:

  • Babyöl: Auf die Farbflecken auftragen und mindestens eine Stunde einwirken lassen.
  • Zahnpasta: Vorsichtig auf die betroffenen Stellen reiben und als dünne Schicht einwirken lassen.
  • Waschpaste: Für die Hände kann eine Waschpaste aus Hausmitteln angerührt werden, da die Haut dort robuster ist.

Allergische Reaktionen und Risiken

In sehr seltenen Fällen kann es auch bei Henna auf natürlicher Basis zu allergischen Reaktionen kommen. Um sicher zu gehen, kann man einen Patch-Test machen, indem man eine Probe an der Innenseite des Handgelenks für einen Tag auf die Haut aufträgt. Wichtig ist es, nur natürliche Henna-Farbstoffe aus vertrauenswürdigen Quellen zu verwenden, um PPD auszuschließen.

PPD und seine Gefahren

Das aromatische Amin PPD ist bekannt für seine hohe Sensibilisierungspotenz und gehört zu den häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie. Es kann in dunklen Henna-Tattoos oder Henna-Haarfarben enthalten sein. PPD kann schwere allergische Reaktionen verursachen, die sich durch Schwellungen im Gesicht und an den Augen äußern können. In seltenen Fällen kann es sogar zu lebensbedrohlichen allergischen Schocks kommen.

Henna und Jagua im Vergleich

Neben Henna gibt es auch Jagua, ein Gel, das aus dem Saft der Jenipapo-Frucht gewonnen wird. Im Gegensatz zu Henna trocknet Jagua schneller und hinterlässt erst zeitverzögert eine bläulich-schwarze Färbung auf der Haut. Hier eine vergleichende Übersicht:

Merkmal Henna Jagua
Farbe Braunrot Bläulich-Schwarz
Trocknungszeit Länger Kürzer
Ursprung Hennastrauch Jenipapo-Frucht
Allergierisiko Gering (bei reinem Henna) Gering (bei natürlichem Jagua)

Tipps für Allergiker

Allergiker sollten bei der Verwendung von Haarfärbemitteln besonders vorsichtig sein. Hier sind einige Tipps:

  • Hautarzt konsultieren: Bei Beschwerden wie juckender Entzündung, Hautbläschen oder einem Ausschlag sollte ein Hautarzt konsultiert werden.
  • Verträglichkeitstest vermeiden: Allergologen warnen davor, Verträglichkeitstests mit Farbsubstanzen durchzuführen, da dies zu einer Sensibilisierung führen kann.
  • Herstellerhinweise beachten: Bei der Anwendung von Haarfärbemitteln zu Hause sollten die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers unbedingt beachtet werden.
  • Inhaltsstoffe prüfen: Kontaktallergiker sollten die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte sorgfältig auf ihre Allergieauslöser prüfen.

tags: #Henna #Haarfarbe #Haut #verfärbung

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen