Henna Haarfarbe Blondieren: Erfahrungen, Risiken und Tipps

Henna-Haarfarbe wird oft als eine schonende Alternative zu chemischen Haarfärbemitteln angesehen. Viele schätzen sie für ihre natürlichen Inhaltsstoffe und die Möglichkeit, dem Haar eine intensive Farbe zu verleihen. Doch was passiert, wenn man von Henna auf Blond umsteigen möchte? Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen, Risiken und gibt wertvolle Tipps zum Blondieren von mit Henna gefärbten Haaren.

Was ist Henna-Haarfarbe?

Vermutlich kennen Sie den Begriff Henna in erster Linie aus Urlauben, wo häufig temporäre Henna-Tattoos angeboten werden. Doch Henna eignet sich nicht nur zur Körperbemalung, sondern auch zum Haare färben. Es zählt sogar zu den ältesten Färbemitteln. Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckte der Botaniker Lawson den Hennastrauch für die westliche Wissenschaft. Seither trägt dieser in Henna enthaltene natürliche, rotgelbe Farbstoff den Namen Lawson. Er wird aus den Blättern des Hennastrauchs gewonnen, indem diese getrocknet und zu Pulver zerkleinert werden.

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Die Risiken von künstlichem Henna

Schon häufig wurden Gerüchte laut, dass Henna gesundheitsschädlich sei und das Erbgut verändere. Ist das natürliche Haarfärbemittel also nicht ganz unbedenklich? Hier lohnt sich ein genauerer Blick. Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), ist künstlich hergestelltes Henna tatsächlich mit Vorsicht zu genießen. So sei es nicht auszuschließen, dass der künstlich nachgebildete Henna-Farbstoff genotoxische Eigenschaften aufweise, sprich: das Ergbut verändere. Laut eines wissenschaftlichen Expertenkomittees für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission, sei Henna, wenn es rein pflanzlich zubereitet werde, aber unbedenklich.

Untersuchen Sie die angegebenen Inhaltsstoffe auf den künstlich hergestellten Farbstoff para-Phenylendiamin (PPD). Dieser wird oft der Henna-Haarfarbe beigemischt, damit die Farbe intensiver wirkt und sich der Färbeprozess beschleunigt. Der Stoff ist aber nicht ganz ungefährlich. Er hat das bereits genannte genotoxische Potenzial, kann Allergien auslösen und ist in Kosmetika verboten.

Wollen Sie also auf Nummer Sicher gehen, sollten Sie auf reines Henna setzen. Übrigens ist auch oft mit dem bloßen Auge zu erkennen, ob sich PPD unter das herkömmliche Henna gemischt hat. In diesem Fall ist die Farbe nämlich viel dunkler.

Warum ist das Blondieren von Henna-Haarfarbe kompliziert?

Henna-Haarfarbe ist sehr hartnäckig und wäscht sich nur zum Teil wieder raus. Das Überfärben mit chemischen Farben kann zu ungewollten Ergebnissen führen. Henna kann die Haare austrocknen. Eine ausgiebige Haarpflege nach dem Färben ist das A und O. Wollen Sie Ihre Mähne aufhellen oder stark abdunkeln, ist Ihnen mit Henna leider nicht geholfen. Hier müssen sie zu klassischen Oxidationshaarfarben greifen.

Erfahrungen anderer Nutzer

Viele Anwender berichten von unerwarteten Ergebnissen beim Blondieren von Henna-Haarfarbe. Einige haben festgestellt, dass ihre Haare nach der Blondierung einen Grünstich oder einen unnatürlichen Orangeton aufweisen. Dies liegt daran, dass Henna sich tief in die Haarstruktur einlagert und die chemischen Prozesse der Blondierung beeinflusst.

Tipps zur Vorbereitung

  • Farbe ziehen: Verwenden Sie warme Ölkuren, um die Farbe nach und nach zu ziehen.
  • Basische Pflege: Waschen Sie Ihre Haare mit Seife oder Natron, um die Schuppenschicht zu öffnen und Pigmente zu lösen.
  • Probesträhne: Testen Sie die Blondierung zuerst an einer unauffälligen Strähne, um das Ergebnis zu beurteilen.

Alternativen zum Blondieren

Wenn Sie Ihre Haare nicht blondieren möchten, gibt es alternative Methoden, um die Farbe aufzuhellen oder zu verändern:

  • Farbkorrektur beim Profi: Ein erfahrener Colorist kann die Farbe professionell korrigieren, um unerwünschte Ergebnisse zu vermeiden.
  • Herauswachsen lassen: Lassen Sie die Farbe langsam herauswachsen und experimentieren Sie mit schonenden Tönungen.
  • Strähnchen: Helle Strähnchen können eine gute Möglichkeit sein, das Haar schrittweise aufzuhellen, ohne den gesamten Kopf zu blondieren.

Produktempfehlungen

Hier sind einige Henna-Haarfarben, die von Stiftung Warentest gut bewertet wurden:

  1. Logona Naturkosmetik Pflanzenhaarfarbe: In zwölf verschiedenen Nuancen erhältlich.
  2. Sante Pflanzenhaarfarbe: Ermöglicht das Färben in Blond und Hellbraun.

Produkt Bewertung (Stiftung Warentest) Besonderheiten
Logona Naturkosmetik Pflanzenhaarfarbe Gut (2,2) Erhältlich in zwölf Nuancen
Sante Pflanzenhaarfarbe Gut (2,3) Farbspektrum breit gefächert

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Haare färben mit Henna

Haare färben mit Henna ist nicht schwer. Doch es gibt einige Dinge zu beachten, damit Ihre Haare nach dem Färben schöner denn je schimmern und nichts fleckig wird. Beachten Sie immer die Gebrauchsanweisung des Herstellers und berücksichtigen Sie daneben die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

  1. Verrühren Sie das Hennapulver mit kochendem Wasser so lange, bis eine cremige Konsistenz entsteht.
  2. Lassen Sie das Ganze vor dem Auftragen etwas abkühlen, um die Kopfhaut vor der kochend heißen Masse zu schützen.
  3. Ziehen Sie sich Einmal-Handschuhe an und tragen Sie die Paste vorsichtig auf das handtuchtrockene Haar auf.
  4. Falls Sie zum allerersten Mal mit Henna färben, lohnt es sich, die gesamte Mähne mit der Farbe zu bepinseln, um ein gleichmäßiges Ergebnis hervorzurufen.
  5. Beim wiederholten Mal reicht das Ansatz färben.
  6. Ist die Farbe aufgetragen, geht es ans Einwirken. Auch hier sollten die Herstellerangaben berücksichtigt werden.
  7. Decken Sie Ihre Mähne gut mit Frischhaltefolie oder einer Duschhaube ab, damit die Hennafarbe nicht aushärtet.
  8. Durch die entstehende Wärme wird übrigens gleichzeitig die Färbung verstärkt.
  9. In der Regel beträgt die Einwirkzeit eine bis zwei Stunden. Hier gilt die altbekannte Regel: je länger die Einwirkzeit, desto intensiver das Ergebnis.
  10. Nach dem Einwirken folgt das Auswaschen. Spülen Sie Ihre Haare gut mit warmem Wasser aus und pflegen Sie Ihre Mähne mit einem Conditioner.
  11. Waschen Sie die Haare frühestens am nächsten Tag mit Shampoo.

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