Helle Haut, schwarze Haare: Ursachen und genetische Hintergründe

Die Kombination aus heller Haut und schwarzen Haaren ist ein faszinierendes Phänomen, das vor allem in Europa auftritt und dessen Ursachen in der genetischen Vielfalt und der evolutionären Anpassung liegen. Ursprünglich waren die ersten Europäer genetisch noch nicht weit von ihren modernen Vorfahren in Afrika entfernt und hatten wahrscheinlich dunkle Haare, dunkle Augen und dunkle Haut.

Bis zur Eisenzeit vor etwa 3000 Jahren waren Menschen mit hellen Haaren, hellen Augen und heller Haut die große Ausnahme.

Betrachten wir die genetischen Grundlagen, so spielt das Pigment Melanin eine zentrale Rolle. Es bestimmt unter anderem die Haut- und Haarfarbe und kommt in zwei Varianten vor: Eumelanin und Phäomelanin.

Für braune und schwarze Farben ist das Eumelanin zuständig und dieser Farbstoff sorgt auch für Sonnenbräune. Deutlich seltener ist das orangerote Phäomelanin.

Wie so oft liegt es in den Genen, wie viel Eumelanin oder Phäomelanin ein Mensch im Körper hat - genauer: auf dem Chromosom 16. Dort befindet sich unter anderem die genetische Information für den Melanocortin-1-Rezeptor oder kurz MC1R.

Ist dieser Hormonrezeptor aktiv, bringt er Melanozyten dazu, viel Eumelanin und nur wenig Phäomelanin zu produzieren. Die Folge sind braune oder schwarze Haare, dunkle Haut und Augen. Durch zufällige Mutationen kann aber die Funktion von MC1R gestört sein.

Blonde oder hellbraune Haare enthalten insgesamt wenig Melanin, also wenig Eumelanin und Phäomelanin.

Diese Eigenschaften - also viel Melanin in Haut und Haaren - werden dominant vererbt. Menschen mit - zufälligerweise - weniger Eumelanin und deshalb hellerer Haut hatten also auf einmal einen Vorteil, obwohl diese Eigenschaften rezessiv vererbt werden. Die Evolution sorgte dafür, dass sich diese Mutation in Gebieten durchsetzte, in denen die Sonne weniger intensiv scheint.

Noch ist aber nicht abschließend geklärt, welche evolutionären Vorteile helle Haut, Haare und Augen den Menschen in Europa genau brachten.

Die Untersuchung prähistorischer Skelette hat ergeben, dass die ersten Siedler Europas dunkle Haut, schwarze, glatte Haare und blaue Augen hatten. Archäogenetische Forschungen haben gezeigt, dass die frühen Menschen, die Europa besiedelten, nicht weiß und blond waren, wie oft angenommen.

Die frei umherziehenden Menschen hatten Lagerplätze, auch in der Nähe des Grabes, in Mücheln-Möckerling und Halle Galgenberg. Keramik fand sich dort nicht, denn die brachten erst die aus dem Nahen Osten vor etwa 6000 Jahren einwandernden Ackerbauern in unsere Region. Diese von Anatolien aus mit neuen Kulturtechniken vorrückenden Menschen hatten übrigens helle Haut und braune Augen (Was das mit einer stärker vegetarischen Lebensweise zu tun hatte, erhellt das Buch). Entlang ihrer Wanderroute vermischten sie sich mit der Urbevölkerung, schließlich wurde die weiße Haut dominant. Das Erbgut unserer Schamanin weist noch keinerlei Spur von Einwanderergenen auf.

Heute sollen wir Menschen dunkler Haut PoC nennen, People of Color. Deren Geschichte hat mit Zuwanderung in jüngerer Zeit zu tun. Von welcher Ideologie auch immer unser Bild vom freien, wilden Steinzeitvolk Europas geprägt war: Die mitteldeutsche Indigene führt vor Augen, wie abwegig das Sortieren von Menschen nach Äußerlichkeiten schon immer war. Björn Höckes alt-nordischer Rassismus zerrinnt.

Die Forensische DNA-Phänotypisierung versucht aus einer DNA-Spur am Tatort die Haar-, Haut- und Augenfarbe sowie die biogeografische Herkunft des Spurenlegers vorherzusagen. Europa hat die größte Vielfalt an Haar- und Augenfarben.

Haarfarben lassen sich in sechs Farbgruppen mit je verschiedenen Helligkeitsgraden einteilen: Schwarz, Braun, Rot, Blond, Grau, Weiß, wobei Grau und Weiß Folgen des Alterungsprozesses oder einer Krankheit sind und mit einer DNA-Phänotypisierung nicht erfasst werden können. In Europa liegen die häufigsten Haarfarben im Bereich der Brauntöne, die von Tiefbraun im Mittelmeerraum nach Norden hin immer heller werden und dort fließend in blonde Farbtöne übergehen.

Die DNA-Phänotypisierung hat aber auch Grenzen, insbesondere bei der Vorhersage von Merkmalen in nicht-europäischen Populationen, da die Modelle hauptsächlich auf europäischen Stichproben basieren.

Die BGA schätzt wie viel Prozent DNA jede Population in der DNA-Datenbank zu der DNA der Person, die man untersucht, beigetragen haben könnte.

Die Analyse der biogeografischen Herkunft im Englischen Biogeographical Ancestry (BGA) oder Admixture Testing genannt, verwendet die DNA eines Menschen, um zu bestimmen, aus welcher Region der Welt seine Vorfahren stammen.

Auch die DNA-Marker für die Haar-, Haut- und Augenfarbe sind SNPs. SNPs stellen circa 90 % aller genetischen Varianten im menschlichen Genom dar.

Je relativ mehr Menschen aus einer Referenzpopulation, die AIMs haben, die auch die untersuchte Person hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass die untersuchte Person mit diesen Menschen aus der Referenzpopulation verwandt ist.

Populationen können den Standort und die Identität ändern. Sie sind nicht statisch.

Verschiedene Algorithmen können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Die Forensische DNA-Phänotypisierung hat bisher nicht die technische Reife erreicht, um in der kriminalistischen Ermittlungspraxis eingesetzt zu werden.

Die Farbe unserer Haut, Augen und Haare wird vom Farbstoff Melanin beeinflusst.

Es ist das Farbpigment Melanin, welches den Naturton der Haare festlegt. Helle und rote Haare bekommen ihre Farbe durch das Phäomelanin, während dunkle Haare Eumelanin enthalten. Die UV-Strahlung zerstört diese Pigmente, sodass das Haar heller erscheint.

Interessant ist, dass dunkelhaarige Menschen auch mehr Melanine im Haar haben. Aber nicht nur die Menge der Pigmente bestimmt die Haarfarbe. Die zwei verschiedenen Melanin-Typen haben auch Einfluss auf die Farbvarianten und die Helligkeitsstufen. Eumelanin ist in schwarzen und braunen Haaren in ausgeprägten Körnchen enthalten. Das Rot-Pigment Phäomelanin hingegen ist viel feiner und kleiner in den einzelnen Haaren verteilt.

Auch im Sommer merkt man den Unterschied der Farbpigmente: Das in dunklen Haaren enthaltene Eumelanin ist viel widerstandsfähiger, sodass dunkle Haare nicht so leicht ausbleichen. Im Gegensatz dazu wird das Phäomelanin deutlich schneller zerstört, wodurch blonde und rote Haare im Sommer leichter heller werden.

Sonne, Hitze, Chlorwasser und Salzwasser sind also alles andere als gut für die Haare. Aus diesem Grund ist es ratsam, die Haare genauso wie die Haut im Sommer vor zu starker UV-Strahlung zu schützen. Das klappt mit Sonnenschirmen oder Sonnenhüten und Kopftüchern.

Es gibt drei natürliche Haarfarben: Schwarz, Rot und Blond.

Im Grunde sind dunkle Haare ein natürlicher Schutz. Meistens kommen sie in Gegenden vor, die starker Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Das kann für den Menschen durchaus gefährlich werden, darum hat die Natur diesen tollen Trick eingesetzt. Dunkle Haare schützen vor zu viel UV-Strahlung. Da Menschen mit weniger Sonnenstrahlung diesen Schutz nicht brauchen, wurden sie heller und auch die Haare.

In unseren Haarwurzeln bildet sich ein Pigment, das man Melanin nennt. Es ist zuständig für die menschliche Hautfarbe, Augenfarbe und Haarfarbe. Es gibt zwei verschiedene Arten:1) Eumelanin färbt die Haare schwarz bis rot.2) Phäomelanin färbt sie rot bis golden.Menschen haben beide Pigmente allerdings mal mehr mal weniger stark dominant. Je nachdem welches Pigment stärker ist, sind die Haare heller oder dunkler. Ist schon spannend was die Natur sich so alles ausgedacht hat.

Die Wirkungen der UV-Strahlung sind unter anderem von der Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung abhängig. Je nach UV-Empfindlichkeit werden 6 Hauttypen unterschieden. Grundlage hierfür ist die Klassifikation von Hauttypen nach dem amerikanischen Hautarzt Thomas Fitzpatrick von 1975.

Hauttyp I ist besonders empfindlich. Er zeichnet sich durch eine sehr helle, extrem empfindliche Haut, helle Augen, rotblondes Haar und sehr häufig durch Sommersprossen aus. Hauttyp I bräunt nie und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand.

Hauttyp II zeichnet sich durch helle, empfindliche Haut, blaue, graue, grüne oder braune Augen, blonde bis braune Haare und häufig durch Sommersprossen aus. Hauttyp II bräunt kaum bis mäßig und bekommt oft einen Sonnenbrand.

Hauttyp III hat eine helle bis hellbraune Haut, graue oder braune Augen und dunkelblonde bis braune Haare. Sommersprossen sind selten. Hauttyp III bräunt schneller als Hauttyp II.

Hauttyp IV hat hellbraune, olivfarbene Haut, braune bis dunkelbraune Augen und dunkelbraunes Haar. Hauttyp IV bräunt schnell.

Hauttyp V hat dunkelbraune Haut, dunkelbraune Augen und dunkelbraunes bis schwarzes Haar.

Hauttyp VI hat dunkelbraune bis schwarze Haut, dunkelbraune Augen und schwarze Haare.

Konkret ergaben die Analysen: Braunes Haar, helle Augen und eine Neigung zu höherem Körpergewicht und breiten Hüften können auf Gene von Steinzeitjägern zurückgehen. Auch für eine höhere Herzrate und eher niedrige Blutfettwerte fand das Team einen Zusammenhang mit diesem steinzeitlichen Erbe.

„Eine Anreicherung von Genen der Yamnaya-Steppennomaden ist wiederum mit einem kräftigen Körperbau und hoher Statur verknüpft“, berichten Marnetto und sein Team. Die Gene dieser bronzezeitlichen Einwanderer fördern zudem schwarze Haare und eine Neigung zu hohen Blutfettwerten.

Diese verschiedenen Wurzeln hinterlassen bis heute ihren genetischen und äußerlich sichtbaren Fingerabdruck in unserer Population.

Ähnliches gilt vermutlich auch für die Bevölkerung anderer Kontinente, wie Marnetto erklärt: „Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Europa eine höhere genetische Vielfalt oder komplexere Wurzeln besitzt als andere Kontinente“, sagt er. Die genetische Basis der Europäer sei bisher einfach nur am besten untersucht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kombination aus heller Haut und schwarzen Haaren das Ergebnis komplexer genetischer Interaktionen und evolutionärer Anpassungen ist. Die Vielfalt der Haar- und Hautfarben in Europa spiegelt die Migrationsbewegungen und genetischen Vermischungen der Vergangenheit wider.

HauttypMerkmaleBräunungsverhaltenSonnenbrandrisiko
ISehr helle Haut, helle Augen, rotblondes Haar, SommersprossenBräunt nieSehr hoch
IIHelle Haut, blaue/graue/grüne/braune Augen, blonde/braune Haare, SommersprossenKaum bis mäßigHoch
IIIHelle bis hellbraune Haut, graue/braune Augen, dunkelblonde/braune HaareSchneller als Hauttyp IIMäßig
IVHellbraune/olivfarbene Haut, braune/dunkelbraune Augen, dunkelbraunes HaarSchnellGering
VDunkelbraune Haut, dunkelbraune Augen, dunkelbraunes/schwarzes HaarSehr schnellSehr gering
VIDunkelbraune bis schwarze Haut, dunkelbraune Augen, schwarze HaareImmer gebräuntKaum

Hauttypen nach Fitzpatrick

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