Haarausfall: Naturheilkundliche Behandlungsansätze durch Heilpraktiker

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Während ein gewisser Haarverlust normal ist, kann übermäßiger Haarausfall zu einem erheblichen Leidensdruck führen. Viele Betroffene suchen daher nach wirksamen Behandlungsmethoden. Neben der Schulmedizin bieten auch Heilpraktiker verschiedene naturheilkundliche Ansätze zur Behandlung von Haarausfall an.

Ursachen von Haarausfall

Haarausfall kann eine Vielzahl von Ursachen haben. Deshalb ist es zunächst wichtig, mögliche organische Erkrankungen abzuklären. Haarausfall kann z. B. Folge sein von:

  • Chemo- oder Strahlentherapie
  • Chemische Haarpflege- bzw. Entzündungsprozessen
  • Hormonstörungen oder hormoneller Umstellung
  • Infektionen
  • Mangelzuständen
  • Medikamenten
  • Schwermetallvergiftungen

Ist der Haarausfall Folge einer Erkrankung, verschwindet er i. d. R., wenn die Grunderkrankung behandelt wurde. Die Behandlung des Haarausfalls ist abhängig von der zugrunde liegenden Diagnose. Eine einzige Therapie für alle Arten von Haarausfall gibt es nicht und nicht jeder Haarausfall muss bzw. kann therapiert werden. Ggf. werden Medikamente eingesetzt.

Die Ursache des diffusen Haarausfalls sind vielschichtig: Ernährung, Hormonumstellungen, Medikamentenunverträglichkeiten, Schilddrüsenfehlfunktionen, Stress oder vorausgegangene Erkrankungen u. v. m. Sind jedoch die Haarfollikel zerstört oder vernarbt (z.B. durch Entzündungen), kann auch eine Haartransplantation in Betracht gezogen werden.

Formen von Haarausfall

  • Androgenetischer Haarausfall: Dieser ist mit hoher Wahrscheinlichkeit erblich bedingt und wird auch als hormonell-erblicher Haarausfall bezeichnet. Folge ist, dass der Haarfollikel, die Produktionsstätte des Haares, schrumpft und der Haarfollikel letztendlich abstirbt.
  • Kreisrunder Haarausfall: Beim kreisrunden Haarausfall wird eine Beteiligung bzw. eine Fehlsteuerung des Immunsystems vermutet. Körpereigene Abwehrzellen richten sich dabei gegen Bestandteile des Haares.
  • Diffuser Haarausfall: Die Ursachen des diffusen Haarausfalls sind vielschichtig: Ernährung, Hormonumstellungen, Medikamentenunverträglichkeiten, Schilddrüsenfehlfunktionen, Stress oder vorausgegangene Erkrankungen.

Der Heilpraktiker-Ansatz bei Haarausfall

Haarausfall kann seinen Ursprung in einer ganzen Reihe von Gründen haben, oftmals auch in einer Kombination mehrerer situativer, umweltbedingter oder psychischer Faktoren. Ihre Heilpraktikerin oder Ihr Heilpraktiker nimmt sich deshalb ganz besonders viel Zeit für ein intensives, persönliches Gespräch. Da der Haarausfall häufig erst einige Zeit nach der auslösenden Ursache auftritt bzw. erkannt wird, ist eine ausführliche Anamnese erforderlich.

Haarausfall geht mit einem individuell unterschiedlich empfundenen Leidensdruck einher. Besonders Frauen leiden sehr, gelten in unserer Gesellschaft doch lange, volle Haare als Inbegriff von Weiblichkeit, Attraktivität und Jugend. Doch auch viele Männer empfinden den Verlust ihrer Haare als emotional belastend.

Ganzheitliche Betrachtung und Therapieansätze

Eine ganzheitliche Betrachtung der individuellen Ursachen und Auslöser für Haarausfall ist entscheidend. Die Therapie kann verschiedene Ebenen berücksichtigen:

  1. Körperliche Ebene (z.B. Ernährung, Mangelzustände)
  2. Organische Ebene (z.B. Darm, Leber)
  3. Energetische Ebene (z.B. Traditionelle Chinesische Medizin)
  4. Psychische Ebene (z.B. Stress, Ängste)
  5. Umweltbedingte Ebene (z.B. Belastungen)

Die verschiedenen Therapieverfahren stehen entweder als in sich geschlossene Behandlungssysteme wie z.B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin oder als Kombinationen einzelner Verfahren zur Verfügung.

Wenn Sie unter Haarausfall leiden, sprechen Sie vertrauensvoll mit Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker - sie beraten Sie gerne. Zunächst versuchen Sie zu akzeptieren, dass Sie (derzeit) unter Haarausfall leiden und zunächst die Ursache dafür gefunden werden muss. Nur so kann eventuell der Haarausfall gestoppt oder im besten Fall sogar rückgängig gemacht werden (nicht bei anlagebedingtem Haarausfall). Wenn der Haarausfall nicht krankheits-, sondern anlagebedingt ist, freuen Sie sich daran, gesund zu sein! Vielleicht ist eine solche Gelassenheit zunächst schwierig, nichtsdestotrotz hilft sie im Umgang mit der Situation. Relativieren Sie Ängste und negative Gefühle, eventuell auch mit Hilfe eines Psychotherapeuten. Negative Gefühle lassen sich z. B. durch Entspannungsübungen oder Sport abbauen.

Naturheilkundliche Behandlungsmethoden

Mangelzuständen kann sowohl ernährungstherapeutisch, als auch mittels der orthomolekularen Therapie mit Mikronährstoffen oder der Biochemie nach Schüßler begegnet werden. Kommen Störungen im Darm oder der Leber als Ursache in Frage, gilt es diese Organsysteme in ihrer Funktion zu unterstützen und zu stärken. Das kann mit Hilfe von Ab- und Ausleitungsverfahren, aber auch sehr gut z.B. mit phytotherapeutischen Mitteln geschehen. Aus Sicht der Traditionellen chinesischen Medizin können bestimmte Formen von Haarausfall mit einem Mangel an Nieren-Energie im Zusammenhang stehen, die dann nach Auffassung der Therapeuten z.B. mit Akupunktur behandelt werden kann.

Alle o. g. therapeutischen Verfahren stehen hier nur beispielhaft und keineswegs erschöpfend für die vielen Möglichkeiten, die Ihrer Heilpraktikerin oder Ihrem Heilpraktiker zur Verfügung stehen.

Wichtige Mikronährstoffe bei Haarausfall

Im Folgenden werden die wichtigsten Mikronährstoffe zur Behandlung von Haarausfall erklärt.

  • Eisen: Eisen erfüllt wesentliche Funktionen und ist das häufigste essenzielle Spurenelement im Körper: O2-Transport (Hämoglobin), Bildung und Speicherung von O2 (Myoglobin), Elektronentransport der Atmungskette sowie Katalyse von Redoxreaktionen (Enzyme). Eisen sorgt auch für eine Aktivierung des Schilddrüsenhormones fT3. Gerade diese Reaktionen sind für die Bildung der Haare essenziell. Weltweit anerkannt ist, dass der Eisenmangel die häufigste Mikronährstoff-Mangelerkrankung ist.
  • Zink: Haare: Die Umwandlung der tiefen Hautschichten und Haarlamellen in oberflächliche Schichten wird unterstützt. Zink beeinflusst den Umbau von Linolsäure zu Linolensäure, die für eine regelrechte Verhornung und Haarbildung von Bedeutung ist.
  • Biotin: In der Natur tritt Biotin nur als rechtsdrehendes D-Biotin auf, der einzigen biologisch aktiven Form. Der Nährstoff ist gegen Luft, Hitze und Tageslicht stabil, aber sehr empfindlich gegen UV-Licht. In verdünnten Alkalien und heißem Wasser ist er gut löslich.
  • Cystein: Das kann im Körper aus Methionin, ebenfalls eine schwefelhaltige Aminosäure, gebildet werden. Cystein ist die unmittelbare Vorstufe von Glutathion.
  • Selen: Das ist der einzige Mikronährstoff im menschlichen Körper, für den sog. Selenoproteine genetisch vorgegeben sind. Selen ist Bestandteil der sog. Dejodasen. Diese aktivieren das Schilddrüsenhormon T3 aus dem Speicherhormon T4. Das generelle Problem ist, dass Deutschland ein Selenmangelgebiet ist. Im Mittel werden nur ca. 35 µg Selen am Tag zugeführt. Leider wird das zugeführte Selen nicht „gerecht“ auf alle Selenoproteine verteilt, sondern zunächst werden die Glutathionperoxidasen bedient.
  • Glutathion: Das ist keine einzelne Aminosäure, sondern ein Tripeptid aus den Aminosäuren Glutamin, Cystein und Glycin. Im Zentrum der Glutathionperoxidasen befinden sich vier Moleküle L-Selenocystein. Eine Supplementation mit Glutathion kann bei Haarausfall durchaus eine Option sein.
  • Vitamin D3: Eigentlich ist Vitamin D3 weder ein Vitamin noch ein Provitamin, sondern eine Hormonvorstufe. Außerdem bestehen wesentliche Unterschiede zwischen Vitamin D3 und dem Metaboliten 1,25-Dihydroxycholecalciferol. Bekannt ist, dass VDR (Vitamin-D-Rezeptor) die Wachstumsphase der Haarfollikel steuert.
  • Coenzym Q10: Dieses Vitaminoid ist essenziell für die Energiebildung in den Körperzellen. Nachlassende Energiebildung kann einen Haarausfall begünstigen und/oder verstärken. Ab dem 40. Lebensjahr lässt die Coenzym-Q10-Bildung deutlich nach. Insofern sollte Coenzym Q10 ergänzt werden.

Die Auswahl der richtigen Therapie mit Vitalstoffen richtet sich nach den individuellen Beschwerden.

Die Rolle von Darmgesundheit und Entgiftung

Störungen im Darm oder der Leber können als Ursache für Haarausfall in Frage kommen. In diesem Fall gilt es, diese Organsysteme in ihrer Funktion zu unterstützen und zu stärken. Das kann mit Hilfe von Ab- und Ausleitungsverfahren, aber auch sehr gut z.B. mit phytotherapeutischen Mitteln geschehen.

Eine Darmsanierung mit den bewährten klassischen Darmpräparaten aus der Apotheke (z.B. Symbioflor 1, Mutaflor, Myrrhinil intest oder Colibiogen) kann sinnvoll sein. Auch die richtige Nahrung (Ballaststoffe) ist wichtig, wobei diese aber häufig erst einmal nicht vertragen werden. Hier gilt es, die Therapie durchzuhalten, indem Blähungen und Krampfzustände abgemildert werden. Eine zusätzliche Einnahme von L-Glutamin kann die Nahrungsumstellung unterstützen und die Entgiftung fördern.

Bedeutung der emotionalen Ebene

Haare sind nicht nur tote Hornsubstanz, sondern auch Ausdruck unseres Inneren. Nicht selten sind emotionale Belastungen und Stressoren mit Haarausfall verbunden. Es ist daher wichtig, im Praxiskontext hinzuhören: Was futtert der Patient alles in sich hinein? Kann er das tatsächlich „verdauen“ und seelisch verkraften? Hier gilt es, Blockaden und Stauungen zu lösen beginnen. Die Emotion kommt „in Fluss“.

Die Emotionen, die sich zeigen möchte, ist das, worauf es dann ankommt. Durch das Zulassen und Annehmen der Gefühle kann eine therapeutische Wirkung entfalten werden.

Fallbeispiel aus der Praxis

Eine junge Frau, die sich gesund ernährt und seit Jahren vegan lebt, bemerkt seit einem halben Jahr vermehrten Haarausfall. Sie verspürt starken Juckreiz auf der Kopfhaut. Trotz leichter Kost hat sie immer wieder Blasenentzündungen. Die Patientin arbeitet im Bio-Laden und behandelt ihre Haare auch mit Produkten aus dem Bio-Laden. Sie verneint Medikamente aller Art.

Bei der Untersuchung der Kopfhaut zeigen sich stellenweise feine, trockene Schüppchen. Die Kopfhaut fühlt sich leicht schwammig an und reagiert sofort mit Rötung. Die Diagnose lautet: diffuser Haarausfall aufgrund des Zustandes der Kopfhaut.

Um einen Überblick zu verschaffen, wird ein Bicom BodyCheck durchgeführt. Dieser zeigt eine erhöhte Stressbelastung, vermehrte pathologische Stämme (E. coli) und Nährstoffmängel. Die Therapie umfasst Bioresonanz (3-4 Sitzungen), das Weglassen von Weizenprodukten und eine Supplementierung mit Mukosa Formula (beide Firma Biogena) sowie B6, B12 und Folsäure.

Die junge Frau kommt regelmäßig zum energetischen Haarschnitt und zur Bioresonanz. Ihr Zustand hat sich inzwischen deutlich verbessert.

Mesotherapie als Behandlungsoption

Die Mesotherapie ist eine alternativmedizinische Methode, die selbstheilende, regenerierende Prozesse im Körper anstößt. Sie kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern angewendet werden und arbeitet mit individuell abgestimmten Wirkstoffcocktails. Der Wirkstoffcocktail gegen Haarausfall wird direkt in die Kopfhaut injiziert. Die gezielte Anwendung von Nährstoffen und Vitaminen, die mit speziellen Nadeln direkt platziert werden, wirkt wahre Wunder. Die Kopfhaut wird dabei unterstützt, Haar fördernde Prozesse zu aktivieren und den Haarausfall zu stoppen.

Wie hilft die Mesotherapie gegen Haarausfall?

Schlussfolgerung

Haarausfall ist eine ganzheitliche Herausforderung. Die naturheilkundliche Behandlung durch einen Heilpraktiker kann einen wertvollen Beitrag leisten, um die Ursachen zu erkennen und den Haarausfall zu stoppen oder sogar rückgängig zu machen. Dabei spielen die Anamnese, die Berücksichtigung verschiedener Therapieebenen, die Gabe von Mikronährstoffen, die Sanierung von Darm und Leber sowie die Beachtung der emotionalen Ebene eine wichtige Rolle.

Wenn Sie unter Haarausfall leiden, ist es ratsam, sich von einem erfahrenen Heilpraktiker beraten und behandeln zu lassen.

Tabelle: Wichtige Mikronährstoffe bei Haarausfall

Mikronährstoff Funktion
Eisen O2-Transport, Aktivierung Schilddrüsenhormon
Zink Unterstützt Umwandlung Hautschichten und Haarbildung
Biotin Wichtig für Verhornung und Haarbildung
Selen Aktiviert Schilddrüsenhormon T3
Vitamin D3 Steuert Wachstumsphase der Haarfollikel

tags: #heilpraktiker #behandlung #haarausfall

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