Hautkrebsvorsorge und Hautscreening im Intimbereich: Bedeutung, Ablauf und Risiken

Die Hautkrebsvorsorge ist von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Behandlung von Hautkrebs, da der Zeitpunkt der Entdeckung eine wesentliche Rolle spielt. Durch eine mehrstufige, professionelle Hautkrebsvorsorge können erfahrene Dermatologen Hautkrebs und seine Vorstufen rechtzeitig erkennen, therapieren und heilen. Frühzeitig erkannt ist Hautkrebs in den meisten Fällen heilbar.

Spezialisierte Hautkrebsvorsorge

Durch die Spezialisierung auf die Hautkrebsvorsorge verfügen viele Praxen über umfangreiche Erfahrung in der Früherkennung von Hautkrebs und erkennen auch dessen erste Anzeichen, die Hautkrebsvorstufen, sehr früh. Hierzu trägt eine technische Ausstattung bei, über die nur wenige Praxen und Kliniken verfügen. Kernstück sind beispielsweise konfokale Lasermikroskope, die es ermöglichen, erste Anzeichen für das Entstehen von Hautkrebs bereits anhand einzelner, entarteter Hautzellen zu erkennen, ohne dass diese operativ entfernt werden müssen. Frühzeitiger kann man derzeit nicht eingreifen.

Methoden der Hautkrebsvorsorge

Die Basis der Untersuchung bildet das Hautkrebsscreening, bei dem die gesamte Haut sorgfältig betrachtet wird - von der Kopfhaut bis zum Hautscreening im Intimbereich. Dabei werden auffällige Hautveränderungen überprüft. Zur Diagnose wird unter anderem ein Dermatoskop, ein spezielles Auflichtmikroskop, verwendet. Dieses Gerät nutzt polarisiertes Licht, um die Haut bis in tiefere Schichten zu durchleuchten.

Mit Hilfe eines Auflichtmikroskops (= Dermatoskop) ist ein besserer Blick in die Feinstrukturen eines Muttermals möglich, die nur mit dem bloßem Auge selbst von erfahrenen Ärzten nicht wahrgenommen werden können. Durch die Untersuchung mittels Dermatoskop ist eine deutliche Verbesserung der Diagnostik möglich (bis zu 35%iger Anstieg der diagnostischen „Treffsicherheit“).

Hautkrebs vorbeugen: Warum das Hautkrebs-Screening so wichtig ist | ARD GESUND

Digitale Videodokumentation

Bei auffälligen und kontrollbedürftigen Muttermalen ist die digitale Videodokumentation (computergestützte Dermatoskopie) empfehlenswert, um die Veränderung im zeitlichen Ablauf dokumentieren zu können. Diese Videodokumentation kann bei der Entscheidung wichtig sein, ob ein Muttermal entfernt werden soll oder nicht. Kontrollbedürftige Muttermale werden mit der sogenannten computergestützten Videodermatoskopie aufgenommen. Dieses Gerät ermöglicht eine bis zu 140-fache Vergrößerung der einzelnen Hautveränderungen und damit einen Blick in Feinstrukturen, die für das bloße Auge so nicht sichtbar sind.

Vergleicht man die Aufnahmen im Zeitverlauf so werden selbst subtile Veränderungen erkennbar. Gelegentlich ist ein beginnender schwarzer Hautkrebs allein durch die Zunahme von Farb- und Strukturelementen und durch ein asymmetrisches Größenwachstum zwischen zwei Untersuchungen erkennbar. Diese Veränderungen sind manchmal die einzigen Hinweise auf das Vorliegen einer bösartigen Hautläsion. Solche subtilen Veränderungen sind nur mit der digitalen computergestützten Dermatoskopie, die einen direkten Vergleich der aktuellen mit der früheren Aufnahme auf dem Monitor ermöglicht, erkennbar. Computergestützte Systeme können so helfen, beginnenden schwarzen Hautkrebs frühzeitig zu entdecken und auch die Zahl unnötiger Operationen gutartiger Hautläsionen zu verringern.

Empfehlungen und Intervalle

Die Hautvorsorge wird von der deutschen dermatologischen Gesellschaft einmal jährlich empfohlen, bei Risikopatienten, also z.B. solchen mit einem Hautkrebs in der Vorgeschichte oder Patienten mit sehr vielen Muttermalen auch in kürzeren Abständen. Da sich Hautkrebs auch in weniger als zwei Jahren entwickeln kann würde ich jedem ein kürzeres Intervall als 2 Jahre empfehlen. Zusätzlich eine regelmäßige Selbstkontrolle, z.B. Das Screening mittels Auflichtmikroskopie macht aus den oben genannten Gründen bei jedem Patienten Sinn. Menschen mit besonders vielen Muttermalen haben grundsätzlich ein erhöhtes Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken und sollten ihre Haut daher regelmäßig und in kürzeren Abständen mittels der Auflichtmikroskopie auf Auffälligkeiten untersuchen lassen.

Vorbereitung auf die Untersuchung

Zur Untersuchung auf Nagellack, Körperschmuck, Make-up, Zöpfe, Haarspray etc. Die Damen sollten kein Make-up, keinen Puder und keine Tagescreme verwenden und ohne Lack an Finger- und Fußnägeln zur Untersuchung erscheinen, damit auch die Nägel untersucht werden können. Schmuck wie Uhren, Ohrringe etc.

Untersuchung des Intimbereichs

Bei der Ganzkörperuntersuchung zur Hautkrebsvorsorge wird der gesamte Körper auf auffällige Hautmale hin untersucht. Daher ist es wichtig, dass man sich entsprechend vorbereitet und dem behandelnden Arzt damit die Untersuchung erleichtern bzw. ermöglichen. Da bösartige Hautveränderungen aber auch auf der Haut unter der Wäsche vorkommen können, sollte zum Schluss die Unterwäsche ein Stück auf die Seite oder runtergezogen werden, um ein Hautscreening im Intimbereich zu ermöglichen.

Viele Patienten berichten, dass der Arzt bei der Hautkrebsvorsorge auch den Intimbereich kontrolliert. Es ist normal, dass der Arzt oder die Ärztin wissen möchte, wie es in der Anal-Falte aussieht, und den Penis, Hoden und die Vorhaut untersucht. Einige Praxen bieten an, dass die Hautuntersuchung im Intimbereich von einem Gynäkologen durchgeführt werden kann, wenn dies gewünscht wird. Hautkrebs kann an jeder Stelle der Haut auftreten, daher ist eine gründliche Untersuchung wichtig.

Ablauf des Hautkrebs-Screenings

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Dabei untersucht der Arzt nicht nur Arme, Beine und den Rumpf Ihres Körpers, sondern auch Ihre Kopfhaut, Ihre Lippen, das Zahnfleisch, die Genitalien und auch die Fußsohlen. In der Regel können Sie stehen bleiben, manchmal ist es aber auch hilfreich, sich zu setzen.

Um die Mundhöhle zu untersuchen, benutzt der Arzt einen Spatel, wie Sie ihn aus jeder Hausarztpraxis kennen. Auch für die Untersuchung der Kopfhaut nimmt er zwei Spatel zur Hand, mit denen er die Haare etwas auseinanderdrückt.

Wenn es Ihnen am Anfang unangenehm sein sollte, sich komplett auszuziehen, sprechen Sie das gern bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Ich bitte meine Patientinnen und Patienten zum Beispiel zunächst, sich hinter einem Sichtschutz bis auf die Unterwäsche auszuziehen und untersuche die Haut. Erst dann frage ich, ob ich auch ihren Intimbereich untersuchen darf. Manchmal hilft es auch, zuerst nur den Oberkörper zu untersuchen und dann den unteren Körper.

Ergebnisse und Diagnose

Wenn Ihr Arzt Anzeichen von Hautkrebs entdeckt, nennt er das Ergebnis "positiv", weil er etwas gefunden hat, wonach er gesucht hat. Findet der Arzt keine Auffälligkeiten an Ihrer Haut, nennt er das Ergebnis "negativ", weil er nicht fündig geworden ist. Dann folgen keine weiteren Untersuchungen.

Was passiert nach der Diagnose?

Die häufigsten Hautkrebsarten sind das Basalzell-Karzinom und das Stachelzell-Karzinom , die auch als heller Hautkrebs bezeichnet werden. Liegt ein Verdacht darauf vor, entnimmt der Hautarzt zunächst etwas Gewebe, das er unter dem Mikroskop untersucht (Probebiopsie). Sichert die Biopsie die Diagnose, empfiehlt der Arzt in der Regel, die erkrankten Teile der Haut operativ zu entfernen.

Beim Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, also auf das maligne Melanom , operiert der Arzt in der Regel sofort und untersucht danach das herausgeschnittene Gewebe. Wenn sich dabei der Verdacht auf das maligne Melanom bestätigt, erfolgt in den meisten Fällen ein zweiter Eingriff, um wirklich alle erkrankten Zellen zu entfernen.

Die OP-Wunde wird genäht und manchmal empfiehlt der Arzt danach eine Ruhepause. Ein Schmerzmittel ist in der Regel nicht nötig, denn die Belastung durch Schmerzen ist meistens gering.

Die Hautbiopsie

Viele Hautkrankheiten können nicht nur durch das Aussehen oder der Untersuchung der Haut erkannt werden. Deswegen ist es als Arzt oder Ärztin oftmals erforderlich, die Entnahme einer Gewebeprobe, auch Biopsie genannt, anzufordern. Durch die Einsendung der Hautbiopsie in das Labor kann eine dermatopathologische Überprüfung stattfinden. Man unterscheidet zudem zwischen unterschiedlichen Biopsie-Techniken. Dazu gehören Stanzen, Schälen und Schneiden. Die Entnahme des Gewebes erfolgt bei der Stanzbiopsie durch eine Hautstanze. Hierbei nutzt der oder die Arzt/Ärztin eine Nadel, welche in die Haut geführt wird.

Ferner ist das Risiko dadurch geringer, sich eine Infektion zuzuziehen. Je nach Biopsie-Technik kann das Verheilen wenige Tagen bis hin zu zwei Wochen dauern. Außerdem kann man die Fäden ziehen, wenn die Wundränder zusammengenäht wurden und der oder die Hautarzt/-ärztin keine selbst resorbierbaren Fäden nutzte.

Während des Prozesses können allerdings Schmerzen auftreten. Dieser Einstich kann unangenehm und schmerzhaft sein sowie zu einem Brennen unter der Haut führen. Ferner können nach abgeschlossener Biopsie Schmerzen vorkommen, und zwar an der betroffenen Stelle, welche wie eine kleine Schürfwunde ist. Durch die Entnahme eines Hautstückes bestehen zwar Risiken. Da die Wunde allerdings klein ist, gilt die Methode als komplikationsarm.

Kriterien zur Einschätzung von Leberflecken

Um einen Leberfleck einzuschätzen sollte man folgende Kriterien, zusammengefasst als die sog. ABCDE-Regel, berücksichtigen:

  • A - Asymmetrie: Gutartige Pigmentmale sind normalerweise gleichmäßig rund, oval oder auch länglich.
  • B - Begrenzung: Eine unscharfe Begrenzung eines Pigmentmals kann auf einen bösartigen Hauttumor deuten.
  • C - Colour: Im Gegensatz zu harmlosen Pigmentmalen, die einen einheitlichen Farbton haben, sollten Pigmentmale mit unterschiedlicher Färbung - z.B. hellere und dunklere Flecken - unbedingt fachärztlich kontrolliert werden.
  • D - Durchmesser: Auch Pigmentmale mit einem Durchmesser über fünf Millimeter oder diejenigen, die wachsen, sollten Sie kontrollieren lassen.
  • E - Entwicklung: Verändert sich ein Pigmentmal im Laufe der Zeit, sollten Sie es ebenfalls unbedingt ärztlich untersuchen lassen.

Je „bunter“ eine Hautveränderung ist, desto eher empfiehlt sich eine Kontrolle beim Hautarzt. Schwarzer Hautkrebs ist eben oftmals nicht nur rein schwarz, sondern kann auch Rot-, Braun-, Grautöne zeigen oder in einzelnen Bereichen farblich abgeblasst sein.

Hautkrebs bei Kindern

Hautkrebs bei Kindern ist insgesamt sehr selten. Trotzdem sollte man einen auffälligen Befund lieber beim Spezialisten abklären lassen, zum Beispiel wenn sich ein Muttermal bei Kindern verändert oder blutet. Kinder mit sog. angeborenen Riesennävi, das sind Muttermale über 40 cm Durchmesser, sollten regelmäßig untersucht werden, da diese Muttermale ein gewisses Risiko haben sich bösartig zu verändern. Auch bei großen angeborenen Muttermalen, das sind solche mit Durchmessern zwischen 10-20 cm sollte man die betreffenden Stellen kontrollieren lassen, da diese im Laufe des Lebens ein Risiko von ca. 6 % haben sich in einen schwarzen Hautkrebs umzuwandeln.

Licht- und Schattenseiten des Hautkrebs-Screenings

Auch das regelmäßige Hautkrebs-Screening verhindert nicht, dass ein Hautkrebs entsteht. Kann der Arzt jedoch frühzeitig einen Hauttumor entdecken, noch bevor er zu einem gefährlichen Krebs herangewachsen ist, sind die Heilungschancen allgemein groß.

Im idealen Fall kann die Früherkennungsuntersuchung also verhindern, dass Sie an einem lebensbedrohlichen Hautkrebs erkranken, dass eine aggressive Krebsbehandlung angezeigt ist, dass größere Operationen nötig sind, die sichtbare Narben zum Beispiel im Gesicht zurücklassen.

Unklar ist jedoch, ob das Screening verdächtige Hautveränderungen tatsächlich früh genug aufspürt. Außerdem ist nie zu 100 Prozent sicher, ob eine verdächtige Hautstelle tatsächlich zu einem lebensbedrohlichen Problem wird.

Grundsätzlich besteht beim Hautkrebs-Screening also auch das Risiko, dass der Arzt einen Hauttumor übersieht und Sie nicht behandelt werden, dass eine Hautveränderung entdeckt und behandelt wird, die sich gar nicht zu einem lebensbedrohlichen Krebsgeschwür entwickelt hätte.

Kosten und Häufigkeit des Screenings

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen ein Hautkrebs-Screening mit dem bloßen Auge alle 2 Jahre bei über 35-jährigen. TK-Versicherte können bereits ab einem Alter von 20 Jahren in der Regel alle 24 Monate an einem Hautkrebs-Screening bei einem Facharzt teilnehmen. Die Kosten für ein Hautkrebsscreening werden von privaten Krankenkassen übernommen. Ab dem Alter von 35 Jahren wird empfohlen, jährlich ein Hautscreening durchführen zu lassen. Die genaue Frequenz kann je nach individuellem Risiko und medizinischer Vorgeschichte variieren. Generell wird empfohlen, ab dem 35. Lebensjahr zum Hautkrebsscreening zu gehen. Aber auch im Kindesalter ist es sinnvoll, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen, um die Haut frühzeitig auf Veränderungen zu überprüfen und von Anfang an zu schützen. Bei privat Versicherten werden die Hautkrebsscreening-Kosten in der Regel vollständig von der Krankenkasse übernommen.

Die folgende Tabelle fasst die Empfehlungen zur Häufigkeit des Hautkrebsscreenings zusammen:

Altersgruppe Empfohlene Häufigkeit Kostenträger
Unter 35 Jahren (Risikopatienten) Jährlich oder nach Empfehlung des Arztes Private Krankenkassen
Über 35 Jahre Alle 2 Jahre Gesetzliche Krankenkassen
TK-Versicherte ab 20 Jahren Alle 24 Monate Techniker Krankenkasse

tags: #hautscreening #intimbereich #rasieren #risiken

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen