Haut, Haare, Nägel: Wahrheiten und Irrtümer im Test

Viele Menschen streben nach schöner und gesunder Haut, glänzenden Haaren und gepflegten Nägeln. Doch rund um die Pflege dieser Schönheitsmerkmale ranken sich zahlreiche Irrtümer. Einige davon können sogar der Gesundheit schaden. Dieser Artikel räumt mit einigen Mythen auf und gibt praktische Tipps für die richtige Pflege.

5 häufige Fehler, die deinem Haar schaden | und wie du diese vermeidest

Irrtümer und Fakten rund um die Haarpflege

Mythos: Häufiges Spitzenschneiden beschleunigt das Haarwachstum.

Falsch. Spitzenschneiden wirkt sich weder auf Wachstum noch Menge der Haare aus. Sie wirken nur voller. Der Grund: Die Spitzen sind der älteste Teil des Haares, er ist Wetter, Föhn- und Heizungs­luft am längsten ausgesetzt. Mit der Zeit werden die Spitzen immer dünner. Tipp: Schonen Sie die Spitzen.

Mythos: 100 Bürstenstriche am Tag machen das Haar glänzend.

Im Gegen­teil. Wer sie 100 Mal bürstet, strapaziert die Haare stark. Sie rauen auf und brechen schneller. Der Talg, den die Kopf­haut bildet, verteilt sich so stark im Haar, dass es fettig wirken kann. Tipp: Damit die Bürste geschmeidig durchs Haar gleitet, sollten Shampoos die Haar­struktur glätten. Dafür sorgen unter anderem die oft in Haar­pflege enthaltenen Silikone. Studien deuten darauf hin, dass sie sich nicht auf dem Haar anreichern. Sie gelten aber als schwer abbaubar. Es gibt auch Shampoos ohne Silikone, meist steht der Hinweis auf der Verpackung.

Mythos: Tägliches Haarewaschen ist schädlich.

Falsch. Heute sind Shampoos so mild, dass tägliches Waschen kein Problem ist. Tipp: Ob Haare besonders schnell nach­fetten, hängt von der Menge und Produktivität der Talgdrüsen ab. „Das ist Veranlagung, Shampoos können daran nichts ändern“, sagt Maja Hofmann. Wenn die Haare schon kurz nach der Wäsche wieder fettig wirken, könnten Trockens­hampoos helfen. Sie sollen über­schüssiges Fett aufnehmen.

Haarvitamine für gesundes Haarwachstum

Schöne und gesunde Haare zählen für viele Personen zu einem wichtigen Schönheitsmerkmal. Haar-Vitamine können eine unterstützende Rolle bei der Förderung des Haarwachstums und der Verbesserung der Haargesundheit spielen. Wählen Sie jetzt aus unserer Vergleichstabelle Haar-Vitamine mit besonders vielen Nährstoffen, damit Ihre Haare lange und gesund wachsen können.

Großes Augenmerk haben wir auf die Kategorien Menge, Biotin, Selen und Ohne Magnesiumsalze gelegt.

Top Haar-Vitamine im Überblick

Hier ist eine Übersicht von Haar-Vitaminen:

PositionProduktmodellPreis ca.BiotinPositivVerfügbarkeit
Platz 1Haar Vitamine von Vihadoca. 23 €250 μg pro KapselVoller wichtiger NährstoffeGleich lieferbar
Platz 2Haar-Vitamine von BIO-H-TINca. 33 €50 μg pro KapselStarker SelengehaltGleich lieferbar
Platz 3Haar-Vitamine von SUPLINTca. 19 €5.000 μg pro KapselViele Nährstoffe enthaltenGleich lieferbar
Platz 4Haar Vitamine von Donivitalca. 26 €2.500 μg pro KapselReich an BiotinGleich lieferbar
Platz 5Hair Power von NaroVitalca. 25 €2.500 μg pro KapselReich an BiotinGleich lieferbar

Mittel gegen Haarausfall im Test

Jede*r, der schon einmal von Haarausfall betroffen war, weiß, wie belastend es ist, wenn die Haare immer lichter werden und die Kopfhaut durchschimmert. Auf dem Markt gibt es daher unzählige Mittel, die den Haarausfall stoppen und gleichzeitig das Haarwachstum anregen sollen. Doch gerade bei anlagebedingtem Haarausfall wirken Koffeinpräparate, Haarvitamine und Co. leider oft kaum bis gar nicht.

Stiftung Warentest hat diverse Mittel gegen Haarausfall unter die Lupe genommen, die vor allem bei einem anlagebedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie) eingesetzt werden. Wir stellen euch nachfolgend die vier Präparate vor, die am besten abgeschnitten haben:

  • Regaine Frauen Lösung
  • Regaine Männer Schaum
  • Finasterid-ratiopharm 1 mg
  • Propecia 1 mg

Bewertete Präparate von Stiftung Warentest im Überblick

Produktinformationen
Anwendung beianlagebedingtem Haarausfallanlagebedingtem Haarausfallanlagebedingtem Haarausfallanlagebedingtem Haarausfall
Enthaltener Wirkstoff2 % Minoxidil5 % Minoxidil1 mg Finasterid1 mg Finasterid
ArtLösungSchaumFilmtablettenFiltabletten
Menge3 x 60 ml3 x 60 g28 Stück28 Stück
FürFrauenMänner
RezeptFreiVerschreibungspflichtigverschreibungspflichtigverschreibungspflichtig

Welche Wirkstoffe konnten bei Stiftung Warentest überzeugen?

Die Ergebnisse von Stiftung Warentest als haarsträubend zu bezeichnen, wäre ein bisschen zu hart ausgedrückt. Nichtsdestotrotz konnten im Test lediglich zwei Wirkstoffe - und das auch nur bedingt - bei einem anlagebedingten Haarausfall bzw. einer sogenannten androgenetischen Alopezie therapeutisch wirksam sein: Minoxidil und Finasterid.

Minoxidil: In Lösungen sowie Schaum zum Auftragen auf die betroffene Kopfhaut ist häufig Minoxidil enthalten. Mittel gegen Haarausfall mit diesem Wirkstoff sind ohne Rezept erhältlich und werden ausschließlich äußerlich auf der Haut angewendet. Sowohl bei Frauen als auch Männern kann mit Minoxidil erblich bedingter Haarausfall gestoppt werden, da der Wirkstoff bei einer regelmäßigen Anwendung die Blutgefäße auf der Kopfhaut erweitert und die Haarwurzeln wieder besser mit Blut und Nährstoffen versorgt werden. Auf diesem Wege werden vorhandene Haare gestärkt und gleichzeitig wird der Haarausfall reduziert. Doch Vorsicht: Mittel gegen Haarausfall mit Minoxidil müssen permanent angewendet werden, um den Haarausfall langfristig zu stoppen.

Finasterid: Der Wirkstoff Finasterid ist ausschließlich für Männer geeignet und soll den DHT-Spiegel senken. So werden verkrümmte Haarwurzeln wieder aktiviert und das Fortschreiten von erblich bedingtem Haarausfall verlangsamt. Um seine Wirkung zu entfalten, müssen die Tabletten täglich und langfristig eingenommen werden. Zudem sind Präparate mit Finasterid nur auf Rezept erhältlich. Bei Frauen konnte mit Finasterid keine positive Wirkung festgestellt werden, im Gegenteil: In der Schwangerschaft kann die Einnahme von Finasterid unter anderem zu Fehlbildungen beim ungeborenen Baby führen. Bei Männern kann die Einnahme hingegen Nebenwirkungen wie dem Verlust der Libido oder Depressionen hervorrufen.

Vitamine und Hausmittel gegen Haarverlust

Das ultimative Wundermittel gegen Haarausfall gibt es zwar leider (noch) nicht, allerdings könnt ihr eure Haare von innen heraus stärken und die Haargesundheit mit Vitaminen sowie altbewährten Hausmitteln unterstützen:

  • Biotin: Das B-Vitamin Biotin ist maßgeblich an der Herstellung des Proteins Keratin beteiligt, das wiederum den Grundbaustein unserer Haare sowie Nägel darstellt.
  • Zink: Sorgt aufgrund entzündungshemmender Eigenschaften für eine gesunde Kopfhaut und neutralisiert freie Radikale an den Haarwurzeln.
  • Eisen: Ein Eisenmangel führt nicht selten zu Haarausfall sowie glanzlosen und ungesund aussehenden Haaren. Liegt bei euch ein Eisenmangel vor, kann ein Eisenpräparat oder eisenhaltige Lebensmittel für eine Verbesserung sorgen.
  • Weitere Vitamine: Auch Nährstoffe wie Kupfer, Selen, Silizium sowie Kalzium können das Haarwachstum verbessern und die Haare kräftiger wachsen lassen.
  • Kopfmassage: Eine gut durchblutete Kopfhaut ist Voraussetzung für ein gesundes Haarwachstum und kann Haarverlust vorbeugen. Und das Beste ist: Regelmäßige Kopfmassagen fühlen sich nicht nur gut an, auch die Kopfhaut wird besser durchblutet und die Haarwurzeln werden mit mehr Sauerstoff sowie Nährstoffen versorgt, was eure Haare zum Wachsen anregt.
  • Spülung mit Apfelessig: Vielleicht kennt ihr das altbewährte Hausmittel noch von eurer Oma. Und was sollen wir sagen, Omas wissen einfach, was gut ist! Eine Haarspülung mit Apfelessig stellt den Säureschutzmantel der Haare wieder her und verschließt die obere Haarschicht. Das Ergebnis sind widerstandsfähigere und glänzende Haare.
  • Haarkur mit Rizinusöl: Rizinusöl ist ein wahrer Geheimtipp in Sachen Haarpflege, denn es regt mitunter das Haarwachstum an, stärkt Haare, Wimpern sowie Augenbrauen und sorgt für einen unvergleichlichen Feuchtigkeitskick. Für die Haar- und Hautpflege benötigt ihr jedoch nicht das herkömmliche Rizinusöl, das unter anderem als natürliches Abführmittel bekannt ist, sondern kaltgepresstes Rizinusöl.
  • Kollagen: Das Eiweiß-Protein ist mittlerweile in aller Munde und als Shampoo und Co. auf aller Kopfe. Und das zu Recht, denn Kollagen hat eine positive Wirkung auf die Haut und hilft bei diversen Gelenkproblemen. Doch das ist noch nicht alles: Auch in Sachen Haarausfall und Haargesundheit kann die Einnahme von Kollagen sinnvoll sein, da es unter anderem für die Keratin-Produktion benötigt wird und freie Radikale bekämpft. Zudem reduziert Kollagen den Abbau von Melanin, was ein frühzeitiges Ergrauen vorbeugt.

Irrtümer und Fakten rund um die Hautpflege

Mythos: Viel trinken sorgt für schöne Haut.

Viel trinken - das allein genügt für schöne Haut noch nicht. Nein, Trinken allein schützt die Haut nicht vor Wind und Wetter. Wer täglich bis zu 2 Liter Wasser trinkt, tut seiner Gesundheit Gutes, unterstützt Durch­blutung und Bindegewebe. Tipp: Fett­reiche Cremes bilden eine Barriere, die vor dem Austrocknen schützt. Im Sommer trocknet die Haut nicht so schnell aus, jetzt ist vor allem UV-Schutz wichtig.

Mythos: Hämorridenmittel helfen gegen Tränensäcke.

Nein. „Dass die gefäß­ver­engenden Substanzen, die einige Hämorriden­mittel enthalten, Tränensäcke und Lider abschwellen, ist nicht wissenschaftlich belegt“, sagt Stephan Biel­feldt. Tipp: Kühlung durch Quarkmasken oder Gurkenscheiben hilft wirkungs­voller bei geschwollenen Augen­partien.

Mythos: Zahncreme hilft gegen Pickel.

Nein. Sie kann die Entzündung sogar verschlimmern. Aromas­stoffe wie Menthol, die in einigen Zahn­cremes enthalten sind, können die Haut reizen. Tipp: Cremes und Gele mit dem Wirk­stoff Benzoylper­oxid können helfen. Sprechen Sie mit Ihrem Haut­arzt, ob der Stoff für Ihren Haut­typ geeignet ist.

Mythos: Nachcremen verlängert den Sonnenschutz.

Falsch. Nach­cremen kann den Schutz einer Sonnen­creme nicht ausdehnen. Der Sonnen­schutz­faktor (SPF/LSF) zeigt an, wie sich die Eigen­schutz­zeit der Haut durch das Auftragen verlängert. Rötet sich die Haut unge­schützt etwa nach 5 Minuten in der Sonne, lässt sich diese Zeitspanne mit Licht­schutz­faktor 30 theoretisch um das 30-Fache ausdehnen: auf 150 Minuten. Tipp: Reizen Sie die ausgerechnete Sonnen­schutz­zeit nicht aus. Nach rund zwei Dritteln der Zeit tut Schatten der Haut gut. Riskieren Sie keinen Sonnenbrand.

Mythos: "Hypoallergen" bedeutet "Allergenfrei".

Eine Fehl­interpretation. Professor Axel Schnuch vom Informations­verbund Dermatologischer Kliniken sieht die Auslobung „hypoal­lergen“ sehr kritisch. „Der Verbraucher assoziiert den Begriff leicht - und fälsch­lich - mit ’all­ergen­frei’, so wird eine falsche Sicherheit vorgegaukelt.“ Recht­lich definiert ist „hypoal­lergen“ nicht. Tipp: Der Haut­arzt testet, auf welche Stoffe Sie allergisch sind und notiert sie in einem Allergiepass.

Irrtümer und Fakten rund um die Nagelpflege

Mythos: Nägel brauchen Sauerstoff.

Nein. Anders als die Haut braucht die aus Horn­schichten bestehende Nagelplatte keine Sauer­stoff­zufuhr. Dass Nagellack­fans dennoch oft poröse Nägel haben, liegt am häufigen Gebrauch von Nagellack­entferner.

Biotin: Das Schönheitsvitamin?

Das B-Vitamin Biotin gilt als Schön­heits­vitamin. Es soll Haut, Haare, Nägel, aber auch Immun­system und Nerven stärken. Doch wer Biotin über Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente einnimmt, muss bei Bluttests aufpassen. Das Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte warnt: Hoch dosiertes Biotin könnte die Ergeb­nisse verfälschen, vor allem wenn Blut auf Herz­infarkt-Marker und Hormon­auffäl­ligkeiten untersucht wird. Der Stör­effekt tritt nicht ein, wenn Biotin natürlich mit Lebens­mitteln wie Haferflocken, Champignons und Eiern zugeführt wird. Meist reicht das auch, um sich damit zu versorgen.

tags: #haut #haare #nägel #stiftung #warentest

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen