Neben gängigen krankheitsbedingten Symptomen während einer Corona-Erkrankung können auch später auftretende Symptome wie Haarausfall die Folge sein. Viele Menschen haben nach einer Corona-Erkrankung Erfahrungen mit Haarausfall gemacht. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Fall einzigartig ist und individuell betrachtet werden sollte.
Einer der Gründe für vermehrten Haarverlust kann eine vorausgegangene Infektion der oberen bzw. unteren Atemwege sein, also ein fiebriger Infekt, der häufig nach einer Ansteckung mit dem Corona-Virus auftritt. Auch nach anderen Infekten, die mit Fieber einhergehen, kann Wochen später Haarausfall auftreten. Dies ist also kein ausschließliches Symptom einer Corona-Infektion.
Wenn Sie unter Haarausfall nach einer Coronainfektion leiden, ist es ratsam, Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufzusuchen. Eine gründliche Untersuchung und Bewertung kann helfen, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln und entsprechende Behandlungsoptionen zu besprechen.
Der Haarausfall-Experte Dr. Uwe Schwichtenberg aus Bremen erläutert in seinem Podcast die Zusammenhänge zwischen Haarausfall und einer Corona-Infektion aus medizinischer Sicht. Informieren Sie sich hier!
Wenn die Haare plötzlich vermehrt ausfallen, ist man schnell auf der Suche nach dem “Warum”. Das ist gar nicht so einfach, denn Gründe kann es viele geben: Die Haare können saisonal bedingt ausfallen oder aufgrund eines Nährstoffmangels oder einer falschen Duschroutine. Doch kann auch eine vergangene Corona-Infektion dazu führen, dass die Haare ausfallen?
Eine Studie aus dem Jahr 2020 hat ergeben, dass einer von fünf Patienten, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Infektion Haarausfall erlitt. Von den Personen, die an der Studie des Jin-Yin-tan-Krankenhauses in Wuhan teilnahmen, welche in der Fachzeitschrift “The Lancet Journal” veröffentlicht wurde, gaben rund 22 Prozent Haarausfall als ein Symptom bzw. eine Folge ihrer Corona-Infektion an. “Wir haben jeden Tag eine sehr hohe Anzahl an Haarpatienten in der Praxis, und seit 2020, als Corona anfing, kamen neue Patienten in die Sprechstunde mit dem Thema Haarausfall nach der Corona-Infektion”, verrät Dr. Merkel. Dass beides miteinander zusammenhängen könnte und sich Long-Covid möglicherweise auch auf die Haare auswirkt, fiel ihm also schon recht früh auf.
“Wir verlieren von Haus aus am Tag ungefähr 100 Haare. Nach Corona jedoch kann es deutlich mehr sein. Bleibt es bei den rund 100 Haaren, muss man sich normalerweise keine Sorgen machen, sie wachsen wieder nach. Wenn Haare wirklich büschelweise ausgehen, heißt, wenn nach sechs bis acht Wochen schon die Kopfhaut sichtbar wird, sollte man einen Arzt aufsuchen”, weiß Friseur Josef Baranowski. Derselben Meinung ist auch Dermatologe Dr. Merkel: “Wer über einen längeren Zeitraum, also über Wochen, mehr als 100 Haare am Tag verliert, sollte man einen Spezialisten aufsuchen, also zum Beispiel einen Dermatologen, und seine Blutwerte bestimmen lassen, um zu schauen, woher dieser vermehrte Haarausfall kommt, und dementsprechend gegebenenfalls eine Therapie einleiten.”
Zunächst etwas Positives: “Man muss klar sagen: Es kann nach einer Covid-Erkrankung zu Haarausfall kommen, muss es aber nicht. Die gute Nachricht: Die ausgefallenen Haare wachsen wieder nach. Der Körper braucht zwar etwas Zeit, bis er sich erholt hat und wieder in der Norm ist, aber keine Angst, alle Haare kommen wieder”, weiß Josef Baranowski - dazu aber später noch mehr. Wie wir wissen, gibt es eine Vielzahl an Symptomen und (Langzeit-)Folgen, die eine Corona-Infektion mit sich bringen kann. Sollte man solche Symptome haben, ist es immer ratsam, einen Arzt bzw. eine Ärztin aufzusuchen.
Auch die Gründe für Haarausfall sind vielfältig. Hier findest du mögliche zehn Ursachen außer Corona. Doch zurück zu Haarausfall als Long-Covid-Folge: “Das ‘Warum’ ist nicht zu 100 Prozent geklärt, doch bei Corona handelt es sich um ein schweres Virusgeschehen. Und wenn man eine schwere Infektion wie Corona hat, kann es aber auch eine schwere Grippe oder auch ein operatives Ereignis sein, dann zentralisiert der Kreislauf etwas, und dementsprechend werden die Haare von Mikronährstoffen usw. minderversorgt und fallen in die sogenannte Telogenphase”, so Dr. Merkel über die Ursachen und die Hintergründe zum Haarausfall nach Corona.
Weiter erklärt er: “Unsere Haare haben zwei Wachstumsphasen: die Anagenphase, die circa fünf bis sieben Jahre andauert, und die Telogenphase (zwei bis drei Monate). In dieser fällt das Haar aus, und es wird ein neues in der Wurzel produziert. Bei bestimmten Ereignissen kann es sein, dass vermehrt Haare in diese telogene ‘Todesphase’ rutschen, und der:die Patient:in bemerkt auf einmal einen verstärkten Haarausfall. So verhält es sich auch bei der Corona-Infektion.”
“Es gab eine größere Studie in Italien, welche ergab, dass die Patient:innen im Schnitt 70 Tage nach Infektionsbeginn den Haarausfall erleiden. Meiner Erfahrung nach gibt es zwei verschiedene Gruppen. Manche berichten, schon innerhalb der ersten vier Wochen einen verstärkten Haarausfall zu erleiden, andere kommen ungefähr nach zehn Wochen, was auch Sinn ergibt, wenn man diesen bereits erwähnten Haarwuchs-Zyklus kennt. Das heißt: Wenn die Haare in die Todesphase oder Telogenphase hineingeraten, dann sind sie meistens noch etwa acht bis zehn Wochen nicht vital in der Haarwurzel und fallen dann aus”, erklärt Dr. Merkel.
Wie lange dieser Zustand anhält, weiß der Dermatologe ebenfalls: “Meiner Erfahrung nach dauert der Haarausfall ungefähr drei bis sechs Monate. Das heißt, die Patient:innen kommen meist nach drei Monaten, wenn sie bemerken, dass vermehrt Haare ausfallen. Und dann müssen sie noch mal durch ein Tal, wo vermehrt die Haare ausfallen. Das Gute ist, dass dieser Haarausfall nicht bleibt. Die Haarwurzel wird nicht beschädigt, und dementsprechend kommen die Haare auf jeden Fall wieder nach.”
Unsere Experten haben drei Tipps, die gegen den Haarausfall nach der überstandenen Covid-Erkrankung helfen können und schnelle Besserung versprechen:
Bei vermehrtem Haarausfall ist es grundsätzlich ratsam, Ihr Haar ausreichend zu pflegen und auf die Zufuhr wichtiger Nährstoffe zu achten. Verwenden Sie Haarpflegeprodukte, die speziell für empfindliches oder dünner werdendes Haar entwickelt wurden. In Ihrer Apotheke erhalten Sie z. Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr bestimmter Nährstoffe, z. B. Seien Sie geduldig und geben Sie Ihrem Haar Zeit, sich zu erholen.
Eine weitere Facette der Corona-Erkrankung ist das sogenannte Long COVID-Syndrom, bei dem Menschen nach der Genesung von COVID-19 noch anhaltende Symptome haben. Haarausfall kann ein Teil dieser Symptome sein. Bei einigen Betroffenen tritt der Haarausfall mehrere Monate nach der Infektion auf. Langzeitfolgen von COVID-19 werden derzeit wissenschaftlich untersucht.
In einer im Mai 2022 veröffentlichen Studie wurde die Häufigkeit von Haarausfall (telogen effluvium) bei COVID-19-Patienten untersucht. Die Studie ergab, dass von 198 Patienten, die wegen COVID-19 behandelt wurden, 48 (also 24%) unter Haarausfall litten.
Eine im Oktober 2022 veröffentliche Studie untersuchte die Häufigkeit von Haarausfall nach COVID-19-Infektion in Saudi-Arabien und die damit verbundenen Faktoren. Von den 806 Teilnehmern berichteten 52,7 % über Haarausfall nach einer COVID-19-Infektion.
Eine im Juli 2022 veröffentliche Studie der Universtät Birmingham untersuchte Symptome und Risikofaktoren im Zusammenhang mit COVID-19. Die Studie untersuchte 115 Symptome bei 486.149 Erwachsenen mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion und verglich die Häufigkeit von Symptomen mit 1.9 Millionen Menschen ohne Infektion. Unter den 62 Symptomen, die nach 12 Wochen signifikant mit SARS-CoV-2 assoziiert waren, waren Anosmie, Haarausfall, Niesreiz, Ejakulationsschwierigkeiten und verminderte Libido am häufigsten.
Long COVID, ist ein Zustand, bei dem die Symptome von COVID-19 bei manchen Menschen über die akute Phase hinaus anhalten und das tägliche Leben beeinträchtigen. Einige häufige Symptome von Long COVID sind Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Husten, Brustschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme. Auch Haarausfall wird als Symptom von Long Covid gemeldet.
Die Virusinfektion bzw. die dadurch bedingten internistischen Erkrankungen wie eine Lungenentzündung stellen eine starke Belastung für den Körper da. Eine solche Belastung kann zur Entwicklung eines sog. Dies bedeutet, dass das Haar aus seiner Wachstumsphase in die Ausfallphase (Telogene Phase) wechselt. Das Haar löst sich dabei von der Blutversorgung und seiner Verankerung ab. Das Haar fällt dabei aber nicht direkt aus, sondern erst nachdem es sich langsam aus eben dieser Verankerung gelöst hat. Die Symptomatik des Haarausfalls beginnt daher in der Regel erst Monate nach der eigentlichen Covid-Erkrankung.
Die COVID-19-Pandemie hat viele langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Betroffenen. Eine der Nachwirkungen von COVID-19 ist Haarausfall. Die Infektion mit dem SARS-CoV2-Coronavirus ist verantwortlich für den Beginn des reaktiven Haarausfalls, auch bekannt als akutes Telogen Effluvium, 3 bis 4 Monate nach der Diagnose*.
Es gibt mehrere Gründe für das Auftreten dieses reaktionären Haarausfalls:
Ob es sich um fieberbedingte Alopezie oder stressbedingter Haarausfall, COVID-bedingter Haarausfall kann 6 bis 9 Monate dauern, bevor er spontan aufhört.
Nach einer Corona-Infektion ist Haarausfall häufig stressbedingt und vorübergehend. Wichtig ist, dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben, auf eine nährstoffreiche Ernährung zu achten und stressreduzierende Maßnahmen in den Alltag einzubauen.
Am besten hilft eine Kombination aus Geduld, gesunder Lebensweise und eventuell gezielter Einnahme von Mikronährstoffen wie Biotin oder Zink, sofern ein Mangel festgestellt wurde.
In der Regel beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach der Infektion und kann etwa drei bis sechs Monate andauern, bevor sich das Haarwachstum wieder normalisiert.
Bei anhaltendem Haarausfall nach einer Corona-Infektion sollte man mögliche Nährstoffmängel ärztlich abklären lassen und dem Körper durch ausgewogene Ernährung, Pflege und Ruhe optimale Bedingungen für die Erholung bieten.
Haarausfall ist keine Diagnose, sondern ein Symptom. Dr. Royeck: Die Ursachen von Haarausfall sind äußert vielfältig. Grundsätzlich lässt sich der Haarausfall bzw.
Dr. Royeck: Bei fortbestehenden Entzündungsreaktionen der Kopfhaut (Rötungen, Schmerzen, Schwellungen) sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Weiterhin gilt die Faustregel, dass bei Ausfall von mehr als 100 Haaren pro Tag eine Abklärung erfolgen kann.
Damit der Haarausfall durch COVID-19 gestoppt werden kann, ist möglichst schnell eine gezielte Therapie zu beginnen.
Gerne beraten wir Sie persönlich und erklären Ihnen die wichtigsten Schritte.
Inzwischen gibt es eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang von Corona-Erkrankungen bzw. Long COVID und Haarausfall belegen. Auch nach einer Corona Impfung kann es zu Haarausfall kommen. Wir haben beobachtet, dass Impfungen mit Haarausfall-Erkrankungen einhergehen können. Die Inkubationszeit beträgt bei nicht-vernarbenden Alopezien etwa 4 bis 6 Wochen, nach Ansteckung bzw. Impfung.
Am besten hilft eine Kombination aus Geduld, gesunder Lebensweise und eventuell gezielter Einnahme von Mikronährstoffen wie Biotin oder Zink, sofern ein Mangel festgestellt wurde.
Lassen Sie sich auf Nährstoffmängel untersuchen, da ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralien zu Haarausfall führen kann. Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 und Zink sind für die Erhaltung eines gesunden Haarschopfs unerlässlich.
Wenn sich herausstellt, dass Sie an einer Form von Nährstoffmangel leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Es kann auch hilfreich sein, den Stress zu reduzieren, dem Sie ausgesetzt sind. Meditation oder Atemübungen können dabei helfen, die normale Haarfunktion wiederherzustellen.
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Ursachen | Stress, Fieber, Gefäßveränderungen, Autoimmunreaktionen |
| Formen | Diffuser Haarausfall (Telogenes Effluvium), Alopecia Areata |
| Dauer | In der Regel 3-6 Monate |
| Behandlung | Haarwasser, Mesotherapie, PRP-Therapie, Nährstoffausgleich |
| Reversibilität | In den meisten Fällen reversibel |
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