Haarausfall kann viele Ursachen haben und ist oft ein Anzeichen dafür, dass dem Körper bestimmte Nährstoffe fehlen oder die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sind. Eine der möglichen Ursachen von Haarausfall könnte ein Eisenmangel sein - so zeigen Untersuchungen. Im folgenden Beitrag beleuchten wir Ursachen für den Haarausfall durch Eisenmangel, wen es häufig betrifft und was dagegen getan werden kann.
Haarausfall durch Eisenmangel bezeichnet einen Zustand, in dem der Körper nicht genügend Eisen zur Verfügung hat, um die für das Haarwachstum notwendigen Prozesse aufrechtzuerhalten. Eisen ist ein essentielles Spurenelement. Es muss also regelmässig mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Körper benötigt es, um Hämoglobin zu bilden - ein Protein, das Sauerstoff durch den Blutkreislauf transportiert. Eine gute Sauerstoffversorgung der Haarfollikel über die feinen Blutgefäße der Kopfhaut ist entscheidend für gesundes Haarwachstum. Wenn dem Körper Eisen fehlt, werden auch die Haarwurzeln nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
Haarfollikelzellen, die Zellen, die die Haare an der Wurzel bilden, gehören zu den Zellen des Körpers, die sich am schnellsten vermehren, wodurch die Haare wachsen. Entsprechend wichtig sind Prozesse wie z.B. die DNA-Synthese in diesen Zellen. Für die DNA-Synthese werden verschiedene Enzyme benötigt. Eines von diesen Enzymen ist die Ribonucleotid-Reduktase, die für ihre Funktion Eisen benötigt. Studien zeigen, dass ein Eisenmangel häufig mit Haarausfall, insbesondere bei androgenetischer Alopezie, in Verbindung steht.
Dieser Form des Haarverlusts liegt kein genetisches Muster zugrunde, wie etwa bei androgenetischer Alopezie. Stattdessen handelt es sich um eine systemisch bedingte Reaktion des Körpers auf einen Nährstoffmangel. Haarausfall durch Eisenmangel ist reversibel - vorausgesetzt, der Mangel wird rechtzeitig erkannt und behandelt. Ein Mangel kann sich über Monate oder Jahre entwickeln. Haarausfall ist nur eines von vielen möglichen Symptomen.
Eisenmangel kann sehr vielfältige Ursachen haben. Grundsätzlich kann das Problem an drei Stellen liegen: Entweder es wird zu wenig Eisen zugeführt, das zugeführte Eisen wird vom Körper nicht adäuat aufgenommen oder der Körper verliert zu viel Eisen.
Besonders gefährdet sind:
Typische Symptome eines Eisenmangels sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und verminderte Belastbarkeit. Die Anämie, die der Eisenmangel verursacht, kann in schwereren Fällen zu Blässe der Haut und der Bindehäute am Auge, Herzrasen (Tachykardie) und zu niedrigem Blutdruck führen. Weitere dermatologische Symptome sind neben dem Haarausfall dünne Fingernägel und eingerissene Mundwinkel.
Charakteristisch für Haarausfall durch Eisenmangel ist, dass das Haar diffus und gleichmäßig dünner wird. Es treten keine kahlen Stellen auf, sondern das gesamte Haarbild wirkt lichter. Besonders beim Bürsten oder Duschen fällt vermehrt Haar auf.
Die Diagnose eines Eisenmangels erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Darin werden verschiedene Parameter bestimmt, die ein Abbild des Eisenhaushalts geben. Man bestimmt die Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen und deren Gehalt am Blutfarbstoff Hämoglobin. Zusätzlich kann man schauen, ob die Bildung der Blutkörperchen funktioniert und die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, die Retikulozyten, ausreichend gebildet werden.
Wichtige Parameter sind:
Eine ganzheitliche Diagnose berücksichtigt auch die Ernährung, Lebensgewohnheiten und Begleiterkrankungen.
| Parameter | Normalwerte (Mann) | Normalwerte (Frau) |
|---|---|---|
| Hämoglobin | 13,5 - 17,5 g/dl | 12,0 - 15,5 g/dl |
| Ferritin | 20 - 250 ng/ml | 15 - 150 ng/ml |
| Transferrinsättigung | 20 - 50 % | 20 - 50 % |
Die Therapie eines Eisenmangels hängt entscheidend von seiner Ursache ab. Entsprechend liegt der Schlüssel zur Therapie auch meist in der Ursachenbeseitigung. Um dem Haarverlust erfolgreich entgegenzuwirken, ist es wichtig, gezielt die Ursachen zu erforschen.
1. Eisenpräparate: Die effektivste Methode zur Behandlung eines Eisenmangels ist die Einnahme von Eisenpräparaten - meist in Tabletten- oder Tropfenform. Bei schwerem Mangel oder schlechter Verträglichkeit kann auch eine intravenöse Therapie notwendig sein. Wichtig: Die Einnahme sollte immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen, da eine Überdosierung Nebenwirkungen verursachen kann. Typische Dosierungen liegen hier bei 30-60 mg elementarem Eisen, also tatsächlich im Präparat verfügbares Eisen pro Tag. Im Alltag, bei leichtem Mangel, reichen meist schon niedrigere Dosierungen aus, um einen guten Eisenspiegel zu erreichen oder zu halten.
2. Ernährungsumstellung: Eine eisenreiche Ernährung ist essenziell. Insbesondere Fleisch enthält viel Eisen, vor allem Hirsch, Rind oder Schwein. Ganz oben auf der Liste stehen aber tierische Innereien: In 100 Gramm Entenleber sind 30 Milligramm Eisen enthalten! Besonders empfehlenswert sind rotes Fleisch, Leber, Linsen, Kichererbsen, Kürbiskerne, Hirse und grünes Blattgemüse. Die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C (z. B. durch Zitrusfrüchte oder Paprika) fördert die Eisenresorption.
3. Hemmende Faktoren vermeiden: Tee, Kaffee, Milchprodukte und kalziumreiche Nahrung können die Eisenaufnahme hemmen. Deshalb sollten eisenreiche Mahlzeiten möglichst getrennt von diesen Lebensmitteln eingenommen werden. Achte hier auf einen ausreichenden Abstand (ca. 2 Stunden).
4. Pflegende Produkte: Pflegende Produkte mit Koffein, Rosmarin oder Niacin fördern die Durchblutung der Kopfhaut und aktivieren die Haarfollikel. Auch regelmäßige Kopfhautmassagen (z. B. mit Rosmarinöl) verbessern die Versorgung der Haarwurzeln.
5. Geduld: Die Regeneration der Haarwurzeln braucht Zeit. Auch bei optimaler Behandlung kann es 3 bis 6 Monate dauern, bis sich sichtbare Veränderungen zeigen. Entscheidend ist Kontinuität.
6. Weitere Mikronährstoffe: Biotin, Vitamin B12, Folsäure und Zink sind weitere Mikronährstoffe, die das Haarwachstum unterstützen. Eine Kombination mit Eisen kann die Gesamtwirkung verbessern.
7. Zielwert Ferritin: Aktuelle Studien empfehlen einen Ferritin-Zielwert von mindestens 70 ng/ml, um den Haarzyklus zu normalisieren. Dieser Wert sollte im Verlauf regelmäßig kontrolliert werden.
8. Grunderkrankung behandeln: Bei chronischem Eisenmangel sollte die Grunderkrankung (z. B. Magen-Darm-Erkrankung, starke Monatsblutung) unbedingt behandelt werden - andernfalls kommt es wiederholt zu Haarausfall. Ein ganzheitlicher Therapieansatz schließt deshalb auch Gynäkologie, Gastroenterologie und ggf. weitere Fachbereiche ein.
9. Andere Ursachen ausschließen: Wenn trotz ausreichender Eisenzufuhr weiterhin Haarausfall besteht, kann eine andere Ursache vorliegen - etwa hormonelle Störungen oder genetisch bedingte Alopezie.
10. Stress reduzieren: Chronischer Stress und Schlafmangel stören die Hormonregulation und beeinträchtigen die Zellregeneration - auch an der Kopfhaut. Achtsamkeit, Bewegung und bewusste Pausen helfen, den Haarzyklus wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Eine frühzeitige Abklärung kann verhindern, dass aus einem reversiblen Nährstoffmangel ein chronisches Haarproblem wird.
Wichtiger Hinweis: Die prophylaktische Einnahme von Eisen ist nicht sinnvoll, um einem Haarausfall durch Eisenmangel vorzubeugen. Es gibt viele andere und häufigere Gründe für Haarausfall wie eine genetische Veranlagung, hormonelle Störungen, Stress, Vitaminmangel oder fehlerhafte Schilddrüsenfunktion. Ob ein Eisenmangel für den Haarausfall verantwortlich sein kann, sollte man zunächst durch eine Blutuntersuchung ärztlich abklären lassen.
Ein ausgewogener Speiseplan mit einem hohen Eisengehalt ist entscheidend für gesunde, kräftige Haare. Besonders bei Haarausfall durch Eisenmangel. Eisen spielt eine wichtige Rolle für die Sauerstoffversorgung der Haarfollikel. Fehlt es, werden die Haare dünn, spröde und fallen vermehrt aus.
Tierische Produkte (Hämeisen):
Pflanzliche Produkte (Nicht-Hämeisen):
Weitere eisenhaltige Lebensmittel:
Tipps zur Optimierung der Eisenaufnahme:
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