Seit dem Zeitalter der Dinosaurier haben sich die Schildkröten kaum verändert, schon damals besaßen sie einen stabilen Knochenpanzer, der ihren gesamten Rumpf schützte.
Eine Schildkröte im Detail.
Wie kamen Schildkröten zu ihrem Panzer? Eine Antwort auf diese Frage liefert jetzt ein in China neu entdecktes Fossil: Denn die 220 Millionen Jahre alte Urzeit-Schildkröte hat eine noch unvollständige Schutzschale und gibt damit einen Einblick in die Evolution des Panzers.
Mit dem Fund eines ersten Schildkrötenfossils aus dem Trias mit unvollständigem Panzer konnte diese Theorie nun überprüft und gleichzeitig widerlegt werden. Das Relikt wurde in der chinesischen Provinz Guizhou nah der Stadt Guiyang entdeckt und ist 220 Millionen Jahre alt.
Die Odontochelys semitestacea - Halbschalenkröte mit Zähnen - getaufte Art hatte offenbar keine Knochenschuppen und von der Schale nur die untere Hälfte.
Knochenpanzer einer Maurischen Landschildkröte (Testudo graeca), seitliche (laterale) Ansicht.
Das auffälligste anatomische Merkmal der Schildkröte ist der Panzer, unter den die Extremitäten und der Kopf bei Gefahr, aber auch während der Winterruhe und häufig auch bei Erkrankungen, zurückgezogen werden kann. Der Panzer besteht aus dem Rückenpanzer (Carapax) und dem Bauchpanzer (Plastron).
Äußerlich besteht der Rückpanzer aus Hornschilden, die gemäß ihrer Lage in Nackenschild, Randschilde, Wirbelschilde, Rippenschilde und Schwanzschild differenziert werden. Der eigentliche Knochenpanzer, der fest mit der Wirbelsäule verbunden ist (mit Ausnahme von Kopf und Schwanz) liegt unter den Hornschilden.
Der Knochenpanzer setzt sich, optisch ähnlich den äußeren Schilden, aus einzelnen Knochenplatten zusammen. Diese stimmen in Größe und Lage allerdings nicht mit den äußeren Schilden überein. Zwischen Hornschilden und Knochenpanzer liegt eine gut durchblutete und mit Nervenbahnen ausgestattete Hautschicht.
Vor diesem Hintergrund wird klar, dass Panzerverletzungen, sei es durch mechanische Einflüsse oder durch Krankheitserreger, für Schildkröten daher durchaus schmerzhaft sind, auch wenn die nicht vorhandenen Mimik keine Gefühlsregung erahnen lässt. Auch der Bauchpanzer wird aus einzelnen Schilden zusammengesetzt.
Hornschilde des Rückenpanzers (Carapax) einer Maurischen Landschildkröte.
Reptilien haben eine trockene Haut ohne Schleim. Das unterscheidet sie von den Amphibien. Sie haben auch keine Federn oder Haare, das unterscheidet sie von Vögeln und Säugetieren. Ihre Haut ist mit harten Hornschuppen geschützt, die manchmal sogar einen richtigen Panzer bilden.
Wie andere Reptilien häuten sich auch Schildkröten, wenn sie wachsen. In ihrem Fall sind Körperstellen betroffen, die nicht mit Schuppen oder Hornplatten besetzt sind. Die Haut, die zum Vorschein kommt, sollte trocken und nicht gerötet sein.
Die artgerechte Haltung ist die beste Möglichkeit der dauerhaften Gesunderhaltung von Europäischen Landschildkröten. Unabhängig davon sollte es jedem Halter oberstes Gebot sein, die bestmöglichen Bedingungen für seine Landschildkröten herzustellen.
Dies gelingt bei den hier besprochenen Europäischen Landschildkrötenarten ausschließlich in einem hinreichend großen, gut strukturierten Freigehege. Nur hier zeigen die Tiere natürliche Verhaltensweisen und kommen erfolgreich zur Reproduktion.
Ein großzügiges Freigehege ist die Voraussetzung für eine artgerechte Haltung.
Wesentlicher Bestandteil einer artgerechten Haltung von Tieren der Testudo hermanni-Gruppe, von Tes-tudo marginata sowie einiger Unterarten der Testudo-graeca-Gruppe, vor allem die häufig gehaltene Testudo graeca ibera, ist die Winterruhe. Dies gilt auch für Jungtiere.
Nur so ist gewährleistet, dass die Tiere einem natürlichen Jahresrhythmus ausgesetzt sind, der sie langsam und nicht übermässig wachsen lässt und der wesentlichen Einfluss auf den Hormonhaushalt und damit auf die Reproduktion hat.
Zu den häufigsten Ernährungsfehlern gehört auch heute noch das übermäßige Verfüttern proteinreicher „Nahrung“ wie beispielsweise Hunde- oder Katzenfutter, Mehlwürmer oder auch Fleisch. Dadurch fallen große Mengen Harnsäure an, die zu Nierenschädigungen (insbesondere bei zu geringer Luftfeuchtigkeit und Flüssigkeitsmangel), Gicht und Blasensteinen führen kann.
Frei weidende Landschildkröten ernähren sich zum deutlich überwiegenden Teil von wild wachsenden Kräutern und genau diese sollte man den Tieren täglich zur Verfügung stellen.
Die Schildkröten (Testudines) stellen (neben den Schuppenkriechtieren und den Krokodilen) eine von drei rezenten Ordnungen aus der Klasse der Reptilien dar. Sie werden unterteilt in die beiden Unterordnungen Halsbergerschildkröten (Cryptodira) und Halswenderschildkröten (Pleurodira).
Erste besteht aus elf Familien mit 360 Taxa, Letztere aus drei Familien mit 92 Taxa (Turtle Taxonomy Working Group 2012). Die Systematik ist in ständigem Wandel. Je nach Autor werden unterschiedliche Unterordnungen, Familien und Unterfamilien gebildet.
Hier ist eine Tabelle, die die Unterschiede zwischen Halsberger- und Halswenderschildkröten zusammenfasst:
| Merkmal | Halsbergerschildkröten (Cryptodira) | Halswenderschildkröten (Pleurodira) |
|---|---|---|
| Einziehen des Kopfes | Bogenförmig in den Panzer | S-förmig bis zum vorderen Panzerende |
| Anzahl Familien | 11 | 3 |
| Anzahl Taxa | 360 | 92 |
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