Warum Friseure trotz Lockdown geöffnet bleiben dürfen

Seit Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns stellt sich immer wieder die Frage, welche Geschäfte geöffnet bleiben dürfen und welche nicht. Friseure bilden hier eine Ausnahme, denn sie durften und dürfen ihren Salon in vielen Fällen weiterhin öffnen. Dieser Artikel beleuchtet die Gründe dafür und geht auf die aktuellen Regelungen ein.

Die Entscheidung der Bundesregierung und die Rolle des Zentralverbandes

Ein Erfolg für die Friseurbranche: Salons dürfen weiterhin geöffnet haben - obwohl das gesellschaftliche Leben wieder heruntergefahren wird. Anders sieht es in der Gastronomie und bei Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios aus, die schließen mussten.

Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks (ZV), kommentierte die Entscheidung der Bundesregierung mit den Worten: "Das ist unser aller Erfolg!" Er betonte, dass die konsequenten Anstrengungen und die Einhaltung der Arbeitsschutz- und Hygienestandards in den Salons die Grundlage für die wirtschaftliche Existenz und den Fortbestand unzähliger Arbeitsplätze im Friseurhandwerk geschaffen haben.

Dem ZV ist es gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gelungen, die Politik von den Fakten zur Sicherheit im Friseurhandwerk zu überzeugen.

Hygienestandards und Schutzmaßnahmen

Die baden-württembergische Landesregierung hat die Regeln für die Öffnung von Friseuren festgelegt. Ab dem 1. März durften Friseure wieder Kunden empfangen, allerdings unter strengen Auflagen. Voraussetzung war eine vorherige Anmeldung und Reservierung der Kunden.

Grundsätzlich sind nur Friseurdienstleistungen wie Haare waschen, schneiden, färben und föhnen erlaubt. Bartschneiden oder Rasuren sowie kosmetische Leistungen oder Wellnessbehandlungen hingegen sind untersagt, da hier ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Weitere Maßnahmen umfassen:

  • Medizinische Maskenpflicht für alle Fahrzeuginsassen beim praktischen Fahrunterricht und der praktischen Fahrprüfung.
  • Beschränkung auf eine Kund*in pro 20 m² Verkaufsfläche.

Die Frage der Sonntagsöffnung

Viele Friseure stellen sich die Frage, ob sie zur Entzerrung der Situation nicht auch an Sonntagen ihre Salons für Kunden öffnen dürfen. Die Antwort lautet: nein; eine Sonntagsöffnung ist nach derzeitiger Rechts- und Verordnungslage jedenfalls in NRW nicht erlaubt. Die Gründe liegen insbesondere in den gesetzlichen Regelungen des Sonn- und Feiertagsgesetz NRW und darüber hinaus - soweit Arbeitnehmer beschäftigt werden - auch im Arbeitszeitgesetz begründet.

Das Sonn- und Feiertagsgesetz gilt in Nordrhein-Westfalen für sämtliche Arbeiten und Tätigkeiten, also sowohl für den Verkauf von Waren, als auch für Dienstleistungen. Danach gilt grundsätzlich ein Arbeitsverbot für Sonn- und Feiertage soweit die Arbeiten nicht ausdrücklich erlaubt sind. Zu den ausdrücklichen Ausnahmen dieser Sonn- und Feiertagsarbeit gehört die Friseurtätigkeit, wie auch viele andere Dienstleistungen, jedoch nicht.

Zwar ist es grundsätzlich denkbar, dass der Gesetz- u. Verordnungsgeber während der Pandemiesituation die Regelungen des Sonn- und Feiertagsgesetzes für eine bestimmte Zeit außer Kraft setzt, so wie dies zu Zeiten des ersten Lockdowns im letzten Frühjahr bezogen auf Geschäfte des Einzelhandels für Lebensmittel auch geschehen ist.

Der montägliche Ruhetag: Tradition und moderne Anpassung

Welcher Friseur hat Montags geöffnet? Oder besser- warum haben so viele Friseure montags geschlossen?

Die Tradition, montags zu schließen, geht auf das 19. Jahrhundert in Europa zurück. Damals arbeiteten Friseure oft auch als Bader und Zahnärzte. Ihre langen Arbeitstage waren besonders anstrengend, da viele Kunden am Wochenende kamen. Während der industriellen Revolution änderten sich die Arbeitsgewohnheiten. Fabrikarbeiter und Angestellte hatten meist den Sonntag frei, was zu einem Anstieg der Besuche bei Friseuren am Samstag führte. Um die hohe Nachfrage zu bewältigen, arbeiteten Friseure oft bis spät in die Nacht.

Es gibt auch praktische Gründe für den Ruhetag am Montag. Friseursalons benötigen Zeit für die Wartung und Reinigung ihrer Ausrüstung.

Heutzutage haben einige Friseursalons ihre Öffnungszeiten an die modernen Bedürfnisse angepasst und öffnen montags, besonders in Großstädten, wo die Nachfrage nach Dienstleistungen an allen sieben Tagen der Woche hoch ist.

Der montägliche Ruhetag hat sich auch in der Kultur und im Lebensstil der Friseure verankert. Viele nutzen diesen Tag für Weiterbildungen, um neue Techniken zu erlernen oder an Schulungen teilzunehmen. Es ist auch eine Zeit, um sich zu vernetzen und sich über die neuesten Trends in der Branche auszutauschen.

Die Geschichte der Frisuren und der Friseure

Die Tradition, montags zu schließen, ist eine Mischung aus historischen und praktischen Überlegungen. Sie zeigt, wie sich Berufe und Arbeitsweisen im Laufe der Zeit entwickeln und anpassen.

Argumente für und gegen die Montagsöffnung

Argumente für die Montagsöffnung Argumente gegen die Montagsöffnung
  • Längere Öffnungszeiten, um den Wünschen der Kunden gerecht zu werden
  • Zusätzliche Umsätze durch neue Kunden
  • Bessere Auslastung der Mitarbeiter
  • Vermeidung von ungedeckten Kosten (Miete, Versicherungen etc.)
  • Traditioneller Ruhetag
  • Zeit für Wartung und Reinigung der Ausrüstung
  • Möglichkeit zur Weiterbildung und Vernetzung
  • Geringere Umsätze an Montagen (in einigen Fällen)

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