Alles Wissenswerte über Fischschuppen: Schutz, Arten und Funktionen

Fische werden oft aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes in Schuppen- und Hautfische eingeteilt. Dabei haben alle Fische eine Haut mit teils mehreren Schichten. Je nach Fischart ist diese Haut mit unterschiedlich vielen und auch individuell auf die verschiedenen Schuppenarten versehen.

Schuppenfische: Schuppen sind die Hauptbedeckung der meisten Fische auf deren unterschiedlichen Hautschichten. Je nach Fischart bestehen die Schuppen aus unterschiedlichen Knochenplatten und werden in deren Unterhaut gebildet.

Hautfische werden so genannt, weil die Schuppen nur stellenweise auf der Haut an ihrem Körper anhaften.

Fast alle Fische haben Schuppen. Sie dienen den Tieren in der Regel zum Schutz vor Verletzungen.Schuppen befinden sich bei fast jedem Fisch auf seinen Ober- bzw. Außenhaut. Sie schützen ihn vor allem vor Verletzungen, aber auch vor krankmachenden Eindringlingen wie Parasiten.

Die Substanz der Schuppen ist knorpelig bis knöchern, dennoch aber biegsam. Jeder Fisch besitzt sein ganz eigenes Schuppenkleid. Es unterscheidet sich von anderen Schuppen in Größe, Aussehen und Farbe.

Jedoch kommt ein Fisch nicht mit Schuppen auf die Welt. Wie beim Menschen die Haare oder die Hornhaut wachsen beim Fisch die Schuppen im jahreszeitlichen Rhythmus mal schneller und mal langsamer. Sie bleiben dem Fischträger jedoch sein Leben lang erhalten.

Besitzt ein Fisch Schuppen, dann fallen sie ihm nicht wie beim Menschen die Haare einfach aus. Vorrangig erfüllen die Schuppen eine Schutzfunktion. Sie schützen den Fisch vor anderen Fischen, die ihn beißen wollen. Damit bleiben Krankheitserreger draußen und der Fisch gesund. Durch die aufgelagerten Schuppen ist der Fisch zudem wendiger, also beweglicher.

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Funktion der Schuppen

Die Funktion der Schuppen ist bei allen Fischen dieselbe. Die Schuppen dienen dem Schutz: Die kleinen Knochenplatten sitzen auf der Haut, schützen vor Bissen anderer Fische, verhindern, dass sich Parasiten festsetzen können und bilden eine wirksame Barriere gegen Krankheitserreger.

Ein Fisch ist relativ gut gegenüber Krankheiten und Parasiten geschützt. Zum einen schützt die Schleimhaut vor Erregern und zum anderen erleichtert sie dem Fisch das Schwimmen. Die Fischschuppen bieten ebenfalls eine Schutzschicht.

Die Schuppen sind in der darunter liegenden Unterhaut verankert, lassen sich aber relativ leicht lösen. Kleinste Beschädigungen der Schleimhaut oder des Schuppenkleiden können Pilzinfektionen und Krankheiten beim Fisch auslösen.

Aussehen und Design des Schuppenkleids sind aber höchst verschieden. Manche Fische haben große Schuppen, andere winzig kleine. Sind die Schuppen - wie bei Aalen oder Schleien - sehr klein, ist die darüber liegende Schleimschicht stärker ausgeprägt.

Schuppen sind dachzeigelförmig angeordnet und können nicht erneuert werden.

Verlorene Schuppen können nachgebildet werden.

Arten von Fischschuppen

Die Schuppen lassen sich in zwei große Gruppen unterscheiden: Elasmoidschuppen und Placoidschuppen.

Elasmoidschuppen

Elasmoidschuppen sind die Schuppen der Echten Knochenfische (Teleostei), zu denen unter anderem nahezu alle in den Binnengewässern Mitteleuropas lebenden Fischarten gehören. Elasmoidschuppen sind Knochenplatten, die von einer dünnen Haut bedeckt werden. Sie sind in die Haut fest eingebettet. Zusätzlich produziert die obere Hautschicht Schleim, der zusätzlich dazu verhilft, Parasiten abzuwehren.

Die kleinen Knochenplatten, die in der Haut eingebettet sind, werden von einer dünnen Hautschicht - der Oberhaut - bedeckt. Zellen in der Oberhaut produzieren Schleim, der sich auf der Epidermis absetzt. Diese Schleimschicht bietet einen zusätzlichen Schutz gegen Parasiten und Krankheitserreger.

Es gibt zwei Grundformen von Elasmoidschuppen: Die stammesgeschichtlich ältere Rundschuppe - zum Beispiel bei Hering, Forelle, Hecht und Aal - und die Kammschuppe, zum Beispiel bei Zander und Barsch.

Die häufigste Schuppenart sind die Rundschuppen, fast alle Fischarten besitzen diese Schuppen. Barsche und Zander haben so genannte Kammschuppen, diese sind eingekerbt und fühlen sich rau auf der Fischoberfläche an.

Rundschuppen sind nahezu kreisförmig und haben einen glatten Rand. Die fester sitzenden Kammschuppen erinnern am hinteren Ende an einen kleinen Kamm.

Verschiedene Schuppenarten bei Fischen: Cycloidschuppe (links) und Ctenoidschuppe (rechts)

Placoidschuppen

Der Schuppenpanzer der Knorpelfische (Chondrichthyes) - zu ihnen zählen zum Beispiel Haie und Rochen und insgesamt etwa vier Prozent der heute lebenden Fischarten - besteht aus Placoidschuppen. Bei den Placoidschuppen sind die Knochenfasern des Knochenmaterials fest in der Lederhaut verankert, z. B. Bei Haien. Sie sitzen extrem fest in der Haut.

Sie unterscheiden sich von den Elasmoidschuppen der Knochenfische. Eine Placoidschuppe besteht aus Knochenmaterial, das durch Knochenfasern in der Lederhaut verankert ist. Bei den Haien bilden sie ein geschlossenes Exoskelett oder Außenskelett, das der Haut eine extreme Festigkeit verleiht.

Die Schuppen der Haie sehen nicht nur aus wie Zähne, sie sind sogar welche. An ihrer Oberfläche, der Krone, sind sie mit einer dem Zahnschmelz ähnlichen Substanz überzogen. Die Zahnspitzen weisen nach hinten. Streicht man mit der Hand nach hinten über die Hai-Haut, fühlt sie sich glatt an; streicht man in Gegenrichtung, ist die Haut rau und scharf wie Schmirgelpapier.

Die besondere Struktur des Schuppenzähnchen-Kleids bietet nicht nur Schutz, sondern verringert auch den Strömungswiderstand.

Haifischhaut unter dem Mikroskop

Fische ohne Schuppen

Einige Fische haben gar keine Schuppen. Bei manchen ist das von Natur aus so, bei anderen wurden sie weggezüchtet. So ist der Flusswels (Silurus glanis) durch eine besonders dicke und zähe Schleimschicht gegen Verletzungen und Parasiten geschützt. Der Nacktkarpfen, ein Speisefisch, hat nur ganz wenige Schuppen.

Altersbestimmung anhand von Schuppen

Die Beschuppung wird im jugendlichen Alter der Fische angelegt. Die Schuppen wachsen im jahreszeitlichen Wechsel mit dem Fisch mit - im Sommer schneller als im Winter - und bleiben in Anordnung und Anzahl lebenslang erhalten.

Die Schuppen bilden ähnlich wie ein Baum Jahresringe, woran man das Alter eines Fisches bestimmen kann. Dabei bilden sich auf den Schuppen Jahresringe, die - vergleichbar mit den Jahresringen einer Baumscheibe - bei der Art- und Altersbestimmung helfen können.

Schuppensträube

Goldfisch mit Schuppensträube

Von Schuppensträube wird gesprochen, wenn die Schuppen eines Fisches nicht am Körper anliegen, sondern die Spitzen vom Körper wegzeigen. Ursache ist in der Regel die Bauchwassersucht. Dabei verfallen ein oder mehrere innere Organe (Leber, Niere usw.). Durch den Verfall wird Flüssigkeit in die Bauchhöhle abgesondert und der Bauch bläht sich auf.

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