Immer mehr Männer und Frauen entscheiden sich für eine Haartransplantation, um ihren Haarausfall dauerhaft zu bekämpfen und sich wieder über dichtes Haarwachstum zu freuen. Doch woher kommen die Haare für eine Haartransplantation? Bei einer Eigenhaartransplantation werden Haarwurzeln von einer Stelle des Kopfes auf den kahlen Bereich übertragen.
Dieser Artikel beleuchtet detailliert den Spenderbereich bei Haartransplantationen, einschließlich der Auswahl, des Heilungsprozesses und der Pflege, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Der Spenderbereich bei einer Haartransplantation ist derjenige Bereich, aus dem die Follikel entnommen werden. In den meisten Fällen befindet sich der Spenderbereich der Haare am Hinterkopf. Dort sind die Haare unempfindlicher gegenüber dem Sexualhormon DHT und wachsen im Empfängerbereich meistens lebenslang.
Meist sind Haare am Scheitel oder Oberkopf von Haarausfall betroffen. Der medizinische Begriff Tonsur, auch umgangssprachlich Mönchsglatze, ist meist hormonell oder erblich bedingt. Ein hoher Testosteronspiegel kann die Haarwurzeln dort zum Absterben bringen. Andere Bereiche am Kopf sind dahingegen resistenter gegen das hormonelle oder erblich bedingte Absterben der Haarwurzeln.
Damit die Haare am ganzen Kopf später gleichmäßig und möglichst dicht wachsen, sollte der Spenderbereich ausreichend Haare haben, dabei aber nicht überstrapaziert werden. Ein Spenderbereich gilt in der Regel als geeignet, wenn er mindestens 10.000 gesunde Grafts vorweisen kann.
Wie bereits erwähnt, sind bestimmte Bereiche am Körper resistenter gegenüber Haarausfall und eignen sich perfekt als Spenderbereiche für betroffene Stellen. Die 3 häufigsten Spenderbereiche sind der Hinterkopf, die Barthaare und die Körperhaare.
Die Haare am Hinterkopf, sowie der umgangssprachlich genannte Haarkranz, ist ebenfalls ein resistenter Bereich gegenüber Haarausfall. Die Haarwurzeln dort sind resilienter gegenüber hormoneller Auswirkungen des männlichen Geschlechtshormon, Testosteron. Die typische Mönchsglatze ist ein kulturelles Indiz für die Resilienz dieses Spenderbereichs. Da dieser Bereich meist dichter bewachsen ist und bis in das hohe Alter noch eine Vielzahl an Haarwurzeln enthält, eignet er sich perfekt als Spenderbereich.
Neben den Hinterkopf Haaren eignen sich auch die Barthaare als Spenderhaare. Die Barthaare sind ebenso resistent gegen erblich bedingten und hormonellen Haarausfall. Da die Barthaare allerdings eine leicht unterschiedliche Struktur aufweisen zu Kopfhaaren wird von einer Haartransplantation nur mit Barthaaren abgeraten. Barthaare eigenen sich aber Spenderhaare, um die allgemeine Dichte der Haare zu erhöhen. Geeignet sind dafür vor allem die Bereiche unterhalb des Kiefers, am Nacken und oberhalb des Wagenknochen.
Ein seltenerer Spendenbereich sind die Bereiche der Körperhaare. Diese sind meist genauso resistent wie die Kopf- und Barthaare gegenüber hormonellem und erblich bedingtem Haarausfall. Jedoch werden von Haarchirurgen Spenderhaare bevorzugt die näher an der Kopfhaut sind da diese sich genetisch und biologisch mehr den Kopfhaaren ähneln.
Im Gegensatz zu den Haarfollikeln des Hinterkopfs, die bis zu fünf Haare enthalten können, bestehen die Grafts der Körperbehaarung selten aus mehr als einem bis zwei Haaren. Die Anzahl der extrahierten Haare fällt bei dieser Variante also deutlich geringer aus.
Insgesamt kann die BHT eine praktikable Option für Patienten mit begrenztem Kopfhaarangebot sein, aber es ist wichtig, sich von einem qualifizierten Haarchirurgen beraten zu lassen, um festzustellen, ob die BHT die beste Option für Ihren individuellen Fall oder ob Ihnen mit einer konventionellen Haartransplantation geholfen werden kann.
Jeder Spenderbereich hat seine Vor- und Nachteile:
Bei der modernen FUE-Haartransplantation (Follicular Unit Extraction) werden einzelne Haarfollikel, sogenannte Grafts, aus dem Spenderareal entnommen, das sich in der Regel am Hinterkopf befindet. Es gibt verschiedene Techniken zur Entnahme von Grafts:
Die aktuell beste Methode der Haarverpflanzung ist die FUE-Technik. Bei dieser Methode werden Haarfollikel einzeln aus dem Spenderbereich entnommen, statt wie bei der veralteten FUT als Hautstreifen, aus dem dann die Grafts extrahiert werden.
Bei der FUT Methode wird zum Beispiel ein Hautstreifen aus der Spenderregion chirurgisch entfernt. Dies bedeutet das ein Teil der Haut mit Spenderhaaren aus der Spenderregion geschnitten wird. Die betroffene Stelle wird danach vernäht, so das nachwachsende Haare durch die entstandene Naht wachsen können. Je nach Kompetenz und Fähigkeit des Arztes kann es bei dieser Naht und Prozedur zu Komplikationen kommen.
Die Entnahme der Haare aus dem Spenderbereich geschieht mithilfe eines speziellen Instruments, das jedes Haarfollikel einzeln aus der Kopfhaut herauszieht. Vorher wird der Spenderbereich aber rasiert, damit der Chirurg eine bessere Sicht auf die Kopfhaut hat und eine gleichmäßige Entnahme möglich wird. Die entnommenen Follikel werden dann in die Empfängerregion transplantiert.
Ein wichtiger Faktor bei einer Haartransplantation, der den Unterschied zwischen einer qualitativ hochwertigen und billigen Haartransplantation ausmacht, ist das sog. Donor Managment. Donor Managment oder auch Safe Donor Site Managment genannt bedeutet auf Deutsch die Evaluation und Einschätzung des Spendenbereich. Es ist eine Prozedur, in der der zuständige Facharzt den Spendenbereich präzise einschätzt und optimal nutzt. Im wahrsten Sinne des Wortes, muss der zuständige Facharzt, haargenau und präzise den Spendenbereich evaluieren, messen und einschätzen. Da es nur mit einer fachlichen Kompetenz und präzisen Einschätzung des Donor Managements zu einer komplett erfolgreichen Haartransplantation kommen kann.
Vor einer Haartransplantation ist es wichtig den richtigen Spendenbereich für die betroffenen Stelle zu finden. Ein erfahrener und kompetenter Arzt kann mit Ihnen eine Donor Management durchführen und die besten Spendenbereiche herausfinden. Um das Haarvolumen und die Haardichte aufzufüllen, können Sie zusätzlich Barthaare als Spenderhaare nehmen.
Der Heilungsprozess des Spenderbereichs nach einer Haartransplantation ist ein wesentlicher Bestandteil der gesamten Genesung. In der Regel heilt der Spenderbereich innerhalb von etwa 14 Tagen, sofern alle ärztlichen Nachsorgehinweise beachtet werden. Typische Reaktionen in den ersten Tagen sind Rötungen, leichte Schwellungen und ein Spannungsgefühl.
Durch die Entnahme der Grafts entstehen auch im Donor area kleine Verletzungen, die ausheilen müssen. Während der Erholungsphase, die etwa zwei Wochen dauert, können Probleme wie leichter Juckreiz, Empfindlichkeit und Rötungen im Spenderbereich auftreten.
Nach einer Haartransplantation entstehen im Spenderbereich kleine Krusten, die die Wunden schützen und sich meist nach 7-10 Tagen von selbst lösen. Mit dem Abklingen von Schwellungen und Rötungen tritt häufig Juckreiz auf. Gegen Ende dieser Phase beginnen sich die Krusten bei FUE in der Regel von selbst zu lösen, während bei FUT die Nähte oder Klammern meist um den 10. Tag entfernt werden.
Hier eine Übersicht des Heilungsprozesses:
Komplikationen sind selten, können aber auftreten. Eventuelle Komplikationen wie Infektionen, eingewachsene Haare oder Entzündungen können in diesem Bereich entstehen. Ebenso können Komplikationen entstehen, wenn der betroffene Bereich nach dem Eingriff nicht hygienisch gepflegt wird.
Nicht nur der Empfängerbereich, sondern auch der Donor-Bereich muss nach der Eigenhaarverpflanzung intensiv gepflegt werden.
48 Stunden nach dem Eingriff wird sowohl der Empfänger- als auch der Spenderbereich mit einer speziellen Lotion eingerieben. Sie muss eine gewisse Zeit einwirken. Im Anschluss wird die Lotion vorsichtig mit lauwarmem Wasser ausgespült. Die Lotion macht die Haut geschmeidig und lässt die Krusten leichter abheilen.
Mit einem PH neutralem Shampoo oder Babyshampoo sollte der Spenderbereich täglich einmal gewaschen werden - bis alles Wundkrusten nach ca. 10 Tagen abgefallen sind.
In den ersten 1-2 Nächten kann es in der Entnahmezone etwas nachbluten. Daher wird dieser Bereich nach der OP verbunden. Am nächsten Tag wird der Verband in der Klinik abgenommen und die Mikrowunden verheilen an der Luft innerhalb weniger Tage.
Auch wenn die FUE-Haarverpflanzung ein schonendes Verfahren ist, kann es zu Komplikationen bzw. Nebenwirkungen kommen. Das Entnahmeinstrument sticht in den Spenderbereich Mikrowunden. Durch das Trauma und den Schock einer Haar OP können in sehr seltenen Fällen auch die umliegenden Haare in Mitleidenschaft gezogen werden und ausfallen (Shockloss-Haarausfall nach Haartransplantation).
Wenn die Krusten im Spenderbereich zu früh entfernt werden, können Schmutz und damit auch Bakterien eindringen. Da der Entnahmezone sehr viele kleine Wunden zugefügt werden, bleibt natürlich anfängliche eine gewisse Rötung zurück. Je nach Hauttyp fällt diese unterschiedlich intensiv aus. Nach ca. 10-14 Tagen ist diese jedoch in den meisten Fällen nahezu komplett abgeklungen.
Einige Patienten berichten über ein unangenehmes Gefühl im Entnahmebereich in den ersten 1-2 Wochen nach der OP. Der Fachbegriff für dieses Phänomen ist „Hyperästhesie“. Hierbei handelt es sich um eine erhöhte Sensibilität der Kopfhaut bzw. eine Irritation des Nervengewebes.
In den ersten Wochen und Monaten nach einer Haarverpflanzung kann es im Spenderareal zu Pickelbildung kommen. Dies ist in der Regel ein gutes Zeichen, da Haare durch die Haut dringen.
Bei jeder OP kann ein sehr kleiner Teil der Grafts nicht 100%ig intakt und gesund entnommen werden. Dies wird als „Transsektion“ bezeichnet.
Sofern der Heilungsprozess abgeschlossen ist und der Spenderbereich komplett geheilt ist, steht einer Rasur nichts im Weg. Grundsätzlich ist es möglich nach einer Haartransplantation mit der FUE Technik, die Haare weiterhin sehr kurz zu tragen (z.B. einige Millimeter). Die Sichtbarkeit der so genannten Punktnarben kann variieren und ist von verschiedenen Faktoren abhängig:
Selbst wenn diese kleinen weißen Punkte vorhanden sind, fällt es Menschen, die sich nicht mit dem Thema Haartransplantation auskennen, in der Regel nicht negativ auf. Es gibt immer die Möglichkeit, falls nötig, die kleinen weißen Punkte pigmentieren zu lassen und diese somit unsichtbar zu machen.
Durch die Entnahme der Spenderhaare entstehen winzige punktförmige Narben im Spenderbereich. Diese heilen vollständig aus. Auch Rötungen und Schwellungen klingen komplett wieder ab. Nach etwa 10 bis 14 Tagen sind die Wunden nicht mehr zu sehen.
Es gibt mehrere effektive Methoden, um Lücken im Spenderbereich nach einer Haartransplantation zu kaschieren. Als langfristige Lösung bietet die Micropigmentierung (SMP) eine äußerst wirkungsvolle Methode, um sowohl punktförmige FUE-Narben als auch lineare FUT-Narben optisch zu kaschieren.
Um diese Narben zu kaschieren, kann eine Haarpigmentierung durchgeführt werden. Durch die Haarpigmentierung können Haarkliniken die betroffenen Bereiche kaschieren und die optische Haardichte vergrößern. Durch diese Methode der Narbenpigmentierung kann eine entstandene Narbe zu 60-90% verdeckt werden. Bei dieser Prozedur muss aber darauf geachtet werden das die Narbe komplett verheilt ist und kann daher erst 12 Monaten nach dem Eingriff sicher durchgeführt werden. Die Narbenpigmentierung gilt als eine sichere und gesunde Methode um entstandenes Narbengewebe zu kaschieren und zu verdecken.
tags: #Haartransplantation #Spenderbereich
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