Haarausfall ist ein Problem, das bei vielen Frauen und Männern sogar schon in jungen Jahren auftreten kann. Da Shampoos und andere Mittel häufig nur eine sehr begrenzte Wirkung haben, entscheiden sich immer mehr Betroffene für eine Haartransplantation, um ihre kahlen Stellen loszuwerden.
Bei einer Haartransplantation werden Haare von haarreichen Stellen an kahle Stellen verpflanzt. Zuvor muss die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Verteilung der Haare als dafür geeignet einstufen.
Bei einer Haartransplantation werden die Haare aus dem so genannten „Spenderbereich“ entnommen. Der Spenderbereich befindet sich am Hinterkopf im Areal zwischen den Ohren, da dieses normalerweise nicht vom Haarausfall betroffen ist.
Der Hauptgrund für die Entnahme von Haaren aus diesem Spenderbereich ist ihre dauerhafte Resistenz gegen Haarausfall.
Um Spenderhaar für eine Eigenhaarverpflanzung zu gewinnen, werden Haarfollikel aus dem Haarkranz/Donor des Patienten extrahiert. Unter bestimmten Umständen kann dies jedoch nicht infrage kommen, alternativ steht die Verpflanzung von Körperhaaren (bodyhairs) zur Verfügung. Die Wahl des geeigneten Entnahmebereiches wird durch die individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Patienten bestimmt.
Der Haarkranz, der sich am Hinterkopf befindet, ist besonders wichtig, da die Haarfollikel in dieser Region weniger anfällig für Haarausfall sind und in hoher Dichte und kopfhautschonend verpflanzt werden können. Am Hinterkopf sind die Haare aber widerstandsfähiger und daher vom Haarverlust weniger betroffen.
Das Haarwachstum am Körper wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Dazu gehören die Genetik, die Hormone, das Alter und die ethnische Zugehörigkeit.
Körperbereiche mit Haarwuchs
Kopf- und Körperhaare unterscheiden sich vor allem in ihrem Wachstum und ihrer Struktur voneinander. Körperhaare sind in der Regel feiner und kürzer als Kopfhaare. Sie haben eine dünnere Textur und sind weniger pigmentiert.
Kopfhaare haben einen längeren Wachstumszyklus und wachsen dadurch über einen längeren Zeitraum, bevor sie in die Ruhephase übergehen und ausfallen. Körperhaare wachsen dagegen bis zu viermal schneller und fallen auch schneller aus, was ebenfalls bei einer Haartransplantation berücksichtigt werden muss.
Bei einer Haartransplantation ist der Spenderbereich von entscheidender Bedeutung. Dieser Bereich liefert die Haare, die für die Transplantation verwendet werden und beeinflusst somit maßgeblich das Endergebnis. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, welche Bereiche des Körpers als Spenderbereich dienen können und welche Besonderheiten sie mitbringen.
Für eine Haartransplantation werden nach Möglichkeit immer die Haare vom Hinterkopf verwendet, da diese sich aufgrund ihrer Eigenschaften und Struktur am besten zum Auffüllen der Lücken eignen.
Beim Haarausfall handelt es sich meistens um einen erblich bedingten Haarverlust. Die Haarwurzeln sind dabei empfindlich gegenüber dem männlichen Sexualhormon DHT, degenerieren in der Folge und fallen aus.
Barttransplantation Vorher Nachher
Barthaare sind im Vergleich zu Kopf- und Körperhaaren besonders dick und kräftig. Daher ist der Bart als Spenderbereich auch hervorragend für eine Haartransplantation geeignet.
Je nach Fülle des Bartes können bis zu 3000 Grafts entnommen werden - die allgemeine Empfehlung lautet aber, nicht mehr als 1000 Grafts zu versetzen, da sonst unschöne Bartlücken entstehen.
Aufgrund ihrer Festigkeit und Steifheit sind Barthaare nicht so gut für die Gestaltung der Haarlinie geeignet, dafür aber ideal für Lücken im Bereich der mittleren und oberen Kopfhaut.
Wenn nicht ausreichend Haare am Hinterkopf vorhanden sind, kann auch die Brustbehaarung als Spenderbereich für eine Haartransplantation in Betracht gezogen werden.
Hier können durchschnittlich zwischen 300 und 1000 Grafts entnommen werden, je nachdem wie ausgeprägt die Körperbehaarung ist. Da Körperhaare eine andere Struktur und Wachstumsphasen haben, eignen sie sich vor allem zum Auffüllen von Lücken.
Aufgrund der starken Unterschiede im Hautgewebe im Vergleich zur Kopfhaut erfordert die Entnahme in diesem Bereich den Einsatz einer größeren Hohlnadel. Dadurch steigt das Risiko von sichtbaren Mikronarben im Entnahmebereich.
Unter bestimmten Umständen kann dies jedoch nicht infrage kommen, alternativ steht die Verpflanzung von Körperhaaren (bodyhairs) zur Verfügung. Für eine Haartransplantation mit Körperhaaren als Spendermaterial hat sich das FUE-Verfahren als Behandlungsmethode ausgezeichnet bewährt.
Spenderhaare aus dem Brust- und Rückenbereich bestehen zu 90% aus 1-er FU's und besitzen einen stark schwankenden, patientenindividuellen Haarschaftdurchmesser. Werden Körperhaare auf den Kopf verpflanzt, passen sie sich in ihrem Längenwachstum den umgebenden Haaren an, denn für das Längenwachstum besteht keine genetische Vorgabe.
Eine Entnahme des Spendermaterials aus dem Brustbereich gestaltet sich hingegen selbst mit optimaler Extraktionsnadel (Durchmesser innen 0,95 mm, außen 1,05 mm) schwieriger, als bei einer Entnahme von Kopf-Haarfollikeln. Dies begründet sich mit der Hautbeschaffenheit im Brustareal und hat häufig zur Folge, dass die nächst größere Holnadel (1mm/1,1mm) verwendet wird. Dieser Umstand zieht wiederum eine größere Mikronarbenbildung nach sich.
Rückenhaare kommen in der Regel seltener und weniger ausgeprägt vor, als eine Brustbehaarung. Die Beschaffenheit von Rückenhaaren (Struktur, Wachstumsverhalten, Längenwachstum) ähnelt dem der Brusthaare. Auch das prozentuale Vorkommen der einzelnen Follikelgruppen verhält sich ähnlich, denn auch Rückenhaare weisen zu etwa 90% 1-er FU's auf.
Bei der Entnahme von Rückenhaaren ergibt sich allerdings (im Vergleich zu der Entnahme von Brusthaaren) der Vorteil, dass das Hautgewebe weniger dazu neigt, Narben auszubilden.
Der Gedanke liegt nahe: Ist für eine Haartransplantation nicht ausreichend Eigenhaar verfügbar, könnte man doch auch auf fremdes Spenderhaar zurückgreifen, oder? Leider ist dies nur in der Theorie möglich, nicht aber in der Praxis.
Unabhängig davon, dass jeder Mensch eine andere Haarstruktur,- und Farbe hat, würde sich das Immunsystem gegen das Fremdhaar wehren. Die Haarfollikel würden als Fremdkörper erkannt und aus der Kopfhaut wieder abgestoßen. Die Mühe der Haartransplantation wäre damit umsonst.
Mittlerweile können auch schon Biofasern als Haarersatz verpflanzt werden.
Für die Entnahme der Transplantate kommen grundsätzlich 2 Methoden infrage, die FUT-Technik (Follicular Unit Transplantation) und die FUE-Technik (Follicular Unit Extraction).
Bei der FUT-Methode entnimmt der Arzt mithilfe eines Skalpells die gesunden Haarwurzeln auf einem kompletten Hautstreifen. Hierbei ist es wichtig, einen Bereich zu wählen, der nicht vom Haarausfall betroffenen ist, dies trifft in der Regel auf den Hinterkopf zu.
Anschließend werden von dem entnommenen Hautstreifen winzige Haarwurzelgrüppchen herausgeschnitten und für die Verpflanzung präpariert. An der Schnittstelle bleibt eine Narbe zurück, die mit den umliegenden Haaren überdeckt werden kann.
Bei der FUE-Methode erfolgt die Entnahme direkt in Form von einzelnen Haarwurzeln. Hierzu werden feine Hohlnadeln oder Hohlbohrer verwendet. Diese so gewonnenen „Grafts” umfassen bis zu 5 Haare und können ohne weitere Unterteilung verpflanzt werden.
Wesentlicher Vorteil gegenüber der FUT-Methode ist, dass am Hinterkopf keine sichtbare Narbe zurückbleibt. Allerdings müssen die Haare im Entnahmegebiet zur Gewinnung der Transplantate auf wenige Millimeter gekürzt werden.
FUE Technik
Die Saphir-FUE Haartransplantation stellt eine innovative Weiterentwicklung der herkömmlichen FUE-Technik dar. Bei diesem Verfahren kommen spezielle Saphir-Klingen zum Einsatz, die aufgrund ihrer Härte und Schärfe filigranere Schnitte ermöglichen.
Dies führt zu einer besonders präzisen Implantation der Haarfollikel und minimiert Schäden an benachbarten Haarwurzeln. Die Saphir-Klingen sorgen nicht nur für eine geringere Verletzungsrate der umliegenden Gewebe, sondern ermöglichen auch eine höhere Haardichte und eine natürliche Haarlinie.
Die i-FUE, oder „Intermittent Follicular Unit Extraction“, stellt eine fortschrittliche Variante der traditionellen FUE-Methode dar. Bei dieser Technik wird eine reduzierte Verweildauer der Grafts außerhalb der Kopfhaut angestrebt, indem die Entnahme intermittierend - also mit Unterbrechungen - erfolgt.
Der Haarspezialist gewinnt dabei jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Grafts und implantiert diese sofort, was Schäden durch lange Lagerzeiten minimiert. Diese Methode ist nicht nur schonend, sondern auch individuell anpassbar, sodass sie optimal auf die speziellen Bedürfnisse jedes Patienten abgestimmt werden kann.
Ein wesentlicher Vorteil ist die erhöhte Anwuchsrate der Transplantate sowie die Vitalität der Haarfollikel, was zu besseren Ergebnissen führt.
Im Fachbereich der Haarregeneration entstehen immer neue Techniken, die den Haarwuchs deutlich verbessern können. Einer der vielversprechendsten Forschungsbereiche der letzten Jahre ist das Klonen zur Vervielfältigung und Regeneration von Haaren.
Forscher beschäftigen sich bereits seit Jahren mit der Möglichkeit, Haarfollikel im Labor wachsen zu lassen. Der jüngste Durchbruch gelang Wissenschaftlern der Yokohama National University in Japan. Die Forscher waren in der Lage, winzige Haarfollikel aus der DNA von Nagetieren zu erzeugen.
Das Team züchtete nach eigenen Angaben Haarschäfte und Haarfollikel mit nahezu 100%iger Effizienz und erzeugte voll ausgereifte Haarfollikel mit langen Haarschäften. Einsatzfähig ist die Technologie des Haare Klonens bisher aber leider noch nicht.
Aktuell geht die Forschung davon aus, dass der Einsatz am Patienten innerhalb der nächsten 10 Jahre möglich sein wird. Bislang ist eine Haartransplantation die einzige dauerhafte Lösung bei Haarausfall.
Die heute üblichen Haarverpflanzungen können aber bisher lediglich die vorhandene Anzahl gesunder Haarfollikel auf der Kopfhaut neu verteilen. Das in vitro Klonen der Haarfollikel hingegen verspricht in der Theorie unbegrenztes Haar.
Im Prinzip könnte dieses Verfahren also selbst bei einer völligen Glatze (Norwood 7) eine volle Haarpracht wiederherstellen. Ein Hauptaugenmerk vieler Haarvermehrungstechnologien liegt auf Haarfollikel-Zellen. Dabei handelt es sich um undifferenzierte Zellen.
Sie haben die Fähigkeit, sich in eine beliebige Anzahl von Zelltypen zu entwickeln und zu vermehren. Die Herausforderungen beim Klonen von Haaren lassen sich am besten verstehen, wenn man sich die Haarstruktur selbst ansieht.
Ein einzelner Haarfollikel zum Beispiel ist nicht nur eine einzelne Zelle oder Struktur, wie es mit bloßem Auge erscheinen mag. Vielmehr ist es ein Miniorgan mit Öldrüsen, Nerven, Muskeln und einem sich entwickelnden eigenen Haarschaft.
Ein anderes Verfahren ist jedoch bereits in greifbarer Nähe: das Klonen von dermalen Papillenzellen, die dazu dienen, vorhandenes schütteres Haar zu verdichten.
Ähnlich wie bei einer Haartransplantation werden hier bis zu 100 Haarfollikel aus dem Hinterkopf des Patienten entnommen. Diese Haare werden dann in einer Gewebebank kryokonserviert, was den Alterungsprozess des Haares gestoppt.
Wenn es an der Zeit ist, dem Patienten die Behandlung vorzustellen, werden 5 oder 6 dieser Follikel aufgetaut und die Grundzellen in der Wurzel isoliert. Diese Zellen werden dann in einem Labor gezüchtet und vermehrt.
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