Viele Menschen mit Haarausfall entscheiden sich heutzutage für eine Haartransplantation, um ihr volles Haar zurückzugewinnen. Allerdings benötigt man für eine erfolgreiche Haartransplantation gesunde Haarwurzeln. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Spenderbereiche beleuchten, worauf bei der Entnahme der Haarwurzeln besonders geachtet werden sollte und wie man Narbenbildung vermeiden kann.
Der Spenderbereich bei der Haartransplantation ist der Bereich, aus dem die Follikel entnommen werden. Meist sind Haare am Scheitel oder Oberkopf von Haarausfall betroffen. Der medizinische Begriff Tonsur, auch umgangssprachlich Mönchsglatze, ist meist hormonell oder erblich bedingt. Ein hoher Testosteronspiegel kann die Haarwurzeln dort zum Absterben bringen.
Andere Bereiche am Kopf sind dahingegen resistenter gegen das hormonelle oder erblich bedingte Absterben der Haarwurzeln. Bereiche wie der Hinterkopf, die Barthaare und Körperhaare sind gegenüber dem hormonellen Haarausfall resistenter. Wie bereits erwähnt, sind bestimmte Bereiche am Körper resistenter gegenüber Haarausfall und eignen sich perfekt als Spenderbereiche für betroffene Stellen. Allerdings gibt es auch Vor- und Nachteile der Spenderbereiche.
Die drei häufigsten Spenderbereiche sind der Hinterkopf, die Barthaare und die Körperhaare.
Die Haare am Hinterkopf, sowie der umgangssprachlich genannte Haarkranz, ist ebenfalls ein resistenter Bereich gegenüber Haarausfall. Die Haarwurzeln dort sind resilienter gegenüber hormoneller Auswirkungen des männlichen Geschlechtshormons, Testosteron. Die typische Mönchsglatze ist ein kulturelles Indiz für die Resilienz dieses Spenderbereichs. Da dieser Bereich meist dichter bewachsen ist und bis in das hohe Alter noch eine Vielzahl an Haarwurzeln enthält, eignet er sich perfekt als Spenderbereich.
Der Hinterkopf ist ein häufig genutzter Spenderbereich bei Haartransplantationen.
Neben den Hinterkopf Haaren eignen sich auch die Barthaare als Spenderhaare. Die Barthaare sind ebenso resistent gegen erblich bedingten und hormonellen Haarausfall. Da die Barthaare allerdings eine leicht unterschiedliche Struktur aufweisen zu Kopfhaaren wird von einer Haartransplantation nur mit Barthaaren abgeraten. Barthaare eigenen sich aber Spenderhaare, um die allgemeine Dichte der Haare zu erhöhen. Geeignet sind dafür vor allem die Bereiche unterhalb des Kiefers, am Nacken und oberhalb des Wagenknochen.
Ein seltenerer Spendenbereich sind die Bereiche der Körperhaare. Diese sind meist genauso resistent wie die Kopf- und Barthaare gegenüber hormonellem und erblich bedingtem Haarausfall. Jedoch werden von Haarchirurgen Spenderhaare bevorzugt die näher an der Kopfhaut sind da diese sich genetisch und biologisch mehr den Kopfhaaren ähneln.
Meist bevorzugen erfahrene Ärzte in der Haartransplantation, den Hinterkopf als Spenderbereich aufgrund seiner genetischen Ähnlichkeit mit den betroffenen Stellen. Ebenso durch die Haardichte und Haardicke ist der Spenderbereich am Hinterkopf bevorzugt.
Ein wichtiger Faktor bei einer Haartransplantation, der den Unterschied zwischen einer qualitativ hochwertigen und billigen Haartransplantation ausmacht, ist das sog. Donor Management.
Donor Management oder auch Safe Donor Site Management genannt bedeutet auf Deutsch die Evaluation und Einschätzung des Spendenbereich. Es ist eine Prozedur, in der der zuständige Facharzt den Spendenbereich präzise einschätzt und optimal nutzt. Im wahrsten Sinne des Wortes, muss der zuständige Facharzt, haargenau und präzise den Spendenbereich evaluieren, messen und einschätzen. Da es nur mit einer fachlichen Kompetenz und präzisen Einschätzung des Donor Managements zu einer komplett erfolgreichen Haartransplantation kommen kann.
Es gibt verschiedene Methoden der Haartransplantation, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Spenderbereich haben können.
Bei der FUT-Methode wird zum Beispiel ein Hautstreifen aus der Spenderregion chirurgisch entfernt. Dies bedeutet das ein Teil der Haut mit Spenderhaaren aus der Spenderregion geschnitten wird. Die betroffene Stelle wird danach vernäht, so das nachwachsende Haare durch die entstandene Naht wachsen können.
Je nach Kompetenz und Fähigkeit des Arztes kann es bei dieser Naht und Prozedur zu Komplikationen kommen. Eventuelle Komplikationen wie Infektionen, eingewachsene Haare oder Entzündungen können in diesem Bereich entstehen. Ebenso können Komplikationen entstehen, wenn der betroffene Bereich nach dem Eingriff nicht hygienisch gepflegt wird.
Da bei der FUT Methode Haarstreifen aus dem Spenderbereich entnommen werden, kann dies Narben hinterlassen. Bei einer FUT können sichtbare Narben am Hinterkopf entstehen, die zu zwangsläufigen Korrektureingriffen führen. Am besten ist es, wenn Sie mit Ihrem zuständigen Arzt eine Donor Management Evaluation machen und ebenso die Methoden besprechen, um das beste Ergebnis zu erhalten.
Bei der FUT-Methode kann es zu sichtbaren Narben am Hinterkopf kommen.
Bei anderen Methoden, wie der FUE oder DHI, bei der die Haarfollikel direkt entnommen werden kann es ebenso zu Komplikationen kommen. Meist dauert der Heilungsprozess circa zwei Wochen, indem die betroffene Stelle leicht anschwillt und empfindlich ist.
Sollte eine Haartransplantation notwendig sein, stehen mit der FUE-Methode oder deren Weiterentwicklung, der IFUE-Methode, schonende und minimal-invasive OP-Verfahren zur Verfügung. Im Vergleich zu einer FUT gehen diese neuen Methoden in Expertenhand mit weniger Schmerzen und Komplikationen einher, es entstehen keine sichtbaren Narben und das Endergebnis ist so natürlich wie Ihr eigenes Haar.
Im Zentrum für moderne Haartransplantation wird ausschließlich die FUE bzw. die verbesserte I-FUE-Methode angewendet. Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen zum einen das Wohl des Patienten, zum anderen die höheren Erfolgsquoten.
Um Narben zu kaschieren, kann eine Haarpigmentierung durchgeführt werden. Durch die Haarpigmentierung können Haarkliniken die betroffenen Bereiche kaschieren und die optische Haardichte vergrößern. Durch diese Methode der Narbenpigmentierung kann eine entstandene Narbe zu 60-90% verdeckt werden.
Bei dieser Prozedur muss aber darauf geachtet werden das die Narbe komplett verheilt ist und kann daher erst 12 Monaten nach dem Eingriff sicher durchgeführt werden. Die Narbenpigmentierung gilt als eine sichere und gesunde Methode um entstandenes Narbengewebe zu kaschieren und zu verdecken.
Die Haarpigmentierung ist grundsätzlich für fast alle von Haarausfall Betroffenen geeignet. Im Prinzip bietet sie sich immer dann an, wenn eine Kaschierung von kahlen Stellen auf dem Kopf gewünscht wird. Sollte sich das Haar allgemein lichten, kann eine optische Verdichtung erfolgen, so dass das Haar insgesamt wieder voller wirkt.
Wenn jemand unter Haarverlust durch kreisrunden Haarausfall oder durch Narben leidet, kann die Haarpigmentierung eine hervorragende Lösung sein. Durch die Haarpigmentierung sieht es anschließend wie ein rasierter Kurzhaarschnitt aus.
Wie viele Sitzungen notwendig sind, lässt sich im Vorfeld nicht genau sagen. Jede Haut nimmt die Pigmente anders auf, das stellt sich aber erst nach der zweiten Sitzung heraus. In einigen Fällen können aber auch zwei vollkommen ausreichen. Nach der zweiten Behandlung kann eine Beurteilung erfolgen, dann wird entschieden, ob noch weitere Pigmentierungen nötig sind.
Wie lange wir für eine Sitzung brauchen, hängt in erster Linie von der zu behandelnden Fläche ab. Prinzipiell muss für die erstBehandlung immer mehr Zeit eingeplant werden. Normalerweise dauert eine einzelne Sitzung 50 Minuten bis vier Stunden.
Im Durchschnitt kann man sich am Resultat der Haarpigmentierung drei bis sechs Jahre lang erfreuen. Die individuelle Haltbarkeit hängt immer vom jeweiligen Hauttyp ab. Die Pigmente verblassen im Lauf der Zeit immer mehr, so dass es zu einer langsamen Aufhellung kommt. Diese Auffrischung ist innerhalb von höchstens zwei Stunden erledigt. Im Gegensatz zu Tätowierfarben halten die Pigmente nicht für immer.
Von schmerzhaft kann eigentlich gar keine Rede sein, denn die Schmerzen sind nur minimal ausgeprägt und bei vielen Patienten überhaupt nicht vorhanden. Nur ganz wenige Patienten verlangen nach einer Betäubungscreme, die natürlich immer griffbereit ist. Allenfalls die Dauer der Behandlung kann zum Problem werden, denn die Reizung der Kopfhaut nimmt natürlich immer mehr zu.
Eine Haarpigmentierung wird sogar recht gerne im Anschluss an eine Haartransplantation durchgeführt, wofür es zweierlei Gründe gibt. Durch die Haarpigmentierung kann aber das Resultat der Haartransplantation auch noch optisch verbessert werden.
Viele Menschen denken, dass auf einer Narbe nie wieder Haare wachsen können - und ja, das war früher tatsächlich so. Doch moderne Techniken haben die Spielregeln verändert. Heute kann eine Haartransplantation auf Narben funktionieren, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Der Spenderbereich nach einer Haartransplantation ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Behandlung. Hier sind einige Pflegetipps:
Informieren Sie sich umfassend über die Haartransplantation und auch Alternativbehandlungen. Ein erfahrener und kompetenter Arzt kann mit Ihnen eine Donor Management durchführen und die besten Spendenbereiche herausfinden. Um das Haarvolumen und die Haardichte aufzufüllen, können Sie zusätzlich Barthaare als Spenderhaare nehmen.
Zusammenfassend ist zu sagen das Sie je nach Methode, die Sie bevorzugen die passenden Spendenbereiche finden können. Sofern der Heilungsprozess abgeschlossen ist und der Spenderbereich komplett geheilt ist, steht einer Rasur nichts im Weg. Brusthaare und andere Körperhaare können ebenso für eine Haartransplantation genommen werden. Allerdings bevorzugen Ärzte für eine Haartransplantation genetisch ähnliches Haar.
Durch Salben und Cremes könne Narben generell reduziert werden.
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