Haartransplantation: Spenderbereich, Narben vermeiden und was Sie wissen müssen

Viele Menschen mit Haarausfall entscheiden sich heutzutage für eine Haartransplantation, um ihr volles Haar zurückzugewinnen. Allerdings benötigt man für eine erfolgreiche Haartransplantation gesunde Haarwurzeln. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Spenderbereiche beleuchten, worauf bei der Entnahme der Haarwurzeln besonders geachtet werden sollte und wie man Narbenbildung vermeiden kann.

Was ist der Spenderbereich bei einer Haartransplantation?

Der Spenderbereich bei der Haartransplantation ist der Bereich, aus dem die Follikel entnommen werden. Meist sind Haare am Scheitel oder Oberkopf von Haarausfall betroffen. Der medizinische Begriff Tonsur, auch umgangssprachlich Mönchsglatze, ist meist hormonell oder erblich bedingt. Ein hoher Testosteronspiegel kann die Haarwurzeln dort zum Absterben bringen.

Andere Bereiche am Kopf sind dahingegen resistenter gegen das hormonelle oder erblich bedingte Absterben der Haarwurzeln. Bereiche wie der Hinterkopf, die Barthaare und Körperhaare sind gegenüber dem hormonellen Haarausfall resistenter. Wie bereits erwähnt, sind bestimmte Bereiche am Körper resistenter gegenüber Haarausfall und eignen sich perfekt als Spenderbereiche für betroffene Stellen. Allerdings gibt es auch Vor- und Nachteile der Spenderbereiche.

Haartransplantation - Muss man transplantierte Haare besonders pflegen?

Die häufigsten Spenderbereiche

Die drei häufigsten Spenderbereiche sind der Hinterkopf, die Barthaare und die Körperhaare.

Der Hinterkopf

Die Haare am Hinterkopf, sowie der umgangssprachlich genannte Haarkranz, ist ebenfalls ein resistenter Bereich gegenüber Haarausfall. Die Haarwurzeln dort sind resilienter gegenüber hormoneller Auswirkungen des männlichen Geschlechtshormons, Testosteron. Die typische Mönchsglatze ist ein kulturelles Indiz für die Resilienz dieses Spenderbereichs. Da dieser Bereich meist dichter bewachsen ist und bis in das hohe Alter noch eine Vielzahl an Haarwurzeln enthält, eignet er sich perfekt als Spenderbereich.

Der Hinterkopf ist ein häufig genutzter Spenderbereich bei Haartransplantationen.

Barthaare

Neben den Hinterkopf Haaren eignen sich auch die Barthaare als Spenderhaare. Die Barthaare sind ebenso resistent gegen erblich bedingten und hormonellen Haarausfall. Da die Barthaare allerdings eine leicht unterschiedliche Struktur aufweisen zu Kopfhaaren wird von einer Haartransplantation nur mit Barthaaren abgeraten. Barthaare eigenen sich aber Spenderhaare, um die allgemeine Dichte der Haare zu erhöhen. Geeignet sind dafür vor allem die Bereiche unterhalb des Kiefers, am Nacken und oberhalb des Wagenknochen.

Körperhaare

Ein seltenerer Spendenbereich sind die Bereiche der Körperhaare. Diese sind meist genauso resistent wie die Kopf- und Barthaare gegenüber hormonellem und erblich bedingtem Haarausfall. Jedoch werden von Haarchirurgen Spenderhaare bevorzugt die näher an der Kopfhaut sind da diese sich genetisch und biologisch mehr den Kopfhaaren ähneln.

Meist bevorzugen erfahrene Ärzte in der Haartransplantation, den Hinterkopf als Spenderbereich aufgrund seiner genetischen Ähnlichkeit mit den betroffenen Stellen. Ebenso durch die Haardichte und Haardicke ist der Spenderbereich am Hinterkopf bevorzugt.

Donor Management: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Haartransplantation

Ein wichtiger Faktor bei einer Haartransplantation, der den Unterschied zwischen einer qualitativ hochwertigen und billigen Haartransplantation ausmacht, ist das sog. Donor Management.

Donor Management oder auch Safe Donor Site Management genannt bedeutet auf Deutsch die Evaluation und Einschätzung des Spendenbereich. Es ist eine Prozedur, in der der zuständige Facharzt den Spendenbereich präzise einschätzt und optimal nutzt. Im wahrsten Sinne des Wortes, muss der zuständige Facharzt, haargenau und präzise den Spendenbereich evaluieren, messen und einschätzen. Da es nur mit einer fachlichen Kompetenz und präzisen Einschätzung des Donor Managements zu einer komplett erfolgreichen Haartransplantation kommen kann.

Methoden der Haartransplantation und Narbenbildung

Es gibt verschiedene Methoden der Haartransplantation, die unterschiedliche Auswirkungen auf den Spenderbereich haben können.

FUT-Methode (Follicular Unit Transplantation)

Bei der FUT-Methode wird zum Beispiel ein Hautstreifen aus der Spenderregion chirurgisch entfernt. Dies bedeutet das ein Teil der Haut mit Spenderhaaren aus der Spenderregion geschnitten wird. Die betroffene Stelle wird danach vernäht, so das nachwachsende Haare durch die entstandene Naht wachsen können.

Je nach Kompetenz und Fähigkeit des Arztes kann es bei dieser Naht und Prozedur zu Komplikationen kommen. Eventuelle Komplikationen wie Infektionen, eingewachsene Haare oder Entzündungen können in diesem Bereich entstehen. Ebenso können Komplikationen entstehen, wenn der betroffene Bereich nach dem Eingriff nicht hygienisch gepflegt wird.

Da bei der FUT Methode Haarstreifen aus dem Spenderbereich entnommen werden, kann dies Narben hinterlassen. Bei einer FUT können sichtbare Narben am Hinterkopf entstehen, die zu zwangsläufigen Korrektureingriffen führen. Am besten ist es, wenn Sie mit Ihrem zuständigen Arzt eine Donor Management Evaluation machen und ebenso die Methoden besprechen, um das beste Ergebnis zu erhalten.

Bei der FUT-Methode kann es zu sichtbaren Narben am Hinterkopf kommen.

Nachteile der FUT-Methode

  • Sichtbare Narbenbildung
  • Mehr Schmerzen als bei minimal-invasiven Methoden
  • Shock-Loss
  • Längere Heilungsphase
  • Verlust von Haarwurzeln
  • Weniger natürliches Ergebnis
  • Für eine längere Zeit kein Sport möglich

FUE- und DHI-Methoden (Follicular Unit Extraction, Direct Hair Implantation)

Bei anderen Methoden, wie der FUE oder DHI, bei der die Haarfollikel direkt entnommen werden kann es ebenso zu Komplikationen kommen. Meist dauert der Heilungsprozess circa zwei Wochen, indem die betroffene Stelle leicht anschwillt und empfindlich ist.

Sollte eine Haartransplantation notwendig sein, stehen mit der FUE-Methode oder deren Weiterentwicklung, der IFUE-Methode, schonende und minimal-invasive OP-Verfahren zur Verfügung. Im Vergleich zu einer FUT gehen diese neuen Methoden in Expertenhand mit weniger Schmerzen und Komplikationen einher, es entstehen keine sichtbaren Narben und das Endergebnis ist so natürlich wie Ihr eigenes Haar.

Im Zentrum für moderne Haartransplantation wird ausschließlich die FUE bzw. die verbesserte I-FUE-Methode angewendet. Die Gründe dafür sind vielfältig und betreffen zum einen das Wohl des Patienten, zum anderen die höheren Erfolgsquoten.

Narbenpigmentierung: Eine Lösung zur Kaschierung von Narben

Um Narben zu kaschieren, kann eine Haarpigmentierung durchgeführt werden. Durch die Haarpigmentierung können Haarkliniken die betroffenen Bereiche kaschieren und die optische Haardichte vergrößern. Durch diese Methode der Narbenpigmentierung kann eine entstandene Narbe zu 60-90% verdeckt werden.

Bei dieser Prozedur muss aber darauf geachtet werden das die Narbe komplett verheilt ist und kann daher erst 12 Monaten nach dem Eingriff sicher durchgeführt werden. Die Narbenpigmentierung gilt als eine sichere und gesunde Methode um entstandenes Narbengewebe zu kaschieren und zu verdecken.

Haarpigmentierung: Wann ist sie geeignet?

Die Haarpigmentierung ist grundsätzlich für fast alle von Haarausfall Betroffenen geeignet. Im Prinzip bietet sie sich immer dann an, wenn eine Kaschierung von kahlen Stellen auf dem Kopf gewünscht wird. Sollte sich das Haar allgemein lichten, kann eine optische Verdichtung erfolgen, so dass das Haar insgesamt wieder voller wirkt.

Wenn jemand unter Haarverlust durch kreisrunden Haarausfall oder durch Narben leidet, kann die Haarpigmentierung eine hervorragende Lösung sein. Durch die Haarpigmentierung sieht es anschließend wie ein rasierter Kurzhaarschnitt aus.

Ablauf der Haarpigmentierung

Wie viele Sitzungen notwendig sind, lässt sich im Vorfeld nicht genau sagen. Jede Haut nimmt die Pigmente anders auf, das stellt sich aber erst nach der zweiten Sitzung heraus. In einigen Fällen können aber auch zwei vollkommen ausreichen. Nach der zweiten Behandlung kann eine Beurteilung erfolgen, dann wird entschieden, ob noch weitere Pigmentierungen nötig sind.

Wie lange wir für eine Sitzung brauchen, hängt in erster Linie von der zu behandelnden Fläche ab. Prinzipiell muss für die erstBehandlung immer mehr Zeit eingeplant werden. Normalerweise dauert eine einzelne Sitzung 50 Minuten bis vier Stunden.

Im Durchschnitt kann man sich am Resultat der Haarpigmentierung drei bis sechs Jahre lang erfreuen. Die individuelle Haltbarkeit hängt immer vom jeweiligen Hauttyp ab. Die Pigmente verblassen im Lauf der Zeit immer mehr, so dass es zu einer langsamen Aufhellung kommt. Diese Auffrischung ist innerhalb von höchstens zwei Stunden erledigt. Im Gegensatz zu Tätowierfarben halten die Pigmente nicht für immer.

Von schmerzhaft kann eigentlich gar keine Rede sein, denn die Schmerzen sind nur minimal ausgeprägt und bei vielen Patienten überhaupt nicht vorhanden. Nur ganz wenige Patienten verlangen nach einer Betäubungscreme, die natürlich immer griffbereit ist. Allenfalls die Dauer der Behandlung kann zum Problem werden, denn die Reizung der Kopfhaut nimmt natürlich immer mehr zu.

Haarpigmentierung nach Haartransplantation

Eine Haarpigmentierung wird sogar recht gerne im Anschluss an eine Haartransplantation durchgeführt, wofür es zweierlei Gründe gibt. Durch die Haarpigmentierung kann aber das Resultat der Haartransplantation auch noch optisch verbessert werden.

Weitere wichtige Aspekte

  • Vor der Haartransplantation: Alle haar-erhaltende Maßnahmen (medikamentös, regenerative Methoden) zur Behandlung des Haarausfalls ausschöpfen. Erst wenn der Haarausfall gestoppt oder zumindest signifikant verlangsamt wurde, ist eine Haartransplantation in Betracht zu ziehen.
  • Spenderbereich pflegen: Nicht nur der Empfängerbereich, sondern auch der Donor-Bereich muss nach der Eigenhaarverpflanzung intensiv gepflegt werden.
  • Heilungsprozess beachten: Die Heilungsphase nach einer Haartransplantation auf Narben ist entscheidend für das Endergebnis. Narbengewebe ist empfindlicher und schlechter durchblutet als normale Kopfhaut - deshalb zählen hier vor allem Geduld, richtige Pflege und ein bisschen liebevolle Aufmerksamkeit.

Haartransplantation auf Narben

Viele Menschen denken, dass auf einer Narbe nie wieder Haare wachsen können - und ja, das war früher tatsächlich so. Doch moderne Techniken haben die Spielregeln verändert. Heute kann eine Haartransplantation auf Narben funktionieren, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Haartransplantation auf Narben

  1. Nicht jede Narbe ist automatisch für eine Transplantation geeignet. Entscheidend ist, ob das Gewebe weich, stabil und ausreichend durchblutet ist.
  2. Narbengewebe hat in der Regel weniger Blutgefäße als gesunde Haut. Das ist ein Problem, weil Haarwurzeln Sauerstoff und Nährstoffe brauchen, um anzuwachsen. Deshalb wird vor dem Eingriff geprüft, ob die Durchblutung ausreichend ist.
  3. In manchen Fällen ist die Haut über der Narbe sehr straff oder unbeweglich, was das Einsetzen der Grafts erschwert. Mit speziellen Vorbehandlungen lässt sich die Haut geschmeidiger machen.
  4. Eine Haartransplantation auf Narben ist keine Routineoperation. Der Arzt muss genau wissen, in welchem Winkel und wie tief die Grafts eingesetzt werden müssen.
  5. Man sollte wissen, dass die Haardichte auf Narben selten zu 100 % wiederhergestellt werden kann. Trotzdem lassen sich beeindruckende Resultate erzielen, die die Narbe fast vollständig verdecken.

Methoden der Haartransplantation auf Narben

  • FUE-Methode: Haarwurzeln werden einzeln aus dem Spenderbereich entnommen und in die Narbe eingesetzt.
  • DHI-Technik: Haarfollikel werden mit einem speziellen Implantationsstift (Choi Pen) direkt in die Kopfhaut eingesetzt.
  • Mikroloch-Technik: Mikroskopisch kleine Löcher werden geöffnet, in die die Haarwurzeln gesetzt werden.

Risiken und Komplikationen

  • Schwächere Durchblutung des Narbengewebes
  • Erhöhtes Risiko für Entzündungen
  • Empfindliche Kopfhaut nach der Transplantation
  • Bildung neuer Narben (sehr selten)
  • Verlängerte Wachstumsphase der neuen Haare

Pflegetipps für den Spenderbereich nach der Haartransplantation

Der Spenderbereich nach einer Haartransplantation ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Behandlung. Hier sind einige Pflegetipps:

  • Tag 1-3: Mäßige bis starke Schmerzen, Wundsein und ein stechendes Gefühl sind normal.
  • Abklingen von Schwellungen und Rötungen: Juckreiz tritt häufig auf.
  • Ende der Phase: Krusten bei FUE lösen sich in der Regel von selbst, während bei FUT die Nähte oder Klammern meist um den 10. Tag entfernt werden.

Wann sieht der Spenderbereich wieder normal aus?

  • Der Spenderbereich sieht in der Regel nach etwa 2-3 Wochen wieder relativ unauffällig aus.
  • Kleinere Rötungen oder Krusten verschwinden meist nach dieser Zeit, bei empfindlicher Haut kann es aber auch länger dauern.

Wann wachsen die Haare im Spenderbereich nach?

  • Die Haare im Spenderbereich beginnen meist ab der 3.-4. Woche nachzuwachsen.
  • Sichtbares Wachstum ist jedoch oft erst nach 2-3 Monaten zu erkennen, da die Haarfollikel eine Ruhephase durchlaufen.

Wann ist der Spenderbereich nicht mehr rot?

  • Die Rötung im Spenderbereich klingt in den meisten Fällen innerhalb von 10-14 Tagen ab.
  • Bei empfindlicher Haut oder intensiver Behandlung kann es jedoch auch bis zu mehreren Wochen dauern, bis die Rötung vollständig verschwindet.

Informieren Sie sich umfassend über die Haartransplantation und auch Alternativbehandlungen. Ein erfahrener und kompetenter Arzt kann mit Ihnen eine Donor Management durchführen und die besten Spendenbereiche herausfinden. Um das Haarvolumen und die Haardichte aufzufüllen, können Sie zusätzlich Barthaare als Spenderhaare nehmen.

Zusammenfassend ist zu sagen das Sie je nach Methode, die Sie bevorzugen die passenden Spendenbereiche finden können. Sofern der Heilungsprozess abgeschlossen ist und der Spenderbereich komplett geheilt ist, steht einer Rasur nichts im Weg. Brusthaare und andere Körperhaare können ebenso für eine Haartransplantation genommen werden. Allerdings bevorzugen Ärzte für eine Haartransplantation genetisch ähnliches Haar.

Durch Salben und Cremes könne Narben generell reduziert werden.

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