Haarausfall betrifft viele Menschen und kann das Selbstbewusstsein stark beeinträchtigen. Eine Haartransplantation bietet hier eine effektive Lösung, um kahle Stellen wieder aufzufüllen. Doch welche Rolle spielen Medikamente bei diesem Prozess und sind sie wirklich ein lebenslanger Begleiter?
Eine Haartransplantation ist ein mikrochirurgischer Eingriff, bei dem Haarfollikel von einer dicht bewachsenen Stelle des Kopfes an eine kahle oder dünn behaarte Stelle verpflanzt werden. Dieser Eingriff kommt für alle Frauen und Männer infrage, die unter Haarausfall leiden. Besonders geeignet ist er für diejenigen, die an erblich bedingtem Haarausfall leiden, der sich durch Geheimratsecken oder eine Glatze bemerkbar macht.
Haarverlust kann unterschiedliche Ursachen haben: Meist ist er genetisch bedingt (androgenetische Alopezie), aber auch Unfälle, Verbrennungen, Operationen (z. B. narbige Alopezie) können zu einem dauerhaften Haarverlust führen. Zuerst sollte bei Haarausfall die Ursache geklärt werden. Durch Stress, schwere Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Schwangerschaft kann es zu vorübergehendem Haarverlust kommen, der jedoch in der Regel wieder reversibel ist.
Von Haarausfall spricht man jedoch, wenn der Betroffene täglich und über mehrere Monate hinweg mindestens 100 Haare verliert. Haarausfall kann durch einen Unfall und Operationen, aber auch genetisch bedingt sein. Beim kreisrunden Haarausfall ist die haarlose Kopfhaut-Region kreisförmig. Verursacher ist wahrscheinlich eine Autoimmunreaktion des Haarbodens. Auch entzündete Haarbälge können Haarausfall herbeiführen.
Außer diesen eher seltenen Formen von Haarausfall gibt es noch den diffusen Haarausfall. Von ihm sind meist Frauen betroffen. Die Patienten verlieren auf der gesamten Kopfhaut Haare. Androgenetischer Haarausfall kommt überwiegend bei Männern vor. Er beginnt als leichte Geheimratsecken. Meist verbleibt dem Patienten nur noch ein schmaler Haarkranz am Hinterkopf.
Der androgenetische Haarausfall wird durch Enzym-Störungen verursacht: Das Hormon Testosteron wird dort in das den Haarboden schädigende Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt. Der verbleibende Haarkranz ist jedoch gegen das DHT resistent und dient bei einer Haartransplantation als Spender-Region. Die eingepflanzten Haare sind natürlich dann auch gegen das Dihydrotestosteron unempfindlich.
Es gibt einige Medikamente, die den Haarwuchs fördern können. Dazu gehören Finasterid und Minoxidil. Diese Medikamente müssen jedoch diszipliniert und lebenslang eingenommen werden und können Nebenwirkungen haben.
Finasterid ist ein oral einzunehmendes Medikament, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz rezeptpflichtig ist. Es wird unter dem Markennamen Propecia vertrieben. Finasterid zeigte in internationalen Studien einen sehr hohen Wirkungsgrad bezüglich des Aufhaltens von Haarausfall und kann das Kopfhaar wieder verdichten. Es soll aber nicht verschwiegen werden, das durch die Einnahme von Finasterid Nebenwirkungen wie etwa Potenzstörungen auftreten können.
Minoxidil, das auch unter der Markenbezeichnung Regaine® bekannt ist, wurde in den 1970er-Jahren als Medikament gegen Bluthochdruck entwickelt. In Tablettenform wird es dafür noch heute eingesetzt. Seine interessante Nebenwirkung, die Verstärkung des Haarwachstums, veranlasste die pharmazeutischen Unternehmen, ein Mittel aus Minoxidil herzustellen, das als Schaum oder Lösung direkt auf die betroffenen Kopfpartien aufgetragen wird. Dabei wird zwischen Frauen und Männern unterschieden. Die Lösung oder der Schaum für Männer enthält 5 % Minoxidil, das Medikament für Frauen nur 2 %. Allerdings dürfen nicht gleichzeitig Minoxidil beziehungsweise Regaine® und ein anderes Mittel auf die Kopfhaut aufgetragen werden.
Bevor Sie sich für eine Haartransplantation entscheiden, gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten, die Sie in Betracht ziehen könnten:
Bei der Haarverpflanzung verwendet man heute zwei Techniken: die FUT-Methode und die FUE-Methode. Sie unterscheiden sich meist nur in Bezug auf die Art der Haar-Entnahme.
FUT heißt Follicular Unit Transplantation und bezeichnet die bei der Haarverpflanzung standardmäßig eingesetzte Methode. Aus dem zuvor kurz geschnittenen Spender-Areal werden 1 bis 2 cm breite Hautstreifen herausgeschnitten. Die Länge des entnommenen Hautgewebes hängt davon ab, wie viele Haarfollikel-Einheiten insgesamt benötigt werden. Der Streifen wird dann in kleineren Einheiten (Mini und Micro-Drafts) zerschnitten. Danach wird die Wunde vernäht. Da bei der FUT-Methode die Haare immer zu mehreren eingesetzt werden, kann der Patient mit einer kürzeren Dauer der Haartransplantation rechnen als bei der FUE-Methode.
Ein wesentlicher Nachteil der FUT-Methode besteht darin, dass es wegen des größeren verpflanzten Areals zu unschönen Abweichungen in der Haarwuchs-Richtung kommen kann. Außerdem muss der Patient nach der Haarverpflanzung seine Haare mindestens 1 bis 2 cm lang tragen, damit man die Narben nicht sieht.
Die FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) ist eine der Techniken, die man bei einer Haartransplantation verwendet. Bei ihr werden die Haarwurzel-Grüppchen (follikuläre Einheiten, FUEs) einzeln dem am Hinterkopf befindlichen und zuvor auf 1 mm kurz geschnittenen Haarkranz entnommen. Die Entnahme aus dem Haarkranz und das Einsetzen erfolgen während der Haarverpflanzung mit der FUE-Methode mit einem Mikro-Bohrer (Hohlnadel-Technik). Beim Einsetzen werden die Haarwurzel-Einheiten unregelmäßig nach hinten und vorne versetzt. Auf diese Weise imitiert der Haarchirurg die natürliche Haar-Verteilung auf der Kopfhaut.
Ein wesentlicher Vorteil der FUE-Methode gegenüber der FUT-Methode ist, dass der Patient später keine sichtbaren Narben hat und seine Haare daher auch sehr kurz tragen kann. Außerdem fallen sie nach der Haartransplantation ohnehin natürlicher: Bei jedem einzelnen Haar wird darauf geachtet, in welche Richtung es wächst. Der Heilungsprozess ist schmerzfrei und verläuft grundsätzlich schneller als bei der FUT-Methode. Das Spannungsgefühl auf der Kopfhaut lässt meist schon wenige Tage nach der Haartransplantation nach. Da die Haarbüschel einzeln versetzt werden, muss der Patient jedoch mit einer längeren Operationsdauer und mit dementsprechend höheren Kosten rechnen.
Hat sich der an zurückgehender Haarfülle leidende Patient dazu entschlossen, sich seine Haarpracht mithilfe einer Haartransplantation zurückzuholen, bespricht der Hair Clinic Med Haarspezialist mit ihm alle wesentlichen Details der geplanten Haarverpflanzung. Dann erfolgt eine eingehende Untersuchung der Kopfhaut und des späteren Operationsgebiets. Dabei werden Haarmasse, Haarstärke, Haarstruktur und Haarfarbe einer genauen Überprüfung unterzogen.
Mindestens 10 Tage vor dem geplanten Eingriff sollte der Patient keine ASS-haltigen Schmerzmittel und keine Haarausfall hemmenden Medikamente wie Regaine einnehmen. Der Patient wird lediglich örtlich betäubt und erhältlich ggf. zusätzlich Adrenalin verabreicht, um eventuell auftretende Blutungen zu reduzieren. Der Eingriff selbst ist risikoarm. Im Operationsgebiet kann es zu vorübergehenden Schwellungen, Rötungen und Gefühlsstörungen (Taubheit) kommen.
Zwei Tage, im Rahmen der ersten Kontrolluntersuchung werden das erste Mal die Haare waschen. Kleinere Verkrustungen auf der Haut werden durch häufigeres Haarewaschen mit einem milden pH-neutralen Shampoo entfernt.
Falls Sie in Berlin leben und sich einer Haarverpflanzung unterziehen möchten, haben Sie die Möglichkeit, dies in der seit 2013 bestehenden Hair Clinic Berlin zu tun. Die Berliner Hair Clinic Med gehört zur Aesthetic Clinic Med Gruppe, die in mehreren deutschen Großstädten vertreten ist und über ausgezeichnete fachliche Kompetenz und große Erfahrung auf dem Gebiet der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie verfügt. Die Hair Clinic Berlin ist auf den Einsatz der FUE-Methode spezialisiert und verpflanzt bei ihren Berliner Haartransplantation Patienten bis zu 4.500 Grafts in einer einzigen Sitzung. Die Hair Clinic Med Berlin setzt die von der Klinik selbst entwickelte Software HCSE System (Hair Clinic Scalp Evaluation System) ein. Mit ihrer Hilfe wird die Anzahl der für die jeweilige Haarverpflanzung insgesamt benötigten Transplantate bestimmt. Grundlage der Hair Clinic Med Berlin Software gestützten Berechnung ist die digitale Vermessung der Kopfhaut in 3D.
Nach einer Haartransplantation ist eine sorgfältige Nachsorge entscheidend für den Erfolg des Eingriffs. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:
Wie bei jedem operativen Eingriff besteht auch bei einer Haartransplantation ein Infektionsrisiko, das jedoch bei einer von einem erfahrenen Team exakt durchgeführten Behandlung äußerst gering ist. Äußerst selten kann es im behandelten Gebiet zu einer Gefühlsminderung kommen. Diese entsteht dadurch, dass die feinen Nervennetze in Mitleidenschaft gezogen worden sind und der neue Zusammenschluss einige Zeit dauert.
Die Kosten für eine Haartransplantation variieren je nach Umfang des Eingriffs und der gewählten Methode. In Deutschland liegen die Preise zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Im Ausland, insbesondere in der Türkei, sind die Kosten oft niedriger, aber es ist wichtig, die Risiken und Qualitätsstandards zu berücksichtigen.
| Leistung | Kosten (Deutschland) | Hinweise |
|---|---|---|
| Haartransplantation (FUE-Methode) | 3.000 - 10.000 Euro | Abhängig von der Anzahl der Grafts und Klinik |
| Medikamente (Finasterid, Minoxidil) | Variabel | Rezeptpflichtig, laufende Kosten |
| Haarpigmentierung | Ab 1.500 Euro | Kosmetische Alternative |
Die erste Wahl bei irreversibel kahlen Stellen ist immer eine Transplantation von eigenen Haaren. Damit wird das natürlichste kosmetische Ergebnis erreicht, es gibt wenige Komplikationen und ein langfristig haltbares Ergebnis. Bei Kunsthaaren handelt es sich um synthetische Produkte. Es gibt viele Gründe für Haarausfall: androgenetische Alopezie, Autoimmunerkrankungen, die zu kreisrundem Haarausfall führen, Mangelerscheinungen, Traktionsalopezie sowie weitere seltenere Formen.
Bei manchen dieser Erkrankungen kann die Haarwurzel absterben und damit als Quelle für weiteres Haarwachstum unwiederbringlich verloren sein. Je nach Ausmaß des Haarausfalls und der irreversibel geschädigten Haarwurzeln kann die Verfügbarkeit von Eigenhaar deutlich begrenzt sein. Das ist der große Vorteil von Kunsthaar - es ist unbegrenzt verfügbar und somit eine scheinbare Option für Menschen ohne ausreichend Eigenhaar.
Die Erfolgsraten bei Haarausfallbehandlungen liegen bei über 90%. Nach der Transplantation ist es normal, dass die Haare nach etwa zwei Wochen komplett ausfallen. Hochwertige Kunsthaare können echten Haaren sehr ähnlich sein. Allerdings sind sie meist sehr anfällig gegenüber äußeren Einflüssen und können durch Föhnen, straffe Frisuren oder Stylingprodukte stark beschädigt werden und dann unnatürlich und stumpf aussehen.
tags: #Haartransplantation #Medikamente #lebenslang
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.