Haartransplantation mit Brusthaaren: Erfahrungen, Methoden und Ergebnisse

Immer mehr Männer und Frauen entscheiden sich für eine Haartransplantation, um Ihren Haarausfall dauerhaft zu bekämpfen und sich wieder über dichtes Haarwachstum zu freuen. In der Regel verwendet man für eine Haarverpflanzung Haarfollikel, sogenannte Grafts, vom Hinterkopf des Patienten oder der Patientin. Dieser Bereich der Kopfhaut ist meist nicht vom Haarausfall betroffen und eignet sich daher ideal als Spendergebiet. Aber was, wenn die Haare aus diesem Bereich zu wenig oder nicht geeignet für die Haartransplantation sind? Ist es möglich, Haare von anderen Körperstellen auf die Kopfhaut zu verpflanzen?

Die Antwort ist ja! Dank der Entwicklung der FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) bei der Haartransplantation ist es grundsätzlich möglich, Haarfollikel auch von anderen Bereichen des Körpers zu entnehmen. Diese besondere Technik ermöglicht es, bei Männern beispielsweise auch Bart- oder Brusthaare zu transplantieren.

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Was ist eine Körperhaartransplantation (BHT)?

Die Körperhaartransplantation (BHT) wird in der Regel angewandt, wenn der Patient nur wenig Spenderhaar auf der Kopfhaut zur Verfügung hat oder wenn eine herkömmliche Haartransplantation auf der Kopfhaut nicht in Frage kommt. Eine Haartransplantation ausschließlich mit Körperhaar ist jedoch aufgrund der unterschiedlichen Wachstumsphasen nicht möglich.

Beim Brusthaar befinden sich 50 Prozent der Haare in der Ruhephase, nach der sie ausfallen. Würden 50 Prozent der transplantierten Körperhaare auf einmal ausfallen, wären wieder kahle Stellen zu sehen.

Grundsätzlich eignet sich die BHT eher für Männer als für Frauen, da Männer meistens über mehr Körperbehaarung verfügen. Da es sich hierbei meist ohnehin um unerwünschte Haare handelt, haben die Patienten in den meisten Fällen kein Problem damit, sie für ihre kahle Kopfhaut zu verwenden.

Allerdings ist eine Körperhaartransplantation nur dann geeignet, wenn eine herkömmliche Haartransplantation nach FUE- oder FUT-Methode nicht infrage kommt. Um zu bestimmen, ob die Körperbehaarung in diesen Fällen für eine Haartransplantation ausreicht, wurde der Torso Donor Index (TDI) entwickelt. Liegt der TDI-Wert unter 4, kann sich der Patient keiner BHT unterziehen.

Geeignete Körperregionen für die Haartransplantation

Bei einer Körperhaartransplantation kommen - je nach Haarstruktur und Dichte - verschiedene Körperregionen als Spender in Frage:

  • Barthaare: Der Favorit unter den Spenderregionen. Barthaare sind kräftig, wachsen schnell und verleihen dem Oberkopf eine stabile Dichte.
  • Brusthaare: Werden oft verwendet, sind aber nicht so gut wie Barthaare.
  • Rücken und Beine: Nur in Ausnahmefällen genutzt, wenn andere Regionen nicht ausreichen.

Am Ende entscheidet der Arzt individuell, welche Körperstellen am besten geeignet sind.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Spenderregionen

Nicht jedes Haar am Körper eignet sich gleich gut für eine Körperhaartransplantation. Der Grund ist einfach: Die Haut, die Haarstruktur und die Wuchsrichtung unterscheiden sich je nach Körperregion stark.

  • Barthaare: Sie sind stark, widerstandsfähig und wachsen schnell. Ihr Durchmesser ist zwar dicker als der von Kopfhaaren, doch nach der Transplantation passen sie sich überraschend gut an - der Haarschaft wird oft um bis zu 50 % dünner, wodurch ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Da etwa 90 % der Bartfollikel aus Einzelfollikeleinheiten bestehen, entsteht eine etwas geringere Dichte, was sie ideal für Narbenkorrekturen oder Bartrekonstruktionen macht.
  • Brusthaare: Sie sind weicher und in ihrer Struktur sehr variabel. Etwa 90 % bestehen aus einzelnen Follikeleinheiten, die nach der Transplantation zwar nicht besonders lang wachsen, sich aber gut an die umgebenden Kopfhaare anpassen. Die Entnahme ist technisch etwas schwieriger, da die Brusthaut zäh und unregelmäßig ist.
  • Rückenhaare: Sie sind meist dünner und weniger dicht, haben aber ähnliche Eigenschaften wie Brusthaare. Etwa 90 % bestehen aus einzelnen Follikeleinheiten. Der Vorteil liegt in der Hautstruktur: Die Rückenhaut neigt kaum zu Narbenbildung, was die Heilung erleichtert.
  • Achselhaare: Sie sind nur sehr begrenzt geeignet, da die verfügbare Menge klein ist und das weiche Hautgewebe die Entnahme erschwert. Zudem besteht ein höheres Risiko für Hautreizungen oder Infektionen.
  • Haare an Armen und Beinen: Sie sind sehr fein, wachsen flach aus der Haut und haben kurze Lebenszyklen. Beim Entnehmen entstehen oft größere Öffnungen, die zu Rötungen, Entzündungen oder kleinen Narben führen können.
  • Haare im Bauch- und Schambereich: In diesen Regionen ist die Haut sehr beweglich und enthält viel Unterhautfettgewebe. Das erschwert die Entnahme erheblich, weil die Follikel tief liegen und sich beim Arbeiten leicht verschieben. Dadurch steigt das Risiko, die Haarwurzeln zu verletzen oder zu zerstören.

Ablauf einer Körperhaartransplantation

Eine Körperhaartransplantation funktioniert im Prinzip ähnlich wie eine klassische FUE-Haartransplantation, erfordert aber deutlich mehr Präzision und Erfahrung, da die Hautstruktur an Brust, Bart oder Rücken anders ist als an der Kopfhaut.

  1. Beratung und Planung: Der Arzt analysiert die Haarsituation, bespricht die Möglichkeiten und legt die Spenderregion fest.
  2. Vorbereitung: Die ausgewählten Bereiche (z. B. Brust oder Bart) werden rasiert und desinfiziert.
  3. Entnahme: Mit der FUE-Technik werden die Haarfollikel einzeln entnommen.
  4. Sortierung: Die entnommenen Grafts werden nach Haaranzahl und Qualität sortiert.
  5. Implantation: Die Grafts werden in die kahlen Stellen der Kopfhaut eingesetzt.
  6. Nachsorge: Der Patient erhält Anweisungen zur Pflege der Kopfhaut.
  7. Heilung: Die Kopfhaut heilt ab, und die transplantierten Haare beginnen nach einigen Monaten zu wachsen.

Hinweis: Noch vor einigen Jahren wurde für die Haarverpflanzung das FUT-Verfahren angewendet. Dabei wurde aus dem Hinterkopf ein länglicher Hautstreifen chirurgisch entfernt, aus dem die Haarfollikel gewonnen wurden. Es entstand eine längliche und relativ große Wunde, die entsprechend genäht und gepflegt werden musste. Die Folge war eine lineare, längliche Narbe im gesamten Haarkranz.

Erfahrungen mit Brusthaartransplantation

Einige Patienten berichten über positive Erfahrungen mit der Transplantation von Brusthaaren auf den Kopf. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Ergebnisse individuell variieren können. Die Anwuchsraten von Körperhaar sind weitaus geringer als bei normalen Haartransplantationen, vor allem wenn die Körperhaare nicht aus dem Bart stammen.

Ein Nutzer namens Chris, 37 Jahre alt, mit einer Halbglatze seit 12 Jahren, hatte seinen ersten Kontakt über Elithair. Er bestand auf einer Untersuchung vor Ort in Frankfurt und hat sich von Dr. Fazit beraten lassen.

Ein anderer Nutzer namens Cliff schrieb am Wed, 15 January 2014, dass seine BHT von der Brust auf dem Kopf jetzt ein Jahr her ist. Er kann keine Unterschiede von den Haaren erkennen auch von der Länge nicht. Seine Bodygrafts sind aber von den Haareigenschaft schon sehr ähnlich den Kopfhaaren und ca.

MatteStattPlatte schrieb am Mon, 30 December 2013, dass er sich Brusthaar auf den Kopf verpflanzen lassen hat. Er findet, dass andere sich die Brust rasieren oder sich die Haare dort permanent entfernen lassen. Das schein eher der aktuelle Trend zu sein. Er würde sich ja nun nicht absichtlich dort Haare transplantieren lassen, wenn dort nur welche von Natur aus wachsen ok. Also dafür wäre ihm sein Donor zu schade!

Risiken und Nebenwirkungen

Auch wenn die FUE-Haarverpflanzung ein schonendes Verfahren ist, kann es zu Komplikationen bzw. Nebenwirkungen kommen:

  • Shockloss-Haarausfall: Durch das Trauma und den Schock einer Haar OP können in sehr seltenen Fällen auch die umliegenden Haare in Mitleidenschaft gezogen werden und ausfallen.
  • Infektionen: Wenn die Krusten im Spenderbereich zu früh entfernt werden, können Schmutz und damit auch Bakterien eindringen.
  • Rötungen: Da der Entnahmezone sehr viele kleine Wunden zugefügt werden, bleibt natürlich anfängliche eine gewisse Rötung zurück.
  • Hyperästhesie: Einige Patienten berichten über ein unangenehmes Gefühl im Entnahmebereich in den ersten 1-2 Wochen nach der OP. Hierbei handelt es sich um eine erhöhte Sensibilität der Kopfhaut bzw. eine Irritation des Nervengewebes.
  • Pickelbildung: In den ersten Wochen und Monaten nach einer Haarverpflanzung kann es im Spenderareal zu Pickelbildung kommen. Dies ist in der Regel ein gutes Zeichen, da Haare durch die Haut dringen.
  • Transsektion: Bei jeder OP kann ein sehr kleiner Teil der Grafts nicht 100%ig intakt und gesund entnommen werden. Dies wird als „Transsektion“ bezeichnet.

Pflege nach der Haartransplantation

Nicht nur der Empfängerbereich, sondern auch der Donor-Bereich muss nach der Eigenhaarverpflanzung intensiv gepflegt werden.

  • 48 Stunden nach dem Eingriff wird sowohl der Empfänger- als auch der Spenderbereich mit einer speziellen Lotion eingerieben (z.B. Bephanten).
  • Die Lotion muss eine gewisse Zeit einwirken. Im Anschluss wird die Lotion vorsichtig mit lauwarmem Wasser ausgespült.
  • Mit einem PH neutralem Shampoo oder Babyshampoo sollte der Spenderbereich täglich einmal gewaschen werden - bis alles Wundkrusten nach ca. 10 Tagen abgeheilt sind.

Kosten einer Körperhaartransplantation

Körperhaartransplantationen sind teurer als normale Haartransplantationen, da die Extraktion aufwendiger ist. Der genaue Preis hängt vom Ort der Haartransplantationsklinik und der Qualität des Chirurgen ab, aber der Preis liegt im Allgemeinen zwischen 5.000 EUR und 10.000 EUR.

Aspekt Kopfhaartransplantation Körperhaartransplantation
Spenderbereich Hinterkopf Bart, Brust, Rücken, Beine
Geeignet für Die meisten Patienten mit Haarausfall Patienten mit unzureichendem Spenderhaar am Kopf
Haarstruktur Ähnlich Unterschiedlich (dicker, lockiger)
Heilungszeit Ähnlich Kann länger dauern
Kosten Geringer Höher

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