Haarspray gegen Wollläuse: Anwendung und Alternativen

Hobbygärtner setzen gerne auf verschiedene Hausmittel und kommen bisweilen auf die skurrilsten Ideen. Einige schwören auf Haarspray.

Auf Ihren Pflanzen befinden sich Schädlinge, die von einem weißen Wattebausch umgeben sind? Das sind Wollläuse! So können Sie sie bekämpfen und vorbeugen.

Wollläuse sind an den weißen, watteartigen Gebilden auf den Pflanzen zu erkennen.

Was sind Wollläuse?

Zur Familie der Wollläuse (Pseudococcidae), oft auch als Wurzelläuse oder Schmierläuse bekannt, gehören rund 1.000 weltweit lebende Unterarten. In Deutschland kommen vornehmlich die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) und die langschwänzige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus) vor.

Aussehen der Wollläuse

Sie lassen sich aufgrund ihrer geringen Größe nicht immer leicht aufspüren. Ihr Körper kann von weiß über rosa bis hin zu hellbraun gefärbt sein und ist zwischen einem und zwölf Millimetern lang. Zum Schutz sind die Tiere mit einer Wachsschicht bedeckt und tragen helle Fäden, die sich watteähnlich aufbauschen. Daher erkennen Sie meist weiße Wollläuse auf Ihren Pflanzen.

Zu finden sind Wollläuse in der Anfangsphase eines Befalls nur schwer. Vermehren sie sich jedoch, werden die hellen Woll-Punkte nach und nach größer. Dabei verschont die Laus keinen Teil der Pflanze. Wollläuse Eier und Larven befinden sich genau wie manch adultes Exemplar auch in der Erde.

Lebensweise der Wollläuse

Diese Läuse können sich per Jungfernzeugung vermehren. Infolgedessen sind Männchen bei der Fortpflanzung nicht zwingend notwendig. Bei warmem und trockenem Klima fühlt sich der Schädling besonders wohl und kann bis zu 600 Eier ablegen. Aus diesen schlüpfen nach nur zehn Tagen Larven, die sich anschließend zügig zu erwachsenen Tieren entwickeln. Unter optimalen Bedingungen ist es keine Seltenheit, dass rund acht Generationen jährlich entstehen.

Um sie zu schützen, legen Wollläuse ihre Eier an sehr versteckten Stellen ab. Sie sind nicht nur an den Blättern, sondern auch in der Erde, in den Blattachseln und in Hüllblättern zu finden. Deshalb geschieht es leicht, dass Sie einen Befall erst spät wahrnehmen.

Um zu überleben, brauchen Wollläuse Pflanzen. Sie saugen deren Saft und sind nicht wählerisch, was die Pflanzenbestandteile betrifft. Ihren Wirt verlassen die Schädlinge nur bei schlechten Umgebungsbedingungen. Es kann allerdings auch passieren, dass sie sich nur in Ruhestellung begeben und später bei besseren Bedingungen wieder zuschlagen. Eine Bekämpfung der Wollläuse kann also auch dann noch nötig sein, wenn die Plage eigentlich schon gebannt scheint.

Schadbild und Folgen eines Befalls durch Wollläuse

Die Wolllaus ist ein Plagegeist, der Gewächsen auf mehrere Arten gleichzeitig schädigen kann: sie saugt den Pflanzensaft, sondert dabei ein Gift ab und scheidet auf den Blättern klebrigen Honigtau aus. Dieser bietet dem Sternrußtau gute Bedingungen, weswegen die Pilzkrankheit eine weitere Folge sein kann.

Anzeichen für einen Befall mit Schmierläusen sind:

  • Gelbliche Verfärbung der Blätter
  • Einrollen der Blätter
  • Blattfall
  • weiße Gespinste auf den Pflanzen
  • weiße Schmiere an den Innenseiten von Töpfen (bei Wurzelbefall)
  • Honigtau auf der Oberfläche betroffener Gewächse

Unbehandelt kann ein Befall zum Untergang der Pflanze führen. Die Schwächung durch das Saugen und das verabreichte Gift schreitet gerade bei großen Populationen schnell voran.

Welche Pflanzen Wollläuse bevorzugt befallen

Wollläuse mögen Zimmerpflanzen mit hartlaubigem Charakter. Deswegen suchen sie

  • Gummibaum
  • Orchideen
  • Yucca-Palmen
  • Elefantenfuß
  • Geldbaum
  • Birkenfeige
  • Aloe Vera
  • Weihnachtsstern
  • Zitronenbaum

bevorzugt heim. Auch der Kaktus ist nicht sicher!

Im Freiland kommt die Laus ebenfalls vor. Dort ist sie an

  • Hortensie
  • Bambus
  • Oleander
  • Olivenbaum
  • Buchsbaum

anzutreffen. Es kann vorkommen, dass Wollläuse Apfelbaum und Kiefer ebenso befallen. Führen Sie daher sowohl in Innenräumen als auch im Garten umfangreiche Kontrollen durch.

Ein häufiges Opfer der Schmierläuse ist die Orchidee. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Pflege dieser Gewächse nicht einfach ist. Die Antwort auf die Frage „Woher kommen Wollläuse?“, muss zudem oftmals damit beantwortet werden, dass sie auf neuen Orchideen in das Haus gebracht werden. Achten Sie deshalb nicht nur auf den Kauf gesunder und unbefallener Pflanzen, sondern düngen und pflegen Sie Ihre Orchidee fachgerecht.

Haarspray gegen Blattläuse: Der Gedanke dahinter

Der Gedanke hinter der Bekämpfung mit Haarspray ist, dass die klebrige Schicht sich über die Blattläuse legen und deren Atemwege verkleben soll. Dies bewirkt, dass die Insekten ersticken und von der Pflanze abfallen. Die klebrige Schicht macht es auch neu anrückenden Blattläusen schwer, sich niederzulassen.

Ist Haarspray eine gute Lösung?

Auch wenn der Erfolg zunächst sichtbar ist, ist Haarspray kein Freund der Natur.

Nachteile von Haarspray

  • Nicht für Pflanzen entwickelt: Die Inhaltsstoffe, darunter Alkohole, Duftstoffe, Konservierungsmittel und Treibgase, sind für menschliches Haar entwickelt, nicht für empfindliche Pflanzenblätter.
  • Schädigung von Nützlingen: Auch naturgegebene Feinde der Blattläuse wie Marienkäferlarven, Florfliegen oder Schlupfwespen werden dadurch verklebt und abgetötet.
  • Rückstände auf Gemüse und Obst: Freizeitgärtner, die essbare Pflanzen wie Salat, Kräuter, Erdbeeren oder Tomaten behandeln, riskieren, die Rückstände von Haarspray zu essen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Haarspray nur eine kurzfristige Lösung ist und dass es nicht für den Einsatz auf Pflanzen gedacht ist. Einige Haarsprays enthalten Chemikalien, die für Pflanzen giftig sein können, wodurch es zu Schäden an den Blättern und Stielen kommen kann.

Obwohl Haarspray möglicherweise kurzfristig gegen Blattläuse hilft, ist von dieser Praktik möglichst abzusehen. Das Spray richtet Schaden an der Pflanze, der Umwelt und stört die Balance im Garten an.

Wollläuse bekämpfen | Was tun gegen die Schildläuse an euren Pflanzen?

Alternativen zu Haarspray

Es gibt bessere Alternativen, die wirkungsvoller und nachhaltiger sind.

Mechanische Entfernung

Manchmal reicht bereits ein kräftiges Abspritzen der Blätter mit dem Gartenschlauch, vor allem unter dem Blattwerk. Geduldige Gärtner können Blattläuse auch ganz sanft entfernen. Mit einem leichten Klopfen auf die Blätter lösen sie sich von der Pflanze. In einem Eimer voller Spülwasser lassen sie sich auffangen, sodass sie sich nicht auf anderen Pflanzen absetzen können. So ist der Befall schnell und ohne Chemie beseitigt.

Neemöl

Einige Gartenfreunde schwören auf Neemöl. Es ist wirksam gegen das Kleingetier, das mit den ersten Sonnenstrahlen aus ihrem Winterversteck kommt und hilft selbst gegen andere lästige Insekten wie Wollläuse und Co. Neemöl bewahrt Nützlinge vor Schaden, doch der markante Geruch kann sensible Gartenhelfer auf Abstand bringen.

Brennnesseljauche

Brennnesseljauche ist ein altes Hausmittel mit doppelter Wirkung. Für uns Menschen vielleicht geruchlich eine kleine Herausforderung, für Blattläuse hingegen ein klarer Rückzugsbefehl.

Nützlinge

Für Marienkäfer und Florfliegen sind Blattläuse ein echter Leckerbissen, sie lassen sich das Buffet nur zu gerne schmecken. Diese gibt es in nahezu jedem Gartencenter zu kaufen. Die nützlichen Insekten lassen sich auch gerne mit Fenchel, Pfefferminze, Schafgarbe und Engelwurz anlocken.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Wollläuse

Vor einem Befall durch Wollläuse die Ursache zu beseitigen, können wir Ihnen nur empfehlen. Es gibt einige Möglichkeiten, Ihre Pflanzen und deren Umgebung so zu gestalten, dass die Schädlinge geringere Chancen haben. Mit den folgenden sechs Maßnahmen können Sie der Einwanderung der Wollläuse vorbeugen.

  1. Kontrolle neuer Pflanzen: Untersuchen Sie jede Pflanze sorgfältig und begutachten Sie vor allem verstecktere Stellen, da auch eine augenscheinlich gesunde Pflanze betroffen sein kann.
  2. Helle Standorte wählen: Um widerstandsfähig zu bleiben, benötigen alle Pflanzen ausreichend Licht. Stellen Sie sie daher an Plätzen auf, die nicht zu dunkel sind.
  3. Nicht zu viel Stickstoff geben: Insbesondere im Winter kann eine zu hohe Stickstoffgabe den Befall mit Schmierläusen begünstigen. Das Gewebe der Pflanze weicht dadurch auf und stellt somit ein leichtes Opfer dar.
  4. Gutes Klima schaffen: Vermeiden Sie deswegen zu starkes Heizen in Innenräumen und achten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit. Regelmäßiges Lüften senkt die Raumtemperatur und sorgt für einen gesunden Luftaustausch.
  5. Fachgerechte Pflanzenpflege durchführen: Jede Pflanze benötigt ein auf sie zugeschnittenes Pflegeprogramm. Zu viel oder zu wenig Wasser, Zugluft und mangelhaftes Substrat schwächen sie und machen sie so anfälliger für Schädlinge aller Art.
  6. Düngen mit natürlichen Mitteln: Eine starke Pflanze kann sich besser gegen Eindringlinge wehren.

Wollläuse bekämpfen: 7 hilfreiche Maßnahmen

Es gibt einige gute Hausmittel gegen Wollläuse, mit denen Sie die Plage loswerden können. Entscheidend für den Erfolg der Maßnahme ist dabei stets, dass sie konsequent vorgehen und die Methoden parallel zueinander anwenden.

  1. Befallene Pflanzenteile säubern oder entfernen: Sofern sich einige Befallsstellen gut sichtbar zeigen, sollten Sie diese mit einem Wattestäbchen reinigen. Vor allem in engeren Zwischenräumen und an Blattachseln verringern Sie die Population so effektiv. Größere Teile können auch mit einem Tuch abgewischt werden. Alle Teile, die bereits stärker betroffen sind und das beschriebene Schadbild zeigen, müssen beseitigt werden. Entsorgen Sie Pflanzenreste nur im Hausmüll.
  2. Absammeln von Tieren: Diese Maßnahme bei der Wollläuse Bekämpfung ist nur für einen schwach ausgeprägten Befall im Anfangsstadium ratsam. Gehen Sie gründlich auf die Suche nach den kleinen Schädlingen und sammeln Sie diese zügig ab.
  3. Wollläuse behandeln mit Spiritus: Nach Isolation und Reinigung wirkt eine Mischung aus Spiritus, Wasser und Paraffinöl gegen Wollläuse. Verrühren Sie einen Liter Wasser mit jeweils 15 Millilitern Spiritus und Paraffinöl. Unempfindliche Pflanzen können Sie einfach mit der Mixtur besprühen, Orchideen bepinseln Sie stattdessen besser vorsichtig. Statt Paraffinöl können Sie auch die gleiche Menge Schmierseife gegen Wollläuse in die Mischung geben. Um das Mittel so effektiv wie möglich einzusetzen, wiederholen Sie die Maßnahme etwa alle zwei Tage.
  4. Kakteen mit reinem Brennspiritus behandeln: Hat Ihr Kaktus Wollläuse, verwenden Sie im frühen Befallsstadium reinen Brennspiritus. Die sonst so robuste Wachshülle der Laus kann dem aggressiven Mittel nicht stand halten und es kommt zum Tod. Es empfiehlt sich die Pflanze nach der Behandlung zügig umzutopfen.
  5. Bei einem Befall der Wurzeln: Sitzen die Störenfriede an der Wurzel, müssen diese gründlich vom Substrat befreit werden. Holen Sie das Gewächs aus dem Topf und entfernen Sie so viel Erde wie möglich vom Wurzelbereich. Natürlich sollten Sie dabei behutsam vorgehen, um die empfindlichen Wurzeln nicht zu schädigen. Alte Erde entsorgen Sie im Bio- oder Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Vor dem erneuten Eintopfen sprühen Sie die Wurzeln mit einem scharfen Wasserstrahl vorsichtig ab und reinigen das Pflanzgefäß gründlich mit reinem Alkohol. Danach topfen Sie die Pflanze ein und gießen diese an.
  6. Florfliegenlarven: Florfliegenlarven im zweiten und dritten Stadium fressen Schmierläuse. Bevor Sie sie ausbringen, sollten Sie rund sechs Wochen lang auf die Nutzung von Chemikalien verzichtet haben. Bringen Sie die Larven entsprechend der Anleitung aus und vermeiden Sie diese überzudosieren. Sonst kann es zu Kannibalismus kommen und die Schädlinge bleiben weiter unbehelligt. Bei der Anwendung von Florfliegenlarven ist es wichtig, diese zu wiederholen, da diese nur etwa zehn bis 14 Tage lang fressen und sich im Anschluss verpuppen.
  7. Australischer Marienkäfer und dessen Larven: Der Australische Marienkäfer und seine Larven tun sich bereitwillig gütlich an Wollläusen und deren Eiern. Der Einsatz sollte ab einer Umgebungstemperatur von 20 Grad Celsius erfolgen. Platzieren Sie erwachsene Käfer bei geschlossenem Fenster auf der Pflanze und schließen Sie die Tür. So wandern die Nützlinge nicht ab. Marienkäfer gegen Wollläuse einzusetzen lohnt sich nur in Innenräumen. Ein adulter Australischer Marienkäfer lebt etwa 50 Tage lang. Um Schmierläuse zu beseitigen, müssen die Tiere selbstverständlich lebendig bleiben. Durch das Besprühen der Pflanze mit Wasser gewährleisten Sie, dass stets genügend Flüssigkeit zur Verfügung steht.

Hausmittel gegen Wollläuse

Unter Hobbygärtnern und im Netz kursieren weitere Tipps zur Bekämpfung. So sollen auch Teebaumöl, Knoblauch, Essig oder Nikotin gegen Wollläuse helfen. Diese Mittel sind aber wenig erprobt, weswegen Sie sich besser auf die bereits genannten sieben konzentrieren sollten.

Fazit

Wer Blattläuse effektiv loswerden möchte, setzt lieber auf bewährte ökologische Mittel, diese sind wesentlich schonender. Hausmittel sind nicht grundsätzlich schlecht, doch nicht jede einfallsreiche Eingebung ist tatsächlich empfehlenswert.

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