In vielen Haushalten gibt es ungebetene Gäste, die sich gerne in Ecken und auf feuchten Oberflächen verstecken: Schimmelpilze. Oft machen sich die gefährlichen Mitbewohner unbemerkt breit - als schwarze Fugen, pelzige Flecken oder dunkle Schatten über den Fenstern. Das verursacht nicht nur wirtschaftlichen Schaden am Gebäude, sondern kann auch die Gesundheit der Bewohner gefährden.
Werden befallene Stellen entdeckt, ist eine sofortige Desinfektion notwendig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Hier stellt sich die Frage, welche Methoden wirklich effektiv sind und welche eher zu den Mythen gehören. Insbesondere der Einsatz von Haarspray zur Schimmelbekämpfung ist ein weitverbreitetes Gerücht, das wir hier genauer unter die Lupe nehmen.
Schimmelpilze entstehen überall da, wo zu viel Feuchtigkeit ist. Die Ursachen sind vielfältig. In Altbauten tritt Schimmel häufig auf, wenn Außenwände keine ausreichende Wärmedämmung, aber neue, gut schließende Fenster haben. Auch in Wohnungen ohne bauliche Mängel bildet sich ständig Feuchtigkeit. In einem Mehrpersonen-Haushalt entstehen bei alltäglichen Tätigkeiten wie Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen jeden Tag mehrere Liter Feuchtigkeit.
Warme Raumluft speichert sie. Sobald sie auf eine kalte Stelle trifft - bevorzugt an Außenwänden - kondensiert die Luftfeuchtigkeit und es bilden sich feuchte Stellen. Hier können sich Schimmelpilze ansiedeln und vermehren. Eigentlich sind sie ein harmloser, natürlicher Teil der Umwelt.
Schimmel sollte unbedingt bekämpft werden. Schimmel im Wohnraum ist gesundheitsschädlich und substanzschädigend für das Haus.
„Häufig wird als Erstmaßnahme eine sofortige Desinfektion gewählt, die aber nur bis zu einer Fläche von 0,5 m² von Laien durchgeführt werden sollte“, erklärt Dr. Steffen Klement, Produktmanager bei Jati. Bei der Desinfektion kleinerer Flächen greifen Laien häufig zu Haarspray, das die Sporen jedoch nicht abtöten kann. Wenn eine zeitnahe Beseitigung des Schimmels nicht möglich ist, kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden, indem man die betroffenen Stellen mit Haarspray einsprüht. Die Schimmelsporen werden auf diese Weise eingekapselt.
Allerdings ist das nur eine kurzfristige Lösung. Haarlack hilft kurzzeitig, die Sporen von vorhandenem Schimmelpilz zu binden. Dies wird gemacht, wenn der Termin für eine Begutachtung z.B. noch eine Weile dauert und man Sporenflug vermeiden möchte.
Der Hinweis auf Haarlack ist Unsinn. Denselben Unsinn hört man oft mit dem Hinweis Essig zu nehmen. Beide Produkte enthalten Substanzen und Nährstoffe, die erst recht den Schimmelpilz fördern.
Zur Bekämpfung von Oberflächen-Schimmel bietet der Handel diverse Schimmelentferner an. Es zerstört die Zellwände der Pilze. Wer auf den Einsatz von Benzalkoniumchlorid und Chlor verzichten möchte, kann Hausmittel wie Brennspiritus oder hochprozentigen Isopropyl-Alkohol (erhältlich in Apotheken) verwenden.
Ein Backpulver-Wasser-Gemisch kann helfen, Schimmel zu entfernen. Hier sollte jedoch genau geprüft werden, auf welchen Oberflächen das Mittel Sinn macht. Es hat außerdem die “Nebenwirkung” Materialien auszubleichen.
Hausmittel gegen Schimmel:
Ist die Fläche des Schimmelbefalls größer als 0,5 Quadratmeter und die Ursache nicht bekannt, sollte dieser durch eine Fachfirma entfernt werden. Einen größeren Schimmelbefall, beispielsweise im Keller oder auch im Wohnraum des Hauses, beseitigst du immer mithilfe eines Fachbetriebes. Die Fachleute helfen dir dabei, die Ursachen eindeutig zu identifizieren und geeignete Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen.
Solche Sanierungsarbeiten können je nach Schadensfall sehr aufwendig und kostenintensiv sein und manchmal sogar die Nutzung der betroffenen Räumlichkeiten einschränken.
Das Wichtigste ist die Beseitigung der Ursachen, denn Anti-Schimmelmittel wirken nur kurzfristig und oft nur oberflächlich. Sie bleichen den Fruchtkörper des Schimmelpilzes aus, zerstören ihn aber nicht. Wenn sich an den äußeren Bedingungen nichts ändert, ist der Schimmel deshalb nach einigen Wochen wieder da.
Maßnahmen zur Vorbeugung von Schimmel:
Bis neu gebaute Häuser vollständig durchgetrocknet sind, vergehen bis zu drei Jahre. In dieser Zeit empfiehlt es sich, besonders häufig zu lüften, damit sich kein Schimmel bildet. Fenster und Türen von Kellerräumen im Sommer möglichst nur öffnen, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Raumtemperatur.
Schimmel ist ein Baumangel, für den der Vermieter verantwortlich ist. Er muss ihn beseitigen - unabhängig davon, wodurch er entstanden ist. Wer die Kosten der Maßnahme trägt, hängt allerdings davon ab, wer das Problem verursacht hat.
Tabelle: Schimmelarten und ihre Ursachen
| Schimmelart | Ursachen |
|---|---|
| Schwarzer Schimmel | Feuchtigkeitsprobleme im gesamten Haus |
| Weißer Schimmel | Ungeheizte, kühle und feuchte Räume (z.B. Keller) |
| Grüner Schimmel | Lebensmittel, Pflanzenerde, Feuchträume |
| Gelber Schimmel | Mangelnde Hygiene, feuchte Ecken, Polster |
| Roter Schimmel | Zellulosehaltige Untergründe (z.B. Papiertapeten), feuchte Umgebung |
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