Haarschnitt-Techniken mit der Schere: Eine umfassende Anleitung

Viele Menschen kennen das Problem: Die Haarspitzen sehen nicht mehr gesund aus oder das Haar ist einfach zu lang geworden. Wer nicht auf einen Friseurtermin warten möchte, fragt sich, ob man sich die Haare auch selbst schneiden kann. Grundsätzlich ist das möglich, aber es ist ratsam, nicht einfach draufloszuschneiden. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über Haarschnitt-Techniken mit der Schere, von der Auswahl der richtigen Werkzeuge bis hin zu detaillierten Anleitungen.

Die richtige Ausrüstung: Welche Schere und Hilfsmittel brauche ich?

Das wichtigste Utensil für einen gelungenen Haarschnitt zu Hause ist die richtige Schere. Eine einfache Haushalts- oder Bastelschere ist dafür nicht geeignet. Spezielle Haarschneidescheren finden Sie in den meisten Drogerien oder im Friseurbedarf.

Aber wofür sind diese Utensilien notwendig? Was passiert, wenn man Haare mit einer normalen Schere schneidet? Nur mit einer guten Friseurschere macht das Haareschneiden richtig Spaß und das Haar wird beim Schneiden nicht geschädigt.

Unterschiedliche Scherentypen

Bei Haarscheren unterscheidet man generell zwei Scherentypen:

  • Haarscheren
  • Effilierscheren

Haarscheren

Haarscheren haben in der Regel zwei Schneiden und werden für den "normalen" Haarschnitt verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Größen, die in Zoll angegeben werden. Die gängigste Größe ist die 5,5-Zoll-Haarschere, aber auch 5,0-Zoll- und 6,0-Zoll-Scheren werden häufig eingesetzt. Kürzere Scheren ermöglichen ein exakteres Schneiden, erfordern aber mehr Zeit, da die Schere öfter geöffnet und geschlossen werden muss.

Effilierscheren

Effilierscheren haben eine glatte und eine gezahnte Schneide. Dieser Scherentyp dünnt das Haar aus und ist ideal, um Volumen aus der Frisur zu nehmen. Die gängigsten Größen sind 5,25 Zoll und 5,5 Zoll.

Ergonomische vs. gerade Scheren

  • Ergonomische Scheren: Diese haben meist ein abgewinkeltes Daumenauge, was der natürlichen Ergonomie der Hand entspricht und ein entspannteres Schneiden ermöglicht.
  • Gerade Scheren: Bei geraden Friseurscheren sind beide Scherenschenkel gleich lang. Diese Form wird heutzutage fast nur noch von Friseuren genutzt, die bereits in ihrer Lehrzeit damit gearbeitet haben.

Preise von Friseurscheren

Die Preisspanne bei Haarscheren ist sehr groß. Teure Scheren unterscheiden sich von billigen vor allem durch die erforderlichen Arbeitsschritte, das Scherenmaterial und die verbaute Technik. Hochwertige Scheren lassen sich butterweich öffnen und schließen, was durch spezielle Schraubsysteme und extrem glatte Kontaktflächen erreicht wird. Entscheidend für die Schärfe ist der Schliff und die Gestaltung der Schneiden.

Pflege von Profi-Friseurscheren

Die Pflege von Haarscheren ist unkompliziert:

  1. Reinigen Sie die Schere nach dem Schneiden mit einem Tuch von Haaren und Stylingprodukten.
  2. Entfernen Sie Schnitthaare im Bereich der Scherenschraube und geben Sie einen Tropfen Scherenöl auf.
  3. Beachten Sie, dass nicht alle Scheren die regelmäßige Behandlung mit Desinfektionsmitteln unbeschadet überstehen.

Weitere Tipps und Infos

  • Verwenden Sie eine Scherentasche, um die Schere vor Beschädigungen zu schützen.
  • Achten Sie darauf, ob Sie eine Links- oder Rechtshänder-Schere benötigen.
  • Lassen Sie eine gute Friseurschere von einem Fachmann nachschleifen.

Wie schneide ich meine Haare selbst?

Eins ist sicher: Einen Profihaarschnitt bekommen Sie nur im Frisiersalon. Wollen Sie jedoch lediglich Ihre Spitzen schneiden, den Pony kürzen oder einen einfachen Stufenschnitt zaubern, ist das mit etwas Übung auch zu Hause möglich. Sie können Ihre Haare selber schneiden - oder es sich noch einfacher machen, indem Sie eine zweite Person um Hilfe bitten.

Die folgende Anleitung eignet sich zum Schneiden von mittellangen bis langen Haaren:

  1. Kämmen Sie Ihre Haare zunächst gut durch. Es sollten sich keine Knoten mehr darin befinden.
  2. Scheiteln Sie Ihr Haar anschließend in der Mitte von der Stirn bis in den Nacken. Am besten funktioniert das mit einem Stielkamm.
  3. Teilen Sie die beiden Partien jeweils noch einmal über dem Ohr. So vermeiden Sie, dass die Haare hinten länger bleiben als vorn.
  4. Das so gescheitelte Haar legen Sie gleichmäßig über beide Schultern. Sie können die Partien, die Sie gerade nicht schneiden, auch mit Haarklammern beiseite stecken.
  5. Nehmen Sie anschließend die Enden der jeweiligen Partie auf der gewünschten Höhe zwischen Zeige- und Mittelfinger.
  6. Ziehen Sie die Strähne straff und schneiden Sie das Haar unterhalb Ihrer Finger ab.
  7. Machen Sie dasselbe mit den übrigen Partien.
  8. Haben Sie sehr dickes Haar, kann es nötig sein, das gescheitelte Haar auf jeder Seite in weitere Strähnen zu unterteilen.
  9. Kürzen Sie Ihr Haar anfangs besser etwas weniger.

Wenn Sie Ihre Haare selbst schneiden und niemand mithelfen kann, eignet sich die Variante mit Haargummis besser. Dazu scheiteln Sie Ihr Haar auf dieselbe Weise wie zuvor beschrieben. Diesmal befestigen Sie die Strähnen jedoch mit dünnen Haargummis. Kämmen Sie dazu jede Partie noch einmal durch und ziehen Sie sie ganz straff nach unten. Platzieren Sie das Haargummi lieber etwas weiter oben, da Sie es später zwar noch herunterziehen, aber nicht mehr hochschieben können. Sind die Zöpfe fertig, ziehen Sie alle Haargummis auf die gleiche Höhe. Schneiden Sie das Haar unterhalb der Haargummis ab und öffnen Sie es anschließend.

Haare trocken oder nass schneiden?

Im Frisiersalon werden glatte Haare normalerweise nass geschnitten, während Locken trocken bleiben. Daran können Sie sich auch zu Hause orientieren. Für den Anfang kann es jedoch hilfreich sein, die Haare trocken zu lassen, dann sehen Sie besser, wie lang der Schnitt am Ende sein wird. Nasses Haar zieht sich beim Trocknen immer noch etwas nach oben. Auch wenn Sie Ihren Pony selbst schneiden wollen, sollte das Haar trocken sein.

Einfacher DIY Haarschnitt mit nur mit der Effilierschere- auch für Anfänger, Haare selbst ausdünnen

Anleitung für einen Stufenschnitt

Viele Frauen, die ihre Haare selber schneiden, wünschen sich eine Anleitung für einen Stufenschnitt. Sie gehören auch dazu? Dann folgen Sie diesen Schritten:

  1. Kämmen Sie Ihr Haar ordentlich durch, am besten über Kopf.
  2. Binden Sie das Haar zu einem Pferdeschwanz am Oberkopf zusammen.
  3. Ziehen Sie den Zopf straff.
  4. Nehmen Sie die Spitzen des Zopfes zwischen Zeige- und Mittelfinger.
  5. Tipp: Wollen Sie den angesagten Wolf Cut erzielen, wiederholen Sie die Schritte einfach, lassen dabei aber die hintere Haarpartie aus dem Zopf heraus.

Die Point-Technik für mehr Struktur

Die Point-Technik ist eine Schnitttechnik, die für mehr Leben, Struktur und Lässigkeit in der Kurzhaarfrisur sorgt. Dabei wird die Scherenklinge senkrecht zu den Haarspitzen gehalten. Mit präzisen Schnitten und dem ständigen Neuausrichten der Strähnen erreicht der Haarprofi, dass an sich kompakte und strenge Frisurlinien wesentlich lässiger fallen. Die Point-Methode kann natürlich auch an Ponypartien eingesetzt werden und hat auch bei längeren Haaren ihre Daseinsberechtigung.

Wichtig: Die Point-Technik sollte man lieber den Profis überlassen.

Wann lieber zum Friseur?

Wenn Sie selber Ihre Haare schneiden, gehen Sie immer ein kleines Risiko ein. Deshalb sollten Sie nie zu viel abschneiden, sodass sich der Haarschnitt im Notfall noch retten lässt.

Die Geschichte des Haarschnitts: Von der Schere bis zum Care Cut

Der Haarschnitt ist eines der ältesten Handwerke der Menschheitsgeschichte. Schon im alten Ägypten nutzten Friseure scharfe Steinklingen oder Metallmesser, um das Haar in Form zu bringen. Die klassische Schere, wie wir sie heute kennen, wurde im 18. Jahrhundert entwickelt und ist bis heute das Standardwerkzeug in Friseursalons weltweit.

Was ist der Care Cut?

Der Care Cut ist eine spezielle Haarschneidetechnik, bei der mit einer erhitzten Schere gearbeitet wird. Diese thermische Schere versiegelt die Haarspitzen während des Schneidens, sodass sie weniger anfällig für Spliss und Haarbruch sind.

Wie funktioniert der Care Cut?

Die Scherenklingen werden auf eine bestimmte Temperatur erhitzt, die je nach Haartyp individuell angepasst werden kann.

Welche Methode ist die richtige für dich?

Beide Schnitttechniken haben ihre Daseinsberechtigung. Während der klassische Scherenschnitt ideal für exakte, kreative Haarschnitte ist, bietet der Care Cut einen klaren Vorteil in Sachen Haarpflege und Splissvermeidung.

Hier ist eine vergleichende Tabelle der beiden Methoden:

Merkmal Klassischer Scherenschnitt Care Cut
Haarspitzen Offen Versiegelt
Spliss Höheres Risiko Geringeres Risiko
Geeignet für Alle Haartypen und Längen Lange Haare
Kosten Günstiger Teurer

Fazit: Mit der richtigen Ausrüstung und etwas Übung können Sie Ihre Haare auch zu Hause selbst schneiden. Für spezielle Techniken wie die Point-Technik oder den Care Cut ist jedoch der Besuch beim Friseur empfehlenswert.

tags: #Haarschnitt #Techniken #Schere

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