Unsere Haare sind täglich vielen Belastungen ausgesetzt: häufiges Waschen, intensives Föhnen, Stylingprodukte sowie kalte und trockene Luft können zu strapaziertem Haar führen. Viele Menschen leiden unter trockenem, sprödem und splissigem Haar, da Kopfhaut und Haare oft "überpflegt" sind.
Um strapaziertes, glanzloses oder splissiges Haar zu reparieren, braucht man jedoch nicht unbedingt teure Spezialprodukte. Oft hat man die Zutaten für eine wirksame Haarkur bereits zu Hause.
Für eine DIY-Haarkur benötigt man in der Regel nur zwei bis drei gehaltvolle Zutaten und Hausmittel, die dem Haar Glanz, Griffigkeit und ein gesundes Aussehen zurückgeben. Zudem lassen sie sich leicht anwenden und auswaschen.
Der größte Vorteil von selbstgemachten Kosmetikprodukten liegt darin, dass sie frei von bedenklichen chemischen Zusätzen wie Silikonen oder Parabenen sind. Die Zeitschrift Ökotest hat im Oktober 2018 insgesamt 26 professionelle Haarkuren untersucht und festgestellt, dass die Hälfte der Produkte synthetische Polymere enthält. Einige Haarkuren enthalten neben Duftstoffen und Konservierungsmitteln auch Stoffe, die im Verdacht stehen, Allergien auszulösen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Inhaltsstoffe einer selbstgemachten Haarkur tiefer in das Haar eindringen können als bei einer Spülung oder einem Conditioner, die nur die Haaroberfläche pflegen.
Je länger die Haare sind, desto länger waren sie äußeren Einflüssen ausgesetzt. Eine Haarkur ist daher besonders bei typischen Haarproblemen wie Spliss und Trockenheit empfehlenswert - sowohl für Frauen als auch für Männer. Insbesondere bei langen Haaren, die häufig geföhnt oder geglättet werden, ist eine Kur sinnvoll.
Auch bei kurzen Haaren ist eine Haarkur sinnvoll, da auch sie durch Wettereinflüsse und Heizungsluft strapaziert werden.
Die selbstgemachte Haarkur wird in das ausgespülte und handtuchtrockene Haar einmassiert. Dazu wird die Haarkur vom Haaransatz ausgehend in den Längen verteilt und gründlich eingearbeitet. In der Regel sollte eine Haarkur einige Minuten einziehen und danach mit einem milden Shampoo ausgespült werden. Verzichtet man auf ein Shampoo, wird es schwierig, das Öl zu lösen.
Es gibt Haarkuren, bei denen die Pflege komplett in den Haaren bleiben kann, beispielsweise wenn man lediglich eine Ölmischung in den Spitzen aufträgt. Bei fettigem Haar sollte man jedoch davon absehen, die Haarkur über Nacht einwirken zu lassen.
Lässt man zum Beispiel eine Bananen-Haarkur über Nacht einwirken, kann man am nächsten Tag mit gepflegten, kräftigen Haaren belohnt werden. Allerdings muss man dann auch Zeit für das gründliche Ausspülen der Öl-Bananenmischung einplanen.
Eine intensive Haarkur pflegt zwar die Haare, aber das Auswaschen kann aufwendig sein. Oft ist es nicht mit einem Waschgang erledigt, daher sollte man etwas mehr Zeit einplanen. Bis zu drei Waschgänge können notwendig sein, besonders an den Haaransätzen. Hier hilft lauwarmes Wasser und ein mildes Shampoo. Vermeide in jedem Fall heißes Wasser, da dies die Haare strapaziert und ihnen den Glanz nimmt.
Haarkuren sollten etwa einmal die Woche auf dem trockenen oder angefeuchteten Haar angewendet werden. Hier gilt: Weniger ist mehr. Übermäßig gepflegtes Haar verliert Volumen und die Haare fühlen sich fettig und schwer an.
Möchte man nur Spliss bekämpfen, reicht es mitunter schon aus, nur die gespaltenen Haarspitzen mit einer Ölmischung zu versorgen. Auf das Ausspülen kann in diesem Fall verzichtet werden. Diese Anwendung kann man auch mehr als einmal pro Woche durchführen.
Zu den wichtigsten Zutaten für die selbstgemachte Haarkur gehören kaltgepresste Öle, die man problemlos im Internet bestellen kann. Grundsätzlich spenden die Öle Feuchtigkeit - das ist gut für die Haare und auch für die Kopfhaut. Wichtig ist, dass bei der Auswahl auf hochwertige kaltgepresste Öle in Bio-Qualität geachtet wird. Raffinierte Produkte enthalten viel weniger Inhaltsstoffe und sollten daher gemieden werden.
Kaltgepresste Öle erkennt man an der volleren Farbe und dem Eigengeruch des Öls.
Welche Öle kann man verwenden?
Kokosöl sorgt beispielsweise für seidigen Glanz und spendet Feuchtigkeit. Zudem erhält das Haar einen leichten Kokosduft. Neben dem beliebten Kokosöl sind auch Olivenöl und Mandelöl empfehlenswert. Während Olivenöl in fast jedem Haushalt zu finden ist, gehört Mandelöl zu den klassischen Basisölen, die in vielen Kosmetikartikeln zum Einsatz kommen. Das Öl riecht angenehm und zieht schnell ein. Auch Arganöl, Rizinusöl oder Macadamianussöl können gute Dienste leisten.
Eine Haarkur kann entweder nur aus Ölen bestehen oder um weitere Zutaten ergänzt werden. Je nach Vorliebe und Geduld beim Auswaschen kann man Joghurt, Avocado oder Banane hinzufügen.
Haarkur oder Haarmaske?
Die Begriffe Haarmaske und Haarkur werden häufig synonym verwendet. Beide haben dieselbe Wirkung auf die Haare: Sie pflegen insbesondere längeres Haar und die Spitzen. Beide Produkte lassen sich problemlos selber machen und werden nach dem Auftragen leicht einmassiert. Rezepte für Haarmasken haben in der Regel jedoch einen höheren Öl-Anteil und lassen sich daher leichter auftragen und auswaschen. Haarkuren bestehen meistens aus mehreren Zutaten, wobei auch festere Zutaten (Joghurt, Ei oder Honig) zum Einsatz kommen.
Vor einer selbstgemachten Haarkur sollte man sich ein paar Gedanken machen und folgende Fragen beantworten:
Hier sind einige Rezepte für verschiedene Haarprobleme. Viele Probleme gehen miteinander einher: Bei trockenem Haar kommt es naturgemäß auch zu Haarbruch. Welche Haarmaske sinnvoll ist, hängt daher auch immer von den persönlichen Vorlieben ab.
Kokosöl hat in den letzten Jahren eine ungeheure Nachfrage erfahren. Das Öl ist leicht erhältlich und vielseitig einsetzbar, auch als Grundlage für die Haarpflege.
Wir haben zwei Rezepte herausgesucht, die unterschiedlich aufwendig sind:
Auch eine Mischung mit anderen Ölen ist problemlos machbar. Nachteilig bei Kokosöl ist, dass das Öl zunächst erwärmt werden muss.
Wir empfehlen für die Anwendung in den Haaren hochwertiges Bio-Kokosöl zu nutzen. Das günstige Kokosfett ist nicht zur Haarpflege geeignet.
Wenn Dein Haar eher glanzlos ist oder sich „struppig“ anfühlt, dann ist dieses Rezept genau das Richtige für Dich. Diese Haarkur gibt glanzlosen Haaren die Griffigkeit und den Glanz zurück.
Diese Zutaten brauchst Du:
So machst Du die Kokosöl-Bananen-Kur selber
Sollten sich schon erste Anzeichen von Spliss an den Haarspitzen zeigen, ist schnelles Handeln erforderlich. Wer den Geruch von Kokosöl nicht mag, kann auf Mandelöl zurückgreifen. Das leicht nussig riechende Öl zieht schnell ein und versorgt auch die Kopfhaut mit Feuchtigkeit. Mit der folgenden Haarkur lässt sich der Spliss aufhalten und angegriffenes Haar wird repariert und bleibt elastisch.
Diese Zutaten brauchst Du:
Mandelöl-Banane-Haarkur selber machen
Arganöl spendet dem Haar Feuchtigkeit und das enthaltene Vitamin E versorgt vor allem die Kopfhaut und beugt Haarausfall vor. Die Eiweiße sind feuchtigkeitsspendend und wohltuend für die Kopfhaut. Hier kann man wahlweise wieder für mehr Glanz in den Haaren einen Spritzer Zitronensaft hinzufügen.
Diese Zutaten brauchst Du:
Arganöl-Ei-Kur selber machen
Das reichhaltige Arganöl schützt und pflegt trockenes, brüchiges Haar und beugt schuppender Kopfhaut vor. In Verbindung mit Macadamiaöl erhält man eine reichhaltige Pflege. Die Öle pflegen das trockene, brüchige Haar bis in die Spitzen wieder seidig und glänzend. Die Ölmischung wird fast vollständig vom Haar aufgenommen und sorgt im Inneren für Stabilität, Glanz und Feuchtigkeitshaushalt. Auch der Kopfhaut wird gepflegt, indem die Ölmischung trockene und gereizte Stellen beruhigt und befeuchtet, die sonst anfangen, Schuppen und Juckreiz zu entwickeln.
Diese Zutaten brauchst Du:
Arganöl-Macadamia-Kur selber machen
Um das Haar widerstandsfähiger, kräftiger und glänzender zu machen, eignet sich diese Kur hervorragend. Außerdem verleiht das Rosenöl dem Haar hinterher einen angenehmen, blumigen Duft.
Diese Zutaten brauchst Du:
Rosenöl-Limone-Honig-Kur selber machen
Analog zu Spliss sind trockene Haare eine Folge von falscher Behandlung: Häufiges Föhnen, Färben oder die Nutzung des Glätteisens strapazieren die Haare extrem. Hier unterstützt eine Haarkur natürlich. Aber auch ein Umdenken ist sinnvoll. Durch mehr Zeit und einen kleinen Handtuchturban lässt sich zumindest das Föhnen auf ein Minimum reduzieren.
Widerspenstigem, störrisches Haar ist meist durch Trockenheit der Haarstruktur bedingt und benötigt ein Extra an Pflege und Feuchtigkeit. Um schnell Abhilfe zu schaffen und das Haar zu glätten und griffiger zu machen eignen sich die Avocado-Olivenöl-Kur. Der Zitronensaft sorgt zusätzlich für einen aufgefrischte Glanz Deiner Haare.
Haarkur mit Avocado und Olivenöl selber machen
Diese Zutaten brauchst Du:
Avocado-Olivenöl-Kur selber machen
Von dem Grundrezept ausgehend, gibt es noch einige Abwandlungen. So kann man auch Joghurt und Honig hinzugeben.
Dieses Rezept hilft Dir dabei Dein Haar zu nähren und optimal mit Feuchtigkeit zu versorgen. Besonders trockenes und zu Spliss neigendes Haar wird diese Haarkur lieben.
Diese Zutaten brauchst Du:
Kokosöl-Olivenöl-Haarkur selber machen
Hier sind weitere Rezepte für selbstgemachte Haarkuren, die du ausprobieren kannst:
| Haarproblem | Empfohlene Zutaten | Anwendung |
|---|---|---|
| Trockenes Haar | Avocado, Olivenöl, Joghurt, Honig | Mischen, auftragen, 15-20 Minuten einwirken lassen, ausspülen |
| Spliss | Kokosöl, Banane, Mandelöl | Pürieren, mischen, auftragen, 5 Minuten bis über Nacht einwirken lassen, ausspülen |
| Fettiges Haar | Heilerde, Wasser | Verrühren, auf Kopfhaut und Haaransätze auftragen, 10-20 Minuten einwirken lassen, ausspülen |
| Haarbruch | Arganöl, Eigelb, Joghurt | Vermischen, auftragen, über Nacht einwirken lassen, ausspülen |
| Volumenloses Haar | Eigelb, Bier, Zitrone | Verrühren, auftragen, 20-30 Minuten einwirken lassen, ausspülen |
Tipps für die Zubereitung
Achte bei der Zubereitung deiner Maske darauf, dass du möglichst hochqualitative Zutaten verwendest. Hochwertige und naturreine Öle sind genauso Teil deiner Maske wie Heilerde, ätherische Öle oder Honig. In der Auswahl der Zutaten bist du frei und kannst diejenigen mischen, die deinen Haaren guttun.
Weitere Zutaten und ihre Wirkung
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