Im Alltag muss es zwar nicht unbedingt täglich ein aufwändiges Styling sein, aber so manche Frisur sitzt ohne Gel oder Festiger einfach nicht richtig. Das Problem an herkömmlichen Stylingprodukten ist jedoch, dass sie meist chemische Zusätze enthalten, die sich auf der Kopfhaut und in den Haaren ablagern. Außerdem sind die Produkte mitunter ganz schön teuer. Hier sind einige natürliche Alternativen, mit denen Sie Ihr eigenes Haargel und Haarwachs herstellen können.
Leinsamengel ist eine natürliche und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Haar-Styling-Produkten. Da die kleinen Samen reich an Schleimstoffen sind, quellen sie in Wasser schnell auf. Leinsamen bereichern durch ihren Nährstoffreichtum nicht nur deinen Speiseplan, sondern eignen sich auch für ein pflegendes Haargel. Leinsamengel ist frei von ökologisch und gesundheitlich bedenklichen Zusatzstoffen, wie sie Stiftung Warentest oft kritisiert. Du kannst Leinsamengel für alle Haartypen benutzen.
Da das Gel sehr feuchtigkeitsspendend und frei von Zusatzstoffen ist, eignet es sich auch für beanspruchtes und feines Haar. Das natürliche Gel hält zudem besonders lockige Haare in Form. Leinsamen-Gel kannst du in nur wenigen Minuten einfach selbst herstellen.
Tipp: Greif am besten auf Leinsamen in Bio-Qualität zurück. Das natürliche Haargel versorgt dein Haar dank der Samen mit jeder Menge Feuchtigkeit und macht dein Haar weich und griffig.
Für das Haargel die Leinsamen zusammen mit dem Wasser in den Kochtopf geben, einmal kurz aufkochen und anschließend bei mittlerer Temperatur etwa fünf Minuten lang köcheln lassen. Lass das Gel unter Rühren für ca. Wenn die Mischung anfängt einzudicken, nimmst du sie vom Herd und gießt sie durch das Sieb in eine Schüssel. Das Gel sollte nun ungefähr die Konsistenz von Eiweiß haben.
Nun die Flüssigkeit durch ein feines Sieb schütten, um die Leinsamen zu entfernen. Dann den Honig einrühren, das Haargel in ein Gefäß füllen und auskühlen lassen. Je nach persönlichen Vorlieben kann das Haargel etwas fester oder flüssiger hergestellt werden. Dazu einfach die Wassermenge reduzieren oder erhöhen. Ist das Haargel dickflüssiger, lässt es sich gezielter im Haar verteilen.
Im Kühlschrank hält sich das Leinsamengel ca. ein bis zwei Wochen. Das Gel ist recht geruchsneutral. Für einen angenehmen Duft kannst du einige Tropfen ätherisches Öl hinzugeben.
Anwendung von Leinsamengel:
Nach der Haarwäsche kannst du das Leinsamengel im feuchten Haar verteilen. Wie viel du verwendest, hängt von der Struktur und Länge deiner Haare ab. Besonders am Anfang kann sich die Konsistenz des Leinsamengels noch etwas ungewohnt anfühlen.
Wenn du recht viel Gel verwendet hast und dein Haar sehr lockig ist, kann sich das Gel beim Trocknen verhärten. Deine Haare werden dann etwas steif und sehen selbst im trockenen Zustand noch nass aus. Um den Wet-Hair-Look wieder loszuwerden, kannst du ein Haar- oder Pflanzenöl deiner Wahl benutzen.
Das Haargel am besten gleich nach der Haarwäsche im noch feuchten Haar anwenden. Die richtige Menge lässt sich am einfachsten durch Ausprobieren ermitteln. Ungekühlt hält sich das Haargel etwa eine Woche lang, im Kühlschrank ein paar Tage länger. Ratsam ist deshalb, nur eine kleinere Menge herzustellen.
Hier ist eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile von Leinsamengel zusammenfasst:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Natürliche Inhaltsstoffe | Kürzere Haltbarkeit |
| Feuchtigkeitsspendend | Konsistenz kann ungewohnt sein |
| Geeignet für alle Haartypen | Kann bei Überdosierung zu steifen Haaren führen |
| Einfache Herstellung | Geruchsneutral (ggf. ätherische Öle hinzufügen) |
Leinsamengel kannst du auch zu veganem Eischnee verarbeiten und daraus eine Baiser-Masse für Kuchen und Torten herstellen. Wenn du unter Magen-Darm-Beschwerden leidest, kannst du circa 150 bis 200 Milliliter des Gels über den Tag verteilt trinken. Die heilende Wirkung der Schleimstoffe in den Samen hilft dabei, die Verdauung sowohl bei Durchfall, Reizdarm als auch Verstopfung zu regulieren.
In der Küche kannst du das Leinsamengel als veganen Eiweiß-Ersatz verwenden (z.B. für die Herstellung von Baiser-Masse). Achte darauf, dass das Gel gut gekühlt ist. Du kannst es vorher einige Minuten ins Tiefkühlfach stellen, bis sich kleine Eiskristalle bilden. Aufgrund seiner feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften kannst du Leinsamengel auch als Gesichtsmaske verwenden.
Es versorgt meine Locken mit Feuchtigkeit, definiert sie und gibt ihnen Halt. Die Basis bilden Aloe Vera und Weizenproteine. Genau dieses Rezept möchte ich hier mit dir teilen.
Das Gel ist für die Curly Girl Methode, kurz CGM, geeignet, denn es besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten und enthält kein Alkohol. Hautbestandteil ist Aloe Vera. Sie spendet viel Feuchtigkeit und lässt sich gut in ein Gel verwandeln. Als sogenanntes Feuchthaltemittel sorgt Glycerin dafür, dass die Feuchtigkeit in den Haaren eingeschlossen wird.
Wichtig für die Definition von Naturlocken sind Proteine, daher enthält mein DIY-Haargel Weizenproteine. Bei Xanthan bzw. Cosphaderm handelt es sich um Gelbildner. Diese benötigen wir, damit aus einer Flüssigkeit ein Gel wird. Abschließend müssen wir das Haargel noch konservieren, denn durch den hohen Wasseranteil ist es anfällig für Mikroorganismen (Schimmel, Hefen und Bakterien). Dieser Schritt ist ein Muss, daher verwende ich ein Breitbandkonservierungsmittel in Naturkosmetikqualität. Neben Biogard 221 gibt es z.B. 0,3 g Biogard 221 (1%).
Um das Gel herzustellen, benötigst du kein umständliches Equipment. Wichtig wäre nur eine Feinwaage bzw. Espressowaage, da herkömmliche Haushaltswaagen so kleine Mengenangaben normalerweise noch nicht erfassen. Daneben benötigst du eine kleine Schüssel bzw. ein Becherglas (50-100 ml Fassungsvermögen), einen Löffel und einen leeren Tiegel bzw. Behälter.
Wichtig: Gut konserviert (1% der Gesamtformulierung) hält das DIY-Haargel ca. 6-12 Monate. Du musst es nicht im Kühlschrank aufbewahren.
Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich knete es nach dem Waschen in meine noch feuchten Locken, verteile es großzügig auf dem ganzen Kopf und föhne mir dann mit dem Diffusor die Haare. Wie viel Gel du nehmen musst, hängt von deiner Haarlänge- und dicke ab. Also probier am besten aus, welche Menge für dich optimal ist. Natürlich kannst du die Haare auch lufttrocknen lassen.
Zusätzlich sollten ein Topf und eine Schüssel für ein Wasserbad, ein Löffel zum Umrühren und ein leerer, sauberer Tiegel griffbereit sein. Die Sheabutter dient als Träger und pflegt das Haar gleichzeitig. Das Wachs ist dafür zuständig, der Frisur die gewünschte Form zu geben. Wer keine tierischen Produkte verwenden will, kann das Bienenwachs durch Rosenwachs oder Carnaubawachs ersetzen. Vom Carnaubawachs genügt die Hälfte. Eine Alternative zur Sheabutter wiederum kann Kokosöl sein.
Ist die Mischung flüssig, für einen Test der Konsistenz ein paar Tropfen auf einen kalten Teller geben und abkühlen lassen. Die fertige Mischung dann in einen Tiegel umfüllen und abkühlen lassen. Während das Haarwachs abkühlt, können ein paar Tropfen eines ätherischen Öls hinzugefügt werden. Für die Anwendung wenig Wachs in die Hand nehmen und die Hände aneinander reiben, um es zu erwärmen. Anschließend im Haar verteilen und die Frisur in Form bringen. Ratsam ist, nur eine kleine Menge zu verwenden und bei Bedarf nachzulegen.
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