Leinsamengel selber machen: Rezept für natürlich schöne Haare

Bist du auf der Suche nach einer natürlichen Pflege für deine Haare? Möchtest du deine Locken mit einfachen Hausmitteln zum Glänzen bringen? Sind deine Haare trocken, frizzig und störrisch? Dann ist Leinsamengel genau das Richtige für dich!

Leinsamengel ist eines der beliebtesten Gele für Haare. Vor allem musst du dir keine Gedanken machen, wo du es kaufen kannst. Du kannst das Leinsamengel ganz einfach selber herstellen. Die Basis sind Leinsamen und Wasser. Leinsamen findest du überall in Deutschland - Supermarkt, Drogerie und natürlich online.

Leinsamen wird vor allem in der Küche eingesetzt. Leinsamen enthalten Schleimstoffe, welche in Verbindung mit Wasser aufquellen. Diese Stoffe bewirken, dass wir aus Leinsamen ein Gel für unsere Haare herstellen können. Zudem bilden die Schleimstoffe einen natürlichen Film um unsere Haare.

Das hergestellte Leinsamengel ist also ein natürlicher Befeuchter. Es verstärkt die Sprungkraft deiner Locken und Wellen und bringt sie zum Glänzen. Das Leinsamengel eignet sich hervorragend als Haargel für Locken, besonders für feines und/oder gering poröses Haar. Es ist sehr schwer, Leinsamengel überzudosieren.

Nachfolgend findest du eine einfache und schnelle Anleitung, um Leinsamengel selbst herzustellen. Danach wird erklärt, wie du es am besten auf lockigem Haar anwendest, um auch wirklich tolle Ergebnisse zu erzielen!

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Leinsamengel selber machen: Die einfache Anleitung

Leinsamengel selber machen ist so einfach. Du brauchst nur wenig Equipment und wenige Zutaten. Ok, auch einen Herd. So, nun zeige ich dir, wie du ganz einfach dein eigenes Leinsamengel selber machen kannst.

Zutaten:

  • Leinsamen
  • Wasser

Equipment:

  • Topf
  • Sieb
  • Schüssel

Hast du sehr hartes bzw. kalkhaltiges Wasser zu Hause, empfehle ich dir destilliertes Wasser. Das gibt es in so gut wie jeder Drogerie. Mineralarmes stilles Wasser aus der Flasche geht auch. Ich nehme meistens das Black Forest still. Falls du kalkhaltiges Wasser benutzt, kann Build-up vom Kalk die Folge sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nimm einen Topf und gib die Leinsamen hinein.
  2. Danach kippst du das Wasser dazu. Die Leinsamen liegen jetzt am Boden.
  3. Schalte die Herdplatte auf höchste Stufe. Warte, bis die Mischung kocht.
  4. Prüfe ab jetzt regelmäßig die Konsistenz. Die Leinsamen liegen nicht mehr auf dem Boden, sondern schwimmen im Wasser.
  5. Jetzt kippst du das Gel direkt durch ein Sieb in eine Schüssel.

Leinsamengel selber machen (Foto: CC0 / Pixabay / Monicore)

Extra Tipp: Die Leinsamen im Sieb kannst du im Kühlschrank aufbewahren und bis zu dreimal wiederverwenden.

Das Gel sollte einen leicht sauren pH-Wert (4,5-5,5) aufweisen, ähnlich wie deine Haare. Den pH-Wert überprüfst du mit solchen pH-Teststreifen. Bei mir hatte das Gel einen zu basischen pH-Wert (6,0-6,5). Ich habe dann einfach 4 Tropfen Zitronensaft hinzugefügt und danach war der Wert perfekt.

Damit das Gel länger haltbar ist, füllst du es in ein Gefäß mit Deckel. Alternative: Ich fülle ich das Leinsamengel am liebsten in eine goToob Flasche. Dauert insgesamt keine 10 Minuten. Bevor du es benutzt, lass das Gel unbedingt etwas abkühlen. Es muss nicht kalt sein. Es reicht schon lauwarm. Vor allem wenn du gering poröses Haar hast, kann es vorteilhaft sein wenn das Gel noch lauwarm ist.

Das Gel hält sich im Kühlschrank aufbewahrt circa ein bis zwei Wochen. Ungekühlt hält es sich maximal ein bis drei Tage. Riecht es säuerlich oder sieht komisch aus, ist es gekippt. Dann solltest du es nicht mehr benutzen.

Extra Tipp: Leinsamengel lässt sich prima einfrieren, genau wie der Rest aus deinem Sieb. Verdopple das Rezept und parke die Hälfte in deinem Tiefkühler. Brauchst du Nachschub, taust du den Vorrat rechtzeitig vor der nächsten Haarwäsche einfach auf. Mit einer zweiten goToob Flasche zum Einfrieren sparst du dir das Umfüllen. Silikon-Eiswürfelbehälter eignen sich ebenfalls wunderbar.

Leinsamengel Schritt für Schritt Anwendung:

  1. Schritt: Du benutzt dieses Gel, nachdem du deine Haare gewaschen hast, eine Kur oder Spülung und evtl. eine Leave-In Spülung verwendet hast.
  2. Schritt: Streiche das Gel mit den Händen durch das feuchte bis tropfnasse Haar. Das wiederholst du so lange, bis du das Gel auf dem gesamten Kopf verteilt hast. Das Auftragen ist ein bisschen eine Herausforderung. Da es so flutschig ist, geht dabei schon mal etwas in den Abfluss. Für mich nicht schlimm. Ich nehme übrigens für meine kurzen Haare schon eine ordentliche Menge. Ungefähr die Hälfte von dem fertigen Gel.
    Extra Tipp: Ich rate dir, das Gel beim ersten Mal ohne irgendwelche anderen Produkte zu testen. Dann erst kannst du sehen, was dieses Gel deinen Haaren bringt.
  3. Schritt: Nachdem du das Gel überall verteilt hast, kannst du deine Haare mit einer Denman Brush* stylen.
  4. Schritt: Entweder lässt du jetzt deine Haare an der Luft trocknen oder du föhnst sie mit einem Diffusor. Hände weg von den Haaren. Bis sie zu 100% trocken sind.
    Extra Tipp: Du hast Leinsamengel übrig? Stell es einfach wieder in den Kühlschrank und frische deine Locken damit auf. Aber denke dran.
  5. Deine Haare trocknen, das Gel wird hart. Gelcast heißt das in der Lockenwelt. Bei mir passiert das immer ganz extrem. Kann sein, muss nicht. Ich bekomme von Leinsamengel immer einen Monster-Cast! Aber sieh selbst.
    Keine Sorge! Der Gelcast ist gar kein Problem. Um diesen Gelcast auszukneten nimmst du einfach deine Hände und knetest deine Locken vorsichtig von unten nach oben. Du kannst dafür ein bis zwei Tropfen Öl benutzen. Kein geeignetes Öl zur Hand? Leg ein sauberes Baumwoll-T-Shirt, glattes Handtuch oder ein Seidentuch über deine Hand bevor du die Haare knetest. Die glatte Oberfläche dient als Schutzschild zwischen Händen und Haaren. Manche Lockenköpfe haben Angst, dass der Cast nicht komplett verschwindet. Bei Leinsamengel hatte ich dieses Problem noch nie.

Mögliche Zusätze für dein Leinsamengel

Perfekt ist es nicht. Diese Nachteile lassen sich jedoch durch weitere Zutaten weitestgehend ausmerzen. Wild irgendwelche Zutaten mischen? Davon halte ich wenig. Mach dir Gedanken. Was willst du mit diesen Extras erreichen? Mehr Feuchtigkeit? Mehr Halt? Mehr Geschmeidigkeit? Bessere Haltbarkeit? Teste immer eins nach dem anderen. Viele Stoffe haben Wechselwirkungen.

  • Aloe Vera Gel
  • Öle
  • Ätherische Öle

Denke immer daran: Teste eine Zutat nach der anderen, nicht alle auf einmal.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten für Leinsamengel

  • Feuchtigkeitspflege für die Haut: Verwende das Leinsamengel als Feuchtigkeitspflege für deine Haut.
  • Vegane Alternative zu Eischnee: Leinsamengel kannst du auch zu veganem Eischnee verarbeiten und daraus eine Baiser-Masse für Kuchen und Torten herstellen. Achte darauf, dass das Gel gut gekühlt ist. Du kannst es vorher einige Minuten ins Tiefkühlfach stellen, bis sich kleine Eiskristalle bilden.
  • Gesichtsmaske: Aufgrund seiner feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften kannst du Leinsamengel auch als Gesichtsmaske verwenden.
  • Bei Magen-Darm-Beschwerden: Wenn du unter Magen-Darm-Beschwerden leidest, kannst du circa 150 bis 200 Milliliter des Gels über den Tag verteilt trinken. Die heilende Wirkung der Schleimstoffe in den Samen hilft dabei, die Verdauung sowohl bei Durchfall, Reizdarm als auch Verstopfung zu regulieren.

DIY-Haargel für die Curly Girl Methode

Alternativ zum Leinsamengel gibt es auch andere DIY-Rezepte für Haargel, die für die Curly Girl Methode (CGM) geeignet sind. Ein Rezept basiert auf Aloe Vera und Weizenproteinen:

Zutaten:

  • Aloe Vera
  • Glycerin
  • Weizenproteine
  • Xanthan oder Cosphaderm (Gelbildner)
  • Breitbandkonservierungsmittel in Naturkosmetikqualität (z.B. Biogard 221)

Herstellung:

  1. Gelbildner (Cosphaderm/Xanthan) abwiegen.
  2. Glycerin dazugeben und gründlich umrühren.
  3. Aloe Vera Gel bzw. Aloe Vera Saft zum Glyceringemisch geben.
  4. Alles gründlich umrühren.
  5. In einen desinfizierten, sauberen Behälter füllen.

Gut konserviert (1% der Gesamtformulierung) hält das DIY-Haargel ca. 6-12 Monate. Du musst es nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Leinsamengel: Eine natürliche Alternative

In der Drogerie gibt es mittlerweile viele Lockenprodukte, aber nur sehr wenige sind wirklich zu empfehlen. Sie sind entweder vollgestopft mit synthetischen, umweltbelastenden Inhaltsstoffen, die die Haare eher beschweren als sie zu definieren. An der anderen Front sind die natürlicheren Produkte, die aber oft gar keinen Halt geben oder mit einer Menge Alkohol konserviert werden. Beides ist schlecht für Locken.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Leinsamengel in der Locken-Community hoch im Kurs steht und als natürliche Alternative zu herkömmlichen Lockenprodukten gefeiert wird. Und tatsächlich, es hat aus vielerlei Hinsicht Vorteile: Es kann selbst gemacht werden, ist in Summe deutlich günstiger und besteht nur aus natürlichen Zutaten. Dadurch spart man sich zudem den unnötigen Verpackungsmüll.

Weitere Tipps und Tricks

  • Zu wenig benutzt? Ich beobachte immer wieder das Lockenköpfe, welche Leinsamengel zum aller ersten Mal benutzen viel zu wenig benutzen. Du kannst von Leinsamengel richtig viel nehmen. Du darfst es nicht mit einem gekauften Gel vergleichen. Ich nehme für meine wenigen Haare extrem viel. Bestimmt die halbe hergestellte Menge. Deine Haare sollten sich nach dem Auftragen richtig glibschig anfühlen. Das einzig was passieren kann, ist das du einen weißen Schleier bekommst.
  • Weißer Schleier: Manchmal kann es passieren, dass du weißen Buildup auf den Haaren hast, nachdem du das Gel ausgeknetet hast. Das kann bei manchen Haartypen passieren. Dann würde ich dir empfehlen entweder etwas Öl in dein Leinsamengel zu mischen oder einen Leave-In vor dem Leinsamengel in die Haare aufzutragen. Denn Fett lässt den weißen Schleier verschwinden.
  • Protein: Ja das kannst du. Dann enthält es etwas Protein. Jedoch ist es fraglich ob das Protein klein genug ist um an deinen HAaren haften zu bleiben. Du musst dabei nur darauf achten, dass das Sieb durch was du die Leinsamen drückst fein genug ist. Sonst hast su später so kleine Klümpchen im Haar. Oder du verwendest dtatt einem Sieb eine Feinstrumpfhose.

Mit diesem Wissen und den Anleitungen kannst du nun dein eigenes Leinsamengel herstellen und deine Locken auf natürliche Weise pflegen und stylen!

tags: #Haargel #selber #machen #Rezept

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