Haarfarbe selber machen: Blond Rezept und mehr

Ein neuer Look durch eine neue Haarfarbe ist oft erwünscht, doch viele herkömmliche Haarfärbemittel können das Haar schädigen. Dieser Artikel zeigt, wie man auf natürliche Weise und ohne schädliche Chemikalien die Haarfarbe verändern kann.

Wie chemische Haarfärbemittel wirken

Um die Haarfarbe dauerhaft zu ändern, muss die natürliche Schutzschicht des Haares, die Cuticula, aufgebrochen werden. Alkalische Mittel wie Ammoniak werden verwendet, um die Schuppenschicht aufzuquellen und durchlässig zu machen. In der inneren Faserschicht (Cortex) verbinden sich die Farbstoffmoleküle mit dem Protein Keratin, wodurch die Farbe dauerhaft verankert wird. Nach dem Ausspülen wird üblicherweise eine versiegelnde Kur aufgetragen, um die Schuppenschicht wieder zu schließen.

Nachteile chemischer Haarfärbemittel

Herkömmliche Haarfärbeprodukte enthalten oft einen Chemie-Cocktail, der Nebenwirkungen haben kann. Chemikalien wie Ammoniak, Peroxide und p-Phenylendiamin können Allergien auslösen, die Haut reizen und das Haar schädigen. Blondierungen können die Haarstruktur verändern, wodurch das Haar spröde und porös wird. Auch vermeintlich sanftere Tönungen sind nicht immer unbedenklich.

Natürliche Alternativen zur chemischen Haarfärbung

Zertifizierte Bio-Farben verwenden hochwertige Öle und Pflanzenextrakte, um verschiedene Farbwünsche zu erfüllen. Mögliche Farbrichtungen sind Blond (Kamille, Rhabarber), Hell- und Dunkelbraun (Indigo, Walnuss) und rötliche Reflexe (Henna, Rote Bete). Sogar der eigene Naturton lässt sich mit Cassia leicht intensivieren. Allerdings sind extreme Typ-Veränderungen und starke Aufhellungen nicht möglich, da Naturhaarfarben nur an der äußeren Schuppenschicht wirken und nicht tief ins Haar eindringen.

Die Naturhaarfarben sind oft in Pulverform erhältlich und müssen mit heißem Wasser zu einem Brei angerührt werden. Die Wärme öffnet die Schuppenschicht schonend, sodass die Pigmente langsam eindringen können. Die Einwirkzeit ist länger als bei chemischen Farben, und das Ergebnis hängt von der Haarbeschaffenheit ab. Für eine permanente Farbe ist in der Regel alle fünf bis sechs Wochen ein Nachfärben nötig.

4 Fragen zu Naturhaarfarben

  1. Sind Naturhaarfarben immer pflanzlich? Manche Hersteller verwenden irreführende Bezeichnungen. Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie p-Phenylendiamin (PPD), p-Toluylendiamin (PTD), p-Aminophenol und Resorcin, die ein hohes Allergiepotenzial haben. Zertifizierte Naturkosmetik erkennen Sie an Siegeln wie „NATRUE“, „BDHI-Standard“, „ECOCERT“ oder „demeter“.
  2. Woran erkenne ich, ob ich allergisch auf die Haarfärbemittel reagiere? Symptome einer Kontaktallergie können Juckreiz, Hautrötungen, Schwellungen oder Bläschen auf der Kopfhaut, im Gesicht und am Hals sein. Die Symptome können auch erst nach 72 Stunden auftreten.
  3. Natur auf Chemie beim Haarefärben - geht das? Ja, aber es ist ratsam, nach einer chemischen Färbung mindestens vier Wochen zu warten, bevor man zu Pflanzenfarbe greift, um Fehlfärbungen zu vermeiden.
  4. Was brauche ich, um meine Haare zu färben? In der Verpackung des Haarfärbemittels befinden sich meist Handschuhe, Färbemittel und eine Kur für die Nachbehandlung. Zusätzlich benötigen Sie eine Schüssel, einen Stilkamm, Haarklammern und einen Pinsel. Je nach Färbemittel benötigen Sie möglicherweise noch (heißes) Wasser zum Anrühren.

Blondierung selber machen: Eine Anleitung

Wer seine Haare selbst blondieren möchte, kann Blondierpulver und Entwickler verwenden. Hier ist eine Anleitung, wie es geht:

Wie funktioniert eine Blondierung?

Eine Blondierung ist ein chemischer Vorgang, der die Haare stark strapazieren kann. Dabei wird Blondierpulver mit einem Oxidationsmittel, meist Wasserstoffperoxid (H₂O₂), gemischt. Dieses erhält man in Form eines Entwicklers, der entweder 2 %, 6 %, 9 % oder 12 % Oxid enthält. Das Blondierpulver dringt in die Haarstruktur ein und verändert das Melanin, um eine hellere Haarfarbe zu erzielen. Oft sind blaue oder violette Pigmente beigemischt, um Gelb- oder Orangestiche zu vermeiden.

Bestandteile einer Blondierung

  • Blondierpulver: Weißes, blaues oder violettes Pulver, das nur mit Entwickler funktioniert.
  • 2%-Entwickler: Für sanftes Aufhellen von hellbraunem bis hellblondem Haar oder für eine Blondierwäsche.
  • 6%-Entwickler: Wird häufig bei dunklen Haaren oder bei geringer gewünschter Aufhellung verwendet.
  • 9%-Entwickler: Für mittelhelle Haare, aber auch für dunkle Haare geeignet.
  • 12%-Entwickler: Bewirkt die stärkste Aufhellung, kann aber Kopfhaut und Haarstruktur stark schädigen und sollte nur vom Friseur verwendet werden.

Anleitung: Mischen und Anwenden von Goldwell Topchic Zero | Tutorial für perfekte Haarfarben

Wenn Sie wissen, wie stark Sie Ihre Haare aufhellen möchten, besorgen Sie sich den entsprechenden Entwickler und das Blondierpulver. Zusätzlich benötigen Sie:

  • Plastikhandschuhe
  • Einen Färbepinsel
  • Eine Plastikschale
  • Eine Küchenwaage oder einen kleinen Messbecher

Schritte zum Mischen der Blondierung

  1. Geben Sie die gewünschte Menge Blondierpulver in den Behälter.
  2. Messen Sie die Menge genau ab (ml = g).
  3. Fügen Sie den Entwickler hinzu und verrühren Sie ihn mit dem Pulver zu einem einheitlichen Brei.
  4. Beginnen Sie umgehend mit dem Auftragen der Blondierung.
  5. Halten Sie sich genau an die Einwirkzeit auf der Packung des Blondierpulvers und spülen Sie die Haare danach wieder aus.

Wie trage ich eine Blondierung auf?

Tragen Sie die Blondierung Strähne für Strähne mit einem Färbepinsel auf. Beginnen Sie bei den Spitzen und arbeiten Sie sich bis zum Haaransatz vor. Der Haaransatz sollte zuletzt gefärbt werden, da sich das Haar in diesem Bereich schneller aufhellt.

Wann sollte ich darauf verzichten, meine Haare zu blondieren?

  • Bei sehr dunklen, dicken oder brüchigen Haaren.
  • Bei bereits dunkel gefärbtem Haar oder nach einer Henna-Behandlung.

FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Blondierung

  • Kann ich mit einer selbst gemischten Blondierung auch Ansätze nachfärben? Ja, aber gehen Sie vorsichtig vor und tragen Sie die Blondierung nur auf den nachgewachsenen Bereich auf.
  • Wie lange muss ich zwischen zwei Blondierungen warten? Gönnen Sie Ihrem Haar mindestens 4-6 Wochen Erholungszeit.
  • Was tun bei ungleichmäßigem Ergebnis oder Gelbstich? Bei einem Gelbstich helfen Silber- oder Violettshampoos. Bei stark ungleichmäßigen Ergebnissen sollten Sie einen Friseur aufsuchen.
  • Wie pflege ich blondierte Haare richtig? Verwenden Sie spezielle Shampoos und Spülungen für blondiertes Haar. Wöchentliche Haarkuren und Ölbehandlungen können die Haarstruktur wieder aufbauen.

Haarfarbe selber mischen: Kleine Friseur-Schule

Um Ihre Wunsch-Haarfarbe selbst zu mischen, sind hier einige Tipps und Tricks:

Grundprinzipien der Farblehre

Die Nuancen sind durch Zahlen oder Buchstaben gekennzeichnet. Die erste Zahl (1-10) gibt den Grundton an - von Tiefschwarz (1) bis Hellblond (10).

Das perfekte Mischverhältnis

  • Intensives Farbergebnis: 1:1-Verhältnis
  • Dezentes Farbergebnis: Zwei Teile Entwickler und ein Teil Farbcreme
  • Pastelltöne: Drei Teile Entwickler mit einem Teil Farbcreme

Haarfarbe mit Spülung, Shampoo oder Haarmasken mischen

Diese Methode zaubert sanfte Pastelltöne oder eine dezente Farbauffrischung ins Haar. Die Deckkraft ist eher sanft, also keine Option für dramatische Farbveränderungen.

  • Mit Conditioner: Mischen Sie Conditioner und Haarfarbe im Verhältnis 1:1.
  • Mit Shampoo: Mischen Sie ein transparentes Shampoo im Verhältnis 1:1 oder 1:2 mit Ihrer Haarfarbe.
  • Mit Haarmaske: Mischen Sie eine farblose Haarmaske im Verhältnis 1:1 mit Ihrer Haarfarbe.

Das richtige Kombinieren verschiedener Nuancen

Mischen Sie warme und kühle Farbtöne, entsteht oft eine fade, neutrale Nuance. Naturhaarfarben wie Henna reagieren häufig nicht gut mit chemischen Färbungen. Führen Sie immer Teststrähnen durch!

Was tun, wenn die Farbe zu kühl wirkt?

Verwenden Sie ein sanftes Tiefenreinigungsshampoo oder ein warmes Farb-Glossing.

Pflege nach dem Färben

Verwenden Sie farbschützende Shampoos und Spülungen. Verwenden Sie immer einen Hitzeschutz beim Styling mit Föhn, Glätteisen oder Lockenstab.

Methode Beschreibung Anwendung
Zitronensaft Hellt die Haare auf Verdünnten Zitronensaft auf die Haare auftragen und in der Sonne trocknen lassen
Kamillentee Hellt die Haare sanft auf Kamillentee über die Haare gießen und einwirken lassen
Salzwasser Hellt die Haare auf (ähnlich wie nach einem Strandurlaub) Salzwasser auf die Haare sprühen und in der Sonne trocknen lassen
Rote Beete Färbt die Haare rot Rote-Beete-Saft mit Honig mischen und auf die Haare auftragen
Walnussschalen Dunkelt die Haare Sud aus Walnussschalen aufkochen, abkühlen lassen und auf die Haare auftragen
Kaffeesatz Dunkelt die Haare und verleiht Glanz Kaffeesatz mit Conditioner mischen und auf die Haare auftragen
Schwarzer Tee Dunkelt die Haare leicht Starken schwarzen Tee aufkochen, abkühlen lassen und über die Haare gießen
Zwiebelschalen Verstärkt den Braunton Zwiebelschalen mit Wasser aufkochen, abkühlen lassen und mit Eigelb vermischt auf die Haare auftragen

Haare natürlich färben mit Hausmitteln

Viele effektive Färbemittel finden sich im eigenen Küchenschrank und können die Haare schonend aufpeppen:

Haare aufhellen mit Zitrone und Kamille

30 g Kamillenblüten mit 400 ml Wasser 20 Minuten köcheln lassen, dann 20 Minuten ziehen lassen. Abseihen und 1 Eigelb unterrühren. Zwei Zitronen auspressen und mit dem Kamillenwasser mischen. Das Gemisch mehrmals über das Haar gießen, auffangen und erneut verwenden. Die Haare 30-60 Minuten in der Sonne trocknen lassen oder ein Handtuch um den Kopf wickeln und 1 Stunde einwirken lassen.

Nussbraune Haare mit Walnuss

Eine Handvoll zerkleinerte Walnussschalen 30-40 Minuten in 1 Liter Wasser kochen, bis die Flüssigkeit auf zwei Drittel reduziert ist. Abseihen, kaltstellen, 1 EL Olivenöl und 2 TL Essig dazugeben. 3-4 Löffel Kaffeesatz mit etwas Wasser zu einer Paste vermischen. Den Walnuss-Sud mehrmals über das Haar gießen, auffangen und erneut verwenden. Die Haare kurz ausspülen und die Kaffeesatz-Paste auf Haar und Kopfhaut verteilen, 10 Minuten einwirken lassen.

Rote Akzente mit Rote Bete

Zwei EL Honig mit der dreifachen Menge Rote-Beete-Saft vermischen. Handschuhe anziehen und die Paste gut im Haar verteilen. Ein dunkles Handtuch um die Haare wickeln und 4 Stunden oder länger einwirken lassen.

Blondierwäsche selber machen

Eine Blondierwäsche ist eine Blondierung, die mit Wasser und Shampoo gestreckt wird. Sie wird auch Blondierung Light genannt. Hier ist eine Anleitung:

Wie funktioniert eine Blondierwäsche?

Blondierpulver mit einem Entwickler mischen. Je höher der Entwickler, desto stärker wirkt die Blondierung, aber umso schädigender ist sie fürs Haar! Die Haare müssen ungewaschen und trocken sein. Alle Zutaten in der Schale verrühren. Die Blondierwäsche ist dünnflüssiger als eine Blondierung und wird mit einem Schwamm aufgetragen. Bei komplett gefärbtem Haar zuerst auf den Längen und Spitzen auftragen, dann bis zum Haaransatz vorarbeiten. Die Einwirkzeit beträgt 5 bis 20 Minuten. Alle 3-5 Minuten die Aufhellung prüfen! Nach der Blondierwäsche eine saure Spülung und eine Aufbaukur mit Keratin verwenden.

Tipps zur Haarpflege nach der Blondierung

  • Hitzestyling vermeiden
  • Keine festen Haarspangen verwenden
  • Aufhellsprays vermeiden
  • Redken Blondage High Bright Serie verwenden

Vorteile und Nachteile des natürlichen Haarefärbens

Vorteile

  • Geringe Kosten
  • Umweltfreundlich
  • Keine schädlichen Chemikalien
  • Geringes Risiko allergischer Reaktionen

Nachteile

  • Keine knalligen Farben möglich
  • Regelmäßige Anwendung erforderlich
  • Ergebnis nicht komplett vorhersehbar

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