Natürliche Haarfarbe ohne Chemie: Test und Ratgeber

Sie sind auf der Suche nach einer schonenden Alternative zu chemischen Haarfarben? Möchten Sie Ihre Haare färben und gleichzeitig pflegen, ohne sie zu schädigen? Dann sind Pflanzenhaarfarben die ideale Lösung. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über natürliche Haarfarben, ihre Vorteile, Anwendung und die besten Produkte auf dem Markt.

Was sind Pflanzenhaarfarben?

Pflanzenhaarfarben basieren auf fein vermahlenem Pflanzenpulver aus Färbepflanzen wie Henna, Cassia, Amla oder Indigo. Diese Naturstoffe lagern sich um die Haarstruktur, ohne in die Haarfaser einzudringen. Dadurch bleibt Ihr Haar kräftig, elastisch und wird nicht geschädigt.

Die Vorteile von Pflanzenhaarfarben:

  • Schonende Färbung ohne chemische Zusätze
  • Pflegende Wirkung für gesundes und glänzendes Haar
  • Natürliche Grauabdeckung
  • Große Farbvielfalt von Blond bis Schwarz
  • Umweltfreundlich und nachhaltig

Wie färbe ich mir den Haaransatz mit Pflanzenhaarfarbe selbst? Diana v.Thats me Organic zeigt es Dir

Die Geschichte der Pflanzenhaarfarben

Bereits im alten Ägypten färbten sich Menschen ihre ergrauten Haare mit Henna oder Indigo. Das Färben mit Pflanzenhaarfarbe ist also eine uralte Tradition. Insgesamt gibt es etwa 150 Pflanzenarten, die Farbstoffe enthalten. Allerdings eignen sich nicht alle Färberpflanzen zum Färben von Haaren.

Bekannte Pflanzenhaarfarben:

  • Henna: Aus den getrockneten und zerriebenen Blättern des Hennastrauches gewonnen.
  • Indigo: Die Blätter und Stängel des Indigostrauches liefern den Rohstoff für einen komplizierten Herstellungsprozess des Färbemittels.
  • Cassia: Die fein gemahlenen Blätter der Pflanzen bilden die Grundlage für das Haarfärbemittelpulver.

Aber weit mehr Pflanzen dienen als natürliche Haarfarbe. So gehören Walnussschalen, Kamille, Hibiskus, Weizen, Kurkuma, Salbei, Oregano, Kümmel, Kaffee, schwarzer Tee und weitere pflanzliche Grundstoffe dazu.

Welche Farbtöne sind möglich?

Je nach Beimischung anderer Naturfarben reicht das Henna-Farbspektrum von knalligem Rot, strahlendem Kastanienbraun, Maronenbraun über warme Schokoladetöne bis hin zu dunklen und schwarzblauen Farbnuancen. Mit Indigo lassen sich kühle Burgundertöne, beliebig dunkle Haarfarben bis hin zu Schwarz färben. Kamille, Weizen oder Kurkuma liefern Blond- und Goldtöne und Walnussschalen sorgen für Braunnuancen.

Cassia, auch als Senna italica oder neutrales Henna bekannt, verleiht feinem Haar Fülle und Sprungkraft. Es pflegt das Haar und sorgt für einen hellgoldenen bis leicht gelblichen Farbton. Jede Anwendung hellt das Haar auf und verbessert die Struktur der Haare. Cassia bietet sich auch gut als Grundlage für andere Pflanzenhaarfarben an.

Die Grenzen von Naturhaarfarben

Pflanzenhaarfarbe unterstreicht die natürliche Haarfarbe. Das Haar einige Nuancen dunkler zu färben, stellt kein Problem dar, allerdings lassen sich braune Haare nicht blond färben oder schwarze Haare braun. Eine komplette Farbveränderung scheidet aus. Pflanzliche Haarfarbe ergänzt das Haar um Farbpartikel. Das Aufhellen von Haaren funktioniert durch Entziehen von Farbpartikeln, dies gelingt ausschließlich mit chemischen Produkten.

Grauhaarabdeckung mit pflanzlicher Haarfarbe ist gut möglich. Hellblonde Farbtöne lassen sich problemlos erzielen, bei dunkelblond hilft eine Zweifachfärbung und dunklere, intensive Farbtöne erfordern mehrmaliges Färben. Schwarzfärbung auf weißen, pigmentlosen Haaren könnte in Blautönen enden, daher empfiehlt es sich, dies anhand einer Probesträhne zuvor zu kontrollieren.

Graues Haar lässt sich trotzdem auch für dunklere Farbnuancen mit folgender Methode gut abdecken. Henna verbindet sich wesentlich stärker mit dem Haar als Indigo. Daher färbt der Naturfriseur die Haare zunächst mit Henna vor und bringt im zweiten Schritt den gewünschten Braunton ein. Die Indigo-Anteile haften dann besser am Haar.

Pflanzenhaarfarben kontra chemische Haarfarben

Im Vergleich zu den Chemiefarben punkten Naturhaarfarben mit ihrer natürlichen Pflegewirkung. Nach dem Färben glänzt das Haar und ist ganz ohne Silikone und Chemie weich und besitzt Volumen. Die pflanzliche Haarfarbe basiert auf der Ausgangsfarbe der Haare. Damit ist sie individuell und wirkt besonders natürlich.

Naturhaarfarben zählen zu den sogenannten semipermanenten Haarfarben. Diese halten je nach Haarbeschaffenheit zwischen 15 und 24 Haarwäschen. Damit handelt es sich nicht um permanente Haarfarben, sondern um Tönungen.

Wie finde ich die richtige Pflanzenhaarfarbe?

Der Markt für Pflanzenhaarfarben wächst - doch nicht jedes Produkt hält, was es verspricht. Viele vermeintlich „natürliche“ Farben enthalten synthetische Zusatzstoffe oder wurden nicht streng kontrolliert. Umso wichtiger ist es, beim Kauf auf folgende Kriterien zu achten:

Worauf Sie beim Kauf achten sollten:

  • Inhaltsstoffe prüfen: Eine echte Pflanzenhaarfarbe enthält nur natürliche Bestandteile wie Henna, Indigo, Cassia, Amla oder Walnussschale.
  • Zertifizierungen beachten: Vertrauenswürdige Siegel wie BDIH, NaTrue oder Ecocert garantieren, dass Sie ein geprüftes Naturprodukt erhalten.
  • Dermatologisch getestet: Gerade bei empfindlicher Kopfhaut lohnt es sich, ein Produkt zu wählen, das dermatologisch getestet wurde.
  • Herkunft und Transparenz: Hochwertige Marken geben transparente Auskunft über Herkunft der Rohstoffe, Herstellung und umweltfreundliche Verpackung.

Top-Pflanzenhaarfarben im Vergleich

Hier sind einige der besten Pflanzenhaarfarben, die im Test überzeugen:

Produkt Zertifizierung Besonderheiten Grauabdeckung
Khadi Pflanzenhaarfarbe BDIH-zertifiziert, vegan Intensive Farbauswahl, ayurvedische Inhaltsstoffe Sehr gut
Logona Pflanzenhaarfarbe BDIH-zertifiziert, vegan Einfache Anwendung, pflegende Inhaltsstoffe Gut
Sante Pflanzenhaarfarbe Zertifizierte Naturkosmetik Sanfte Tönung, ideal für Einsteiger Teilweise
Noelie Healing Herbs Hair Color EcoCert-zertifiziert Exklusive Inhaltsstoffe, intensiver Farbglanz Sehr gut

Anwendungstipps für Pflanzenhaarfarben

Damit das Färben mit Pflanzenhaarfarbe gelingt, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Vorbereitung: Waschen Sie Ihre Haare vor der Anwendung gründlich mit einem silikonfreien Shampoo.
  • Anmischen: Mischen Sie das Pflanzenpulver mit warmem Wasser zu einer cremigen Paste.
  • Auftragen: Tragen Sie die PasteSträhne für Strähne auf das Haar auf.
  • Einwirkzeit: Beachten Sie die empfohlene Einwirkzeit des Herstellers.
  • Ausspülen: Spülen Sie die Haare gründlich mit klarem Wasser aus. Verzichten Sie auf Shampoo für die ersten 24-48 Stunden.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich chemisch gefärbtes Haar mit Pflanzenhaarfarbe überfärben?

Ja, das ist möglich. Allerdings können die Ergebnisse je nach Haarstruktur und Restpigmenten variieren. Bei stark geschädigtem oder sehr hellem Haar empfiehlt sich eine Strähnenprobe, um ungewollte Farbergebnisse auszuschließen.

Wie lange hält Pflanzenhaarfarbe im Haar?

Die Haltbarkeit liegt in der Regel bei 4-6 Wochen. Da Pflanzenhaarfarben das Haar ummanteln, verblasst die Farbe gleichmäßig und sanft. Dunkle Töne halten meist etwas länger, während rötliche oder helle Nuancen schneller nachlassen.

Ist Pflanzenhaarfarbe für Allergiker geeignet?

Pflanzenhaarfarben enthalten keine synthetischen Farbstoffe oder Oxidationsmittel und sind daher in der Regel sehr gut verträglich. Dennoch können auch pflanzliche Inhaltsstoffe allergische Reaktionen auslösen. Ein Allergietest in der Armbeuge vor der ersten Anwendung wird daher empfohlen.

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