Haarfarbe ohne Ammoniak, Peroxid und Parabene: Ein umfassender Test

Viele Frauen färben ihre Haare, um graue Strähnen zu verdecken oder ihre natürliche Haarfarbe aufzupeppen. Dabei rücken Haarfarben ohne Ammoniak, Peroxid und Parabene immer mehr in den Fokus. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile solcher Produkte, stellt empfehlenswerte Marken vor und gibt Tipps zur sicheren Anwendung.

Warum Haarfarbe ohne Ammoniak, Peroxid und Parabene?

Konventionelle Haarfarben enthalten oft Chemikalien, die gesundheitsschädlich sein können. Einige Farbstoffe stehen im Verdacht, krebserregend oder stark allergieauslösend zu sein. Zu den problematischen Inhaltsstoffen gehören:

  • Aromatische Amine: Werden eingesetzt, um die Haare dauerhaft zu färben, können aber schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Einige sind sogar als CMR-Stoffe (krebserregend, erbgutverändernd oder reproduktionstoxisch) gekennzeichnet.
  • p-Phenylendiamin (PPD): Gilt als extrem sensibilisierend und kann starke allergische Reaktionen auf der Kopfhaut auslösen.
  • Resorcin: Wird für die Nuancierung der Farbtöne verwendet, wirkt bakterizid und steht im Verdacht, Mutationen zu verursachen.
  • Ammoniak: Bricht die Hornschüppchen der Haare irreparabel auf, sodass andere Substanzen wie Wasserstoffperoxid und Färbemittel ins Haarinnere eindringen können.

Als Reaktion auf diese Bedenken bieten viele Hersteller Haarfarben ohne diese bedenklichen Inhaltsstoffe an.

Was ist Ammoniak und was bewirkt es in Haarfarben?

Ammoniak ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Haarfarben. Er spielt eine wichtige Rolle beim Öffnen der Schuppenschicht des Haares, wodurch die Farbstoffe ins Haarinnere gelangen können. Ammoniak sorgt für die Quellung der Haare und neutralisiert die Stabilisierungssäure des Wasserstoffperoxids, sodass die chemische Reaktion und damit die Farbeinlagerung stattfinden kann. Da Ammoniak ein "flüchtiges Alkali" ist, verflüchtigt er sich relativ schnell, was das Haar weniger schädigt.

Was spricht für Ammoniak?

  • Hilft bei der Grauhaarabdeckung
  • Die Farbe hält insgesamt länger und ist intensiver
  • Verflüchtigt sich relativ schnell und raut die Haare nicht dauerhaft auf
  • Ist sehr gut wasserlöslich und daher gut auswaschbar

Was spricht gegen Ammoniak?

  • Häufige Anwendung kann das Haar trocken, strohig und splissig machen
  • In größeren Mengen soll er die Umwelt schädigen

Alternativen zu Ammoniak

Um Ammoniak zu ersetzen, werden oft andere Alkalisierungsmittel in Haarfarben verwendet. Ethanolamine oder auch Monoethanolamin (MEA) sind gängige geruchlose Alternativen. Pflanzliche Haarfarben sind ebenfalls eine Alternative, obwohl sie in der Regel nicht die gleiche Farbintensität und Deckkraft wie chemische Farben erreichen.

Es gibt Haarfarben im Handel, die für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund ihrer Aufmachung rein pflanzlich daher kommen, es allerdings nicht sind.

Ganz anders funktioniert das Prinzip der chemischen Oxidationshaarfarben: Die zunächst farblosen Mittel dringen tief ins Haarinnere ein, wo Wasserstoffperoxid zunächst die natürlichen Melanin-Pigmente zerstört.

Pflanzenhaarfarben setzen auf Farbstoffe aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln.

In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.

Haarfarbe ohne Ammoniak: Vor- und Nachteile

Haarfarben ohne Ammoniak werden oft als schonender beworben. Allerdings können auch Ersatzstoffe wie Ethanolamin die Haut und Lunge reizen. Zudem kann die Farbe weniger intensiv sein und nicht so lange halten, was häufigeres Nachfärben erforderlich macht.

Vorteile

  • Weniger Reizung der Kopfhaut
  • Geringerer Geruch

Nachteile

  • Farbe ist weniger intensiv und hält nicht so lange
  • Häufigeres Nachfärben notwendig
  • Ersatzstoffe können ebenfalls reizend sein

Empfehlenswerte Marken und Produkte

Viele bekannte Hersteller bieten Haarfarben ohne Ammoniak an. Einige Beispiele sind:

  • Goldwell Elumen: Eine Hochleistungshaarfarbe mit intelligentem System, die ohne Peroxid und Ammoniak Farbpigmente außen am Haar anlegt.
  • L’Oréal Professionnel Paris iNOA: Eine permanente Coloration auf Ölbasis, die bis zu 3 Stufen Aufhellung und bis zu 100% Weißhaarabdeckung verspricht.
  • Schwarzkopf Zero Amm: Arbeitet mit einer Phytolipid Technologie und pflegenden Ölen, um die Pigmente besser ins Haarinnere zu bringen.
  • Wella Shinefinity Glaze: Eine sanfte Tönung mit Balanced pH-Technologie, die das Anschwellen der Schuppenschicht stoppt.

Es ist wichtig, die Inhaltsstoffe von Haarfärbemitteln genau zu überprüfen, bevor man sich für ein Produkt entscheidet.

Im Folgenden stellen wir zwei besonders empfehlenswerte Produkte vor: Wild Color Haarfarbe ALL FREE und WECOLOUR Haarfarben.

  • Wild Color Haarfarbe ALL FREE: Ideal für Menschen mit empfindlicher Haut, da sie frei von PPD, Ammoniak und Parabenen ist.
  • WECOLOUR Haarfarben: Speziell für Menschen mit Allergien gegen herkömmliche Haarfärbemittel entwickelt.

Pflanzenhaarfarben

Pflanzenfarben wie Henna und Indigo haben eine lange Geschichte und wurden bereits im alten Ägypten zur Haarfärbung verwendet. Sie färben das Haar, indem sie die Farbpartikel auf der Haaroberfläche anlagern. Zu den bekanntesten pflanzlichen Haarfarben gehören Henna, Indigo, Kamille und Rhabarber. Achten Sie darauf, dass keine synthetischen Farb-, Konservierungs- und Duftstoffe vorhanden sind.

Bekannte Marken für Pflanzenhaarfarben

  • Khadi
  • Logona
  • Sante
  • Radico
  • Noelie

Hinweis: Der Markt für natürliche Haarfarben ist eindeutig auf Frauen ausgerichtet und boomt. Da das Bewusstsein über die Inhaltsstoffe durch den Naturkosmetiktrend in den letzten Jahren stark zugenommen hat und auch die Friseure nicht immer die besten Ratgeber sind, wenn es um die Bestandteile der von ihnen verwendeten Produkte geht, greifen ca.

Aber auch beim Griff ins Verkaufsregal muss die aufgeklärte Konsumentin aufpassen, nicht doch Produkte mit Chemie zu kaufen, obwohl die Produkte mit Begriffen wie „Henna“, „Organic“, „Natural“, „Bio-“ werben.

Tests und Zertifizierungen

Die Zeitschrift Ökotest hat im Mai 2016 natürliche Haarfärbemittel auf Ihre Inhaltsstoffe überprüft und die Testsieger für pflanzliche Haarfarbe gekürt. Auch in diesem Test zeigte sich wieder, dass Produkte, die die verschiedenen Naturkosmetik Siegel tragen, am sichersten sind.

Beim Kauf von Haarfarben sollte man auf vertrauenswürdige Siegel achten, die garantieren, dass es sich um ein geprüftes Naturprodukt handelt:

  • BDIH (kontrollierte Naturkosmetik)
  • NaTrue (international anerkanntes Naturkosmetik-Siegel)
  • Ecocert (ökologische Herstellung)
  • Vegan Society (tierleidfrei)

Tipps zur Anwendung für Allergiker

Um allergikerfreundliche Haarfarben sicher und effektiv anzuwenden, gibt es einige wichtige Tipps zu beachten:

  • Verwenden Sie Kunststoff- oder Glastiegel und Pinsel.
  • Führen Sie vor dem Färben einen Hautverträglichkeitstest durch.
  • Verwenden Sie keine metallischen Utensilien.
  • Vermeiden Sie das Färben bei gereizter Kopfhaut.
  • Halten Sie einen Zeitraum von 4-6 Wochen zwischen den Anwendungen ein.

Für Personen mit bekannter Allergie gegen PPD wird empfohlen, Haarfärbemittel ohne PPD, Ammoniak und Parabene zu verwenden.

Umgang mit Pflanzenhaarfarbe

Vor der Anwendung empfiehlt es sich, das Haar gründlich mit einem silikonfreien Shampoo zu waschen. Nach dem Färben sollte das Haar zunächst nur mit Wasser ausgespült werden. Auf Shampoo oder Conditioner verzichtet man idealerweise für die ersten 24-48 Stunden, damit sich die Farbpigmente optimal mit der Haarstruktur verbinden können. Ein mildes, sulfatfreies Shampoo unterstützt danach die Haltbarkeit der Farbe.

Häufige Fragen und Antworten

Hier sind Antworten auf einige häufig gestellte Fragen zum Thema Haarfarbe und Allergien:

  1. Welches sind die häufigsten Allergieauslöser in Haarfärbemitteln? Die häufigsten Allergieauslöser in Haarfärbemitteln sind PPD, PTD, Resorcin, Wasserstoffperoxid und Ammoniak.
  2. Wie äußert sich eine Haarfarbenallergie? Eine Haarfarbenallergie zeigt sich typischerweise durch Juckreiz, Brennen, Rötung und Schwellungen der Kopfhaut, wobei in einigen Fällen auch Blasenbildung auftreten kann.
  3. Gibt es natürliche Alternativen für eine schonende Haarfärbung? Ja, natürliche Alternativen wie Henna, Indigo, Kamille und Rhabarber ermöglichen eine schonende Haarfärbung ohne aggressive Chemikalien.
  4. Wie kann ich allergische Reaktionen beim Haarefärben vorbeugen? Um allergische Reaktionen beim Haarefärben vorzubeugen, führen Sie stets einen Hautverträglichkeitstest durch und verwenden Sie Haarfärbemittel ohne PPD, Ammoniak und Parabene.

Zusammenfassung

Die Wahl der richtigen Haarfarbe ist für Allergiker und umweltbewusste Verbraucher von großer Bedeutung. Allergikerfreundliche Haarfarben wie die Wild Color Haarfarbe ALL FREE und WECOLOUR Haarfarben bieten eine sichere Alternative zu herkömmlichen Produkten. Pflanzenhaarfarben sind eine weitere Option, um das Haar schonend zu färben und gleichzeitig auf aggressive Chemikalien zu verzichten. Mit den richtigen Anwendungstipps und Vorsichtsmaßnahmen können Sie sicherstellen, dass Ihre Haarfärbung nicht nur schön, sondern auch sicher ist.

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Aspekte zusammenfasst:

Aspekt Haarfarbe mit Ammoniak Haarfarbe ohne Ammoniak Pflanzenhaarfarbe
Inhaltsstoffe Ammoniak, PPD, Resorcin Ersatzstoffe, weniger aggressive Chemikalien Henna, Indigo, Kamille, Rhabarber
Farbintensität Hoch Mittel Gering bis Mittel
Haltbarkeit Lang Mittel Kurz bis Mittel
Allergiepotenzial Hoch Mittel Gering
Geeignet für Intensive Farbveränderungen, Grauabdeckung Schonende Farbveränderungen Allergiker, umweltbewusste Verbraucher

Der Haarfarben-Test: Was kommt am besten an? | Galileo | ProSieben

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