Was steckt wirklich in deiner Haarfarbe? Ein umfassender Blick auf Inhaltsstoffe und Risiken

Haare färben gehört für viele Menschen zur Schönheitsroutine. Ob zur Abdeckung grauer Haare oder zur Veränderung des Looks - die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch was steckt eigentlich in den Produkten, die wir auf unsere Haare auftragen? Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die Inhaltsstoffe von Haarfarben, ihre Funktionen und potenziellen Risiken.

Die Vielfalt der Haarfarben und ihre Inhaltsstoffe

Kosmetische Haarfarben werden nach ihrer Funktionsweise unterteilt:

  • Temporäre Färbemittel (Tönungsmittel): Diese enthalten direktziehende Farbstoffe, die sich an der Haaroberfläche anlagern und nach ein bis zwei Haarwäschen wieder verschwinden.
  • Semipermanente Färbemittel (Haartönungen): Auch diese verwenden Direktzieher, dringen aber etwas tiefer in die Haare ein und halten etwa acht bis zehn Haarwäschen.
  • Permanente Färbemittel (Oxidationshaarfarben oder Blondierungen): Hier kommen farblose Vorstufen zum Einsatz, die durch eine chemische Reaktion die eigentlichen Farbstoffe bilden. Das Haar wird vollständig durchgefärbt, und die Farbe ist nicht auswaschbar.

In Deutschland färben etwa 70 Prozent der Frauen regelmäßig ihre Haare. Doch Haarfarben sind alles andere als gesund.

Wichtige Inhaltsstoffe und ihre Funktionen

Hier ist ein Überblick über die häufigsten Inhaltsstoffe in Haarfarben:

  • Direktziehende Farbstoffe: Fertige, bereits farbige Pigmente, die den Ton der Haarfarbe erzeugen.
  • Farbstoffbildner: Kleine, farblose Moleküle, die zusammen mit Kupplungskomponenten unter Zugabe von Sauerstoff große, farbige Pigmente bilden (Oxidationsfarbstoffe).
  • Kupplungskomponenten: Bilden zusammen mit den Farbstoffbildnern den gewünschten Farbton.
  • Antioxidantien: Stabilisieren die Farbstoffvorstufen, sodass sie nicht frühzeitig mit Luftsauerstoff oxidieren.
  • pH-Wert-Regulator: Sorgt für einen konstanten pH-Wert, der für die Anlagerung der Pigmente optimal ist.
  • Antistatika: Verhindern das Fliegen der Haare.
  • Treibgase: Erzeugen z. B. den Schaum bei Schaumtönungen oder werden in Farbsprays eingesetzt.

Die Schattenseiten: Problematische Inhaltsstoffe und ihre Risiken

Haarfarben enthalten oft bedenkliche Inhaltsstoffe, die gesundheitliche Risiken bergen können. Zu den problematischen Stoffen zählen:

  • Aromatische Amine: Stoffe wie 2,5-Toluylendiamin (PTD), p-Phenylendiamin (PPD) und Hydroxyethyl-p-Phenylendiamin gelten als starke Allergene.
  • p-Aminophenol: Gilt als erbgutverändernd, krebserregend und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
  • Resorcin: Kann die Haut reizen, Allergien auslösen und erbgutverändernd wirken.
  • PEG/PEG-Derivate: Machen die Haut durchlässig für Schadstoffe.
  • Halogenorganische Verbindungen: Gelten als allergieauslösend.
  • Allergene Duftstoffe: Können allergische Reaktionen hervorrufen.

Eine Analyse der University of Arizona von 107 Haarfarben zeigte, dass 106 mindestens ein potenzielles Allergen enthielten. P-Phenylendiamin (PPD) wurde in 78 Prozent der Produkte gefunden, Resorcin in 89 Prozent, m-Aminophenol in 75 Prozent, p-Aminophenol in 60 Prozent und 2,5-Toluyendiamin in 21 Prozent.

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Krebsrisiko und andere gesundheitliche Bedenken

Schon frühere Studien hatten gezeigt, dass Friseure ein überdurchschnittlich hohes Risiko hatten, an Blasenkrebs zu erkranken. Wer sein Haar langfristig färbt, erhöht dieses Risiko weiter. Eine Studie von Forschern der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey, zeigte einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von bestimmten Haarprodukten und Brustkrebs.

Im Jahr 2014 veröffentlichten schwedische Forscher eine Studie, in der sie die Chemikalienbelastung von Friseuren untersuchten. Die Spiegel jener krebserregenden aromatischen Amine, die sich o- und m-Toluidine nennen, waren im Blut der Friseure umso höher, je häufiger sie bei ihren Kunden die Haare färbten.

Wichtiger Hinweis: Man sollte grundsätzlich Handschuhe beim Hantieren mit diesen Mitteln tragen - ob man nun Privatanwender oder Friseur ist. Tätigkeiten, die ohne Handschuhe durchgeführt werden müssen, sollten vor dem Färben oder Dauerwelle legen erledigt werden.

Die Suche nach Alternativen: Was kann man tun?

Gibt es gesunde und unschädliche Haarfarben? Achten Sie darauf, dass auf manchen Haarfarbenpackungen Begriffe wie "Pflanzenextrakte", "Bio" oder "Natürlich" erscheinen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Produkte frei von Chemikalien sind. Die gesündeste Haarfarbe ist daher Ihre natürliche Haarfarbe.

Haarfarben aus dem Reformhaus, die nicht ausdrücklich als reine Pflanzenfarben deklariert sind, enthalten meist ebenfalls die üblichen Färbechemikalien.

Clean Beauty: Innovationen für sicherere Haarfarben

Die Innovationen im Bereich der Clean Beauty haben die Welt der Haarfärbemittel revolutioniert:

  • Pflanzenbasierte Biotech-Farben: Laboratorien stellen im Labor gezüchtete Pigmente aus natürlichen Quellen her.
  • Nanotechnologie: Verbessert die Art und Weise, wie Farbpigmente in die Kopfhaut eingebracht werden, wodurch geringere Konzentrationen giftiger Chemikalien verwendet werden können.
  • Ammoniakfreie Formeln: Ersetzen Ammoniak oft durch Ethanolamine (MEA, DEA, TEA), die ähnlich wirken, aber weniger Geruch und geringere Reizung verursachen.

Regulierungen und Verbraucherschutz

Die Europäische Union (EU) hat strengere Richtlinien und hat bisher über 1.300 potenziell schädliche Chemikalien in Kosmetika verboten, einschließlich bestimmter Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) erlaubt viele Chemikalien, die in der EU verboten sind. Als Verbraucher in der EU sind Sie durch die strengeren Regularien besser geschützt.

Unsere Haarcolorationen entsprechen einer der strengsten Kosmetikverordnungen, der EU-Kosmetikverordnung. Auf der Verpackung wird angegeben, dass 48 Stunden vor jeder Anwendung ein Allergieverdachtstest durchgeführt werden muss.

COSMILE-App: Dein Ratgeber beim Kosmetikkauf

Die COSMILE-App von haut.de bietet Fakten zu kosmetischen Inhaltsstoffen auf Basis wissenschaftlicher Beurteilungen. Sie liefert Antworten auf Ihre Fragen beim Kauf von Kosmetikprodukten:

  • Welche Inhaltsstoffe sind im Produkt?
  • Was bedeuten die teilweise komplizierten Namen?
  • Warum sind diese Stoffe im Produkt enthalten? Welche Funktionen haben sie?
  • Sind Inhaltsstoffe im Produkt, die ich meiden muss?

Zusammenfassung: Was du bei der Wahl deiner Haarfarbe beachten solltest

Das Färben der Haare ist ein weitverbreitetes Schönheitsritual, birgt aber auch Risiken. Es ist wichtig, sich über die Inhaltsstoffe der verwendeten Produkte zu informieren und auf potenziell schädliche Chemikalien zu achten. Glücklicherweise gibt es immer mehr innovative und sicherere Alternativen, die es ermöglichen, die Haare zu färben, ohne die Gesundheit zu gefährden.

Schädlicher Inhaltsstoff Potenzielle Risiken
Aromatische Amine (PPD, PTD) Allergien
p-Aminophenol Erbgutverändernd, krebserregend
Resorcin Hautreizungen, Allergien
PEG/PEG-Derivate Machen Haut durchlässig für Schadstoffe
Halogenorganische Verbindungen Allergieauslösend

tags: #haarfarbe #inhaltsstoffe

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