Ursachen für Brennen und Juckreiz der Kopfhaut nach dem Haarefärben

Viele Menschen färben ihre Haare, um graue Haare abzudecken oder einfach einen neuen Look auszuprobieren. Schätzungsweise 60 Prozent der Frauen und fünf bis zehn Prozent der Männer in Europa greifen zu Haarfärbemitteln. Doch das Färben der Haare kann auch unerwünschte Nebenwirkungen haben, wie zum Beispiel eine brennende und juckende Kopfhaut.

Mögliche Ursachen für Brennen und Juckreiz der Kopfhaut

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Kopfhaut nach dem Färben brennen und jucken kann. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

1. Allergische Reaktion auf Inhaltsstoffe

Eine der häufigsten Ursachen für Brennen und Juckreiz der Kopfhaut nach dem Haarefärben ist eine allergische Reaktion auf bestimmte Inhaltsstoffe in den Färbemitteln. Ein besonders häufiger Auslöser ist p-Phenylendiamin (PPD), eine Chemikalie, die in vielen konventionellen Haarfärbeprodukten enthalten ist, besonders in dunklen Nuancen. PPD hat eine deckende Eigenschaft. Das Robert-Koch Institut fand heraus, dass Kontaktallergien bei Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren häufiger auftreten als bei gleichaltrigen Jungen. Also genau in dem Alter, in dem viele Mädchen anfangen sich zu schminken - oder die Haare zu färben.

Wenn die Kopfhaut nach dem Färben juckt, brennt, schuppt oder rot wird, ist es wahrscheinlich eine PPD-Allergie. Sogar die Kopfschwarte kann stark anschwellen. "PPD"Para-Phenylendiamin zählt zu den parasubstituierten Aminoverbindungen", heißt es in Altmeyers Enzyklopädie . Das Allergen komme vor allem in Haarfärbemitteln (und in Hennafarben) vor und ist häufig der Grund für allergische Reaktionen bei Friseurinnen und Friseuren.

Ob PPD in einem Haarfärbemittel allergische Reaktionen auslöst oder nicht, hängt von der Konzentratation des Stoffs sowie den anderen Inhaltsstoffen ab, so das Bundesinstitut für Risikobewertung . Am Bundesinstitut für Risikobewertung sind sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einig, dass insgesamt noch Forschungsbedarf im Hinblick auf allergische Reaktionen durch Haarfärbemittel besteht.

2. Trichodynie (Kopfhautschmerz)

Kribbeln, Brennen, Spannen und Schmerzen an Kopfhaut und Haarwurzeln, das sind die typischen Missempfindungen der Trichodynie, die auch als Kopfhautschmerz bezeichnet wird. Bei manchen Menschen schmerzt die Kopfhaut sogar schon bei normalen Berührungen oder beim Kämmen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Trichodynie (auch "Haarschmerzsyndrom" oder "Haarwurzelschmerz" genannt). Dabei handelt es sich um eine medizinische Erkrankung, die durch schmerzhafte Empfindungen oder Unwohlsein im Bereich der Kopfhaut und der Haarfollikel gekennzeichnet ist. Betroffen sind Männer und Frauen gleichermaßen. Für diese schmerzhaft, irritierenden Phänomene sind allerdings meistens keine schlüssigen Erklärungen zu finden, eine krankhafte Veränderung an der Kopfhaut liegt bei den meisten Betroffenen nicht vor.

Berichte von Betroffenen weisen darauf hin, dass lang anhaltende Belastung, Stress oder Phasen höchster Konzentration durch aus als Ursache in Betracht kommen. Denn diese Faktoren können zu einer starken Verspannung der über den oberen Schädel verlaufenden Muskulatur führen. Der menschliche Schädel ist von Sehnen- und Muskelsträngen umspannt. Außerdem verläuft ein astartiges Geflecht von feinen Blutgefäßen über dem Schädel, das die Muskulatur, die Haut und die Haarfollikel mit Blut und Nährstoffen versorgt.

Welche Auswirkungen Verspannungen, Stress und Belastungssituationen ist für Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden mittlerweile hinlänglich bekannt. Im Fall der Trichodynie liegt auch dieser Mechanismus nahe, ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

Linderung erfahren Betroffene des Kopfhautschmerzes durch Kopfhautmassagen, Entspannungsübungen und auch den Einsatz von Haarwasser, das zumindest das unangenehme Kribbeln und Jucken mindern kann. Da die Trichodynie oft auch mit Haarausfall einhergeht, empfiehlt es sich zur medizinischen Abklärung der Kopfhautschmerzen spezielle Haarsprechstunden bei Dermatologen aufzusuchen.

3. Empfindliche Kopfhaut

Es gibt viele Faktoren, die zu einer empfindlichen Kopfhaut beitragen; einige davon können schwerwiegender sein als andere. Eine schmerzende Kopfhaut ist in der Regel die Folge einer Hauterkrankung oder einer Überempfindlichkeit gegenüber einer Haarkur. Die Inhaltsstoffe der Produkte, die du verwendest, können die eigentlichen Verursacher deiner Hautempfindlichkeiten sein, ohne dass es dir bewusst ist.

Es könnte sein, dass du Produkte verwendest, die allgemeine Reizstoffe oder bestimmte Inhaltsstoffe enthalten, die sich nicht gut mit dir oder dem pH-Wert deiner Kopfhaut vertragen. Nachdem du dich zu lange in der Sonne aufgehalten hast, fällt dir vielleicht auf, dass du einen unglücklichen Sonnenbrand hast. Während die meisten von uns daran denken, ihren Sonnenschutz auf den Körper aufzutragen, vergessen wir oft, dass auch die Haut unter unseren Haaren der Sonne ausgesetzt ist.

Wenn du Haarverlängerungen hast, können diese die Ursache für deine empfindliche Kopfhaut sein. Extensions beschweren dein Haar. Das zusätzliche Gewicht kann dazu führen, dass deine Kopfhaut schmerzt. Es kann sogar zu Reizungen und Juckreiz der Kopfhaut kommen.

Wie oft du dein Haar wäschst, kann eine Rolle bei empfindlicher Kopfhaut spielen. Eine empfindliche Kopfhaut kann durch zu häufiges Waschen der Haare verursacht werden, insbesondere wenn du ein Shampoo mit Sulfaten verwendest. Möglicherweise entziehst du deiner Kopfhaut damit versehentlich die natürlichen Öle. Eine empfindliche Kopfhaut kann durch ständiges Färben der Haare oder die Verwendung von scharfen Bleichmitteln verursacht werden.

4. Andere mögliche Ursachen

Einige Ursachen bei einer wunde Kopfhaut müssen möglicherweise von einem Arzt behandelt werden.

  • Schuppenflechte: Dabei handelt es sich um eine Hautkrankheit, die juckende, schuppenartige Flecken verursacht. Die Flecken können leicht unangenehm bis hin zu schmerzhaft empfindlich sein.
  • Follikulitis: Die Entzündung der Haarfollikel, die letztlich zu einer Empfindlichkeit der Kopfhaut in diesem Bereich führt, wird als Follikulitis bezeichnet.
  • Ekzeme: Ekzeme, auch bekannt als Dermatitis, sind durch trockene, juckende Haut und Ausschläge gekennzeichnet.
  • Alopecia Areata: Diese Krankheit äußert sich durch kreisrunden Haarausfall oder Glatzenbildung. Obwohl der Haarausfall bei Alopecia Areata in der Regel nicht dauerhaft ist, gibt es für die Krankheit selbst keine Heilung.

Juckende Kopfhaut? Diese Tipps helfen

Was tun bei brennender und juckender Kopfhaut?

Ich weiß, dass du deine schmerzende Kopfhaut lindern möchtest. Wie kannst du also die Symptome deiner Kopfhautentzündung behandeln? Die Behandlung einer Kopfhautzündung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Der erste Schritt ist herauszufinden, was genau deine Schmerzen verursacht.

1. Kopfhaut-Peeling

Wenn Produktablagerungen oder Schuppen dein größtes Problem mit empfindlicher Kopfhaut sind, stimuliere deine Haarfollikel am besten durch die Verwendung eines guten Kopfhaut-Peelings. Viele Menschen wissen, wie wichtig es ist, ihre Haut zu peelen, um die Ansammlung abgestorbener Hautzellen zu vermeiden. Das Konzept eines Kopfhautpeelings ist in etwa dasselbe. Arbeite das Kopfhautpeeling mit den Fingern in dein Haar ein, oder noch besser, verwende dazu eine Kopfmassagebürste um diese Ablagerungen zu entfernen. Diese Behandlung für Kopfhautentzündungen ist die ultimative Selbstpflege.

2. Vermeidung von Reizstoffen

Mache eine Pause von chemischen Behandlungen, Haarverlängerungen und scharfen Inhaltsstoffen, die eine empfindliche Kopfhaut noch mehr reizen können. Vermeide das Bleichen und Tönen deiner Haare sowie das Tragen von Extensions, die sich auf der Kopfhaut schwer anfühlen. Die Inhaltsstoffe deines Haarfärbemittels können die Ursache für deine empfindliche Kopfhaut sein.

3. Natürliche Haarpflegeprodukte

Wenn du auf der Suche nach etwas Sanftem für dein Haar bist, ist es vielleicht am besten, natürliche Haarpflegeprodukte zu verwenden. Prüfe die Inhaltsstoffetiketten deiner Shampoos und Pflegespülungen, um festzustellen, ob sie aus kontrolliert biologischem Anbau stammen oder ohne allergieauslösende Duftstoffe, Sulfate, Silikone oder austrocknende Alkohole formuliert wurden.

4. Lockere Frisuren

Wenn Haargummis und super enge Pferdeschwänze der Grund für deine schmerzende Kopfhaut sind, wechsle zu einer Frisur, die etwas lockerer sitzt. Ich liebe diese elastische Haargummis, weil sie mein Haar nicht beschädigen, aber meine Frisur trotzdem in Form halten. Und das Beste daran?

5. Saubere Stylinggeräte

Ein weiterer Punkt, auf den du achten sollten, sind deine Haarbürsten und andere Stylinggeräte. Verschmutzte Stylinggeräte können Bakterien, Pilze und andere schädliche Mikroben beherbergen, die Hautinfektionen verursachen und Kopfhautprobleme verschlimmern können.

6. Feuchtigkeitsspendende Produkte

Finde Produkte, die speziell für empfindliches Haar und empfindliche Kopfhaut formuliert sind - diese sind in der Regel sehr feuchtigkeitsspendend. Produkte, die dein Haar beruhigen und mit Feuchtigkeit versorgen, beseitigen schmerzende Kopfhaut, die mit Rötungen, Reizungen oder Trockenheit einhergeht.

7. Häufigkeit des Haarewaschens

Wenn deine Kopfhaut trocken ist und juckt, kann sie durch zu häufiges Waschen gereizt sein oder es haben sich zu viele Produktablagerungen an den Wurzeln angesammelt. Egal, ob du festgestellt hast, dass du dein Haar zu oft oder zu wenig wäschst, erfahre, wie du das beste Shampoo für deine trockene Kopfhaut auswählst.

8. Spezialshampoos

Es gibt Haarprodukte, die speziell für die Behandlung von empfindlicher Kopfhaut entwickelt wurden. Auch wenn es etwas mühsam ist, die richtigen Produkte für deine Kopfhaut zu finden, solltest du nicht vergessen, dass es eine ganze Kategorie von Haarpflegeprodukten gibt, die der Kopfhautpflege gewidmet ist. Ich versuche, Shampoos mit schädlichen Inhaltsstoffen wie Parabenen, Sulfaten oder Silikonen zu vermeiden. Meine Haarwaschroutine beschränkt sich auf ein paar Mal pro Woche, weil ich festgestellt habe, dass das am besten funktioniert, um den pH-Wert der Haare gesund und ausgeglichen zu halten.

9. Anti-Schuppen-Shampoos

Wenn deine Kopfhaut nicht nur empfindlich ist, sondern du auch unter juckenden Schuppen leidest, dann wirst du ein Shampoo brauchen, welches auf die Behandlung von Schuppen spezialisiert ist.

10. Sonnenschutz

Jetzt, wo der Sommer vor der Tür steht, schütze ich mein Haar gerne ein wenig mehr, wenn ich nach draußen gehe, um Sonnenbrand oder Empfindlichkeiten der Kopfhaut zu vermeiden. Sun Defense Hair Mist ist wegen seines natürlichen UV-Filters, der das Haar vor der Sonne schützt, ein Favorit von mir. Ich verwende gerne Produkte, die sanft zu meinem Haar sind, nicht nur, wenn meine Kopfhaut entzündet ist, sondern die ganze Zeit über.

11. Ärztliche Beratung

Wenn du bereits versucht hast, deine Haarpflegeroutine umzustellen, und noch immer deine Kopfhaut schmerzt und brennt, oder wenn du Haarausfall oder Schuppenbildung hast, ist es vielleicht an der Zeit, einen Arzt oder Dermatologen aufzusuchen.

Es gibt viele Faktoren, die zu einer empfindlichen Kopfhaut beitragen; einige davon können schwerwiegender sein als andere. Doch wenn wir ehrlich sind, ist es das Wichtigste, dass der Schmerz aufhört. Glücklicherweise gibt es verschiedene Möglichkeiten deine entzündete Kopfhaut zu behandeln. Eine entzündete Kopfhaut kann so plötzlich gehen wie sie gekommen ist. Da das Haar einzigartig und die Haarpflege sehr individuell ist, ist es wichtig, deine persönlichen Gründe für Kopfhautbeschwerden zu kennen.

Vorbeugung von allergischen Reaktionen

Wer bereits von einer Kontaktallergie gegen Inhaltsstoffe in Kosmetika betroffen ist, muss neue Produkte immer auf mögliche Allergieauslöser überprüfen. Auch wer akut unter einer gereizten Kopfhaut leidet, sollte laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) die Haarfärbung besser verschieben. Denn Haarfarbe reizt die Haut zusätzlich.

Wie bei allen kosmetischen Produkten sollten Menschen mit empfindlicher Haut oder einer bekannten Kontaktallergie Haarfarbe zudem vor dem ersten Gebrauch auf ihre Verträglichkeit testen. Dazu geben Verbraucher die Farbsubstanzen zunächst nur auf eine kleine Stelle. Ist die Haut auch nach einer längeren Einwirkzeit frei von Irritationen, kann das Haarfärbemittel meist problemlos verwendet werden. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) weist jedoch darauf hin, dass Farbmischungen nur für eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben sollten.

Allergie gegen Haarfarbe: Symptome und Behandlung

Rund 24 bis 36 Stunden nach der Färbung fängt die Haut an zu jucken, schwillt an oder rötet sich. Die Beschwerden machen sich zunächst auf dem Kopf und im Gesicht, aber auch rund um die Augen bemerkbar. In der Regel treten die allergischen Beschwerden jedoch nur an den Stellen auf, die direkt mit dem Allergieauslöser in Kontakt kommen.

Zu den typischen Symptomen einer Kontaktallergie zählen: Juckreiz, Hautbläschen, Rötungen und Hautausschlag.

Tritt die Allergie zum ersten Mal auf, hilft auch mehrmaliges Haarewaschen nicht. Die beste - aber auch radikalste Lösung - ist daher, die gefärbten Haare abzuschneiden, wie Stefan Wöhrl, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, im Interview mit dem Standard erklärte. Leiden Patienten unter starken Schwellungen, können auch Cortison-Präparate helfen.

Wer zu sehr an seinen Haaren hängt, sollte den Kontakt zwischen Haut und Haaren möglichst verhindern. So kann es meist schon helfen, einen Rollkragenpullover aus Baumwolle zu tragen oder die Haare in einem Zopf zusammen zu binden. Heilen lässt sich eine Allergie gegen Haarfarbe jedoch nicht.

Zusammenfassung

Brennen und Juckreiz der Kopfhaut nach dem Haarefärben können verschiedene Ursachen haben, darunter allergische Reaktionen, Trichodynie und empfindliche Kopfhaut. Durch die Vermeidung von Reizstoffen, die Verwendung natürlicher Haarpflegeprodukte und eine angepasste Haarpflegeroutine können die Symptome gelindert und allergische Reaktionen vorgebeugt werden. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Arzt oder Dermatologe konsultiert werden.

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