Haarentfernung mit Zuckerpaste: Eine detaillierte Anleitung

Wer aus ästhetischen Gründen Teile seiner Körperbehaarung entfernen möchte, hat etliche Verfahren zur Auswahl - manche mehr, manche weniger schmerzhaft: Rasieren, Epilieren, Waxing, Enthaarungscremes. Sugaring ist eine altbewährte Methode der Haarentfernung, die aus den traditionellen Dampfbädern im Orient stammt, den Hamams.

Ähnlich wie beim Wachsen wird diese Masse auf die Haut aufgetragen. Wir zeigen dir, wie du Sugaring selber machen kannst! Für die Herstellung der Zuckerpaste benötigen Sie nur wenige Zutaten, die sich in fast jedem Haushalt finden.

Sugaring ist ein natürliches Mittel zur Haarentfernung, das nur aus Zucker, Zitronensaft und Wasser besteht. Im Orient ist diese Methode der Haarentfernung unter dem Begriff „Halawa“ schon lange bekannt. Früher versammelten sich die Frauen, um gemeinsam Halawa zu kochen.

Was ist Sugaring?

Ob Rasieren, Epilieren oder Waxing - zur Haarentfernung gibt es viele Möglichkeiten. Natürlich ist jedem und jeder selbst überlassen, ob er oder sie sich die Härchen an Beinen, Intimbereich und Co. entfernt. Für die meisten von uns ist eine Methode der Haarentfernung allerdings fester Bestandteil unserer Beauty-Routine oder der Intimpflege.

Sugaring ist eine Haarentfernungsmethode, bei der die Körperhaare mit einer Masse aus Zucker, Wasser und Zitronensaft entfernt werden. Die klebrige Masse, auch Halawa genannt, wird gegen die Haarwuchsrichtung aufgetragen und dann mit einem Vliesstreifen oder der Hand abgezogen. So werden die Haare samt Wurzel entfernt und wachsen langsamer und feiner nach.

Sugaring hat eine lange Tradition und kommt ursprünglich aus den Hamams des Orients, das sind öffentliche Dampfbäder. Die Haarentfernung mit Halawa gehört dort zur Körperpflege, denn die Zuckerpaste entfernt nicht nur Körperhaare, sondern reinigt auch sanft die Haut.

Vorteile von Sugaring

Beim Sugaring ist ganz klar: Es gibt mehr Vorteile als Nachteile. Die Vorteile von Sugaring sind:

  • Die Zuckermasse klebt nicht so stark an der Haut wie Wachs und wird mit der Haarwuchsrichtung abgezogen - somit ist die Haarentfernungsmethode mit Zuckerpaste sanfter und hautschonender.
  • Beim Sugaring können auch feinste Härchen sauber entfernt werden und brechen nicht so leicht ab.
  • Anders als bei einer Rasur werden die Haare beim Sugaring mit der Haarwurzel entfernt - die behandelten Körperstellen bleiben so bis zu einem Monat lang frei von Haaren.
  • Und das Beste: Sugaring ist nachhaltig.
  • Anders als bei anderen Methoden zur Haarentfernung entsteht nämlich kein Verpackungsmüll und die Zucker-Paste besteht zu 100 Prozent aus natürlichen Inhaltsstoffen.
  • Verlangsamung des Haarwachstums: Wendest du die Methode des Sugarings regelmäßig an, soll dies das Haarwachstum verlangsamen.
  • Außerdem sollen die Haare nach der Behandlung dünner und heller nachwachsen.

Nachteile von Sugaring

Der größte Nachteil ist der kurze Schmerz beim Abziehen der Zuckerpaste, ähnlich wie beim Waxing. Außerdem braucht man für gute Ergebnisse beim Sugaring Übung und die Haarentfernung ist zeitintensiver als eine schnelle Nassrasur.

Was du vor der Anwendung von Sugaring wissen musst

Generell kannst du mit der Sugaring-Paste alle Körperstellen enthaaren. Vor allem für Anfänger:innen eignen sich die Beine zur ersten Anwendung von Sugaring, um ein Gefühl für die Zuckermasse zu bekommen. An sensibleren Stellen wie dem Intimbereich oder dem Gesicht sollte man mit dem Sugaring vorsichtig sein und besonders darauf achten, dass die Zuckerpaste nicht zu heiß ist.

Einen Tag vor der Enthaarung kannst du deine Haut mit einem sanften Peeling vorbereiten, um Hautschüppchen zu entfernen und eingewachsene Haare zu vermeiden. Benutze vorher lieber keine reichhaltige Körperlotion, damit die Halawa besser auf der Haut haftet. Jetzt musst du dir nur noch überlegen, ob du die Sugaring-Paste kaufen möchtest, im Handel liegt sie circa zwischen 4 und 30 Euro, oder ob du Sugaring selber herstellen willst.

Die Zuckerpaste entfernt im Gegensatz zur Rasur die Haare mitsamt den Haarwurzeln. Das Sugaring eignet sich für alle Körperzonen, speziell auch für sensible Körperstellen. Natürlich ist das Schmerzempfinden etwas Individuelles, deshalb empfehle ich, es einfach mal an einer kleinen Hautstelle auszuprobieren. Für das beste Ergebnis sollten die Härchen mindestens drei Millimeter lang sein.

Sie sollten die Haut zuvor mit einem Peeling von Schüppchen befreien. Vor dem Auftragen der Zuckerpaste sollte die Haut trocken und frei von Ölen oder Cremes sein.

Sugaring selber machen - Rezept und Anleitung

Sugaring Rezept | perfekte DIY Zuckerpaste! | Waxing Methode für glatte Haut | Enthaarung

Die Zuckerpaste für Sugaring lässt sich ganz einfach selber herstellen. Vermutlich hast du auch schon alle Zutaten zu Hause. Wer sich das Geld für die Studio-Besuche sparen will, kann Sugaring zu Hause ausprobieren - um die Sugaring-Paste selber herzustellen, brauchst du nur drei simple Zutaten.

Das brauchen Sie:

  • 10 Milliliter Leitungswasser
  • 30 Milliliter frisch gepressten Zitronensaft
  • 200 Gramm Zucker
  • Kochtopf
  • Kochlöffel aus Holz
  • Einmachglas oder verschließbare, kleine Vorratsdose

Sugaring-Paste selber machen: Eine Anleitung

  1. Gib alle drei Zutaten zusammen in den Topf und bringe sie zum Schmelzen. Dabei rührst du am besten ständig um.Wenn die Flüssigkeit anfängt zu kochen und Bläschen bildet, nimmst du sie vom Herd und rührst weiter, bis die Blasen verschwunden sind.
  2. Die Masse sollte jetzt eine karamell-braune Farbe angenommen haben.
  3. Anschließend lässt du das Gemisch erneut aufkochen und wiederholst den Vorgang so lange, bis die Konsistenz zähflüssig ist.

Tipp: Wenn die Masse zu flüssig bleibt, gib noch etwas Zucker dazu. Wenn sie zu dickflüssig ist, hilft Zitrone. Zum Schluss kannst du die Masse am besten mit einem Trichter in ein Gefäß umfüllen und abkühlen lassen. Vorsicht: Die Zuckerpaste ist frisch vom Herd, sehr heiß.

Nimm den Topf von der Herdplatte, sobald das Gemisch Blasen wirft. Wiederhole diesen Vorgang so lange, bis du eine zähflüssige, honigfarbene Masse erhältst. Tipp: Ist die Masse hart und brüchig, ist sie zu fest geworden und du kannst sie mit Zitronensaft retten. Bist du dir nicht sicher, ob sie noch zu flüssig ist, dann nimm einen Löffel von der Paste und gib sie in ein Glas kaltes Wasser. Löst sie sich darin auf, musst du sie noch weiter köcheln lassen.

Sobald die Masse kocht und man kleine Bläschen sieht, den Topf vom Herd nehmen. Tipp: Um die richtige Konsistenz zu testen, können Sie einen Löffel der abgekühlten Paste in kaltes Wasser geben. Wenn die Paste sich auflöst, ist sie noch nicht fest genug. Achtung: Lassen Sie die Zuckerpaste bitte unbedingt lang genug abkühlen.

So funktioniert Sugaring

Reinige die Körperstelle, die du enthaaren möchtest, mit etwas Wasser oder Reinigungsalkohol von fettigen Rückständen. Nimm dir eine circa walnussgroße Portion der Paste und knete sie zwischen den Händen. Die Paste sollte vorher etwas erwärmt werden und ungefähr bei Körpertemperatur liegen.

Trage die Masse jetzt mit einem Spatel oder den Händen entgegen der Haarwuchrichtung auf den Körper auf. Dann ziehst du die Zuckermasse in mehreren ruckartigen Zügen in Wuchsrichtung der Haare ab. Das Abziehen kannst du entweder mit der Hand machen oder ein Stück Vlies darauf legen, um das Stück besser greifen zu können.

Die Kugel mit den Händen zu einem Streifen lang ziehen und auf die saubere, trockene Hautstelle entgegen der Haarwuchsrichtung glatt streichen. Danach den Streifen ruckartig mit der Haarwuchsrichtung abziehen. Den geformten Streifen können Sie so lange verwenden, bis keine Haare mehr daran haften bleiben. Keine Sorge, wenn es nicht direkt klappt. Auch ich habe am Anfang erst einmal ein paar Anläufe gebraucht.

Anfangs braucht es noch ein wenig Übung, aber schon nach kurzer Zeit hast du den Dreh raus. Trage mit einer Hand die Zuckerpaste auf und straffe mit der anderen die Hautpartie, während du die Masse abziehst. Verwende regelmäßig ein Peeling, um eingewachsene Haare zu vermeiden. Hast du dich bei der Menge verschätzt, brauchst du den Rest Zuckerpaste nicht wegzuschmeißen. Verpacke sie luftdicht in einem Glas und stelle es in den Kühlschrank. Dort hält sie problemlos mehrere Wochen.

Das verwendete Stück Zuckerpaste können Sie so lange weiterbenutzen, bis es dafür zu weich ist. Anfangs braucht es noch ein wenig Übung, aber schon nach kurzer Zeit hast du den Dreh raus. Verwende das Stück Zuckerpaste so lange, bis es zu weich wird.

Die richtige Anwendung von Sugaring-Paste

Die Anwendung ist ganz ähnlich zu den anderen beiden Methoden: Paste in einem Wasserbad erwärmen, in einzelnen Portionen herausnehmen, auf die gewaschene und abgetrocknete Haut geben, je nach Belieben mit einem Stofftuch bedecken und von der Haut abnehmen. So lange wiederholen, bis alle gewünschten Stellen enthaart sind.

Die Paste gegen die Haarwuchsrichtung auftragen, längs aufstreichen und mit Schwung in Wuchsrichtung wieder abziehen. Sobald die Paste ausgeschöpft ist, eine neue Portion herausnehmen und die Behandlung entsprechend fortsetzen.

Wie bereitet man die Haut für das Sugaring vor und nach?

Um die Haut auf die Behandlung mit der Zuckerpaste vor- und nachzubereiten, können Ihnen die folgenden Tipps helfen:

  • Die Haare lang genug wachsen lassen: Hierbei empfehlen Kosmetiker:innen eine Mindestlänge von etwa einem halben Zentimeter oder länger; das entspricht zum Wachsen lassen einer Dauer von schätzungsweise eineinhalb bis zwei Wochen.
  • Rechtzeitig ein Peeling durchführen: Damit die Haut vor der Haarentfernung nicht unnötig gereizt wird, empfiehlt es sich, sie kurz vorher, sprich am selben oder am Vortag, nicht mehr zu peelen.
  • Die Haut schonen: Um Reizungen zu vermeiden, sollten der Gang ins Solarium oder ein Sonnenbad vor und nach dem Sugaring für mindestens eine Woche vermieden werden.
  • Haut am Behandlungstag neutral belassen: Am Tag der Behandlung ist es ratsam auf ölhaltige Bodylotion oder Körperöl zu verzichten, damit die Paste optimal auf der Haut haften kann und so beste Ergebnisse erzielt werden können.
  • Für Linderung sorgen: Da die Derma zwar vergleichsweise schonender behandelt wird, als beim Waxing oder der Epilation, aber durch das Sugaring natürlich auch gereizt wird, können nach der Behandlung eine feuchtigkeitsspendende Lotion oder ein Aloe-Vera-Gel für die nötige Beruhigung und Kühlung sorgen.

Sugaring vs. Rasur: Was ist besser?

Nun, es gibt viele Methoden der Haarentfernung und wir kennen sie alle: Rasur, Waxing, Enthaarungscreme, Epilation, IPL, Sugaring und Co. Doch welche Vorteile und Nachteile hat die Haarentfernung mit Zuckerpaste entgegen der klassischen Nassrasur?

Vorteile von Sugaring gegenüber Rasur

  • Im Vergleich zur Rasur mit Einwegrasierer oder Rasierhobel ist Sugaring hautschonender und hinterlässt kaum bis gar keine Spuren. Rasierpickel und Erdbeerbeine bleiben aus.
  • Die Haarentfernung mit der Sugaring-Methode verspricht hingegen länger glatte Beine - teilweise bis zu vier Wochen oder sogar länger bleiben die behandelten Stellen haarfrei.
  • Obwohl die Zuckerpaste die Haare mitsamt der Haarwurzel aus der Haut löst, ist die Methode mit weit weniger Schmerzen verbunden, als es beim Waxing oder beim Epilieren der Fall ist.
  • Da Sugaring-Paste lediglich aus drei Zutaten besteht, die gleichzeitig auch noch natürlich und plastikfrei sind, bietet die Haarentfernungsmethode eine nachhaltige Alternative zu Rasierer und Enthaarungscreme.

Nachteile von Sugaring gegenüber Rasur

  • Für wen es im Badezimmer und in Sachen Haarentfernung schnell gehen muss, der wird eher von einer Rasur profitieren. Demnach ist Sugaring zeitintensiver und nicht spontan anwendbar.
  • Empfindliche Hauttypen, die beispielsweise unter Neurodermitis, Schuppenflechte, Gürtelrose, Herpes oder Rosacea leiden, sollten nicht mit Sugaring-Paste behandelt werden.

Welche Körperregionen sind für Sugaring geeignet?

Im Grunde genommen kann man fast alle Körperregionen mit der Zuckerpaste behandeln. Aber auch die Arme und Beine, sowie der Intimbereich und sogar die Oberlippe lassen sich mit dieser Methode problemlos und effektiv enthaaren.

Wie lange hält ein Sugaring?

Dieser Faktor hängt von der Vorbereitung und vom Haartypen ab: Nur, wer die Härchen vor der Behandlung lang genug wachsen lässt, wird von den besten Ergebnissen profitieren. Verallgemeinert lässt sich sagen, dass ein Sugaring zwischen vier bis sechs Wochen halten kann. Bei regelmäßig fortgeführter Behandlung können die Härchen schwächer nachwachsen, da die Haarwurzeln durch die Methode entkräftet werden.

Ist ein Sugaring schmerzhaft?

Jedes Schmerzempfinden ist anders und wird von unterschiedlichen Einflüssen bedingt. Im Vergleich zum Waxing oder zur Epilation ist Sugaring weniger schmerzhaft und zudem schonender zur Haut.

Wie lassen sich eingewachsene Haare vorbeugen?

Zur Vorbeugung können Sie etwa eine Woche nach dem Sugaring regelmäßig ein Peeling anwenden, um abgestorbene Hautzellen abzutragen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zuckerpaste in der Welt der Haarentfernung zurecht immer populärer wird. Die vegane Masse aus Zucker, Wasser und Zitronensaft ist für Frau sowie Mann gleichermaßen geeignet und macht durch ihre zahlreichen Vorteile einen echten Unterschied aus. Dazu gehört, dass das Zuckern ganz natürlich, hautfreundlich, nicht scheuernd und auch preislich erschwinglich ist.

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