Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft und oft mit erheblichem Leidensdruck verbunden ist. Eine volle, glänzende Haarpracht wird häufig mit Jugend und Gesundheit assoziiert, was den Verlust der Haare besonders belastend macht. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ursachen, Diagnosemethoden und moderne Behandlungsansätze, die Betroffenen helfen können.
Prinzipiell kann Haarausfall viele Ursachen haben. Viele sind ungefährlich und erfordern keine medizinische Behandlung.
Es gibt auch seltene Haarerkrankungen, die zu Haarausfall führen können. Ein Beispiel ist die postmenopausale frontale fibrosierende Alopezie.
Stress ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Der Stress, den wir alle angesichts der Weltlage, Klimakrise, Inflation, Corona und allgemeinen Arbeitsbelastung haben, ist der absolute Haarausfall-Trigger.
Norwood-Skala für männlichen Haarausfall
Angesichts der vielen möglichen Ursachen sollte bei einem außergewöhnlich starken und länger anhaltenden Haarausfall ein Arzt, am besten ein Dermatologe, konsultiert werden. Nach der Anamnese wird der Arzt die Haare genau anschauen. Dazu zählen nicht nur die Kopfhaare, sondern auch die übrigen Körperhaare und sogar die Nägel.
Eine adäquate ärztliche Untersuchung beim Symptom Haarausfall umfasst folgende Aspekte:
Ein Blick durch die Lupe verrät, ob an kahlen Stellen noch Haarfollikel vorhanden sind. Für ein Trichogramm braucht der Arzt 50 bis 100 Haare von unterschiedlichen Bereichen der Kopfhaut. Unter dem Mikroskop erkennt er an der Haarwurzel, wie viele Haare sich in jeweils in der Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase befunden haben. Eine Biopsie ist selten und hauptsächlich bei narbigen Alopezien oder unklaren Befunden erforderlich. Um möglichen Krankheiten oder Mangelerscheinungen als Ursache auf den Grund zu gehen, ist eine Blutuntersuchung erforderlich.
Trichoscan:
Trichoscan einer AGA vor PRP-Behandlung
Trichoscan einer AGA nach 6 Monaten mit insgesamt 4 PRP-Behandlungen
Je nach Ursache des Haarausfalls gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Für Männer ist außerdem noch das Anti-Haarausfall-Medikament Finasterid zugelassen. Es greift tief in den Stoffwechsel ein, hemmt die sogenannte 5-Alpha-Reduktase in den Zellen, die für die Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in das aktivere Dihydrotestosteron (DHT) zuständig ist. Dieses sorgt bei Kindern für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane, aber auch für das Wachstum der Körperbehaarung und für den Haarausfall auf dem Kopf.
In jeder Drogerie erhältlich und völlig unbedenklich sind Haarwuchsmittel mit Koffein. Der Wachmacher regt die Durchblutung an. Durch die verbesserte Zirkulation werden die Haarwurzeln besser versorgt.
Als besonders effektiv gilt ein sogenanntes PRP-Treatment. "PRP ist die Kurzform für plättchenreiches Plasma, das aus dem entnommenen Blut der zu behandelnden Person gewonnen wird", erklärt die Dermatologin. "Um die Blutplättchen zu isolieren, wird das Blut zentrifugiert. Das daraus gewonnene Material enthält körpereigene Wachstumsfaktoren - in die Kopfhaut injiziert, regen diese Wachstumsfaktoren den Haarwuchs an." Die Expertin empfiehlt mindestens drei, besser fünf Sitzungen im Abstand von jeweils vier bis sechs Wochen.
Autologes PRP wird mehr und mehr in der Behandlung von Alopezien eingesetzt. Im Rahmen einer Haartransplantation kann PRP verwendet werden, um ein besseres Ergebnis des chirurgischen Eingriffs zu erzielen [3]. So können die Haarfollikel eingebettet in PRP implantiert werden.
Injektionsnadel und -tiefe bei Anwendung von PRP
Bei einer Haartransplantation werden die eigenen Haare vom Hinterkopf zu kahlen oder schütteren Stellen transplantiert. So können die Haarfollikel eingebettet in PRP implantiert werden.
Haartransplantation Einzelentnahme - FUE
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit der Behandlungen je nach Alopezie-Art unterschiedlich ist. Studien mit standardisiertem Design zur Bestätigung der Ergebnisse sind notwendig.
| Behandlung | Wirkung | Hinweise |
|---|---|---|
| Minoxidil | Vergrößerung des Haarschaftdurchmessers, Verlängerung der Wachstumsphase | Rezeptfrei in Apotheken erhältlich |
| Finasterid | Hemmt die Bildung von DHT | Verschreibungspflichtig, nur für Männer zugelassen |
| PRP-Therapie | Regt den Haarwuchs durch Wachstumsfaktoren an | Mindestens drei Sitzungen empfohlen |
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