Haare entwöhnen vom Shampoo: Eine detaillierte Anleitung

Viele Menschen streben nach gesünderem und natürlich gepflegtem Haar. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, ist die "No Poo"-Methode, bei der auf herkömmliche Shampoos verzichtet wird. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung, wie Sie Ihre Haare erfolgreich vom Shampoo entwöhnen können, um Volumen, Glanz und eine gesunde Kopfhaut zu fördern.

Warum Shampoo-Entwöhnung?

Herkömmliche Shampoos enthalten oft synthetische Inhaltsstoffe wie Tenside, Silikone, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Parfum. Diese können die Kopfhaut reizen, Allergien auslösen und dazu führen, dass die Kopfhaut schnell nachfettet.

Ein weiterer Grund für die Shampoo-Entwöhnung ist der Verzicht auf eine Vielzahl von Tensiden, also waschaktiven Substanzen. Viele Menschen vertragen diese nicht, auch nicht in Naturkosmetikprodukten. Sodium Coco Sulfate, also Kokostenside, sind üblicherweise in vielen Naturkosmetik-Shampoos zu finden. In konventionellen Produkten finden sich außerdem noch folgende Tenside, die alle hautreizend oder austrocknend sein können: Sodium Lauryl Sulfat, Ammonium Laureth Sulfat, Ammonium Lauryl Sulfat, Sodium Laureth Sulfat, MIPA-Laureth Sulfat.

Die "No Poo"-Methode zielt darauf ab, die Talgproduktion der Kopfhaut zu regulieren und die natürlichen Öle des Haares zu erhalten.

Natürliche Alternativen zum Shampoo

Es gibt eine Vielzahl natürlicher Alternativen, um die Haare ohne Shampoo zu reinigen:

  • Saponine: Milde, nichtionische Tenside aus Pflanzen wie Seifenkraut, Waschnüssen (Reetha), Rosskastanien, Birkenblätter, Shikakai und Gänseblümchen.
  • Pulverisierte Algen: Ein altes japanisches Rezept, bei dem die Haare mit Nori oder Wakame gewaschen werden.
  • Amla, neutrales Henna, Heilerde oder Lavaerde: Diese reinigen und pflegen die Haare auf natürliche Weise.
  • Natron: Ein Allrounder in Küche und Kosmetik, der sich ebenfalls zur Haarwäsche eignet.
  • Aleppo-Seife bzw. Olivenseife: Seifen verhalten sich anders als Shampoos, können aber eine effektive Reinigungsoption sein.

Anleitung zur Shampoo-Entwöhnung

Die Umstellung auf die "No Poo"-Methode erfordert Geduld und Anpassung. Hier sind einige Schritte, die Ihnen helfen können:

  1. Entfettungsphase: Zögern Sie die Haarwäsche immer so lange hinaus, bis Ihr Haar zu fetten beginnt. Das kann von ein paar Tagen bis zu einer Woche dauern.
  2. Regelmäßiges Bürsten: Bürsten Sie das Haar jeden Tag ausgiebig, um Schmutz zu entfernen und den Talg gleichmäßig zu verteilen.
  3. Erste Haarwäsche: Verwenden Sie bei der ersten Haarwäsche nur lauwarmes Wasser.
  4. Natürliche Alternativen: Ab der nächsten Haarwäsche können Sie auf eine natürliche Alternative wie Natron oder Heilerde zurückgreifen.

Haare waschen mit Natron: Eine detaillierte Anleitung

Die Haare mit Natron zu waschen, ist eine von vielen „No Poo“-Möglichkeiten. „No Poo“ steht für „No Shampoo“: Bei dieser Methode wäschst du deine Haare ohne herkömmliches Shampoo, um die darin teilweise problematischen Inhaltsstoffen zu vermeiden.

Anleitung für die Natron-Haarwäsche

Löse Natron zum Haarewaschen in Wasser auf. Diese Anleitung gilt für eine Haarwäsche. Alles, was du dafür benötigst: Backnatron und lauwarmes Wasser.

  1. Vermische zwei bis drei Teelöffel Backnatron mit 150 Millilitern lauwarmem Wasser.
  2. Verrühr das Gemisch gut. Das Natronpulver löst sich nicht komplett auf.
  3. Gieße dann das Natron-Wasser langsam über deinen Haaransatz.

In Wasser gelöstes Natron besitzt einen alkalischen pH-Wert. Die Stärke der alkalischen Lösung hängt vom Mischverhältnis ab und kann bis zu einem pH-Wert von 9 reichen. Deine Kopfhaut ist dagegen leicht sauer, etwa bei einem pH-Wert von 5,5.

Saure Rinse

Nachdem du die Haare mit Natron gewaschen hast, solltest du unbedingt den Schutz wiederherstellen, indem du den pH-Wert zurück ins Gleichgewicht bringst. Dafür ist eine saure Rinse empfehlenswert. Spüle die saure Rinse nicht aus. Der Essig-Geruch der sauren Rinse verfliegt schnell wieder.

Die saure Rinse

Eine saure Rinse ist nach der Haarwäsche mit Natron empfehlenswert, um den pH-Wert der Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Hier sind einige Optionen:

  • Apfelessig: Mischen Sie einen halben bis einen Liter kaltes Wasser mit ein bis zwei Esslöffeln Apfelessig. Spülen Sie damit das nasse Haar.
  • Ätherische Öle: Ergänzen Sie die Apfelessig-Spülung mit einigen Tropfen Teebaumöl oder Rosmarinöl, um die Talgbildung zu regulieren und antibakteriell zu wirken.

Wichtige Tipps für die Umstellung

  • Regelmäßig bürsten: Kämmen Sie Ihre Haare regelmäßig, um Schmutz auszubürsten und den Talg zu verteilen. Eine Bürste mit Naturborsten eignet sich dafür besonders gut.
  • Fettiger Ansatz: Kaschieren Sie das strähnige Haar mit einem Zopf, Dutt, Hut, Mütze oder Haarband. Natron kann auch auf den Haaransatz aufgetragen und ausgebürstet werden.
  • Geduld: Die Kopfhaut braucht Zeit, um sich von konventionellen Shampoos zu entwöhnen und das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen.

No-Poo im Alltag

Auch im Alltag lässt sich die No-Poo-Methode gut integrieren:

  • Friseur: Sprechen Sie die No-Poo-Methode bereits bei der Terminvereinbarung an oder besuchen Sie einen Natur- oder Biofriseur.
  • Schwimmbad und Urlaub: Brausen Sie das Haar nach einem Tag im Schwimmbad oder am Strand ausgiebig mit lauwarmem Wasser ab. Verwenden Sie bei Bedarf No-Poo-Shampoo-Ersatz wie Natron, Lavaerde oder Roggenmehl.

Haarwäsche mit Roggenmehl

Haare waschen mit Mehl kann Talg und Schmutz aus den Haaren entfernen. Besonders gut eignet sich für die Haarwäsche Roggenmehl. Es enthält weniger Gluten als andere Sorten und wird deshalb in Verbindung mit Wasser nicht teigig. Mischen Sie fürs Haarewaschen mit Roggenmehl vier bis fünf Esslöffel feines Roggenmehl mit etwas lauwarmem Wasser.

Massieren Sie die Mischung unter der Dusche in das nasse Haar und spülen Sie es danach wie gewohnt aus, wenn Sie die Haare mit Roggenmehl waschen. Nachteil: Das frische Anrühren der Paste dauert länger als ein fertiges Shampoo zu verwenden.

Haarwäsche mit Heilerde

Haare waschen geht auch mit Heilerde. Diese wird aus Löß, einer Lehmart, gewonnen. Sie wirkt bindend, wodurch sie überschüssigen Talg von der Kopfhaut entfernt.

Um die Haare mit Heilerde zu waschen, vermischen Sie etwa drei Esslöffel Heilerde in Pulverform mit warmem Wasser, bis eine gelartige Masse entsteht. Diese massieren Sie in die Kopfhaut ein und spülen sie anschließend sorgfältig aus. Bei sehr fettigem Haar können Sie die Heilerde 15 bis 20 Minuten einwirken lassen.

Vor- und Nachteile der Natron-Haarwäsche

Die Natron-Haarwäsche bietet sowohl Vor- als auch Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt:

Vorteile Nachteile
Einfache und natürliche Methode Alkalischer pH-Wert kann den natürlichen Hautschutz beeinträchtigen
Plastikfrei Kann bei häufiger Anwendung Haare und Kopfhaut schädigen
Effektive Reinigung bei fettigen Haaren Nicht geeignet für trockenes, gefärbtes oder geschädigtes Haar
Eignet sich als Kopfhaut-Peeling Kann zu statischer Aufladung der Haare führen
Tiefenreinigung zur Entfernung von Silikonrückständen Experimentieren mit Mischungsverhältnissen erforderlich

Alltagsroutine anpassen

Ihre Haarwasch-Routine ist erst dann perfekt, wenn sie optimal zu Ihrem Haartyp, Ihrer Kopfhaut und ihrem Lebensstil passt. Dabei spielen auch die Jahreszeiten sowie Umwelteinflüsse eine wichtige Rolle: Während Ihre Mähne im Sommer jede Menge Feuchtigkeit und zuverlässigen Schutz vor UV-Strahlen benötigt, hilft im Winter eine nährende Pflege gegen trockene Heizungsluft und Kälte.

Ideal sind feuchtigkeitsspendende Shampoos, wie die unserer Elvital Hydra [Hyaluronic] Pure-Serie mit Hyaluronsäure für die Haare und nährende Conditioner. Verwenden Sie Haarpflege, die speziell für coloriertes Haar entwickelt wurde.

Häufigkeit der Haarwäsche

Haare und Kopfhaut müssen sich nach jedem Shampoonieren erst wieder regenerieren. Daher ist es wichtig, nicht täglich mit Shampoo zu waschen.

Ein gutes Indiz dafür, wann die nächste Haarwäsche nötig ist:Sobald die Kopfhaut sich fettig oder ölig anfühlt, sollten die Haare, beziehungsweise die Kopfhaut, gereinigt werden.

Das könne bei manchen Menschen nach zwei Tagen sein, bei anderen auch erst nach vier Tagen.

Bei längeren Haaren lohnt es sich laut Weinitschke, die Haare in einem Abwasch zweimal zu waschen. Dabei sollte beim ersten Mal nur die Kopfhaut und beim zweiten Durchgang sollten die Haare nur leicht shampooniert werden. "Das verhindert, dass die Haarlängen und -spitzen austrocknen", erklärt Weinitschke.

Natron statt Shampoo [Schönes Haar - Folge 18]

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