Ursachen für Haare unterhalb des Bauchnabels bei Männern

Bauchbehaarung bezieht sich auf die Haare im Bauchbereich. Beim Menschen unterscheidet man drei Haartypen: Lanugohaare, Vellushaare und Terminalhaare. Der Großteil der Körperbehaarung, einschließlich der am Bauch, besteht aus unpigmentierten, weichen, dünnen Vellushaaren, die den Körper von Geburt an bedecken.

Im Rahmen der Pubertät kommt es aufgrund der hormonellen Umstellung dazu, dass sich einige Vellushaare zu den dickeren, härteren, pigmentierten Terminalhaaren umwandeln, welche man zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen zählt. Das typische Behaarungsmuster nimmt seinen Ursprung am unteren Brustbein und geht dann von dort in Richtung Bauchnabel, gleichzeitig beginnt ein Haarwachstum in der Schamgegend und zieht ebenfalls zum Bauchnabel hin.

Das Ausmaß der Behaarung variiert von Person zu Person stark und ist vor allem abhängig von den Hormonspiegeln im Blut und von einer individuellen genetischen Veranlagung. Deshalb kommt es dazu, dass einige Männer am Bauch so gut wie gar keine Terminalhaare besitzen, andere hingegen eine sehr ausgeprägte Behaarung aufweisen. All dies wird als normal angesehen.

Heutzutage ist eine starke Körperbehaarung an den meisten Stellen, so auch am Bauch, bei den meisten Menschen unbeliebt, das Schönheitsideal wird zunehmend durch einen haarlosen Körper definiert. Daher kommt es dazu, dass immer mehr Männer sich die Bauchbehaarung entfernen (lassen) wollen.

Wie bei anderen Haaren auch, ist die einfachste Methode hierfür eine Rasur, die mithilfe einer klassischen Nassrasur oder auch durch einen Körperhaartrimmer erfolgen kann. Der Vorteil ist, dass dies einfach und kostengünstig ist und von jedem selbst durchgeführt werden kann, der Nachteil besteht in der kurzen Dauer des angestrebten Zustands. Je nach Schnelligkeit des Haarwachstums muss man sich nach 1 bis 3 Tagen erneut rasieren, um keine sichtbaren Haare am Bauch zu haben. Eine Alternative ist die Enthaarungscreme. Diese ist zwar geringfügig teurer, dafür hält das Ergebnis allerdings auch länger.

Die wohl effektivste, gleichzeitig aber auch die aufwendigste und teuerste Möglichkeit zur Haarentfernung am Bauch ist die Behandlung durch einen Dermatologen oder Kosmetiker mit IPL (intense pulsed light). Hierbei macht man sich gepulstes Licht zunutze, welches einem Laser ähnelt, mit dem man die Haarwurzeln zerstören kann. Die Folge davon ist, dass die Haare des bestrahlten Gebiets ausfallen und, wenn überhaupt, dann erst sehr viel später und dünner und weicher nachwachsen.

Bei Frauen kann vermehrte Behaarung im Gesicht und am Körper, beispielsweise auch an den Oberschenkeln, um die Brustwarzen und vom Schambereich zum Bauchnabel auftreten. Besonders belastend wird der männliche Haarwuchs (Hirsutismus) im Gesicht und am Körper beschrieben.

Von Hirsutismus spricht man, wenn Frauen dichte Körperbehaarung an Stellen aufweisen, die normalerweise eher bei Männern stark behaart sind. Dazu zählen zum Beispiel der Bereich zwischen Nase und Oberlippe (“Damenbart“), Kinn und Wangen, die Oberschenkel oder die Region zwischen den Brüsten.

Unter Hirsutismus versteht man einen sehr starken Haarwuchs bei Frauen, der eher dem männlichen Behaarungsmuster entspricht. Charakteristisch sind etwa ein „Damenbart“ oder Haare an Brust und Rücken. Häufig wachsen vermehrt Haare im Gesicht, beispielsweise als Oberlippen- oder Kinnbart, sowie am Rücken und auf der Brust. Zudem wachsen die Haare im Genitalbereich oft bis auf den Oberbauch oder die Innenseiten der Oberschenkel.

Wenn die starke Behaarung andere Körperstellen oder den ganzen Körper betrifft, handelt es sich nicht um Hirsutismus, sondern um eine sogenannte Hypertrichose.

Ursachen für Hirsutismus

In neun von zehn Fällen hat Hirsutismus keine erkennbaren krankhaften Ursachen. Ärzte sprechen dann von einem idiopathischen Hirsutismus. Bei vielen Frauen ist der verstärkte Haarwuchs schlicht Veranlagung. Ihre Haarfollikel reagieren vermutlich von Natur aus besonders empfindlich auf männliche Sexualhormone (Androgene).

Seltener lässt sich ein bestimmter Auslöser feststellen, etwa eine hormonelle Störung. Bestimmte Hormone sind dann im Übermaß vorhanden. Ein möglicher Hinweis auf eine hormonelle Ursache sind zusätzliche Symptome einer Vermännlichung.

Zur Vermännlichung kommt es, wenn im Körper zu viele männliche Sexualhormone vorhanden sind.

Die häufigste Ursache für einen ausgeprägten Hirsutismus ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS). Mit bis zu 80 Prozent ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) die häufigste Ursache für einen ausgeprägten Hirsutismus. Dabei befinden sich an den Eierstöcken viele kleine Zysten.

Weitere Ursachen für Hirsutismus sind seltener:

  • androgenitales Syndrom: Die Nebennieren bilden durch einen Enzymdefekt zu wenig Kortisol und oft auch zu wenig Aldosteron.
  • Cushing-Syndrom: Bei dieser Erkrankung ist das Hormon Kortisol im Körper aus unterschiedlichen Gründen im Übermaß vorhanden. Zusätzlich kann ein Überschuss an männlichen Hormonen entstehen.
  • Tumoren der Eierstöcke, der Nebenniere
  • Medikamente: Die langdauernde Einnahme von Androgenen, Anabolika (zum Beispiel im Sport), Kortison, Spironolacton und anderen Medikamenten kann ebenfalls einen Hirsutismus auslösen.

Ursachen für Hirsutismus und Behandlungsmöglichkeiten

Wie wird Hirsutismus diagnostiziert?

Die Diagnose Hirsutismus ergibt sich für den Arzt unmittelbar aus dem charakteristischen männlichen Behaarungstyp einer Patientin: An Stellen wie Kinn, Oberlippe oder Brust finden sich vermehrt die kräftigen Terminalhaare. Der Arzt oder die Ärztin wird im nächsten Schritt herausfinden wollen, ob bestimmte Erkrankungen oder Medikamente den Hirsutismus hervorgerufen haben.

Verschiedene Blutwerte geben Aufschluss darüber, ob der Hirsutismus eine hormonelle Ursache hat und welche Erkrankung dahinterstecken könnte. Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen sinnvoll.

Zunächst prüft der Arzt das Behaarungsmuster und stellt die Schwere des Hirsutismus mithilfe eines extra dafür erstellten Punktescores fest (Ferriman-Gallwey-Score). Dieser Wert ist wichtig für die Dokumentation und die objektive Prüfung, ob eine Therapie anschlägt.

Zur Suche nach hormonellen Unregelmäßigkeiten setzt der Arzt eine Reihe von Labortests ein. Geschlechtshormonen, z. B.

Trotz aller Untersuchungsmethoden wird bei über 90 % der Betroffenen keine behandelbare Grunderkrankung gefunden, hier gehen die Ärzte meist von einer erhöhten Testosteronempfindlichkeit der Haarbälge aus.

Ferriman-Gallwey-Index

Zur Bestimmung der objektiven Kriterien kann der Ferriman-Gallwey-Index herangezogen werden, der für 9 Körperregionen die Verteilung der Terminalhaare anhand einer Skala von 0 bis 4 beschreibt. Zu den 9 Regionen gehören unter anderem die Oberlippe und die Brust.

Allerdings ist dieser kein Maßstab für den Leidensdruck einer Patientin. Ein Hirsutismus wird bei einer Summe von 8 oder mehr Punkten diagnostiziert. Dabei gilt der Index nicht für Asiatinnen.

2001 wurde diese Methode verändert und um 10 Körperregionen erweitert. Darunter waren zum Beispiel Koteletten, Nacken und Unterarm.

In der Studie von DeUgarte und Mitarbeitern fühlten sich gut 70 % der Frauen mit einem Indexwert von mindestens 3 als hirsut, ebenso viele mit einem Indexwert von zumindest 8.

Wie sieht eine Hirsutismus Behandlung aus?

Eine von Natur aus starke Körperbehaarung bedarf nicht zwingend einer speziellen Behandlung. Bei Hirsutismus, der durch eine bestimmte Erkrankung oder Medikamente ausgelöst wurde, richtet sich die Therapie vor allem nach der jeweiligen Ursache.

Hat ein PCO-Syndrom den Hirsutismus begünstigt, kann bei übergewichtigen Frauen eine Gewichtsabnahme den Hormonhaushalt positiv beeinflussen. Da bei einem PCO-Syndrom häufig der Zuckerstoffwechsel gestört ist, kann auch eine Behandlung mit dem Antidiabetikum Metformin infrage kommen, welches als Tablette eingenommen wird.

Eine Alternative ist die Behandlung mit sogenannten Antiandrogenen oder der „Antibabypille“. Antiandrogene Wirkstoffe in Tablettenform, zum Beispiel das verschreibungspflichtige Cyproteronacetat, hemmen den Einfluss der männlichen Sexualhormone auf die Haarfollikel. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind sie allerdings nicht geeignet. Zu häufigen Nebenwirkungen zählen Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen oder Zwischenblutungen.

Bei übermäßiger Gesichtsbehaarung steht der Wirkstoff Eflornithin als Creme zur Verfügung. Die Creme wird meist zweimal täglich auf die betroffenen Partien aufgetragen und vollständig einmassiert. Bis eine Wirkung sichtbar ist, können einige Wochen vergehen. Nach Absetzen der Behandlung kehrt die Behaarung nach und nach zurück, sodass häufig eine dauerhafte Anwendung nötig ist. Zu möglichen Nebenwirkungen zählen lokale Reaktionen wie Kribbeln, Brennen, Juckreiz oder Rötungen.

In diesen Fällen empfiehlt der Arzt die Einnahme von Antiandrogenen wie Cyproteronacetat, entweder als entsprechend antiandrogenhaltige Pille (z. B. zusammen mit Ethinylestradiol in Diane®) oder bei Frauen nach der Menopause reines Cyproteronacetat (z. B. Androcur®).

Eine weitere medikamentöse Behandlungsmöglichkeit sind Cremes mit dem Wirkstoff Eflornithin (Vaniqua®), die die Anzahl und Dicke der Haare an Oberlippe und Kinn verringern.

Darüber hinaus helfen nur kosmetische Maßnahmen wie regelmäßige Haarentfernung oder dauerhafte Laserenthaarung bzw. Verödung der Haarwurzeln. Eine Laserepilation eignet sich eher bei dickeren und dunkleren Körperhaaren, nicht bei den feinen Vellushaaren.

Methoden zur Haarentfernung

  • Rasieren: Das Rasieren beseitigt die Haare nur kurzfristig.
  • Enthaarungscreme/-schaum: Enthaarungsprodukte werden auf die Haut aufgetragen und nach einer Einwirkzeit von einigen Minuten wieder entfernt. Sie enthalten alkalische Chemikalien (z. B. Thiomilchsäure), welche an der Hautoberfläche befindliche Haarteile auflösen. Bis eine erneute Behandlung nötig ist, dauert es mehrere Tage. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautreizungen oder allergische Reaktionen. Daher sollte man das Produkt vor der ersten Anwendung auf einer kleinen Hautpartie testen.
  • Bleichen: Durch Bleichen können dunkle Haare gut kaschiert werden.
  • Laserhaarentfernung: Bei der Laserhaarentfernung wird zunächst handelsübliches Ultraschallgel auf die zu behandelnden Körperareale aufgetragen. Im Anschluss bewegt man den Kopf des Lasers in stempelnden oder streichenden Bewegungen über die zu enthaarenden Stellen. Ganz schmerzfrei ist diese Methode der Haarentfernung jedoch nicht. Sollten sehr empfindliche Körperstellen durch eine Laserbehandlung enthaart werden, kann zusätzlich vor der Behandlung eine Betäubungscreme, die die Wirkstoffe Prilocain und Lidocain enthält, angewendet werden.

Ungewünschte Haare können Sie auszupfen, abrasieren, mit Wachs oder Zuckerpaste ausreißen oder epilieren. Die einfachsten Methoden sind Zupfen und Rasieren. Für Damenbärte gibt es spezielle Rasierer mit besonders kleinem und rundem Kopf, um jedes Härchen zu erwischen.

Wenn Sie die Haare nicht regelmäßig rasieren wollen, können Sie zwischen Enthaarungscremes, Wachs- und Zuckerpasten oder Epiliergeräten wählen. Für das Gesicht gibt es spezielle Präparate und Geräte, wobei zu bedenken ist, dass bei empfindlichem Hauttyp die Gefahr besteht, dass kleine Narben und Hyperpigmentierungen zurückbleiben.

Sind nur kleine Bereiche überbehaart, reicht es oft aus, die Haare zu bleichen.

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