Die Kunst des Flechtens ist vielfältig und bietet unzählige Möglichkeiten, das Haar stilvoll zu gestalten. Während einige das Flechten im Schlaf beherrschen, stellt es für andere eine echte Herausforderung dar. Doch wie bei jeder handwerklichen Tätigkeit gilt: Übung macht den Meister. Flechtelemente verleihen einer Frisur nicht nur das gewisse Extra, sondern sorgen auch für einen guten Halt, was sie ideal für besondere Anlässe macht.
Bevor wir uns in komplizierten Erklärungen verlieren, betrachten wir zunächst die Grundlagen des Flechtens. Es gibt verschiedene Basistechniken, wie den klassischen französischen Zopf und die modernere holländische Variante.
Französischer Zopf: Einfache Flechtanleitung | FRISUREN
Hast du die Grundschritte einmal verinnerlicht, eröffnen sich dir unzählige Möglichkeiten zur Gestaltung toller Frisuren!
Grundlagen des Flechtens
Für Anfänger kann das Flechten eine Herausforderung sein. Doch mit Geduld und der richtigen Technik lassen sich beeindruckende Ergebnisse erzielen. Hier eine einfache Anleitung für einen seitlichen Bauernzopf:
- Schritt 1: Ziehe einen tiefen Seitenscheitel. Um späteres Verknoten zu vermeiden, kämme die Haare gründlich durch und fixiere den Scheitel mit etwas Haarspray.
- Schritt 2: Teile das Haar unmittelbar an der längeren Seite des Scheitels in drei Partien ein. Je kleiner die Stränge, desto feiner das Flechtwerk.
- Schritt 3: Das Flechtsystem ist dasselbe wie beim Bauernzopf: Lege die rechte Strähne in die Mitte des Zopfes und ziehe den mittleren Strang nach außen. Dieser fungiert nun als deine rechte Strähne. Wiederhole dies mit der linken Partie. Füge dann von beiden Seiten des Kopfes jeweils eine Strähne hinzu und flechte erneut.
- Schritt 4: Flechte entlang des Kopfes weiter. Achte darauf, dass die hinzugefügten Strähnen gleich groß sind, um ein gleichmäßiges Muster zu erhalten.
- Schritt 5: Wenn alle Haare eingeflochten sind, kannst du den Zopf normal zu Ende flechten oder zu einem tiefen Dutt binden.
- Schritt 6: Fixiere den Zopf mit einem Haargummi in deiner Haarfarbe.
- Schritt 7: Für mehr Volumen ziehe die Haare vorsichtig etwas auseinander.
- Schritt 8: Fixiere die Frisur mit Haarspray, um sie vor Wind und Wetter zu schützen. Ein Glanzspray sorgt für ein perfektes Finish.
Boxer Braids: Power-Frisur zum Selbermachen
Boxer Braids sind mehr als nur eine Frisur - sie sind ein Ausdruck von Power, Style und Trend. Ursprünglich aus dem Boxsport stammend, haben sie sich schnell in der Streetstyle-Szene etabliert.
Was sind Boxer Braids?
Boxer Braids, auch Boxerzöpfe genannt, sind zwei fest am Kopf entlang geflochtene Zöpfe im Dutch-Braid-Stil. Im Gegensatz zu French Braids, bei denen die Strähnen über die mittlere gelegt werden, verlaufen sie bei Boxer Braids unterhalb der Mittelsträhne. Dies erzeugt einen markanten, dreidimensionalen Look.
So flechtest du Boxer Braids selbst:
- Wasche deine Haare und gib etwas Schaumfestiger hinein.
- Ziehe mit einem Stielkamm einen exakten Mittelscheitel von der Stirn bis in den Nacken.
- Binde eine Seite ab und beginne auf der anderen Seite.
- Wenn du im Nacken angekommen bist, flechte den Zopf bis zu den Spitzen zu Ende und fixiere ihn mit einem transparenten Haargummi.
- Wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite.
- Haarspray drüber - fertig!
Typische Fehler und Tipps vom Profi
Hairstylist Thomas Kemper aus München erklärt, wie der Look gelingt und welche Fehler vermieden werden sollten:
- Falsche Flechttechnik: Die Strähnen werden unter die Mittelsträhne gelegt, nicht darüber!
- Zu locker geflochten: Diese Frisur lebt von Präzision. Nutze deinen Stielkamm zum Abteilen und kontrolliere den Verlauf mit einem Handspiegel.
- Haare richtig vorbereiten: Schaumfestiger ins handtuchtrockene Haar geben, das gibt Griffigkeit und Halt.
Beliebte Varianten mit Boxer Braids
- Ombré Braids: Farbverläufe im Haar wirken geflochten besonders cool.
- Romantische Varianten: Locker geflochten, mit sanften Wellen und eingeflochtenem Band.
- Matrix-Neo-Style: Mehrere kleine Boxer-Zöpfe, die im Nacken zu einem großen zusammenlaufen.
- Messy Braids: Unperfekt ist das neue Perfekt. Schräger Scheitel, lockere Strähnen und unregelmäßig geflochtene Zöpfe ergeben einen lässigen Undone-Look.
Weitere Flechttechniken und Frisuren
Die Welt der Flechtfrisuren ist riesig. Hier ein Überblick über einige weitere beliebte Techniken:
- Französischer Zopf (Bauernzopf): Ein Klassiker, der vielseitig einsetzbar ist.
- Gretchenzopf: Eine süße Flechtfrisur, die in vielen Varianten getragen werden kann.
- Kronenzopf: Eine bezaubernde Alternative für besondere Anlässe.
- Fischgrätenzopf (Ährenzopf): Ein eleganter Zopf, der an ein Fischgrätenmuster erinnert.
- Holländischer Zopf (Dutch Braid): Sieht aus, als wäre er auf dem Kopf aufgesetzt und sorgt für einen voluminösen 3D-Look.
Der Unterschied zwischen French Braid und Dutch Braid:
| Merkmal | French Braid | Dutch Braid |
| Flechtrichtung | Über der Mittelsträhne | Unter der Mittelsträhne |
| Aussehen | Liegt enger am Kopf an | Hebt sich stärker ab |
Tipp: Auf YouTube gibt es viele hilfreiche Ratgeber, mit denen selbst ausgefallenste Flechtkunstwerke zuhause nachgestylt werden können.
Ist Flechten gut oder schlecht für die Haare?
Flechten kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Haare haben. Einerseits schützt es die Haare vor Haarbruch und äußeren Einflüssen. Andererseits kann häufiges Flechten zu Haarbruch und Haarausfall führen, besonders wenn die Zöpfe zu fest geflochten oder über längere Zeit getragen werden.
Es ist vollkommen in Ordnung, eine Flechtfrisur zu tragen, solange du einige Dinge beachtest:
- Trage sie nach Möglichkeit nicht jeden Tag.
- Entknote deine Haare vor dem Schlafengehen.
- Lockere Messy Braids sind am besten geeignet, um die Haarfollikel zu schonen.
Mit ein wenig Übung und Kreativität kannst du beeindruckende Flechtfrisuren kreieren, die deinem persönlichen Stil entsprechen und deine Haare schonen.
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