Haare färben in der Schwangerschaft: Risiken und Empfehlungen

Die Frage, ob man in der Schwangerschaft die Haare färben darf, beschäftigt viele werdende Mütter. Generell gilt, dass die meisten Studien keine direkte Verbindung zwischen Haarefärben während der Schwangerschaft und negativen Auswirkungen auf das Baby zeigen. Es wird jedoch empfohlen, besonders im 1. Trimester, vorsichtig zu sein, da in dieser Zeit die Entwicklung des Fötus besonders empfindlich ist. Ab dem 2. Trimester scheinen die Risiken zu sinken.

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Färben der Haare in der Schwangerschaft für Mütter und ihre ungeborenen Babys ungefährlich ist. Frauen können sich daher drei- bis viermal während der Schwangerschaft ohne gesundheitliches Risiko die Haare färben, meinen Expertinnen und Experten.

Dennoch lässt sich nicht völlig ausschließen, dass geringe Mengen der chemischen Inhaltsstoffe in den mütterlichen Blutkreislauf und somit auch zur Plazenta gelangen. Frauenärzte empfehlen daher, vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft (1. Trimester) auf das Färben der Haare zu verzichten. Im 2. und 3. Trimester ist das Ungeborene in der Regel weniger anfällig dafür, in seiner Entwicklung durch Chemikalien geschädigt zu werden.

Ab wann und ob Schwangere überhaupt ihre Haare färben sollten, klären Sie am besten mit Ihrem Gynäkologen oder Ihrer Gynäkologin ab.

Besonders im 1. Trimester, also wenn man über haare färben schwangerschaft 1 trimester nachdenkt, sind die Bedenken groß. Ab dem 2. Trimester, also bei Überlegungen wie haare färben schwangerschaft 2 trimester oder spezifischer haare tönen schwangerschaft 2 trimester, wird es oft als weniger riskant angesehen, aber die Frage ab wann darf ich meine haare färben in der schwangerschaft? bleibt relevant.

Haare färben in der Schwangerschaft - Tipps und Ratschläge von Hebamme Agnes Ostermayer

Sicherheitsaspekte beim Haarefärben

Um das Risiko beim Haare färben während der Schwangerschaft zu minimieren, sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Verwenden Sie Produkte mit möglichst natürlichen Inhaltsstoffen und meiden Sie Ammoniak. Es ist auch ratsam, Strähnchen-Techniken zu verwenden, bei denen die Farbe nicht direkt auf die Kopfhaut aufgetragen wird.

Welche Mengen an chemischen Inhaltsstoffen beim Färben, Tönen und Blondieren über die (Kopf-)Haut in den Körper gelangen, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen etwa, wie häufig man sich die Haare färbt, wie viel Kopfhaut mit der Haarfarbe direkt in Berührung kommt und ob die Haut gesund und unverletzt ist.

Werden Haarfarben wie vorgesehen angewendet, gelangen nur sehr geringe Mengen der enthaltenen Chemikalien über die Kopfhaut in die Blutbahn. Es ist somit unwahrscheinlich, dass bedenkliche Mengen der Substanzen die Plazenta erreichen und das Ungeborene schädigen. Daher gilt es auch in der Stillzeit nach derzeitigem Kenntnisstand als unbedenklich, sich die Haare zu färben.

Schwangere Friseurinnen können ebenfalls unbesorgt weiterhin mit Haarprodukten arbeiten, sofern diese der Europäischen beziehungsweise Schweizer Kosmetikverordnung entsprechen und damit als ungefährlich für die Gesundheit eingestuft werden.

Allergierisiko

Japanische Forschungsdaten von mehr als 77.300 Menschen zeigen jedoch auch: Kinder von Frauen, die sich während der Schwangerschaft sehr oft selbst die Haare färbten, litten im Kleinkindalter häufiger an allergischer Rhinitis (wie Heuschnupfen).

Generell haben die Inhaltsstoffe insbesondere von dauerhaften Colorationen ein hohes Allergiepotenzial. Für schwangere Frauen sind allergische Reaktionen unter Umständen besonders gefährlich, weil gängige Allergiemedikamente während der Schwangerschaft oft nicht infrage kommen.

Allergische Reaktionen äußern sich beispielsweise als Hautrötung, Juckreiz und Schwellung (Kontaktekzem). Es ist nicht ratsam, das Färbemittel vor der Anwendung an einer kleinen Hautstelle zu testen, obwohl viele Hersteller genau das empfehlen. Laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann ein solcher Selbsttest das Allergierisiko zusätzlich erhöhen.

Bei Fragen oder Bedenken sollten Sie sich an eine dermatologische Praxis wenden, bevor Sie Ihre Haare färben.

Blondieren und Tönen in der Schwangerschaft

Nicht nur das Färben, auch das Blondieren während der Schwangerschaft halten Experten für gesundheitlich unbedenklich. Die chemischen Inhaltsstoffe treten kaum in den Blutkreislauf über und gelangen daher wahrscheinlich nicht zum ungeborenen Kind.

Um kein Risiko einzugehen, können Frauen sich darauf beschränken, lediglich einzelne Strähnchen zu blondieren oder nur die untere Partie der Haare zu bleichen (etwa mit Balayage, einer speziellen Färbetechnik).

Auch bei Tönungen gehen nach derzeitigem Kenntnisstand kaum Inhaltsstoffe über die Haut in den Körper über. Daher gelten sie auch in der Schwangerschaft als gesundheitlich unbedenklich. Schwangere sollten mit einer Tönung sicherheitshalber trotzdem bis zum 2. Trimester warten.

Arten von Haarfärbemitteln

Es gibt drei Arten von Haarfärbemitteln:

  • Temporäre Färbemittel (wie Farbshampoos, Farbfestiger): Die Farbstoffe lagern sich an der Oberfläche des Haares ab, das Farbergebnis hält ein bis zwei Haarwäschen.
  • Semipermanente Färbemittel (Tönungen): Die Farbstoffe dringen in die Haarfaser ein. Eine semipermanente Haarfärbung hält etwa acht bis zehn Haarwäschen.
  • Permanente Färbemittel (Oxidative Haarfarben): Sie färben das Haar vollständig durch. Die Farbe bildet sich erst durch eine chemische Reaktion aus einer zuvor farblosen Vorstufe. Oxidative Haarfarben sind nicht auswaschbar.

Welche Haarfarbe Frauen in der Schwangerschaft wählen, hängt also auch davon ab, ob sie ein dauerhaftes Farbergebnis erzielen möchten oder lieber auf ein auswaschbares Produkt setzen. Viele Haarfarben gibt es auch ohne Ammoniak, das - unabhängig von einer Schwangerschaft - die Atemwege reizen kann.

Inhaltsstoffe und Sicherheitsstandards

In der EU dürfen Haarfarben höchstens zwei Prozent PPD enthalten. Außerdem sind Kupplersubstanzen als Inhaltsstoffe vorgeschrieben, denn sie verhindern die Entstehung der gesundheitsschädlichen Bandrowski-Base, die das Erbgut verändern kann und Allergien fördert.

Um ihre Haarfarben in der EU verkaufen zu dürfen, müssen die Hersteller dafür sorgen, dass die Inhaltsstoffe den strengen Sicherheitsanforderungen genügen. Dafür müssen sie die Produkte toxikologisch bewerten lassen. Dies regelt die Europäische Kosmetikverordnung, an die auch die Schweizer Verordnung für kosmetische Mittel angepasst ist.

Pflanzliche Haarfarben als Alternative

Rein pflanzliche Haarfarben aus Henna oder Indigo gelten auch in der Schwangerschaft als sicher. Eine Zeit lang stand das in Henna enthaltene Pigment Lawson zwar unter Verdacht, das Erbgut zu schädigen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam nach Auswertung der Studien aber zu dem Ergebnis, dass „nach heutigem Wissen kein erbgutschädigendes Risiko“ besteht.

Pflanzenhaarfarben haben ein geringeres Allergiepotenzial als chemische Oxidationshaarfarben. Eine allergische Reaktion kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden.

Vorsicht bei Produkten aus dem Ausland

Haarfarben müssen strengen Vorgaben entsprechen, um in Deutschland, Österreich und der Schweiz zugelassen zu werden. Produkte ohne Zulassung sind trotzdem oft erhältlich -zum Beispiel über das Internet.

Sowohl chemische als auch pflanzliche Haarfarben von Herstellern außerhalb Europas und der Schweiz können dann gesundheitsschädliche Stoffe enthalten.

Checkliste: Tipps zum Färben und Blondieren in der Schwangerschaft

Wenn Sie nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zu Färbemitteln greifen möchten, können Sie einiges tun, um die Sicherheit für Mutter und Kind zu erhöhen.

  1. Zunächst ist ein Besuch im Friseursalon zu empfehlen, wenn Sie Ihre Haare in der Schwangerschaft färben oder blondieren möchten. Die Profis wenden Methoden an, wodurch die Kopfhaut kaum mit Farbe in Berührung kommt.
  2. Kaufen Sie Haarfärbemittel, die den Vorgaben der EU oder Schweizer Behörden entsprechen, und seien Sie vorsichtig bei Haarprodukten aus dem nicht-europäischen Ausland.
  3. Färben Sie Ihre Haare nur dann, wenn Ihre Kopfhaut gesund und unverletzt ist.
  4. Reduzieren Sie den Hautkontakt auf ein Minimum.
  5. Tragen Sie undurchlässige Gummihandschuhe.
  6. Wenden Sie die Haarfarbe in gut belüfteten Räumen an.
  7. Lassen Sie das Mittel nicht länger als nötig einwirken.
  8. Spülen Sie die Farbe gründlich aus.
  9. Bleichen Sie nicht das komplette Haar, sondern beschränken Sie sich auf Strähnchen oder kopfhautferne Haarpartien.
  10. Rein pflanzliche Haarfarben sind eine sichere Alternative zu chemischen Haarfarben. Auch Färbeshampoos mit natürlichen Farbstoffen aus Walnuss, Kastanie oder Kamille frischen die Haarfarbe schonend auf und sind gesundheitlich unbedenklich.

Übrigens: In der Schwangerschaft verändert sich durch die Hormonumstellung der ganze Körper - bis in die Haarspitzen, denn Hormone beeinflussen die Haarstruktur. Die Haarfarbe fällt also mitunter anders aus, als Sie es vielleicht vorher gewohnt waren. Auch bei einer Tönung müssen Schwangere damit rechnen, einen anderen als den erwarteten Effekt zu erzielen. Wenn Sie sich in der Schwangerschaft oder Stillzeit die Haare färben möchten, lassen Sie sich am besten von einer Friseurin oder einem Friseur beraten.

Für diejenigen, die eine Veränderung suchen, ohne ihre Haare zu färben, können unkomplizierte frisuren mittellang eine attraktive und pflegeleichte Option sein. Diese Frisuren bieten eine schöne Alternative, um Ihr Aussehen zu erfrischen, ohne die Notwendigkeit chemischer Behandlungen.

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