Haare Selber Färben: Tipps und Tricks für ein Perfektes Ergebnis

Dank der passenden Colorationsprodukte für den Heimgebrauch ist es ganz einfach, sich die Haare selber zu färben. Allerdings gibt es dabei einige Dinge zu beachten, damit nichts schiefgeht, du deine Haare nicht schädigst und am Ende mit dem Ergebnis zufrieden bist. Damit das Ergebnis vom ersten Tag an gut aussieht, finden Sie im Folgenden ein paar wichtige Tipps und Tricks.

Haare selber färben. Ansätze färben. DIY Anleitung

Vorbereitung ist Alles

Bevor es daran geht, die Haare zu färben, sollten Sie unbedingt immer die Gebrauchsanweisung genau lesen. Einige Hersteller arbeiten zum Beispiel mit speziellen Pflegemitteln, die vor oder nach der Coloration aufgetragen werden.

Um die natürliche Fettschicht auf der Kopfhaut zu bewahren, bitte darauf verzichten, die Haare vor dem Färben zu waschen. Dies schont die Kopfhaut und vermindert das Eindringen von Farbpigmenten in die oberste Hautschicht. Die Haare lediglich leicht befeuchten.

Mit ein wenig Vaseline oder einer fetthaltigen Creme lässt sich verhindern, dass die Haarfarbe die Kopfhaut am Haaransatz einfärbt. Mit der Creme die Konturen des Haaransatzes befetten. Allerdings darauf achten, dass das fettige Mittel nicht in die Haare geschmiert wird.

Abhängig von der Marke und der Art der Färbung wird die Haarfarbe in einer Flasche oder auch in einem Tiegel angemischt. Wenn es Ihnen leichter fällt, die Farbe mit einem großen Pinsel aufzutragen, können Sie natürlich Ihren eigenen Farbpinsel verwenden. Dieser muss aus Kunststoff bestehen. Metallteile reagieren mit der Farbe. Die Farbe nicht aus einer Flasche umschütten - das endet in der Regel lediglich grundlos in einer großen Sauerei.

Folgende Dinge solltest du für deine Färbe-Session bereit legen:

  • Ein altes Shirt, einen Friseurumhang oder ein altes Handtuch
  • Einweghandschuhe
  • Stielkamm
  • Haarklammern aus Kunststoff
  • Haarfärbemittel
  • Vaseline

Ziehe ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.

Der Färbevorgang

Grundsätzlich gilt es, dass sich kurzes Haar leichter colorieren lässt als langes Haar. Sehr kurze Haare müssen nicht in einzelne Partien unterteilt werden. Für längere Haare sollten Sie jedoch damit beginnen, einen Mittelscheitel zu ziehen. Anschließend in beide Richtungen die Oberkopfpartie in mehrere Längsteile trennen. Mit einer Klammer lassen sich die einzelnen Strähnen dann befestigen.

Teile dein Haar in vier gleich große Sektionen - zwei vorne, zwei hinten - und fixiere sie mit Klammern. So hast du beim Auftragen einen besseren Überblick und erreichst auch schwer zugängliche Stellen wie den Hinterkopf gezielter.

Die Haare von der Mitte nach außen färben und dann von oben nach unten (am Hinterkopf). Bereits gefärbte Strähnen mit den Klammern feststecken. Ist der gesamte Haarstamm mit der Farbe bedeckt, können Sie die Haare mit einem breitzackigen Kamm durchkämmen und die Farbe gleichmäßig verteilen.

Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht. Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren.

Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein. Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.

Wenn du Strähnchen selber färbst, verwende Alufolie oder spezielle Strähnchenkämme. Sie helfen dir, die Farbe präzise aufzutragen, und vermeiden, dass sich die Strähnen mit dem restlichen Haar vermischen.

Die Einwirkzeit beginnt, sobald alle Haare vollständig bedeckt sind. Es ist nicht notwendig, die Haare mit Folie oder einem Handtuch abzudecken. Die modernen Haarfarben sind darauf ausgelegt, bei einer normalen Körpertemperatur korrekt zu wirken. Wird durch das Abdecken die Wärme erhöht, hat es in der Regel einen farbverfälschenden Effekt.

Auf keinen Fall die Einwirkzeit nach eigenem Ermessen anpassen. Die Vorgaben sind darauf ausgelegt, ein optimales Ergebnis zu erreichen. Es ist auch nicht möglich, die Intensität der Farbe zu erhöhen, indem die Einwirkzeit verlängert wird.

Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen.

Nach dem Färben

Ist die Einwirkzeit vorüber, sollten Sie das Haar mit der Sprühflasche und ein wenig warmes Wasser anfeuchten. So werden leicht angetrocknete Farbreste sanft gelöst. Diese lassen sich anschließend leichter auswaschen. Die Haare mit viel Wasser gut ausspülen, bis sich keine Farbe mehr auswaschen lässt. Dafür kein Shampoo verwenden.

Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.

In das handtuchtrockene Haar den Pflegebalsam einmassieren, der mit der Coloration geliefert wird. Für eine gleichmäßige Verteilung im Haar am besten einen Kamm oder eine Bürste verwenden. Abhängig vom Hersteller wird der Pflegebalsam anschließend ausgespült oder im Haar gelassen.

Ansatz Färben: Schritt für Schritt

Für die nachgewachsenen Haare muss man nicht zwingend zum Stylisten. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man einfach den Ansatz selber färben kann! Haare wachsen im Durchschnitt ungefähr einen Zentimeter pro Monat. Wer gefärbtes, gesträhntes oder getöntes Haar hat, der weiß, dass nach 3 bis 6 Wochen schon Ansätze zu sehen sind.

  1. Das Timing spielt eine außerordentlich große Rolle, wenn man den Ansatz nachfärben möchte. Stylisten empfehlen eine regelmäßige Coloration nach ca. 4-6 Wochen, je nachdem, wie schnell die natürliche Haarfarbe sichtbar wird. Dabei sollte man darauf achten, nicht zu früh nachzufärben: insbesondere dann, wenn Blondierungsmittel ins Spiel kommen, ist es ratsam, so viel Zeit wie möglich zwischen den Behandlungen zu lassen.
  2. Um die Ansätze selber färben zu können, ohne dabei Chaos anzurichten, sollte man eine alte Hose und ein altes T-Shirt anziehen (falls die Farbe kleckert) und einen Kamm, ein altes Handtuch sowie eine Uhr zur Hand haben, um die Farbe im Haar timen zu können.
  3. Der schwierigste Teil beim Ansatz färben ist es, diesen erstmal freizulegen. Dafür nimmt man einen Stielkamm, mit dem man Strähne für Strähne neue Scheitel zieht und dort die nachwachsenden Stellen behutsam mit einem Pinsel behandelt. Um für ein gleichmäßiges Ergebnis zu sorgen, sollte man oben anfangen, über die Seiten weitermachen und schließlich zum Kopfende gelangen. Den Ansatz selber färben kann anfangs etwas schwierig sein.
  4. Sobald die Farbe auf den entsprechenden Stellen ist, stellt man seine Uhr auf die angewiesene Zeit und wartet, bis die Pigmente eingezogen sind. Wenn der Timer klingelt, sollte man vorsichtig die Farbe nochmals in die Kopfhaut einmassieren und maximal fünf weitere Minuten warten.
  5. Vorsichtig sollte man unter lauwarmen Wasser die Farbe nun aus den Haaren auswaschen und dabei seine Kopfhaut massieren. Wer seinen Ansatz selber färben möchte, sollte unbedingt auf die passenden Pflegeprodukte achten. Diese können bei jeder Waschung helfen, die Farbintensität und -dauer zu bewahren.

Die Richtige Haarfarbe Finden

Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.

Coloration, Tönung oder Intensivtönung?

Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung. Eine Coloration öffnet die Schuppenschicht der Haare und lagert die Pigmente im Haar dauerhaft an. Sie kann deine Haare super dunkel färben, aber nur um zwei bis drei Nuancen aufhellen. Wenn du heller gehen möchtest, ist eine Blondierung nötig.

Eine Tönung kann nur dunkler färben, arbeitet dabei aber schonender als die Coloration. Denn sie öffnet die Schuppenschicht nicht und lagert die Pigmente stattdessen nur am Haar an. Die halten demnach auch nicht so lange im Haar und sind nach sechs bis acht Wochen wieder verschwunden.

Dann gibt es noch die Intensivtönung: Sie ist quasi der Kompromiss zwischen Coloration und Tönung, da sie die Schuppenschicht etwas öffnet und Pigmente eingelagert werden. Sie wäscht sich nach etwa 20 Wäschen wieder aus. Auch kann sie deinen Farbton nicht nur dunkler machen, sondern auch bis zu 1,5 Töne aufhellen.

Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:

  • Falls die letzte Coloration ein*e Friseur*in vorgenommen hat, frag ihn/sie, welches Färbemittel er/sie verwendet hat.
  • Falls du deine Haare selbst gefärbt hast, benutzt du genau dieses Färbemittel auch für deinen Ansatz.
  • Bist du dir bei der Farbwahl unsicher, kannst du auch ein spezielles Ansatz-Set verwenden. Diese Formulierungen sind darauf ausgerichtet, einen harmonischen Übergang zwischen colorierten Haaren und neu gefärbtem Ansatz zu bringen.

Zusätzliche Tipps für eine erfolgreiche Coloration

  • Handschuhe nicht vergessen: Sie schützen nicht nur deine Hände vor Verfärbungen, sondern sorgen auch für besseren Halt beim Färbepinsel oder der Applikatorflasche. Ohne sie riskierst du außerdem Hautreizungen durch die Chemikalien in der Farbe.
  • Ränder schützen: Trage vor dem Färben etwas Vaseline, Babycreme oder eine fetthaltige Pflege um Haaransatz, Stirn, Ohren und Nacken auf. So lassen sich Farbflecke auf der Haut später ganz leicht abwischen - besonders bei dunklen Farben ein Gamechanger.
  • Einwirkzeit beachten und gründlich ausspülen: Wie lange muss Haarfarbe einwirken? Die Antwort steht auf der Verpackung. Je nach Produkt variiert sie zwischen 20 und 45 Minuten. Halte dich unbedingt an die genaue Einwirkzeit, um die Struktur deiner Haare nicht unnötig zu belasten. Gerade bei Blondierungen kannst du deine Haare extrem schädigen, wenn du die Farbe zu lange einwirken lässt. Beim Ausspülen der Haarfarbe solltest du lauwarmes Wasser verwenden und so lange spülen, bis das Wasser klar ist. So stellst du sicher, dass du alle Farbreste gründlich entfernst, und schonst gleichzeitig Haar und Kopfhaut.
  • Kopfhaut beobachten: Sollte während der Einwirkzeit ein starkes Brennen oder Jucken auftreten, spüle die Farbe sofort aus. Das kann ein Zeichen für eine allergische Reaktion sein - besser abbrechen als riskieren.

Haarpflege nach der Coloration

Gefärbtes Haar braucht besonders viel Feuchtigkeit. Verwende spezielle Shampoos und Conditioner für coloriertes Haar, die deine Farbe schützen und die Haarstruktur stärken. Einmal pro Woche lohnt sich eine tiefenpflegende Maske oder ein Glossing, besonders bei blonden Haaren, um den Farbton frisch zu halten. Vermeide in den ersten Tagen nach dem Färben Hitze-Styling oder starkes Bürsten. So bleibt dein Farbergebnis lange schön.

Färbemittel Vorteile Nachteile
Coloration Dauerhafte Farbe, gute Grauabdeckung Kann das Haar schädigen, aufwendiger
Tönung Schonender, weniger aufwendig Nicht dauerhaft, keine Grauabdeckung
Intensivtönung Kompromiss aus Coloration und Tönung Nicht so lange haltbar wie Coloration

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