Ursachen und Lösungen für schnell fettende Haare

Viele Menschen kennen das Problem: Kaum sind die Haare gewaschen und getrocknet, wirken sie bereits wieder fettig und strähnig. Dieses Phänomen kann verschiedene Ursachen haben, von hormonellen Schwankungen bis hin zu falscher Haarpflege. In diesem Artikel werden die häufigsten Ursachen für schnell fettende Haare beleuchtet und effektive Lösungen vorgestellt.

Was sind fettige Haare?

Fettige Haare entstehen, wenn die Talgdrüsen in den Haarwurzeln übermäßig viel Talg produzieren. Dieser Talg, auch Sebum genannt, ist eigentlich wichtig, um die Haare geschmeidig zu halten und die Kopfhaut vor dem Austrocknen zu schützen. Eine Überproduktion führt jedoch dazu, dass die Haare schnell strähnig und ungepflegt aussehen.

Die Funktion der Talgdrüsen

In der Haut befinden sich zahlreiche Drüsen, die Talg produzieren. Dieses Fett hält die Haut feucht und schützt sie. Sind die Talgdrüsen zu aktiv, setzt sich der Talg als Film an der Hautoberfläche ab. Im Gesicht bilden sich sichtbare fettige Flächen. Auf der Kopfhaut verteilt sich der Talg erst am Ansatz und später dann im ganzen Haar.

Ursachen für fettige Haare

Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einer erhöhten Talgproduktion und somit zu fettigen Haaren führen können:

  • Hormonelle Schwankungen: Weibliche wie auch männliche Hormone nehmen Einfluss auf die Talgproduktion. Androgene, das sind die männlichen Sexualhormone, regen die Produktion der Talg produzierenden Drüsen an, während weibliche Geschlechtshormone, etwa Östrogen, das Gegenteil bewirken. Hormonelle Schwankungen wie in der Schwangerschaft, Pubertät oder auch innerhalb des weiblichen Zyklus, erzeugen dann mitunter fettiges Haar.
  • Falsche Ernährung: Meiden Sie Lebensmittel, die die Talgproduktion anregen. Schlechte Ernährung mit beispielsweise zu viel Zucker, Fett und raffinierten Kohlenhydraten steht in direktem Zusammenhang, fettiges Haar auszulösen. Essen Sie statt Fast-Food oder stark verarbeiteten Lebensmitteln lieber komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst.
  • Stress: Studien zeigen, dass Stress einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Haut nimmt und mitunter auch für eine ölige Kopfhaut verantwortlich ist. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses aktiviert die Sebozyten, das sind jene Zellen, die den Talg produzieren.
  • Falsche Hygiene: Reinigen Sie Ihre Haarbürste von Zeit zu Zeit, da sich dort sonst Dreck und alter Talg absetzen. Wenn Sie frisch gewaschene Haare damit kämmen, erscheinen sie anschließend möglicherweise wieder fettig. Verwenden Sie Pflege- und Styling-Produkte nur sehr sparsam. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihren Kissenbezug regelmäßig zu waschen - am besten wöchentlich. Rückstände von Make-up, Cremes oder Schweiß begünstigen fettiges Haar.
  • Genetische Ursachen: Wenn die Haare jeden Tag fettig werden, sind vielleicht die Gene schuld. Erblich bedingte Faktoren führen dazu, dass bei einigen Menschen von Natur aus mehr Öl produziert wird als bei anderen, da deren Talgdrüsen besonders aktiv arbeiten.
  • Einnahme von Medikamenten: Das könnte auch an Medikamenten liegen, die Sie einnehmen - darunter vor allem Hormonpräparate. Bei Unsicherheiten holen Sie sich dazu am besten ärztlichen Rat ein.
  • Erhöhte Schweißproduktion: Je höher die Schweißproduktion ist, desto flüssiger wird der Talg. Er verteilt sich dadurch leichter über die jeweilige Hautpartie und die Haare sind gefühlt immer fettig.

Was kann man gegen fettige Haare tun?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, die Talgproduktion zu regulieren und fettige Haare in den Griff zu bekommen:

Die ultimative Lösung gegen fettige Haare: So wirst du es los! ❌💦

  • Die richtige Haarwäsche: Verwenden Sie für die Haarwäsche lauwarmes Wasser und ein mildes, entfettendes Shampoo. Shampoos mit Extrakten aus Eukalyptus, Minze oder Rosmarin helfen gegen schnelles „Nachfetten“. Manche Shampoos enthalten zudem Tonerde, die das Fett absorbiert.
  • Hausmittel:
    • Apfelessig oder Zitronensaft: Verteilen Sie möglichst mehrmals pro Woche verdünnten Apfelessig oder Zitronensaft auf Haar und Kopfhaut. Nach kurzem Einwirken spülen Sie die Haare mit lauwarmem Wasser gründlich wieder aus.
    • Teespülungen: Spülen Sie die fettigen Haare nach der normalen Haarwäsche mit Kamillentee, Brennnesseltee oder schwarzem Tee.
    • Heilerde: Eine regelmäßige Kur mit Heilerde kann bei fettigen Haaren ebenfalls helfen, die Talgproduktion der Kopfhaut zu normalisieren.
  • Weitere Tipps:
    • Verwenden Sie Bürsten mit groben, abgerundeten Borsten und reinigen Sie diese regelmäßig.
    • Versuchen Sie, vom Ansatz her Volumen in Ihr Haar zu bringen, um den Kontakt mit der Kopfhaut zu reduzieren.
    • Vermeiden Sie Produkte mit hohem Öl-Anteil, da diese feine Haare beschweren können.
    • Rubbeln Sie Ihre Haare nicht zu stark trocken, sondern drücken Sie sie nur sanft aus.
    • Föhnen Sie nicht mit heißer Temperatur und nur mit Abstand. Im Optimalfall lassen Sie Ihre Haare lufttrocknen.

Soforthilfe: Unabhängig von der Ursache Ihrer fettigen Haare können Sie Babypuder als Soforthilfe einsetzen. Massieren Sie das Puder wie beim Haarewaschen in die Kopfhaut ein. Scheiteln Sie dazu Ihr Haar mehrmals an unterschiedlichen Stellen und tragen Sie kleine Mengen Puder auf den jeweiligen Scheitel auf.

Spezielle Pflegeprodukte

Viele der Shampoos haben den hautangepassten pH-Wert 5 und sind seifen- und alkalifrei. Die spezielle Shampoos für schnell fettendes Haar haben meist eine nachhaltig entfettende Wirkung. Deshalb sollten Sie beim Haarewaschen Folgendes beachten: Massieren Sie das Shampoo am Ansatz gründlich ein, die Haarspitzen sollten Sie jedoch aussparen.

Mythos: Häufiges Waschen führt zu schnellerem Nachfetten

Der Mythos, dass Haare schneller fetten, je häufiger sie gewaschen werden, hält sich hartnäckig. Doch gerade Menschen mit fettigen Haaren sollten sich regelmäßig die Haare waschen. Der Grund: Von den Fetten der Kopfhaut ernähren sich bestimmte Pilze. Wird das Fett - das sogenannte Sebum - nicht regelmäßig entfernt, vermehren sich diese Pilze stark. In der Folge können Juckreiz und Ekzeme entstehen.

Wann zum Arzt?

Leiden Sie zusätzlich zu den fettigen Haaren auch an juckender Kopfhaut oder leichtem Haarausfall? Dann könnte eine Hauterkrankung der Grund dafür sein. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei einem Dermatologen, um dies auszuschließen! Bei sehr fettigen Haaren und/oder einer juckenden Kopfhaut, die mitunter zu Haarausfall führt, ist eine Pilzinfektion (Tinea capitis) möglicher Auslöser. Es eignen sich spezielle Produkte mit antibakteriellen und antimykotischen Wirkstoffen. Lassen Sie von einer Dermatologin zuvor abklären, ob eine solche Infektion bei Ihnen vorliegt.

Haare färben als Ursache?

Wenn es um die Ursachen für fettige Haare geht, taucht immer wieder die Frage auf, ob fettiges Haar eine Folge des Haarefärbens sein kann. Die Theorie zum Haare Färben als Ursache für fettige Haare konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Das Blondieren der Haare gilt teilweise als bewährter Tipp gegen schnell fettendes Haar.

Zusammenfassung

Fettige Haare können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter hormonelle Schwankungen, falsche Ernährung, Stress, falsche Hygiene und genetische Veranlagung. Mit der richtigen Pflege, geeigneten Hausmitteln und gegebenenfalls medizinischer Behandlung lässt sich die Talgproduktion regulieren und das Erscheinungsbild der Haare verbessern.

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