Haare nur mit Wasser waschen: Erfahrungen, Tipps und alles, was Sie wissen müssen

Haarewaschen war für viele schon immer lästig, da sie schnell nachfetten und man alle paar Tage ran muss. Doch was wäre, wenn es eine Möglichkeit gäbe, auf Shampoos zu verzichten und die Haare auf natürliche Weise zu reinigen? Die Antwort liegt im "No Poo"-Trend, auch bekannt als "Water Only" (WO), bei dem die Haare nur mit Wasser gewaschen werden. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen, Vor- und Nachteile sowie Tipps und Tricks rund um diese puristische Haarpflege.

Was ist die No Poo-Methode?

No Poo, kurz für "No Shampoo", bedeutet, die Haare ohne herkömmliches Shampoo zu waschen. Anstelle von Shampoos, die oft chemische Tenside enthalten, wird auf natürliche Alternativen oder eben nur Wasser gesetzt. Das Ziel ist es, den natürlichen Kreislauf von Fetten, Auswaschen und Nachfetten zu durchbrechen und die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Chemische Tenside in Shampoos

Die meisten Haarshampoos bestehen neben einer Wassermischung aus künstlichen Tensiden. Dabei handelt es sich um eine Zusammensetzung, welche die Fett- und Schmutzablagerungen im Haar lösen sollen.

Der Weg zur No Poo-Routine

Die Umstellung auf No Poo dauert. Je nachdem, was man sich vorher so alles in die Haare geschmiert hat, kann eine Umstellung hin zu Water Only natürlich unterschiedlich ablaufen. Bei mir lief es relativ problemlos ab. Den Übergang zu No Poo hatte ich mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt. Es geschah eher so Nebenbei.

Die Umstellungsphase

Die Umstellung auf "Water Only" kann eine gewisse Zeit dauern, in der sich die Kopfhaut an die neue Methode gewöhnen muss. Es kann vorkommen, dass die Haare an manchen Tagen fettiger sind als zuvor. Hier ist Geduld gefragt.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Water Only

Nach einer Recherche im Internet und einigen YouTube Videos startete ich mein Experiment einfach selbst. Das gute an meinem Water Only Selbstversuch war, dass man außer Wasser nichts benötigt. Am nächsten Morgen blieb das Shampoo also einfach an seinem Platz stehen. Auch in den folgenden Tage hieß es Ersatzbank statt Einsatz.

Mittlerweile lebe ich seit vielen Monaten ganz nach dem Motto Water only. Auf Shampoo verzichte ich ebenso wie auf alle anderen chemischen Haarpflege Produkte. Auch auf viele andere Pflegeprodukte wie Duschgel, Creme und Deoroller usw. verzichte ich mittlerweile! Aber das könnte schon ein Thema für einen weiteren Artikel werden.

Gelohnt hat sich der Umstieg auf Water Only für mich auf alle Fälle. Meine Haare fühlen sich nicht nur gut an, sondern sehen auch gut aus.

Des Weitern kann ich Zeit, Geld und Plastik sparen, da ich nicht mehr in die Drogerie rennen muss und die Umwelt bleibt von der Chemie ebenso verschont. Meine Freundin hat die Water only Methode ebenso übernommen und ist super zufrieden.

Ein weiterer Vorteil ist die Water Only Vorher Nachher Entwicklung der Haarsubstanz. Vor der Water only Methode haben sich meine Haare nicht so natürlich und gesund angefühlt wie danach. Ich wurde schon einige Male auf meine natürlich glänzenden Haare angesprochen.

Wie funktioniert Water Only?

Die Haare nur mit Wasser zu waschen, geht am besten unter der Dusche, denn du brauchst fließendes Wasser. Dann massierst du systematisch die Kopfhaut. Teile dazu mit den Fingern etwa daumendicke Partien längs ab und reibe mit den Fingerkuppen auf diesen Scheiteln hin und her. Sei dabei vorsichtig mit den Fingernägeln, du solltest dich nicht kratzen. Am besten fängst du an einer Seite am Ohr an und gehst bis zum Oberkopf weiter. Während der Massage lässt du das Wasser immer wieder über den Kopf laufen.

Während der Massage lässt du das Wasser immer wieder über den Kopf laufen. Tägliches Bürsten gehört dazu, wenn du die Haare nur mit Wasser waschen willst. Dieser Schönheitstipp hat eine lange Tradition und wurde jetzt wiederentdeckt. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts war es üblich, die Haare täglich 100 Mal zu bürsten.

Dabei bürstest du gründlich dein Haar von der Kopfhaut aus in alle Richtungen. Fange unten am Nacken an zu kämmen und arbeite dich nach oben vor. Die darüberliegenden Haare steckst du einfach hoch. Dafür brauchst du eine weiche Naturhaarbürste, ideal sind Wildschweinborsten.

Bürsten mit Kunststoffborsten sind nicht geeignet, da nur Naturborsten den Hauttalg aufnehmen und ihn im Haar verteilen können. Übrigens: Nasse Haare solltest du nie mit einer Bürste kämen, dafür ist ein grobzinkiger Holzkamm oder Lockenkamm besser. Nasses Haar ist nicht so stabil wie trockenes. Eine Bürste könnte die Haarlängen beschädigen.

Die Bedeutung des Bürstens

Normalerweise kämme ich meine Haare nicht. Da ich während meiner Recherche jedoch häufig laß, dass die Menschen (die vor mir das Experiment starteten) nach dem Haare waschen ihre Haare gründlich kämmten, besorgte ich mir auch einen Kamm. Zwar werden häufiger Kämme mit kleinem Zwischenraum empfohlen, jedoch musste ich mich zunächst mit einem herkömmlichen Kamm zufrieden geben.

Das Kämmen der Haare hat gleich mehre nützliche Funktionen. So können durch das Kämmen einige Dinge aus den Haaren entfernt werden, die sich da so täglich ansammeln. Die viel wichtigere Funktion jedoch ist die Verteilung des körpereigenen Talgs. Den natürliche Haartalg verteilt sich durch das Bürsten nämlich vom Haaransatz bis in die Haarspitzen.

Dies ist nichts schlimmes - im Gegenteil. Es hilft, deinen Haaren einen schönen Glanz zu verleihen - nur eben natürlich und nicht mit einem chemischen Shampoo für glänzende Haare.

Viele empfehlen eine Wildschweinborsten Bürste - Ich benutze allerdings diesen Holzkamm. Holz ist nicht nur natürlich sondern auch stabiler als Plastik.

Ein Jahr ohne Shampoo! 🤢 Selbstexperiment

Vorteile der Water Only-Methode

  • Umweltfreundlich: Weniger Plastikmüll und weniger Chemie im Abwasser.
  • Kostensparend: Keine Ausgaben für teure Shampoos und Pflegeprodukte.
  • Gesund für die Kopfhaut: Erhält den natürlichen Schutzfilm und beugt Austrocknung vor.
  • Natürlicher Glanz: Verteilt den natürlichen Talg für gesunde, glänzende Haare.

Nachteile und Herausforderungen

Ein Nachteil den der Verzicht auf Shampoo jedoch besonders in der Anfangszeit hat, ist die Willkür.

An manchen Tagen waren die Haare nach dem Waschen beispielsweise fettiger als zuvor. Da ich den Selbstversuch während meiner Reise startete und keine wichtige Termine hatte, war es für mich kein Problem auf Shampoo zu verzichten. Water Only und Fettige Haare gehören am Anfang einfach dazu. Es dauert eine Weile bis sich die Kopfhaut an die No Poo Methode gewöhnt hat. Ich dachte mir auch früher gab es lediglich Kernseife oder Trockenshampoo und es hat auch funktioniert.

Wenn Du in einer Woche beispielsweise ein Vorstellungsgespräch für deinen Traumjob oder einen großen Auftritt im Fernsehen haben solltest, würde ich dir empfehlen mit dem Water Only Experiment noch etwas zu warten.

Mögliche Probleme und Lösungen

  • Fettige Haare: Regelmäßiges Bürsten hilft, den Talg zu verteilen.
  • Trockene Kopfhaut: Weniger häufig waschen und natürliche Öle zur Pflege verwenden.
  • Geruch: Bei Bedarf milde Haarwaschseife oder geruchsmildernde Hausmittel verwenden.

Alternativen zur reinen Water Only-Methode

Ganz ohne Waschmittel gehe ich nicht durchs Leben. Ab und zu benutze ich Aleppo-Seife oder eine Olivenölseife.

Für die Haut benutze ich Olivenölseife oder Schafmilchseife. NoPoo hat für mich nicht nur Haare verändert, sondern auch meine Einstellung zu Pflegeprodukten. Ich berichte wie es wirklich war ohne Shampoo und Co.

Die No-Pooer haben derweil auch Alternativen zum Shampoo zusammengetragen, zum Beispiel Roggenmehl. Die Stärke im Mehl soll das bewirken, was sonst die Tenside im Shampoo tun, das Fett lösen. Nur schonender, weil ohne Chemie. Ab und zu könne auch eine Spülung mit Apfelessig dem Haar Glanz verleihen. „Dazu einen Esslöffel Essig auf einen Liter Wasser geben. Die Mixtur auf der Kopfhaut verreiben und über die Haare gießen“, sagt Yael Adler. „Das kann man aber auch als normaler Shampoo-Nutzer ab und zu mal machen.“

Hier sind einige beliebte Alternativen:

  • Haarseife: Natürliche Seifen aus Pflanzenölen.
  • Roggenmehl: Wirkt wie ein natürliches Shampoo und löst Fett.
  • Lavaerde/Heilerde: Absorbiert überschüssiges Fett.
  • Natron: Ein Teelöffel Natron in Wasser auflösen und die Haare damit waschen.
  • Apfelessig-Spülung: Für Glanz und zur Neutralisierung des pH-Werts.

Hausmittel für die natürliche Haarwäsche

Hier eine Tabelle mit einigen Hausmitteln und ihrer Anwendung:

Hausmittel Anwendung Vorteile
Roggenmehl 1-2 EL mit Wasser mischen, in die Haare einmassieren, ausspülen Löst Fett, schonend
Lavaerde Mit Wasser zu einer Paste anrühren, in die Haare einarbeiten, ausspülen Absorbiert Fett, natürliche Reinigung
Natron 1 TL in 100 ml Wasser auflösen, einmassieren, gründlich ausspülen Reinigt tiefenwirksam, kann bei fettiger Kopfhaut helfen
Apfelessig 1 EL auf 1 Liter Wasser, nach der Wäsche über die Haare gießen Verleiht Glanz, neutralisiert pH-Wert

Tipps für die erfolgreiche Umstellung

Wichtig ist zu Beginn das Kämmen - vielleicht war das auch eher (Achtung Wortwitz) so eine Kopfsache. Aber mir kam es echt so vor, als würde das Kämmen etwas mit meinem Haar machen. Angesprochen, dass meine Haare irgendwie ungepflegt wären wurde ich übrigens nicht. Im Gegenteil ab und an wurde ich angesprochen, welches Shampoo ich den benutzen würde ;)

Nach ca. 1 1/2 Monaten waren meine Haare an das pure Wasser gewöhnt.

Bist du an der Water Only - Methode interessiert? Probiere es am Besten selbst aus. Hast Du vor in Zukunft auf Shampoo zu verzichten oder bist schon dabei? Dann lass es mich unbedingt in den Kommentaren wissen. Ich bin auf deine Erfahrung gespannt.

  • Geduld haben: Die Umstellung kann einige Wochen dauern.
  • Regelmäßig bürsten: Verteilt den Talg und entfernt Schmutz.
  • Wasserhärte beachten: Weiches Wasser ist ideal.
  • Haarstyling-Produkte vermeiden: Silikonhaltige Produkte können die Umstellung erschweren.
  • Die richtige Bürste wählen: Naturborsten sind am besten geeignet.

Die Haare nur mit Wasser zu waschen, ist eine haut- und umweltfreundliche Methode. Der natürliche Schutzfilm bleibt erhalten: Seine Aufgabe ist es, die Haut vor Krankheitserregern zu schützen und er hält die oberen Hautschichten und die Haare elastisch.

Die „Water Only“-Methode wird nicht jede:n überzeugen können. Wie fettig oder trocken deine Haare sind, hängt grundsätzlich vom Hauttyp ab. Wenn du fettige Haut hast, bekommst du auch schneller fettige Haare.

No Poo hat für mich nicht nur Haare verändert, sondern auch meine Einstellung zu Pflegeprodukten. Ich berichte wie es wirklich war ohne Shampoo und Co.

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