Haarfarben für Kinder: Inhaltsstoffe, Risiken und unbedenkliche Alternativen

Mehr als sechs von zehn Frauen färben ihr Haar, im Durchschnitt etwa 6 - 8 Mal pro Jahr. Das Färben der Haare ist beliebter denn je - egal ob du graue Haare kaschieren oder eine neue, mutige Farbe ausprobieren möchtest! Doch die weite Verbreitung bringt auch Bedenken mit sich. Studien zeigen, dass etwa 25% der Menschen, die Haarfarbe verwenden, unter allergischen Reaktionen leiden. In diesem Artikel werden wir uns mit den Inhaltsstoffen von Haarfarben, den potenziellen Risiken und den sichereren Alternativen für Kinder und Jugendliche auseinandersetzen.

Haare färben für Jugendliche ist ein Thema, das viele Eltern beschäftigt. In einer Zeit, in der Selbstausdruck und Individualität eine große Rolle spielen, möchten viele Teenager ihre Haare färben, um ihren eigenen Stil zu finden. Doch als Elternteil ist es wichtig, die möglichen Risiken zu kennen und sicherzustellen, dass dein Kind die besten und sichersten Produkte verwendet.

Typische Inhaltsstoffe in Haarfarben

Was ist in einem Haarfärbemittel enthalten?

Wusstest du, dass 75% aller Frauen und eine steigende Anzahl von Männern regelmäßig ihre Haare färben? Doch Vorsicht: Viele herkömmliche Haarfärbemittel stecken voller Chemikalien, die nicht nur deinen Haaren schaden können. Diese bedenklichen Inhaltsstoffe verstecken sich oft im Kleingedruckten, getarnt unter schwammigen Bezeichnungen wie "Duftstoffe" und ähnlichen vagen Begriffen.

Haarfärbemittel gehören zu Produkten, die für mehr farbliche Abwechslung auf dem Kopf sorgen. Sie werden häufig jedoch mit gemischten Gefühlen von Verbraucherinnen und Verbrauchern betrachtet. Insbesondere Allergiker:innen fragen nach Verträglichkeit der synthetischen Produkte und auch nach natürlichen Alternativen, die als unbedenklichere Färbemittel beworben werden.

Was genau passiert beim Haarefärben? Hier ein Überblick über die verschiedenen Arten von Haarfarben:

  • Haarfarben der 1. und 2. Gruppe werden auch als “nicht oxidative” (direktziehende) Farben bezeichnet. Hier lagern sich die Farbstoffe äußerlich an Keratin (das wichtigste Struktureiweiß im Haar) an bzw. dringen in die Schuppenschicht (“Cuticula”) des Haares ein. Bei semipermanenten Haarfarben sind Grün-Blau-Töne i.d.R.
  • Haarfarben der 3. Gruppe (“oxidative Farben”) bestehen in der Regel aus zwei Komponenten, einer Colorcreme und einer Entwicklercreme. Die Colorcreme enthält Farbstoffbausteine und Farbkuppler, während die Entwicklercreme auf einem Oxydationsmittel (meist handelt es sich dabei um Wasserstoffperoxid) basiert. Unmittelbar vor dem Färben werden beide Komponenten vermischt und auf das Haar aufgetragen. Zur Grauabdeckung werden Haarfarben der 3. Gruppe verwendet.

Bedenkliche Inhaltsstoffe in Haarfarben

Haarfärbemittel enthalten oft schädliche Chemikalien. Hier sind einige der häufigsten:

  • Ammoniak: Ein beißend riechender chemischer Stoff, der bei permanenten Haarfärbemitteln kaum zu übersehen ist. Er öffnet die Schuppenschicht des Haares, damit die Farbe besser eindringen kann. Wenn dir beim Färben schon einmal die Augen getränt haben oder deine Kopfhaut gebrannt hat, war das der Ammoniak.
  • PPD (Para-Phenylendiamin): PPD ist ein häufiger Bestandteil in dunklen Haarfarben und wird oft für tiefe, natürlich aussehende Farbtöne verwendet. PPD reagiert mit Wasserstoffperoxid, um langanhaltende Farbtöne bei brünetten Haaren zu erzeugen.
  • Resorcin: Resorcin ist in Haarfärbemitteln für zu Hause weniger bekannt. Resorcin ist als hormonell wirksamer Stoff bekannt und kann die Funktion deiner Schilddrüse beeinträchtigen, was zu Hormonstörungen führt.
  • Formaldehyd: Formaldehyd ist als krebserregend bekannt, erhöht dein Krebsrisiko und wurde mit Haut- und Lungenreizungen in Verbindung gebracht.
  • Phthalate: Phthalate sind heimtückische Chemikalien, die sich in der Zutatenliste unter dem Begriff "Duftstoffe" verstecken.
  • Ethanolamine: Ethanolamine sind Emulgatoren, die Öl und Wasser verbinden und am häufigsten in "ammoniakfreien" Haarfarben zu finden sind. Ethanolamine können trotzdem deine Kopfhaut und Haut reizen und mit der Zeit zu Organschäden oder sogar erhöhtem Krebsrisiko führen.
  • Bleiacetat: Bleiacetat ist eine metallbasierte Chemikalie, die oft in Produkten zur schrittweisen Haarverdunklung zu finden ist, besonders in Produkten gegen graue Haare! Dieser Inhaltsstoff bindet sich an ein Protein in deinem Haar und verdunkelt es bei mehrmaliger Anwendung. Bei wiederholter Anwendung kann es im Laufe der Zeit zu Bleivergiftungen führen.

Gesundheitliche Risiken und Allergien

Die gesundheitlichen Risiken Haare färben Jugendliche sind vielfältig und sollten nicht unterschätzt werden. Bedenkliche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln können die Farbstoffe sein, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, die zwar nicht sensibilisierend sind, aber zum Teil stark reizende Wirkung zeigen. Das aromatische Amin PPD ist bekannt durch seine hohe Sensibilisierungspotenz, es gehört zu den 10 häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie.

Chemikalien in herkömmlichen Haarfarben können Allergien auslösen, die Kopfhaut reizen und im schlimmsten Fall sogar gesundheitliche Probleme verursachen.

Allergische Reaktion durch Haarfarbe

Bei entsprechender Disposition können Oxidationsfarben zu schweren allergischen Reaktionen führen. Nach einer Haarfärbung treten die Symptome im Gesicht und an den Augen, die anschwellen und sich schmerzhaft entzünden. Ursache hierfür ist meistens das PPD. Beschrieben sind auch schwere allergische Schocks auf PPD, die zwar sehr selten, aber lebensbedrohlich sein können.

Einige Studien haben untersucht, ob der Gebrauch von Haarfärbemitteln und ähnlichen Produkten zur Schönheitspflege möglicherweise vermehrte Hirntumore bei den Kindern der Anwenderinnen zur Folge hat. Den Ergebnissen zweier Studien zufolge finden sich hierfür keine ernstzunehmenden Anhaltspunkte.

Sicherere Alternativen: Natürliche Haarfarben

Um die gesundheitlichen Risiken zu minimieren, solltest du auf natürliche Haarfarben für Jugendliche setzen. Diese Produkte enthalten keine schädlichen Chemikalien und sind daher schonender zur Kopfhaut und zum Haar.

Wenn es um Haare färben für Jugendliche geht, ist die Wahl der richtigen Haarfarbe entscheidend. Viele herkömmliche Haarfarben enthalten Chemikalien wie Ammoniak oder starke Bleichmittel, die irritierend wirken und gesundheitliche Risiken bergen können. Natürliche Haarfarben für Jugendliche sind eine hervorragende Alternative. Sie enthalten Inhaltsstoffe wie Henna, pflanzliche Extrakte oder natürliche Pigmente, die nicht nur schonender zur Kopfhaut sind, sondern auch das Haar pflegen.

Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier folgende Naturstoffe zum Einsatz:

  • Henna
  • Auszüge aus Kamille
  • Rhabarber
  • Indigo- und Kaffeepulver

Ein Beispiel für eine natürliche Haarfarbe ist Henna. Henna wird aus getrockneten und pulverisierten Blättern des Hennastrauchs gewonnen und färbt das Haar auf natürliche Weise. Es enthält keine synthetischen Zusätze und ist daher besonders sanft zur Kopfhaut. Ein weiteres Beispiel sind pflanzliche Extrakte, die in vielen organischen Haarfarben enthalten sind.

Wenn du eine Haarfarbe kaufen möchtest, achte darauf, dass sie frei von schädlichen Chemikalien ist und natürliche Inhaltsstoffe enthält.

Natürliche Haarfarben

Henna: Vorsicht vor Zusätzen

Reine Henna beispielsweise zeigt geringe sensibilisierende Potenz und löst sehr selten eine allergische Reaktion aus. Um mit dem Henna-Farbstoff eine intensivere und dunklere Färbung zu erreichen, wird der Henna para-Phenylendiamin zugesetzt. Experten weisen darauf hin, dass der Einsatz eines potenten Allergieauslösers wie PPD eine Sensibilisierung gegenüber dem schwachen Allergen in Hennafarben fördern kann.

Tipps für sicheres Haarefärben bei Jugendlichen

Wenn du dich entscheidest, eine Haarfarbe für Teenager zu kaufen, gibt es einige wichtige Tipps, die du beachten solltest, um sicheres Haare färben für Teenager zu gewährleisten:

  • Strähnentest: Bevor dein Jugendlicher seine gesamten Haare färbt, sollte er die Farbe an einer kleinen, unauffälligen Strähne testen.
  • Gut belüfteter Raum: Die Haare sollten in einem gut belüfteten Raum gefärbt werden. Selbst natürliche Haarfarben können Dämpfe entwickeln, die eingeatmet werden können.
  • Pausen zwischen den Färbungen: Zwischen den Färbungen sollten ausreichend Pausen eingelegt werden. Das Haar braucht Zeit, um sich zu regenerieren und gesund zu bleiben. Zu häufiges Färben kann das Haar schädigen und die Kopfhaut reizen.
  • Anweisungen befolgen: Achte darauf, dass dein Jugendlicher die Anweisungen auf der Verpackung genau befolgt und die Einwirkzeit nicht überschreitet.

Bunte Haare ohne Chemie

Natürliche Haarfarben für Jugendliche bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, um bunte Haare zu kreieren, ohne auf aggressive Chemikalien zurückzugreifen. Wenn dein Jugendlicher beispielsweise bunte Haare für ein Halloween Kostüm möchte, gibt es natürliche Haarfarben, die temporär sind und leicht wieder ausgewaschen werden können.

Ein Beispiel für eine natürliche Alternative ist die Verwendung von pflanzlichen Farbstoffen wie Kurkuma oder Rote Beete. Diese Farbstoffe können verwendet werden, um temporäre Farbakzente zu setzen, die nach einigen Haarwäschen wieder verschwinden.

Namaki ist ein auswaschbares Haarfärbemittel ohne schädliche Inhaltsstoffe. Man kann jede Haarsträhne in einer anderen Farbe färben, um einen Regenbogen-Effekt zu erzielen. Diese Haarfarbe ist in 6 Farbtönen erhältlich und lässt sich leicht mit Shampoo entfernen.

Mit dieser Mascara leuchten die Haare in allen Farben! Die Mascara gibt es in 6 Farben, lässt sich ganz leicht auftragen und wird bei der Haarwäsche einfach mit ausgewaschen.

Namaki Haarmascara

Anwendungshinweise: Einfach auf das trockene Haar auftragen: Die Farbe mit der Bürste aufnehmen und auf die zu färbende Haarsträhne auftragen. An der Luft trocknen lassen oder mit dem Fön nachhelfen, wenn es etwas schneller gehen muss. Anschließend bürsten, um eine natürliche Wirkung zu erzielen. Wird bei der Haarwäsche ausgewaschen.

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein

Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Familienleben spielen eine immer größere Rolle. Wenn du eine Haarfarbe für Teenager kaufen möchtest, solltest du daher auf umweltfreundliche Marken setzen. Umweltfreundliche Haarfarben für Jugendliche sind oft in recycelbaren Verpackungen erhältlich und werden ohne Tierversuche hergestellt. Zudem bieten viele Online-Shops die Möglichkeit, die Bestellung CO2-neutral verschicken zu lassen.

Regelungen und Verbote

Die Europäische Kommission hat am 20. Juli 2006 auf Empfehlung des “Wissenschaftlichen Ausschusses für Konsumgüter” ein Verbot für 22 chemische Substanzen ausgesprochen, die zum Färben bzw. Tönen der Haare verwendet werden und für die kein Sicherheitsdossier fristgerecht vorgelegt wurde. Bis jetzt hat die Kommission 180 Substanzen verboten und den Gebrauch von 76 Substanzen eingeschränkt.

Seit 2011 gibt es eine Einschränkung der oxidativen Haarfarben für Jugendliche und Kinder, um für diese Personengruppe das Allergierisiko zu minimieren.

Was tun bei Allergien?

Wer eine Farbveränderung der Haare wünscht, sollte dies sorgfältig abwägen. Gründe, die gegen eine Färbung sprechen, sind beispielsweise Beschwerden wie juckende Entzündung, Hautbläschen oder ein Ausschlag an der Stelle, wo im Urlaub ein Henna-Tattoo angebracht war. Die Ursache sollte nicht bagatellisiert, sondern beim Hautarzt abgeklärt werden.

Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen.

Fazit

Haare färben für Jugendliche kann eine aufregende Möglichkeit sein, sich auszudrücken und den eigenen Stil zu finden. Als Elternteil ist es jedoch wichtig, die möglichen Risiken zu kennen und sicherzustellen, dass dein Kind die besten und sichersten Produkte verwendet. Durch bewusste Entscheidungen beim Haare färben kannst du nicht nur sicherstellen, dass die von dir gewählte Haarfarbe sanft zu deinem Jugendlichen ist, sondern auch zur Gesundheit deines Kindes beitragen und gleichzeitig unsere Erde schonen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht auf seinem Symposium zum Wissensstand zu Krebs- und Allergierisiken durch Haarfärbemittel kein Krebsrisiko. Es weist darauf hin, dass die problematischen Inhaltsstoffe bereits seit vielen Jahren verboten sind.

Es ist nur allzu gut verständlich, dass Frauen in dieser besonderen Zeit weiterhin attraktiv aussehen möchten. Aus umweltmedizinischer Sicht kann allerdings - im Hinblick auf die umfangreiche Produktpalette und der Vielzahl der in Haarfärbemitteln enthaltenen Stoffe - nicht ausgeschlossen werden, dass einige Stoffe in geringem Maße über die Kopfhaut resorbiert werden und in den Blutkreislauf und möglicherweise auch in die Frauenmilch übertreten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Bei gesundheitlichen Bedenken oder Fragen zu Haarfarben konsultiere bitte einen Arzt oder Dermatologen.

Wie man Farben macht | SWR Handwerkskunst

tags: #Haarfarben #für #Kinder #Inhaltsstoffe

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen