Haare blaue Spitzen färben: Eine ausführliche Anleitung

Willst du deine Haarspitzen färben, um deinen Schopf in angesagtes Ombré-Hair zu verwandeln? Nichts einfacher als das! Wir haben eine Anleitung für dich, wie du den zweifarbigen Look schnell und stylisch hinbekommst.

Die zweifarbige Frisur ist unter verschiedenen Namen bekannt:

  • „Ombré“ (wobei hier ein etwas natürlicherer Look gemeint ist)
  • „Dip Dye“ (mit leuchtend bunt gefärbten Spitzen)
  • „Two-Tone-Hair“ (kann auch mal extrem aussehen, zum Beispiel durch einen Mix aus dunkelbraun und blond)

Weil sie alle paar Jahre herausgekramt und unter einem neuen Namen - und einer kleinen Abänderung in Sachen Farben - als Trend zelebriert wird. Das mag zwar etwas irreführend sein, beweist aber: Willst du dir deine Haarspitzen bzw. die Längen färben und den Ansatz in seiner Farbe belassen, dann liegst du damit garantiert goldrichtig.

Haarspitzen färben heißt nicht, dass der Farbunterschied besonders auffällig sein muss. Auch dezent kann der Ombré-Look gut aussehen!

Vorbereitung: Was du brauchst

Welche Farbe du genau brauchst, hängt natürlich ganz davon ab, welchen Look du dir wünschst:

  • Willst du es etwas natürlicher haben und deiner dunklen Mähne hellere Längen verpassen? Dann greifst du am besten zu einer sanften Blondierung, welche die Haare leicht aufhellt.
  • Willst du dagegen einen farbigen Hingucker und deine Frisur zu Rainbow Hair (oder Hidden Rainbow Hair?) machen? Dann brauchst du natürlich einen leuchtenden Ton deiner Wahl: Pink, Türkis, Waldgrün, was darf es sein?

Solche bunten Haarfarben bekommst du zum Beispiel von Directions, Manic Panic oder Colorista. Sie halten in der Regel nur ein paar Haarwäschen, bis sie verblassen, sind aber sehr simpel anzuwenden und aufzufrischen. Hast du von Natur aus blondes Haar, dann kannst du die Farben einfach so auf deine Haarspitzen geben. Hast du dagegen braunes oder gar schwarzes Haar, benötigst du auch für den farbenfrohen Hairstyle zuvor eine Blondierung.

Neben der Haarfarbe benötigst du noch weitere Utensilien zum Färben der Haarspitzen:

  • Ein altes T-Shirt
  • Eine Bürste bzw. einen Kamm
  • Haarklammern
  • Färbehandschuhe
  • Färbepinsel
  • Alufolie

Alles bereit? Los geht's!

Haarspitzen färben und dazu gleich noch ein Stück die Längen? Kann auch ziemlich cool aussehen!

Ich versuche meine Haare zu retten 😭 Blaue Haare | ViktoriaSarina

Anleitung: Haarspitzen selber färben

Bedenke, dass du dir für das DIY-Projekt genügend Zeit nehmen solltest. Färbeunfälle sollen schließlich vermieden werden!

Apropos: Bevor du loslegst, ziehst du dir das alte T-Shirt an, falls etwas von der Haarfarbe daneben geht. Positioniere dich im Bad vorm Spiegel und gehe dann wie folgt vor:

  1. Schritt: Falls du dir die Haarspitzen aufhellen willst, mischst du zunächst das Bleichmittel nach Anleitung in der Packung an.
  2. Schritt: Stecke dein Deckhaar nach oben, um erst mal die unteren Haarschichten bzw. -spitzen einzufärben. Kämme den Rest deiner Haare durch und teile sie in einzelne, dicke Strähnen auf.
  3. Schritt: Zieh dir nun die Färbehandschuhe an und verstreiche die Farbmischung mit dem Pinsel auf deinen Spitzen. Wie hoch du die Farbe haben willst, kannst du jetzt festlegen, solltest dann aber natürlich bei der gewählten Länge bleiben.
  4. Schritt: So gehst du nun Strähne für Strähne und Haarschicht für Haarschicht vor. Streiche die Farbe nach oben sanft aus, damit ein fließender Übergang entsteht. Achtung: Wenn du am Hinterkopf Probleme hast, dann hol dir eine Freundin zur Hilfe! Abschließend umwickelst du deine Spitzen mit Alufolie, damit das Bleichmittel feucht bleibt und besser einwirken kann.
  5. Schritt: Wasche die Blondierung nach der angegebenen Zeit aus. Überprüfe vorher das Ergebnis, ob die Farbe bereits hell genug für deinen Geschmack ist. Hallo, Ombré-Hair!
  6. Schritt (Hier steigen alle Ladys mit hellem Haar ein, die einen knallig-bunten Dip Dye wollen!): Nachdem die Grundlage geschaffen ist - helles Haar - geht es an die farbenfrohe Krönung. Trage die Farbe entweder pur oder gemischt mit einem walnussgroßen Klecks Conditioner auf und lass sie so lange, wie auf der Packungsbeilage angegeben, einwirken.
  7. Schritt: Überprüfe die Tönung von Zeit zu Zeit. Sobald dir das Ergebnis gefällt, wäschst du die Haare aus. Fertig!

Übrigens: Haarspitzen färben klappt nicht nur bei langen Haaren. Auch kurze Haare kannst du zum Hingucker machen, wenn du wirklich nur einen kleinen Teil der Spitzen einfärbst.

Beim Haarefärben kann auch einiges schief gehen. Wir haben dir 12 typische Fehler herausgesucht, die du vermeiden solltest, wenn du deiner Mähne eine neue Farbe verpasst.

Haarspitzen färben? Kein Problem! Hast du es selber schon mal ausprobiert und deiner Frisur einen bunten Anstrich verpasst? Berichte uns gerne von deinen Erfahrungen und zeig uns auch gern ein paar Bilder von deinem bunten Hairstyle in den Kommentaren.

Coloration, Tönung oder Intensivtönung - welche Variante brauche ich?

Besonders wenn du dir deine Haare zum ersten Mal selber färbst, kann es schwierig sein, sich für das richtige Produkt zu entscheiden. Welches für dich geeignet ist, hängt ganz davon ab, wie sicher du dir mit deiner Entscheidung bist und wie lange du die neue Farbe tragen möchtest. Mit welcher Ausgangsfarbe du startest, spielt natürlich auch eine Rolle. Hier bekommst du einen Überblick und findest heraus, ob eine Coloration, Tönung oder eine Intensivtönung zu dir passt.

Produkt Haltbarkeit Anwendung Geeignet für
Coloration Dauerhaft Dringt tief in das Haar ein Längere Farbveränderungen, graue Haare abdecken
Tönung 6-10 Haarwäschen Legt sich um das Haar Kurzzeitige Farbveränderungen, ausprobieren neuer Farben
Intensivtönung Bis zu 20 Haarwäschen Dringt tiefer als Tönung ein Mittellange Farbveränderungen, sanftes Abdecken grauer Haare

Coloration

Eine Coloration ist auch als Haarfarbe im klassischen Sinn bekannt. Sie färbt unsere Haare dauerhaft, da die Farbe tief in jedes Haar eindringt. Eine Coloration ist also die richtige Wahl, wenn du deine neue Haarfärbe für längere Zeit tragen möchtest.

Generell solltest du beachten, dass du zwar deine Haare mit einer Coloration dunkler, aber nicht mehr als 2-3 Töne heller färben kannst, denn für eine stärkere Aufhellung musst du deine Haare zuerst blondieren. Mit einer Coloration kannst du allerdings graue Haare gut abdecken.

Tönung

Eine Tönung bietet sich an, wenn du dich an eine neue Haarfarbe herantasten willst oder sie nur kurzzeitig tragen möchtest. Die Farbe einer Haartönung wäscht sich nämlich in der Regel nach etwa sechs bis zehn Haarwäschen heraus. Mit einer klassischen Tönung kannst du dein Haar abdunkeln, zum Beispiel hellbraunes Haar in ein dunkleres Braun färben.

Eine klassische Tönung muss außerdem nicht mit einem Entwickler gemischt werden. Sie enthält direktziehende Farbpigmente in flüssiger, geliger oder cremiger Form.

Intensivtönung

Eine Intensivtönung ist ein „Mittelding“ zwischen permanenter Haarfarbe und Tönung. Ähnlich wie die Coloration dringt eine Intensivtönung in deine Haare ein - allerdings nicht ganz so tief. Deshalb verblasst die Farbe, wie bei einer Tönung, mit jeder Haarwäsche. Eine Intensivtönung braucht allerdings länger.

Der Vorteil: Da die Farbe einer Intensivtönung mit der Zeit verblasst, wirkt der Farbunterschied zwischen deinem nachwachsenden Ansatz und deinen gefärbten Haaren irgendwann nicht mehr so groß. Eine Intensivtönung kann deine Haare je nach Hersteller auch 1-2 Töne aufhellen. Auch graue Haare deckt sanft ab.

Haare selber färben: Was ist zu Hause möglich?

Prinzipiell ist auch zu Hause alles möglich, was im Salon angeboten wird und nur eine Frage des Skill-Levels - und der richtigen Produkte. Bist du aber noch kein Profi, lohnt es sich, wenn du dich an folgende Faustregel hältst: Färbe maximal zwei Nuancen heller oder dunkler. Für eine komplette Typveränderung à la Schwarz zu Platinblond lässt du lieber Profis ran. So bist du auf der sicheren Seite.

Haare dunkler färben

Möchtest du deine Haare dunkler färben, greifst du am besten zu einer Tönung. Wenn du das zum ersten Mal machst und noch nicht weißt, wie die Farbe auf deinem Haar aussehen wird, dann starte mit einer Nuance, die heller ist als dein Wunschton. Möchtest du deine Haare also hellbraun färben, wähle erst einmal ein dunkelblond aus. Ist dir das Ergebnis zu hell, kannst du deine Haare danach immer noch dunkler färben.

Haare aufhellen

Bist du von Natur aus blond oder hast maximal hellbraune Haare, hellst du deine Haare mit einer Coloration auf, die einen kleinen Anteil Wasserstoffperoxid enthält. Wasserstoffperoxid ist ein Bleichmittel, das Farbpigmente aus deinem Haar herauslöst. So sorgt es dafür, dass deine Haare heller werden.

Hast du schon blond gefärbte Haare oder möchtest du von ganz dunklem Naturhaar auf ein helles Blond wechseln, kommt eine Blondierung zum Einsatz. Sie enthält viel mehr Wasserstoffperoxid und bleicht deshalb selbst schwarzes oder dunkelbraunes Haar. Für ein perfektes Farbergebnis raten wir dir: Lass deine Haare von einem*r Friseur*in blondieren.

Graue Haare selber färben

Ergrautes Haar färbst du am besten mit einer Intensivtönung oder einer Coloration. Wenn du nur wenige graue Haare hast, deckst du sie mit einer Intensivtönung ganz einfach ab. Greife dabei zu einer Farbe, die eine Nuance heller ist als deine Naturhaarfarbe.

Wenn du sehr viele graue Haare hast, nutzt du am besten eine Coloration. Sie lässt die weißen Strähnen verschwinden. Vielleicht wäre es aber auch einen Versuch wert, deine silberblonde Mähne lieben zu lernen? So schonst du dein Haar zusätzlich. Gefällt dir deine Grau-Nuance nicht, kreierst du mit Tönungen edle silberne Reflexe.

Selber Haare färben: So bereitest du dich vor

Jetzt, wo du über die Basics Bescheid weißt, geht es ans Eingemachte. Wir zeigen dir, wie du dich optimal vorbereitest, damit du dich am Ende über ein leuchtendes Farbergebnis in deinem Wunschton freuen kannst.

  1. Ausgangsfarbe definieren: Bevor du dir überhaupt eine Farbe aussuchst, musst du erst deine Ausgangsfarbe definieren. Wendest du nämlich ein und dieselbe Farbe auf unterschiedlichen Ausgangsfarben an, bekommst du auch unterschiedliche Farbergebnisse.
  2. Farbe auswählen: Ist deine Ausgangsfarbe dort gar nicht aufgeführt, solltest du eine andere Farbe wählen. Das bedeutet nämlich, dass deine Wunsch-Farbe für deine Haare zu hell oder zu dunkel ist und nicht zum gewünschten Farbergebnis führt.
  3. Vorbereitung ist alles: Geschädigtes Haar nimmt Colorationen nur ungleichmäßig an. Das kann dazu führen, dass das Farbergebnis nicht wie gewünscht ausfällt und fleckig aussieht. Sind die Haare gesund, erstrahlt die Farbe gleichmäßig.

Viele glauben, dass es grundsätzlich besser ist, das Haar vor dem Färben frisch zu waschen. Das ist jedoch ein weitverbreiteter Mythos. Beim Tönen oder Intensivtönen ist die Empfehlung je nach Hersteller unterschiedlich. Oft wird empfohlen, das Haar vorher mit einem sanften Shampoo zu waschen. So lassen sich leichte Rückstände entfernen und die Farbpigmente können sich besser am Haar anlagern.

Bevor du die Farbe aufträgst, sollten deine Haare trocken sein. So wird das Farbergebnis intensiver. Bei einer Tönung oder Intensivtönung kann das Haar ruhig handtuchtrocken bleiben.

Haare zu Hause färben: Das ist das passende Zubehör

Zum Haare Färben brauchst du das richtige Equipment. Stell dir am besten alles bereit, bevor du mit dem Färben loslegst.

  • Friseurumhang oder ein altes Oberteil: Beim Färben wirst du zwangsläufig kleckern.
  • Vaseline oder Fettcreme: Wenn du etwas Creme um deinen Haaransatz herum aufträgst, verhinderst du Verfärbungen in deinem Gesicht.
  • Plastik-Handschuhe: Bei vielen Colorationen und Tönungen sind die Handschuhe bereits in der Packung enthalten.
  • Haarklammern und Stielkamm: Mit dem Stielkamm teilst du deine Haare in einzelne Bereiche auf und trennst Partien ab.
  • Wecker oder die Timer-Funktion auf deinem Handy: Halte dich beim Färben ganz genau an die Zeitangaben, die auf der Verpackung stehen.

Haare selber färben: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ganz gleich, ob du dich für eine Coloration oder eine Tönung entscheidest: Das grundlegende Vorgehen beim Färben der Haare ist immer gleich. Damit du ein optimales Farbergebnis erzielst, solltest du immer die mitgelieferte Anleitung befolgen.

Ein letzter Tipp, bevor es losgeht: Kaufe unbedingt genug Farbe. Das ist besonders wichtig, wenn du deine lange Haare selber färben möchtest. Ab schulterlangem Haar solltest du lieber eine zweite Packung parat haben. So verhinderst du, dass dir beim Färben das Produkt ausgeht.

  1. Leg alle deine Utensilien bereit und ziehe dir den Friseurumhang oder dein altes Shirt über.
  2. Trage die Creme entlang deines Haaransatzes auf.
  3. Bürste deine Haare gut durch und teile sie dann in vier gleich große Partien auf. Nimm dafür den Stielkamm und ziehe eine Linie von deinem Mittelscheitel bis in den Nacken. Ziehe als nächstes eine horizontale Linie. Beginne dabei über deinem linken Ohr und ziehe die Linie bis zu deinem rechten Ohr. Jetzt müsstest du vier etwa gleich große Haarpartien haben. Zwirble sie und stecke sie jeweils mit einer Haarklammer fest.
  4. Mische die Farbe in deiner Farbschale zusammen. Folge dabei der mitgelieferten Anleitung.
  5. Ziehe dir deine Handschuhe über und beginne mit dem Auftragen der Farbe. Du solltest bei der Nackenkontur beginnen und an deiner Gesichtskontur enden.
  6. Nimm dir eine der unteren Haarpartien vor und färbe sie Strähne um Strähne. Dafür teilst du eine Strähne ab und ziehst sie waagerecht vom Kopf weg, sodass sie glatt und gespannt ist. Dann beginnst du zu pinseln. Achte darauf, dass du die Strähnen von beiden Seiten mit Farbe bestreichst. Kämme die Strähnen zwischendurch - so verteilt sich die Farbe gleichmäßig.
  7. Wenn dir das Selberfärben der Haare am Hinterkopf schwerfällt, dann bitte jemanden um Hilfe. Ist das nicht möglich, nutze deine Fingerspitzen und taste dich an den abgeteilten Haarpartien entlang. Überprüfe zwischendurch mit einem Handspiegel, ob du auch alle Strähnen gleichmäßig eingefärbt hast.
  8. Wiederhole das Vorgehen bei den drei anderen Partien. Kleiner Hinweis: Solltest du mal keinen Pinsel zur Hand haben, kannst du die Haare auch ohne Pinsel färben. Massiere die Farbe dann einfach mit deinen Fingern in die Längen. Dank der Plastikhandschuhe sind deine Hände geschützt.
  9. Nach der Einwirkzeit sollte die Farbe gründlich mit etwas Wasser aufemulgiert und anschließend restlos ausgewaschen werden. Rückstände der Farbe können sonst zu Schlieren im Haar führen oder Hautirritationen verursachen.
  10. Anschließend ist es wichtig, das Haar mit einem geeigneten Shampoo zu waschen. Verwende danach einen "sauren Conditioner", um den alkalischen Färbeprozess wirksam abzuschließen und das Haar wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Conditioner ist dann "sauer", wenn er einen niedrigen pH-Wert hat. Das führt dazu, dass die Schuppenschicht deines Haares verschlossen wird.

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