Haarausfall: Wie oft Haare waschen? Studien und Fakten

Viele Menschen fragen sich, wie oft sie ihre Haare waschen sollten, besonders wenn sie unter Haarausfall leiden. Es gibt viele Mythen und Versprechen rund um dieses Thema. Dieser Artikel beleuchtet die wissenschaftlichen Erkenntnisse und gibt praktische Tipps zur optimalen Haarpflege.

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Mythos oder Wahrheit? Häufige Fragen zur Haarwäsche

Es kursieren viele Meinungen darüber, wie man seine Haare richtig pflegt. Hier sind einige gängige Mythen und Fakten:

  • Mythos 1: Tägliches Waschen macht die Haare fettig

    Falsch! Das hängt vor allem von den Genen ab. Ernährung und Hormone haben ebenfalls einen Einfluss. Es ist jedoch sinnvoll, die Haare nicht täglich zu shampoonieren oder ein mildes Shampoo zu verwenden, da jede Wäsche den Säureschutzmantel der Kopfhaut abwäscht.

  • Mythos 2: Salz- und Chlorwasser schädigen das Haar

    Stimmt zum Teil. Salz- und Chlorwasser können die Haare spröder und stumpfer machen. Gerade blondiertes Haar kann durch Chlorwasser einen Grünstich bekommen.

  • Mythos 3: Haare nicht nass kämmen

    Stimmt zum Teil. Nasse Haare können leichter brechen, da sich die Schuppenschicht geöffnet hat. Dennoch können Haare im nassen Zustand bis fast über die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge gedehnt werden. Vorsichtiges Kämmen ist wichtig.

  • Mythos 4: Mehr Haarausfall im Herbst

    Stimmt. Im Herbst fallen oft mehr Haare aus, da im Sommer mehr Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Ruhephase übergehen. Dieser Haarwechsel reguliert sich jedoch von selbst.

  • Mythos 5: Mehr Haare durchs Rasieren

    Falsch! Das Haarwachstum wird nur durch die Genetik gesteuert und nicht durch das Rasieren beeinflusst.

  • Mythos 6: Haarmasken wirken wie Sonnencreme

    Nur bedingt! Haarmasken mit Lichtschutzfaktor bieten keinen so hohen Schutz wie Sonnencreme. Ein Sonnenhut ist immer noch der beste Schutz.

  • Mythos 7: Haarwachstum mit Grünkohl oder Thymian fördern

    Kaum erforscht. Es gibt nur wenige Studien, die positive Trends zeigen. Genetischen oder krankheitsbedingten Haarausfall kann man mit solchen Mitteln nicht heilen.

Wie oft sollte man die Haare waschen?

Die Frage, wie oft man die Haare waschen sollte, ist individuell. Zwei Studien aus dem Jahr 2021 legen nahe, dass 5 bis 6 Haarwäschen pro Woche empfehlenswert sein könnten. Diese Studien wurden an asiatischen Teilnehmergruppen durchgeführt, deren Haarstruktur sich von der europäischer Personen unterscheidet. Dennoch zeigten die Ergebnisse, dass eine höhere Waschfrequenz sowohl vorteilhaft ist als auch bevorzugt wird. Bedenken einer „Überreinigung“ waren unbegründet.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2016 ergab, dass jede:r dritte Deutsche täglich die Haare wäscht. Knapp ein Drittel wäscht die Haare jeden zweiten Tag. Vor allem Männer (43 Prozent) gehören zu den täglichen Waschfanatikern, während es bei den Frauen nur 24 Prozent sind.

Es gibt auch die "No-Poo"-Bewegung, die darauf schwört, dass weniger Haarewaschen Vorteile hat. Anhänger dieser Bewegung verzichten auf Shampoos, um die Talgproduktion zu reduzieren und die natürlichen Selbstreinigungskräfte des Haares zu reaktivieren. Allerdings kann dies zu Problemen wie trockener Kopfhaut, Juckreiz, Geruchsbildung und Volumenverlust führen.

Empfehlungen je nach Haartyp:

  • Trockenes Haar: 1 bis 2 Mal pro Woche
  • Fettiges Haar: jeden 2. Tag
  • Feines, gerades Haar: tägliche Haarwäsche
  • Locken: 1 Mal pro Woche

Die richtige Vorgehensweise beim Haarewaschen

  1. Kämme das Haar gut durch, um Stylingprodukte zu entfernen und Knoten zu lösen.
  2. Wähle das richtige Shampoo für deinen Haartyp.
  3. Verwende eine kleine Menge Shampoo (etwa in der Größe einer Mandel oder Haselnuss).
  4. Schäume das Shampoo auf und massiere es in den Haaransatz, die Kopfhaut und das restliche Haar ein.
  5. Lass es kurz einwirken und spüle es gründlich mit lauwarmem Wasser aus.
  6. Spüle anschließend mit kaltem Wasser nach, um die Haarschuppen zu schließen und die Durchblutung der Kopfhaut anzuregen.
  7. Verwende einen Conditioner, um das Haar zu pflegen.

Inhaltsstoffe in Shampoos gegen Haarausfall

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in Shampoos gegen Haarausfall enthalten sind. Hier sind einige der wichtigsten:

  • Keratin: Der Hauptbestandteil von Haaren. Zu wenig Keratin kann das Haar glanzlos und brüchig machen.
  • Koffein: Hat auf Zellkulturen im Labor einen wachstumsfördernden Effekt. Die medizinische Wirkung von Koffein-Shampoos ist jedoch unklar.
  • Arganöl: Beruhigt trockene und schuppige Kopfhaut und lindert Juckreiz.
  • Provitamin B5: Wird im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt und ist wichtig für den Auf- und Abbau von Fettsäuren, Aminosäuren und Kohlenhydraten.
  • Taurin: Eine Aminosäure, die ein wichtiger Bestandteil von Keratin ist und den Cortisol-Spiegel senkt.
  • Alfatradiol: Wird lokal bei hormonell bedingtem Haarausfall angewandt.
  • Minoxidil: Wird lokal auf der Kopfhaut angewandt und soll angeblich für ein verstärktes Haarwachstum sorgen.

Bekannte Shampoos gegen Haarausfall

Es gibt viele Shampoos auf dem Markt, die gegen Haarausfall wirken sollen. Einige der bekanntesten sind:

  • Alpecin: Enthält den Wirkstoff Koffein.
  • Ducray: Enthält Vitamin B5, Biotin und Monolaurin.
  • Regaine: Enthält den Wirkstoff Minoxidil.
  • Plantur 21: Enthält den Wirkstoff Koffein sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Haarausfall über mehrere Wochen andauert und täglich mehr als hundert Haare ausfallen oder haarfreie Stellen entstehen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, die zugrunde liegende Ursache des Haarausfalls zu ermitteln, um eine gezielte Therapie zu finden.

Mögliche Ursachen für Haarausfall:

  • Erbicher Haarausfall (Androgenetische Alopezie)
  • Hormonelle Veränderungen
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  • Diffuser Haarausfall (z.B. durch Schilddrüsenerkrankungen, Medikamente, Mangelernährung)
  • Kopfhauterkrankungen

Fazit

Die richtige Haarpflege ist entscheidend, um Haarausfall vorzubeugen. Wie oft man die Haare waschen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Haartyp, Lebensstil und individuellen Bedürfnissen. Es ist wichtig, auf die Signale der eigenen Haare zu hören und bei anhaltendem Haarausfall einen Arzt aufzusuchen.

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