Haarausfall durch Mangelernährung: Ursachen und Lösungen

Haarausfall ist ein Problem, das viele Menschen betrifft und verschiedene Ursachen haben kann, wie genetische Veranlagung, Hormonveränderungen oder Stress. Eine oft übersehene Ursache ist jedoch die Mangelernährung. Unsere Haarfollikel gehören zu den teilungsaktivsten Zellen des Körpers und benötigen eine stetige Zufuhr von Nährstoffen, um optimal zu funktionieren.

In diesem Artikel werden die verschiedenen Aspekte von Haarausfall durch Mangelernährung beleuchtet und wie man diesem entgegenwirken kann.

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Die Rolle der Nährstoffe für das Haarwachstum

Für den Aufbau und das Wachstum der Haare sind verschiedene Nährstoffe unerlässlich. Dazu gehören:

  • Vitamine: Biotin und die Vitamine des B-Komplexes sind für den Aufbau von Haaren und Nägeln erforderlich.
  • Mineralstoffe: Eisen, Kupfer und Zink spielen eine wichtige Rolle bei der Haarbildung und -gesundheit.
  • Eiweiße: Das Haar besteht zu über 90 Prozent aus Keratin, einem speziellen Eiweiß.

Wenn diese Nährstoffe fehlen, kann es zu diffusem Haarausfall kommen.

Ursachen für Nährstoffmangel

Ein Nährstoffdefizit kann verschiedene Ursachen haben:

  • Generelle Mangelzufuhr: Diese tritt vor allem bei Kindern im Rahmen von Hungersnöten auf.
  • Nährstoffaufnahmestörungen: Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen.
  • Chronischer Alkoholismus: In den entwickelten Ländern treten Nährstoffmangelsymptome mitunter bei chronischem Alkoholismus und im Rahmen künstlicher Ernährung auf.
  • Einseitige Diäten: Einseitige oder übermässige Diätkuren können einen Haarausfall bedingen, der oft auch Monate nach Beenden der Diät noch anhält.
  • Essstörungen: Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie können zu erheblichen Nährstoffdefiziten führen.

Spezifische Nährstoffmängel und ihre Auswirkungen

Eisenmangel

Ein Eisenmangel kann durch Blutverluste, mangelhafte Eisenzufuhr oder erhöhten Eisenbedarf entstehen. Eisen ist wichtig für die DNA-Synthese und den Sauerstofftransport zu den Haarwurzelzellen. Bei Eisenmangel helfen Fleisch, Fisch und Vitamin C-reiche Kost. Exzessiver Kaffee- und Teegenuss sowie der Konsum von Molkereierzeugnissen können einen Eisenmangel verstärken.

Zinkmangel

Zinkmangel ist besonders bei vegetarischen Ernährungsformen ein Problem, da Zink vor allem in Fleisch, Käse, Milch und Eiern enthalten ist. Zinkmangel kann zu Hautentzündungen, schlecht heilenden Wunden und Haarausfall führen. Falls durch eine entsprechende Ernährung kein Ausgleich zu schaffen ist, kann unter ärztlicher Kontrolle eine Zink-Substitution sinnvoll sein.

Kupfermangel

Kupfermangel kann zu Haarbildungsstörungen mit dünnen, zerbrechlichen Haaren führen. Kupferreiche Kost besteht u.a. Weizenkeimen, Hülsenfrüchten, Trockenobst, Nüssen, Sonnenblumenkernen, Leber und Trockenhefe.

Biotinmangel

Mangel an Biotin kann bei exzessivem Verzehr roher Eier sowie bei künstlicher Ernährung mit gleichzeitiger Gabe von Antibiotika entstehen. Wenn möglich sollte eine Kostkorrektur mit Leber, Hülsenfrüchten, Weizenkeimen, Hefe, Nüssen und Milchpulver erfolgen.

Vitamin A-Mangel

Vitamin A-Mangel kann vor allem Sehstörungen, ausgetrocknete Haut und Haarwachstumsstörungen verursachen. Aber auch eine Überdosierung mit der Folge einer Vitamin A-Vergiftung kann zu Haarausfall führen. Eine ausreichende Vitamin A-Versorgung ist nicht mit Rohkost, sondern eher durch Verzehr von Leber, Butter, fettem Käse sowie Karotten, Spinat, Grünkohl, Chicoree und Broccoli zu erreichen.

Vitamin B-Mangel

Vitamin B-Mangelzustände sind zumeist komplex und betreffen mehrere Vitamine der B-Gruppe sowie Mineralien. Die Therapie bei B-Vitaminmangelzuständen sollte zunächst mit einer kombinierten Vitaminzufuhr im natürlichen Verband erfolgen, d.h. durch Getreidevollkornerzeugnisse, Weizenkeime, Kleie, Fleisch, Leber, Milch und Hülsenfrüchte.

Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung von Haarausfall

Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend, um Haarausfall vorzubeugen. Hier sind einige Empfehlungen:

  • Vielfältige Ernährung: Achten Sie auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und gesunden Fetten.
  • Eisenreiche Lebensmittel: Integrieren Sie eisenreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Spinat und Hülsenfrüchte in Ihre Ernährung.
  • Zinkreiche Lebensmittel: Essen Sie regelmäßig zinkreiche Lebensmittel wie Fleisch, Nüsse, Samen und Vollkornprodukte.
  • Biotinreiche Lebensmittel: Nehmen Sie biotinreiche Lebensmittel wie Eier, Nüsse, Samen und Leber zu sich.
  • Vermeiden Sie extreme Diäten: Vermeiden Sie Crash-Diäten und einseitige Ernährungsweisen, die zu Nährstoffmängeln führen können.

Nahrungsergänzungsmittel

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, um Nährstoffmängel auszugleichen. Verschiedene Vitamin-, Eiweiß- und Mineralstoffmixe werden zur Stärkung von Haut, Haar und Nägeln angeboten.

Einige Beispiele sind:

  • Gelacet: Enthält Gelatine (ein Eiweiß), das nach Herstellerangaben in der Lage ist, eine Normalisierung der Rate der Haare in der Wachstumsphase herbeizuführen.
  • Priorin, Pantovigar: Enthält Aminosäuren und Vitamine der B-Gruppe.

Es ist jedoch wichtig, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln einen Arzt zu konsultieren, um den individuellen Bedarf zu klären und eine Überdosierung zu vermeiden.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben Mangelernährung gibt es noch weitere Ursachen für Haarausfall:

  • Erblich bedingter Haarausfall: Bei Männern ist der häufigste Grund der erblich bedingte Haarausfall.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen können hormonelle Schwankungen in den Wechseljahren zu Haarausfall führen.
  • Kreisrunder Haarausfall: Die genauen Ursachen für den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) sind bis heute nicht geklärt.
  • Diffuser Haarausfall: Die Ursachen sind vielfältig, darunter Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen oder Medikamente.
  • Stress: Stress (seelisch oder körperlich) kann Haarausfall verursachen.

Fazit

Haarausfall durch Mangelernährung ist ein komplexes Thema, das eine ganzheitliche Betrachtung erfordert. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweißen ist, kann dazu beitragen, die Haargesundheit zu verbessern und Haarausfall vorzubeugen. Bei Verdacht auf einen Nährstoffmangel sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache zu klären und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Es ist wichtig zu beachten, dass alle einzelnen Nahrungsbestandteile in ihrer Wirkung eng mit den anderen verwoben sind. Eisen, Kupfer und Vitamin C z.B. ergänzen sich bei ihrem Effekt auf das Haarwachstum.

Nährstoff Wirkung auf das Haarwachstum Lebensmittelquellen
Eisen Wichtig für DNA-Synthese und Sauerstofftransport Fleisch, Fisch, Spinat, Hülsenfrüchte
Zink Entzündungshemmend, beteiligt an Keratin- und Kollagenbildung Fleisch, Käse, Milch, Eier
Kupfer Wichtig für Kollagenstoffwechsel Weizenkeime, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Nüsse
Biotin Beteiligt am Eiweißstoffwechsel Leber, Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Hefe, Nüsse
Vitamin A Wichtig für Zellteilung und Talgproduktion Leber, Butter, Käse, Karotten, Spinat
Vitamin B Wichtig für Zellteilung und Stoffwechselprozesse Getreidevollkornerzeugnisse, Weizenkeime, Fleisch, Milch

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