Haarausfall durch Caps: Ursachen und Behandlung

Haarausfall, medizinisch als Alopezie bekannt, ist ein weitverbreitetes Phänomen, das Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter betrifft. Trotz seiner Häufigkeit sind viele Missverständnisse und Mythen über Haarausfall verbreitet, die oft zu Verwirrung und falschen Behandlungsmethoden führen. Es ist wichtig, sich auf wissenschaftlich fundierte Informationen zu verlassen, besonders wenn es um Gesundheit und Behandlung geht. Ein besseres Verständnis der wahren Ursachen von Haarausfall kann dazu beitragen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und realistische Erwartungen zu setzen.

Mythen und Fakten über Haarausfall

Es besteht ein hartnäckiger Glaube, dass das ständige Tragen von Hüten oder Mützen Haarausfall verursachen kann. Diese Annahme beruht auf der Idee, dass Kopfbedeckungen die Kopfhaut ersticken und so das Haarwachstum stören. Jedoch zeigen wissenschaftliche Studien, dass Haarausfall hauptsächlich durch genetische Veranlagung, hormonelle Faktoren und bestimmte Gesundheitszustände beeinflusst wird.

Ein weiterer verbreiteter Mythos ist, dass Haarausfall ausschließlich ältere Menschen betrifft. Während das Risiko für Haarausfall mit dem Alter zunimmt, können auch jüngere Menschen davon betroffen sein. Die Annahme, dass häufiges Haarewaschen Haarausfall verursacht, ist ebenfalls ein weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich ist regelmäßiges Haarewaschen wichtig für die Aufrechterhaltung der Hygiene der Kopfhaut und kann helfen, Haarprobleme wie Schuppen und Kopfhautentzündungen zu verhindern, die wiederum Haarausfall fördern können.

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Haarausfall immer permanent ist. Tatsächlich gibt es verschiedene Arten von Haarausfall, von denen einige reversibel sind. Der Glaube, dass das Schneiden der Haare sie dicker oder schneller wachsen lässt, ist ein weiterer verbreiteter Mythos. Haarschnitte verändern das Erscheinungsbild der Haare, haben aber keinen Einfluss auf die Wachstumsrate oder die Dichte der Haare.

Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Stress der Hauptgrund für Haarausfall ist. Während es zutrifft, dass extrem hoher Stress zu einer Form des Haarausfalls namens Telogen-Effluvium führen kann, ist der häufigste Haarausfall, die androgenetische Alopezie, genetisch bedingt.

Obwohl androgenetische Alopezie (männlicher Haarausfall) häufiger bei Männern auftritt, leiden auch Frauen darunter. Bei Frauen äußert sich der Haarausfall meist als Ausdünnung über die gesamte Kopfoberfläche, während er bei Männern zu einer Zurückweichung der Haarlinie oder zur Bildung einer kahlen Stelle am Hinterkopf führen kann.

Ursachen von Haarausfall

Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:

  • Genetisch bedingter Haarausfall: Unabhängig vom Geschlecht leiden 90 Prozent aller Betroffenen unter erblichem oder anlagebedingtem Haarausfall.
  • Hormonschwankungen: Geraten Hormone aus der Balance, kann das zum Haarausfall führen. Eine Veränderung des Hormonhaushalts tritt insbesondere in der Pubertät, während der Wechseljahre und in der Schwangerschaft auf. Auch das Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln („Pille“) beeinflusst die Hormone.
  • Ernährung: Das Haar wird über die Haarwurzel mit Nährstoffen versorgt. Damit sie gesund wachsen können, brauchen die Haare Vitamine und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Biotin (Vitamin B7), Vitamin A, Vitamin E und Vitamin C. Eine Unterversorgung kann den Haarausfall fördern.
  • Medikamente: Die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann das Haarwachstum verhindern. Dazu gehören einige Blutverdünner, Antidepressiva und ACE-Hemmer sowie Antiepileptika, die den Wirkstoff Valproinsäure enthalten, oder Zytostatika.
  • Pflegefehler / mechanisch bedingter Haarausfall: Wer seine Haare zu heiß wäscht, föhnt oder mit dem Glätteisen behandelt, kann Haarausfall fördern. Ungeeignete Shampoos und Hairstyling-Produkte belasten die Haarsubstanz zusätzlich.
  • Vernarbender Haarausfall: Hauterkrankungen und Schädigungen der Kopfhaut führen zu Haarausfall und vernarbten Stellen.

Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Ursachen:

  • Stress: Emotionaler Stress, etwa der Verlust eines geliebten Menschen, kann diffusen Haarausfall verursachen. Doch auch Schwierigkeiten auf der Arbeit oder Probleme im Umgang mit der Familie und Freunden können zu einem erhöhten Stresslevel führen, welches den Ausfall von Haaren bedingt.
  • Physikalischer Stress: Gerade diffuser Haarausfall bei Frauen ist nicht selten durch mechanische Reize an der Kopfhaut bedingt. Heißes Föhnen, chemische Reize durch Tönungen und Färbungen, heiße Glätteisen und Dauerwelle sowie Flechtfrisuren und zu enge Zöpfe stressen die Haare und die Kopfhaut und können zu Haarverlust führen.
  • Pflegefehler: Falsche Pflegeprodukte, wie unverträgliche Shampoos oder Spülungen, führen ebenfalls zu diffusem Haarausfall bei Mann und Frau. Nutzen Sie am besten milde Shampoos ohne unnötige Zusatzstoffe.
  • Medikamente und Krankheiten: Ist der Körper aufgrund einer Erkrankung angeschlagen, kann sich das auch auf den Haarzyklus auswirken und für Haarausfall sorgen. Eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Erkrankungen der Kopfhaut wie Pilze, Ekzeme und Schuppenflechten bedingen nicht selten Haarverlust. Darüber hinaus haben viele Medikamente Haarausfall als Nebenwirkung im Beipackzettel stehen.
  • Jahreszeit: Einige Dermatologen konnten in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen diffusem Haarausfall und der Jahreszeit erkennen. Manche Frauen verlieren demnach im Herbst oder im Frühjahr mehr Haare, als im Rest des Jahres.

Hautkrankheiten als Ursache

Daneben führen aber auch diverse Hautkrankheiten zu vermindertem Haarwachstum und verstärken Haarverlust. Der Grund dafür ist, dass unsere Haare durch die Haarfollikel in der Haut verankert sind.

  • Lichen Ruber Planopilaris (LPP): Diese Autoimmunkrankheit zerstört die in der Haut liegenden Haarfollikel und führt dadurch zu einer Alopezie (Haarlosigkeit) an den betroffenen Stellen. Typische Symptome der Lichen Planopilaris sind ein juckender rötlicher Ausschlag sowie Schuppenbildung.
  • Lupus erythematodes: Eine weitere Autoimmunkrankheit, die zu einer Alopezie führt ist die als Schmetterlingskrankheit (oder Schmetterlingsflechte) bekannte Lupus erythematodes. Ihren Namen erhielt Sie wegen der schmetterlingsförmigen roten Hautausschläge.
  • Neurodermitis: Die Ausschläge der Neurodermitis schaden dem Haarwachstum ebenfalls. Symptome sind trockene Hautpartien, die mit einem extremen Juckreiz einher gehen.
  • Hautpilzerkrankungen: Hautpilzerkrankungen wie die tinea capitis hingegen sind hochgradig ansteckend. Der Pilzbefall schadet den Follikeln der erkrankten Hautareale.
  • Seborrhoe: Die Seborrhoe bezeichnet die übermäßige Produktion von Hautfetten. Sie kann eine Entzündung der Kopfhaut verursachen, das sogenannte seborrhoische Ekzem bzw. die seborrhoische Dermatitis.
  • Folliculitis decalvans: Die Folliculitis decalvans ist eine chronische Entzündung der Haarbälge in der Haut, die zu einer vernarbenden Alopezie führt.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung hängt von der Ursache und der Art des Haarausfalls ab. Ist beispielsweise ein Medikament für den Haarverlust bei Frauen verantwortlich, kann ein alternatives Mittel ausprobiert werden. Zu den bekanntesten Wirkstoffen zählt Minoxidil: Das Blutdruck senkende Mittel ist als Medikament bei Haarausfall bei genetisch bedingtem Haarausfall bei Frauen (und Männern) zugelassen. Studien haben gezeigt, dass die äußerliche Anwendung das Haarwachstum fördert. Der Wirkstoff wird als Flüssigkeit oder Schaum regelmäßig auf die Kopfhaut aufgetragen. Besserung soll sich meist nach 2 bis 3 Monaten einstellen.

Weitere apothekenpflichtige Medikamente gegen Haarausfall bei Frauen sind die Pantovigar® vegan-Tabletten und Produkte der Marke Priorin (Tabletten oder als Liquid zur Anwendung auf der Kopfhaut). Zudem versprechen Shampoos mit Koffein das gesunde Haarwachstum zu fördern. Bei zu häufiger Anwendung oder sensibler Kopfhaut kann es zudem zu Nebeneffekten wie Hautirritationen, trockener Kopfhaut oder Schuppenbildung kommen. Shampoos und Tinkturen mit Alfatradiol wie Ellcranell sind zur Behandlung von hormonbedingtem Haarausfall zugelassen.

Bei kreisrundem Haarausfall werden meist Glukokortikoide oder JAK-Inhibitoren zur medikamentösen Behandlung verordnet. Weitere hilfreiche Methoden können die Low-Level-Laser-Therapie, Microneedling oder das Einspritzen von Blutplättchen-reichem Eigenplasma in die Kopfhaut sein.

Klarzustellen ist, dass viele Formen von Haarausfall vorübergehend sind und das Haar von selbst nachwächst. Das wichtigste „Hausmittel“ gegen Haarausfall bei Frauen ist die Ernährung: Die für kräftiges Haar notwendigen Bausteine stecken in frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und tierischen Lebensmitteln wie Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch. Auch Milchprodukte, Eier, magerer Fisch, Nüsse, Pilze und Hülsenfrüchte dürfen auf dem Speiseplan nicht fehlen.

In grober Annäherung kann es ungefähr drei Monate dauern, bis sich Kopfhaut und Haarwurzeln erholen. Lassen Sie sich beraten. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

Haarausfall im Sommer

Ungewohnter Haarausfall ist im Sommer keine Seltenheit. Sommerliche Temperaturen, UV-Strahlung und vermehrtes Schwitzen können das Haar belasten und Haarausfall im Sommer begünstigen.

Wie erkenne ich den saisonalen Sommer-Haarausfall? Zählen Sie mindestens eine Woche lang ihre ausgefallenen Haare, die Sie in der Bürste, im Waschbecken oder auf dem Fußboden finden können.

Haarausfall im Sommer vorbeugen: Tipps von S-thetic Hair

  1. UV-Schutz für das Haar UV-Strahlung kann die Haarstruktur schädigen, die Kopfhaut austrocknen und somit Haarausfall fördern. Spezielle UV-Schutzsprays für Haare schützen vor UV-Strahlung.
  2. Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte verwenden Eine trockene Kopfhaut kann zu Reizungen und Haarausfall führen. Feuchtigkeitsspendende Shampoos oder Conditioner mit zum Beispiel Aloe vera wirken dem Austrocknen entgegen.
  3. Gesunde Ernährung Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren oder Eisen, Zink oder Vitamin D kann Haarausfall auslösen.

Die Haarwurzelbehandlung kann erblich bedingten Haarausfall durch Mikro-Injektionen mit Nährstofflösungen lindern, die aus Eigenblut gewonnen werden. Lassen Sie sich zu Ihrem Haarausfall bei S-thetic Hair beraten: Die erfahrenen Ärzte zeigen Ihnen Behandlungsmöglichkeiten auf, mit denen Sie Ihren Haarausfall stoppen oder abmildern können.

Kühlkappenbehandlung bei Chemotherapie-bedingtem Haarausfall

Die chemotherapieinduzierte Alopezie ist eine der häufigsten und besonders für Frauen emotional schwer zu ertragenden Nebenwirkungen der medikamentösen Tumortherapie. Die Kühlkappen aus weichem Silikon sind mit einem Kühlsystem verbunden. Eine Kühlung der Kopfhaut soll bewirken, dass sich die Gefäße verengen und so die Haarwurzeln schlechter durchblutet werden. Folge: Geringere Mengen der Zytostatika im Blut gelangen über den Blutkreislauf an die Haarwurzeln, weniger Zellen werden zerstört, Haare fallen kaum noch aus.

Plötzlich büschelweise HAARAUSFALL! Arzt erklärt Grund für Haarverlust (kein Vitaminmangel!)

Allerdings: Ganz verhindern lässt sich der Haarverlust nicht. Und es ist noch nicht geklärt, ob das Abkühlen der Kopfhaut die Wirkung der Chemotherapie in diesem Bereich beeinträchtigt. Nur wenige der Probandinnen klagten über unangenehme Begleiterscheinungen der Behandlung wie Kopfschmerzen, schmerzende Haut, Übelkeit oder Frösteln. Sieben Frauen brachen jedoch die Kühlung per Kappe vorzeitig ab: Sie ertrugen die Kälte nicht.

Tatsächlich ist das Verfahren kompliziert und langwierig. Für beide Studien musste die Silikonkappe bereits 30 Minuten vor dem eigentlichen Beginn der Chemotherapie auf den Kopf - und dort bis zu eineinhalb Stunden nach der Behandlung bleiben. Die Kappe ist mit einem Kühlsystem verbunden, das sich stufenweise regulieren lässt.

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