Haarausfall in den Wechseljahren: Pflanzliche Mittel als natürliche Hilfe

Neben Hitzewallungen und Schlafstörungen sind Haarausfall und dünner werdendes Haar ein typisches Symptom der Wechseljahre. Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren kann zusätzlich belasten. In dieser Lebensphase macht der weibliche Körper vielseitige Veränderungen durch. Auch in Anbetracht von zunehmend schlaffer Haut und Haarausfall sehen viele Frauen der Menopause mit gemischten Gefühlen entgegen.

Warum kommt es zu Haarausfall in den Wechseljahren?

Die Ursache für äußerlich sichtbare Veränderungen in den Wechseljahren ist ein innerer Wandel, und zwar der des Hormonspiegels. Die Wechseljahre bedingen Veränderungen von Haut und Haaren durch den sinkenden Östrogenspiegel. So sind sprödes Haar, Haarausfall sowie schlaffere und trockenere Haut mögliche Symptome, wenn das weibliche Geschlechtshormon Östrogen im Laufe der Wechseljahre abfällt.

Jeder Mensch verliert am Tag bis zu 100 Haare. Löst sich ein Haar von der Haarwurzel, produziert diese nach einer kurzen Ruhephase wieder ein neues Haar. Dieses wächst durchschnittlich einen Zentimeter pro Monat, bis es wieder ausfällt - ein ewiger Kreislauf. Doch in den Wechseljahren ändert sich hier Grundlegendes.

Denn die Wurzeln der Haare reagieren bei vielen Frauen empfindlich auf Hormone, gerade auf Östrogene und Testosterone. In den Wechseljahren sinkt die Produktion des Östrogens, das bisher das Haarwachstum angeregt hat. In der Folge der hormonellen Veränderung können vermehrt Haare ausfallen. Es wächst weniger Haar nach, vor allem am Oberkopf, rund um den Scheitelbereich. Zudem dauert die Ruhephase der Haarwurzel länger und die nachwachsenden Haare sind dünner.

In extremen Fällen kommt es dann zu gänzlich kahlen Stellen auf dem Kopf. Ärzte sprechen von androgenetischer Alopezie, wenn sich der Haarausfall dadurch erklären lässt, dass die Haarwurzeln erblich bedingt besonders empfindlich auf die Hormonumstellung reagieren.

Viele vermuten auch psychischen Stress als Auslöser von diffusem Haarausfall: Ständige Anspannung durch zu viel Arbeit oder Problemen zu Hause führen zu einer Verspannung der Muskulatur unter der Kopfhaut. Diese kann das Haarwachstum stören. Stress wirkt sich zudem auch auf den Hormonhaushalt aus und kann diesen durch eine stetig erhöhte Produktion von Adrenalin und Cortisol ins Ungleichgewicht bringen. Stress entsteht gerade in den Wechseljahren auch durch Schlafmangel, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen.

Ein veränderter Hormonspiegel ist jedoch nicht die einzige mögliche Ursache für Haarausfall in den Wechseljahren. Um beginnenden Haarausfall einzudämmen, bieten sich in manchen Fällen Hormonersatztherapien an. Um erblich-hormonell bedingtem Haarausfall vorzubeugen, sollten Frauen ab 40 außerdem auf ihre Ernährung und die richtige Haarpflege achten.

Weitere Ursachen für Haarausfall

  • Genetik
  • Stress
  • Schwangerschaft / Geburt
  • Absetzen der Pille
  • Andauernde Müdigkeit
  • Autoimmunerkrankungen
  • Medikamente
  • Mangelernährung
  • Krankheit
  • Schilddrüsenfehlfunktion
  • Jahreszeitenwechsel
  • Physischer Stress

Ein erhöhter Testosteronspiegel im Blut verkürzt die Wachstumsphasen der Haarwurzeln, sodass diese verkümmern und ausfallen. Wenn in den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt und der Anteil von Testosteron im Blut verhältnismäßig steigt, wirkt sich das bei vielen Frauen auf das Volumen und die Fülle der Kopfhaare aus. In den Wechseljahren kommen jedoch auch andere hormonell bedingte Ursachen für Haarausfall in Frage.

Haarverlust in den Wechseljahren hat bei mehr als 40 % aller Frauen eine erblich bedingte Ursache. Bei dieser Form des Haarverlusts liegt eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem Hormon Dihydrotestosteron (DHT) vor, welches die Rückbildung von Haarwurzeln begünstigt.

Kreisrunder Haarausfall kann unabhängig vom Hormonspiegel auch in den Wechseljahren schubweise auftreten. Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind bisher ungeklärt, vermutlich handelt es sich aber um eine Autoimmunreaktion.

Was tun bei Haarausfall in den Wechseljahren?

Haarausfall in den Wechseljahren hört oft wieder auf, wenn die Hormonumstellung vollzogen ist. Haarausfall bei Frauen in den Wechseljahren lässt sich aber behandeln.

Zur Abklärung der Ursache für schwindende Haarfülle sollten Betroffene zunächst einen Hautarzt konsultieren. Je nach Ursache kommen medikamentöse Behandlungen oder Behandlungen mit Hormonen in Frage. Beim Facharzt können mögliche Faktoren eingegrenzt und ausgeschlossen werden, um die richtige Therapieform zu finden.

Um die hemmende Wirkung von männlichen Hormonen auf die Haarwurzeln zu unterdrücken, bieten sich Behandlungen mit Östrogen und Progesteron bei Haarausfall an. Auch die Einnahme oder das Absetzen der Pille in den Wechseljahren kann sich positiv auf die Entwicklung der Haarwurzeln auswirken.

Bei erblich bedingtem Haarverlust bieten sich medikamentöse Behandlungen an, diese schlagen jedoch nicht bei jeder Frau an. Auch der erbliche Haarausfall kann sich nach der Menopause von selbst einstellen, wenn die Hormonbalance sich einpendelt und Hormonschwankungen nachlassen.

Was Sie selbst tun können

Es gibt einige Hausmittel, pflanzliche Alternativen oder Möglichkeiten der komplementären und Alternativmedizin, um Haarausfall in den Wechseljahren zu lindern. Wenden Sie sie daher nur in Absprache mit Arzt oder Ärztin und/oder lediglich ergänzend zu einer klassischen Therapie an.

Trockene Heizungsluft im Winter, zu viel Sonne im Sommer: Haut und Haar sind über das ganze Jahr gestresst. Um Haut, Nägel und Haare insgesamt zu stärken, lohnt sich eine Haut- & Haar-Kur mit DHU Schüßler-Salzen Nr. 1, Nr. 8 und Nr. 11:

  • Nr. 1 Calcium fluoratum ist wichtig für die Haut, Sehen, Blutgefäße und Nägel.
  • Nr. 8 Natrium chloratum wirkt positiv auf den Wasserhaushalt Ihres Körpers.
  • Nr. 11 Silicea ist das DHU Schüßler-Salz für schöne Haut, Haare und Nägel.

Eine Kur führen Sie mindestens sechs bis acht Wochen durch.

Auch dünnes Haar kann toll aussehen. Mit der richtigen Pflege, ein paar Kniffen und einem cleveren Haarschnitt können Sie den verstärkten Haarausfall gut kaschieren.

Auch wenn das Haar frisch gewaschen am schönsten aussieht: Waschen Sie es nicht täglich. Das trocknet das Haar aus und führt zu einer Überproduktion von Talg. Bevorzugen Sie natürliche Haarpflegeprodukte ohne Silikone oder ähnliches.

Auch wenn das Föhnen mehr Volumen ins Haar zaubert, sollten Sie Ihr Haar nicht zu oft und vor allem nicht zu heiß föhnen. Glätteisen und Lockenstab kommen besser nur noch zu besonderen Gelegenheiten zum Einsatz.

Bürsten Sie gern täglich ausführlich. Keine Angst, Sie beschleunigen damit nicht den Haarausfall - im Gegenteil, das Bürsten regt die Durchblutung der Kopfhaut an, was den Haarwurzeln zu Gute kommt. Wichtig ist die Qualität der Bürste: Wählen Sie ein Modell aus abgerundeten Borsten aus Holz, gern in Kombination mit Naturborsten.

Ein raffinierter Schnitt lässt das Haar voluminöser aussehen. Der Klassiker für feine Haare ist der Bob. Kleine Stufen im Deckhaar können mehr Stand und damit Volumen bringen. Sie möchten sich nicht von Ihrem langen Haar trennen? Dann sollten Sie sie nicht täglich straff zusammenbinden. Das spannt das Haar und kann Haarwurzeln schädigen. Gönnen Sie Ihrem Haar öfter eine Pause von Haargummis.

Ihre natürliche Haarfarbe weicht, es machen sich mehr und mehr graue Haare breit? Viele Frauen färben dann oder lassen färben.

Mindestens genauso wichtig wie die äußere Pflege ist, dass Sie Haut und Haare gezielt von innen unterstützen und stärken. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil. Auch in Bezug auf die Haut empfehlen Fachleute eine abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich Vitaminen (A, B2, B3, B6, C, D, E), Zink, Selen und weiteren Antioxidantien. Letztere tragen dazu bei, die Haut vor oxidativem Stress und vorzeitigen Alterungserscheinungen zu schützen. Antioxidantien stecken vor allem in frischem Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten (z. B. Bohnen, Linsen), Nüssen und Kräutern. Auch Omega-3-Fettsäuren (v. a. aus Fisch und Leinöl) halten die Haut geschmeidig.

Bei Haarausfall in den Wechseljahren ist eine ausreichende Zufuhr von Aminosäuren, Eisen und Zink wichtig.

Aminosäuren: Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweiß und aus ihnen wird u.a. Keratin gebildet. Die B-Vitamine B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Panthenol bzw. Vitamin C fördert die Durchblutung der Kopfhaut und stimuliert die Kollagenproduktion.

  • Milch und Milchprodukte, Eier, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Linsen und Nüsse sind ebenfalls gute Quellen für B-Vitamine und Zink.
  • Haferflocken: Die im Hafer enthaltenen Nährstoffe sind optimal für das Haarwachstum.

Die beste Unterstützung für Haarwurzeln während der Wechseljahre ist eine ausgewogene Ernährung. Vitamine, Ballaststoffe und vor allem Proteine werden zur Entwicklung von Haarzellen gebraucht. Außerdem kann Eisenmangel Haarausfall begünstigen, was sich leicht durch die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel beheben lässt.

Auch ein Mangel an Vitamin D kann sich negativ auf das Haarwachstum auswirken. Regelmäßiges Sonnenbaden im Winter kann den Vitamin D Haushalt ins Gleichgewicht bringen und so Haarausfall verringern.

Häufiges Tragen von Mützen, raue Kopfkissenbezüge und ein grober Umgang mit der Kopfhaut beim Waschen und Kämmen reizt die Haarwurzeln und kann Haarausfall begünstigen. Kopfhaut braucht wie jede Hautpartie sanfte Pflege und reagiert empfindlich auf Reizungen.

Auch chemische Reizungen können die Haare schädigen und Haarausfall für die Dauer der Wechseljahre antreiben. Aggressive Mittel zum Färben, Anwendungen gegen Läuse und schadstoffbelastete Pflegeprodukte sollten Sie nur in Ausnahmefällen anwenden.

Pflanzliche Hilfe bei Haarausfall

Gegen Haarausfall in den Wechseljahren gibt es einige pflanzliche Mittel, die betroffene Frauen ausprobieren können:

  • Antioxidantien, etwa Flavonoide in Äpfeln, Zimt, Kakao oder Trauben, können mitunter das Haarwachstum fördern.
  • Koffein soll Zellvermehrung und Haarwachstum ankurbeln.
  • Zwiebelsaft kann die Haarfollikel stimulieren und so helfen, Haarausfall in den Wechseljahren zu reduzieren.

Klassische, naturheilkundliche Haarausfall-Mittel sind die Brennnesseleinreibung und die Beinwellspülung.

Brennnessel ist als durchblutungsförderndes Hausmittel bei Haarverlust und Haarproblemen bekannt. Für ein Brennnesselhaarwasser einfach eine Handvoll Brennnesselblätter mit einem viertel Liter kochendem Wasser übergießen. Den Sud 10 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen. Täglich etwas abgekühlten Sud in die Kopfhaut einmassieren.

Besonders spannend finde ich die Rosmarineinreibung. Denn Rosmarin hat in einer Studie gezeigt, dass es genauso gut wirkt wie das gängige Haarwuchs Mittel Regaine. Allerdings macht hier die Dosis das Gift, niemals das reine Öl auftragen, sondern 2-3 Tropfen ätherisches Rosmarin Öl mit zwei Esslöffel eines Träger-Öls, (zum Beispiel Jojoba oder sogar Olivenöl), mischen. Dann die Kopfhaut damit einreiben und nach 1 Stunde wieder ausspülen. Beginnen Sie mit zwei Anwendungen wöchentlich und steigern Sie es bei guter Verträglichkeit.

Auch Phytohormone können helfen. Phytohormone sind pflanzliche Wirkstoffe, die im Körper ähnlich wirken wie menschliche Hormone - vor allem Östrogene. Hopfen, d.h. Pflanzliches Progesteron (Gestagen) kommt aus der Yamswurzel und dem Mönchspfeffer (Agnus castus).

Sibirischer Rhabarber gehört ebenfalls zu den Heilpflanzen, die einen positiven Einfluss auf Wechseljahresbeschwerden haben. Die in der Wurzel enthaltenen Hydroxystilbene üben ebenfalls eine östrogenartige Wirkung aus.

Hormonbalance: Die Top 5 Lebensmittel in den Wechseljahren

Weitere Tipps für die Wechseljahre

Neben den spezifischen Maßnahmen gegen Haarausfall gibt es auch allgemeine Tipps, die Ihnen helfen können, die Wechseljahre besser zu bewältigen:

  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten.
  • Regelmäßige Bewegung: Sport und Bewegung können helfen, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu steigern.
  • Entspannung: Nehmen Sie sich Zeit für Entspannung und Stressabbau, z.B. durch Yoga, Meditation oder Spaziergänge in der Natur.
  • Selbstfürsorge: Gönnen Sie sich regelmäßig etwas Gutes und tun Sie Dinge, die Ihnen Freude bereiten.

Trotz aller Bemühungen lassen sich die Veränderungen an Haut und Haaren in den Wechseljahren nicht vollständig aufhalten. Gleichzeitig ist es kontraproduktiv, gegen die Veränderungen des Lebens zu kämpfen. Stattdessen kann ein Perspektivwechsel zu einer optimistischen Lebenseinstellung beitragen. Denn: Je mehr Pflege und Selbstfürsorge Sie sich gönnen, umso positiver wirkt sich das auch auf Haut und Haare aus. Gehen Sie liebevoll mit sich und Ihrem Körper um und versorgen Sie ihn mit den Nährstoffen, die er braucht. Machen Sie sich bewusst, wie viel Sie schon erreicht haben und mit wie vielen Situationen Sie heute entspannter und selbstbewusster umgehen können als noch vor einigen Jahren.

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