Haarausfall durch Shampoo: Ursachen und Lösungen

Wird die Haarpracht immer dünner, sind viele Menschen besorgt, besonders Frauen. Die Ursachen können vielfältig sein, und unter Umständen trägt das falsche Shampoo zum Haarverlust bei.

Shampoos sollen die Haare reinigen und im besten Fall die Haarstruktur schützen und die Kopfhaut pflegen. Doch nicht alle Shampoos tun den Haaren gut, manche können Haarbruch fördern und Entzündungen der Kopfhaut begünstigen. Es lohnt sich allerdings auch ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe des Shampoos, das du verwendest.

Es kann an deinem Shampoo liegen, wenn es z.B. zu viele Duftstoffe enthält oder dein Körper allergisch darauf reagiert. Am Besten du nimmst die Verpackung mit dir zum Arzt oder Apotheker und fragst, ob es für dich schädlich sein kann.

Inhaltsstoffe im Shampoo, die Haarausfall begünstigen können

Bestimmte Inhaltsstoffe im Shampoo können den Haaren und der Kopfhaut zusetzen. Hier sind einige Inhaltsstoffe, auf die Sie achten sollten:

  1. Sulfate: Sulfate sind Tenside, die in vielen Shampoos als Reinigungsmittel verwendet werden, da sie Schmutz und überschüssiges Fett effektiv entfernen. Allerdings können sie auch das Haar austrocknen und die natürlichen Öle der Kopfhaut stören, was zu Haarausfall führen kann, insbesondere bei Menschen mit empfindlicher Haut. Besondere Vorsicht ist laut Hairlust.de bei Natrium-Lauryl-Sulfat geboten, denn dies habe einer Studie zufolge eine degenerative Wirkung auf die Zellmembranen der Kopfhaut, was das Haarwachstum beeinträchtigen kann.
  2. Parabene: Parabene sind künstliche Konservierungsmittel, die in einigen Kosmetikprodukten, einschließlich Shampoos, vorkommen. Sie können die Kopfhaut reizen und austrocknen und somit auch Haarausfall begünstigen. Parabene erkennst du auf der Inhaltsstoffliste u.a. an Bezeichnungen wie Oxybenzoate, Oxybenzoesäure, Butylparaben, Ethylparaben und Co. Um auf der sicheren Seite zu sein, solltest du nach parabenfreien Shampoos suchen.
  3. Silikone: Viele Shampoos enthalten Silikone. Erkennbar sind sie an der Endung "-one" und "-ane", etwa Dimethicone und Polysiloxane. Die Kunststoffe umhüllen das Haar, erhöhen deren Glanz, erleichtern die Kämmbarkeit und verhindern fliegende Haare. Doch Silikone stehen immer wieder in der Kritik, da sie sich auf der Kopfhaut ablagern und eine dünne Schicht bilden können. Diese kann unter Umständen Juckreiz, Schuppen und Kopfhautreizungen begünstigen.

Auch aggressive Tenside können Haare und Kopfhaut schwächen. Je stärker ein Shampoo schäumt, desto intensiver sind die Tenside und die Reinigungswirkung. Tenside helfen, Fett und Schuppen von der Kopfhaut zu lösen und die Haare zu reinigen. Sind sie zu aggressiv, können sie Haare und Kopfhaut austrocknen.

Besonders Menschen mit einer empfindlichen, trockenen Kopfhaut reagieren häufig mit Reizungen, Juckreiz und trockenen Schuppen auf Tenside wie Sodium Laureth Sulfate (SLES) und Sodium Lauryl Sulfate (SLS). Sind die Haare trocken, steigt das Risiko für Haarbruch und Frizz. Die Haare verlieren an Glanz und Elastizität.

Bei einer gereizten und entzündeten Kopfhaut ist das Risiko für Haarausfall größer als bei gesunder Kopfhaut. Wer sich mit Silikonen unwohl fühlt, kann Produkte wählen, die frei von dem Kunststoff sind.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Die Ursachen von Haarausfall sind verschieden. Neben genetischen Faktoren können Stress, ein geschwächtes Immunsystem, Eisenmangel, Hormonschwankungen, Erkrankungen oder bestimmte Substanzen (etwa in Shampoos) den Haaren zusetzen.

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine Ursache - und auch beim diffusen Haarausfall können vielfältige Gründe für vermehrten Haarausfall sorgen: Hormonstörungen, ein möglicher Nährstoffmangel sowie Krankheiten (z.B. fieberhafte Infektionen) und Stress.

Hormonelle Ursachen

Eine der Haupt-Ursachen für die diffuse Alopezie sind Hormonstörungen bzw. -schwankungen. Wenn Sie also einen vermehrten Ausfall Ihrer Haare bemerken, können die folgenden hormonellen Veränderungen mögliche Ursachen sein:

  • Schilddrüse: Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann sich u. a. Auch Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmune Schilddrüsenfunktionsstörung, kann sich in einem diffusen Haarausfall äußern. Ob eine Schilddrüsen-Störung vorliegt, kann durch eine Laboruntersuchung des Bluts ermittelt werden.
  • Hormonelle Ursachen bei Frauen: Eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper kann zu unterschiedlichen Haarproblemen führen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen nach der Schwangerschaft oder während der Stillzeit vermehrt Haare verlieren. In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu Haarausfall führen. Auch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel kann sich auf den Haarzyklus auswirken und zu diffusem Haarausfall führen.

Stress als Ursache

Auch Stress kann eine mögliche Ursache für den diffusen Haarverlust sein, da der Körper aufgrund der Belastung vermehrt Hormone ausschüttet. Diese Hormone können den normalen Haarzyklus stören und zu einem vermehrten Haarausfall führen bzw. dafür sorgen, dass Haare brüchiger und dünner werden.

Wenn Sie vermehrten Haarausfall bemerken und Stress als Ursache vermuten, können Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training helfen, die Stressbelastung zu reduzieren. Auch regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, den Körper zu entspannen und das Haarwachstum zu fördern.

Nährstoffmangel

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls oftmals die Ursache für diffusen Haarausfall sein. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um dem Körper die benötigten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zu liefern. Fehlen dem Körper diese wichtigen Bausteine, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.

Besonders wichtig für eine normale Funktion der Haarwurzeln ist eine Versorgung mit Nährstoffen wie Eiweißen (Aminosäuren), B-Vitaminen und Mineralstoffen. Auch ein Eisenmangel kann sich auf das Haarwachstum auswirken, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin notwendig ist.

Zink und Biotin sind ebenfalls wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare. Biotin unterstützt die Bildung von gesunden Hautzellen und Haaren.

Krankheiten als Auslöser

Diverse Krankheiten sorgen ebenfalls häufig für diffusen Haarausfall. Hier ist der Haarausfall eine Begleiterscheinung und für die Betroffenen in vielen Fällen eine zusätzliche Belastung. Wird die Erkrankung behandelt, kann in vielen Fällen auch der Haarausfall zurückgehen bzw. sogar ganz verschwinden.

  • Diabetes: In einigen Fällen kann dieser Diabetes auch zu einer Veränderung der Haarfollikel führen, die eine Ausdünnung und einen verstärkten Haarausfall zur Folge haben kann. Zusätzlich kann Diabetes mellitus auch zu einer Schädigung der Blutgefäße führen, die das Haarwachstum beeinträchtigen kann.
  • Infektionen: Infektionen können ebenfalls eine Ursache für diffusen Haarverlust sein. Besonders bei Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, kann es zu einem vorübergehend vermehrten Haarausfall kommen.
  • Hauterkrankungen: Bei bestimmten Hauterkrankungen wie der Psoriasis oder dem atopischen Ekzem kann es zu einer Entzündung der Kopfhaut kommen, die den Haarfollikel schwächt und zum Haarausfall führt. Auch Pilzinfektionen auf der Kopfhaut können dazu führen, dass die Haare ausfallen und durchscheinende bzw. kahle Stellen auf der Kopfhaut entstehen.

Medikamenteneinnahme

Oftmals liegt der diffuse Haarausfall auch an der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.

Bei Verdacht auf eine medikamentöse Ursache für den diffusen Haarausfall ist es wichtig, Ihren behandelnden Arzt zu konsultieren. Gegebenenfalls kann die Medikation angepasst oder ein alternatives Medikament verschrieben werden, um den Haarausfall zu reduzieren.

Falsche Haarpflege

Eine tendenziell leicht zu behebende Ursache für Haarausfall oder brüchiges Haar kann in der allgemeinen Pflege der Haare gefunden werden: Eine falsche Pflege, wie beispielsweise zu häufiges oder zu aggressives Waschen oder Bürsten der Haare, kann zu einer Überbeanspruchung der Haare führen. Auch das Stylen mit zu großer Hitze kann die Haare schädigen und zu Haarbruch führen.

Besonders wichtig ist es, bei der Pflege der Haare auf die richtige Dosierung und Anwendung der Produkte zu achten. Eine Überdosierung von Shampoo oder Conditioner kann die Kopfhaut reizen.

Tipps zur Behandlung und Vorbeugung von Haarausfall

Ganz gleich, wo die Gründe liegen, es gibt viele gute Tipps gegen Haarausfall:

  • Gesunde Ernährung: Nährstoffreiche Kost bildet die Grundlage für eine gesunde Ernährung. Viel frisches Obst und Früchte sorgen dafür, dass Ihr Körper ausreichend Mineral- und Nährstoffe erhält, die er ebenso für den Haarboden verwenden kann. Sehr wichtig ist auch eine ausreichende Zufuhr von Wasser, damit im Körper enthaltene Schadstoffe ausgeleitet werden.
  • Hochwertige, natürliche Haarpflegeprodukte: Die Auswahl der Haarprodukte kann ein entscheidender Faktor sein, um das Ausfallen der Haare zu verhindern oder zumindest zu reduzieren. Der erste Schritt ist der Verzicht auf alle chemischen Inhaltsstoffe wie Silikone, Erdölkomponenten, Tenside, Emulgatoren sowie synthetische Duft- und Farbstoffe.
  • Hausmittel: Viele schwören zum Beispiel auf eingekochte Brennnesselblätter und Essig, ätherisches Rosmarinöl oder ein Shampoo aus Zwiebelsaft, Honig und Branntweinessig.

Weitere Tipps für die richtige Haarwäsche

Viele Menschen waschen ihre Haare täglich - oft mit der Absicht, sie sauber, frisch und gepflegt zu halten. Doch falsche Gewohnheiten können unbeabsichtigt Schaden anrichten und im schlimmsten Fall sogar zu Haarausfall beim Haare waschen führen.

Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Haare richtig waschen:

  1. Bevor Sie Ihre Haare nass machen, sollten Sie sie vorsichtig von unten nach oben durchbürsten.
  2. Vermeiden Sie heißes Wasser, da es die Kopfhaut reizt und die Haarstruktur aufraut.
  3. Verwenden Sie sanfte, sulfatfreie Shampoos ohne aggressive Tenside, Alkohol oder künstliche Duftstoffe.
  4. Beim Shampoonieren sollten Sie ausschließlich Ihre Fingerspitzen benutzen - niemals die Nägel.
  5. Die erste Haarwäsche löst Fett und Produktreste, die zweite reinigt gründlicher.
  6. Rückstände von Shampoo oder Conditioner können die Kopfhaut reizen und das Haar stumpf wirken lassen. Spülen Sie mit viel Wasser, bis das Haar „quietscht“.
  7. Spülungen und Haarkuren gehören in die mittleren Längen und Spitzen, nicht an die Ansätze.
  8. Rubbeln Sie Ihre Haare nach dem Waschen nicht mit dem Handtuch trocken.
  9. Verzichten Sie auf Bürsten bei nassem Haar. Verwenden Sie stattdessen einen grobzinkigen Kamm und beginnen Sie in den Spitzen.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Eine gesunde Kopfhaut ist die Grundlage für gesundes Haarwachstum. Obwohl häufig davor gewarnt wird, Haare täglich zu waschen, ist dies nicht grundsätzlich schädlich - sofern man einige Regeln beachtet. Wer ein mildes Shampoo verwendet und die Kopfhaut nicht reizt, kann seine Haare auch täglich reinigen, ohne die natürliche Talgschicht zu zerstören.

Besonders bei Sportlern oder bei schweißtreibenden Berufen ist tägliches Waschen sogar hygienisch sinnvoll. Viele Menschen machen sich Sorgen, wenn sie beim Duschen vermehrt Haare verlieren - doch das bedeutet nicht automatisch, dass tägliches Waschen der Auslöser ist.

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