Haarausfall bei Männern: Ursachen und Vorbeugung

Haarausfall ist für viele Männer ein sensibles Thema, aber kein unabwendbares Schicksal. Es gibt verschiedene Wege, den Haarverlust zu stoppen und das Wachstum wieder anzukurbeln. Wenn sich am Ansatz erste Geheimratsecken zeigen oder der Wirbel am Hinterkopf dünner wird, ist die Verunsicherung oft groß.

Haarausfall betrifft viele Männer, oft schon ab dem 20. Lebensjahr. Doch nicht jeder Haarverlust bedeutet gleich eine Glatze. Es gibt unterschiedliche Ursachen, und für fast jede gibt es eine passende Lösung.

Die Hälfte der Männer über 20 Jahren muss damit rechnen, Haare zu lassen, wobei der Verlust von täglich bis zu 100 Haaren kein Grund zur Panik ist, sondern ganz normal. Erst wenn diese Menge über einen längeren Zeitraum deutlich überschritten wird, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall.

Um dir die Sorgen zu nehmen, haben wir für dich die besten Methoden, Wirkstoffe und Mittel gegen Haarausfall bei Männern zusammengestellt und informieren dich über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zur Lasertherapie gegen Haarausfall, Haartransplantation und zu Toupet-Technologien.

Haarausfall bei Männern: Häufigkeit, Arten, Ursachen

Arten von Haarausfall bei Männern

Es gibt drei besonders häufige Formen von Haarausfall bei Männern: genetisch bedingten Haarverlust, kreisrunden und diffusen Haarausfall. Im Folgenden wird erläutert, woran du erkennst, unter welcher Form du leidest, und was dagegen hilft.

1. Genetisch bedingter Haarausfall bei Männern

Die Mediziner nennen es androgenetische Alopezie, für die Betroffenen sind es Geheimratsecken und die kreisrunde Tonsur am Hinterkopf, die sich langsam aber sicher aufeinander zubewegen - kurz: männlicher Haarausfall. Die Ursache für den kontinuierlichen Haarverlust ist das männliche Sexualhormon Testosteron beziehungsweise sein Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT): Testosteron wird in der Kopfhaut zu Dihydrotestosteron abgebaut. Es sorgt für eine Verkürzung der Wachstumsphase der Haare, bis die Follikel, die Wachstumsmotoren für Haare, endgültig absterben. Die Folge: Das Haar lichtet sich.

Mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit ist DHT die häufigste Ursache für den Haarausfall bei Männern. Genetisch bedingter Haarausfall setzt meist schon im Alter von 20 bis 30 Jahren ein. Je nach persönlichen Erbanlagen lichtet sich das Kopfhaar erst an der Stirn oder am Hinterkopf. Eher selten entwickelt sich eine komplette Glatze, oft bleibt ein Haarkranz am Hinterkopf bestehen.

Drei Faktoren bestimmen den Verlauf der Erkrankung: die Erbanlagen, das Alter und die Empfindlichkeit der Follikel gegenüber den männlichen Hormonen.

"Laut Statistik müssen 60 Prozent aller Mitteleuropäer mit dünnem Haar oder einer Glatze rechnen", sagt Dermatologe Hans Wolff von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Das Ausmaß des Haarverlustes hängt nicht mit dem natürlichen Spiegel des männlichen Hormons Testosteron zusammen: Glatzköpfe sind nicht potenter als Vollhaarige. Allerdings neigen sie in der Regel zu vermehrter Körperbehaarung.

Der Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern wird anhand der Norwood-Hamilton-Skala eingeordnet. Diese Art des Haarausfalls wird hauptsächlich über die Gene der Mutter weitergegeben.

Auch bei Frauen ist die Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch vom weiblichen Körper in geringen Mengen produziert wird, der Auslöser des androgenetischen Haarausfalls. Dieser tritt jedoch nicht ein, solang das von Frauen gleichzeitig produzierte weibliche Sexualhormon Östrogen ausreicht, um eine Überempfindlichkeit zu neutralisieren. Erst wenn sich die Produktion von Östrogen deutlich verringert, beispielsweise in der Menopause, bei einer Schwangerschaft oder durch Einnahme bzw.

Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt.

Ludwig-Skala

2. Kreisrunder Haarausfall bei Männern

Zu einem ausgedehnten und schnellen Verlust der Haarpracht kommt es bei der sogenannten Alopecia areata, dem kreisrunden Haarausfall. Erkennungszeichen sind etwa münzgroße, kreisrunde Lücken im Haar. Er tritt bei ein bis zwei Prozent der Haarausfälle auf und kann sogar Kinder treffen. Besonders heimtückisch: Er setzt bei völliger Gesundheit ein und manchmal ist nicht nur der Kopf betroffen, sondern auch andere Körperhaare, wie Bart, Wimpern oder Genitalbehaarung. Wer Pech hat, steht auf einmal ganz haarlos da.

Es handelt sich hierbei um eine eher seltenere Form des Haarverlusts, bei dem auf dem Kopf (seltener auch im Bartbereich oder anderen Stellen des Körpers) kleinere, anfangs nur münzgroße runde kahle Stellen entstehen. Die Haut zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Elfenbeinfarbe aus. Im Randbereich dieser kahlen Stellen findet man häufig sogenannte Kolbenhaare, die wegen ihres Aussehens auch „Ausrufezeichen-Haare“ genannt werden.

Da die unregelmäßig auftretenden kahlen Stellen des kreisrunden Haarausfalls deutlich sichtbar sind, belastet er die Psyche und das Wohlbefinden der Betroffenen stark. Viele Patienten schildern uns, dass sie subjektiv mit jedem Haar an Attraktivität und damit an Selbstvertrauen einbüßen. Viele Patienten ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück und erleben psychisches Leiden bis hin zu einer Depression, bevor sie sich in eine professionelle Behandlung trauen.

Der kreisrunde Haarausfall tritt selten allein, sondern meistens zusammen mit anderen Grunderkrankungen auf. Zudem erkrankt jeder 10. Dadurch kommt das Haarwachstum zum Stillstand und die Haare fallen aus, ohne allerdings zu vernarben. Das bedeutet, dass die Haarfollikel prinzipiell erhalten bleiben, weshalb für viele Betroffene eine gute Prognose besteht. In ca. 80 % der Fälle kommt das Haar nach ca.

Es gibt verschiedene Formen des kreisrunden Haarausfalls:

  • Alopecia circumscripta: Sie ist mit einem Anteil von 80 % die häufigste Form.
  • Alopecia totalis: Die Betroffenen verlieren ihr gesamtes Kopfhaar einschließlich der Gesichtsbehaarung.
  • Alopecia universalis: Die Haare fallen am gesamten Körper aus.

Beim kreisrunden Haarausfall sterben die Follikel nicht ab, lediglich ihr Wachstum ruht. Haare können jederzeit und auch ganz ohne Therapie wieder wachsen.

Es wird angenommen, dass beim kreisrunden Haarausfall eine Fehlsteuerung des Immunsystems eine Rolle spielt. Abwehrzellen werden falsch geleitet und richten sich gegen Bestandteile des Haares. Die Folge ist, dass die Haarwurzeln gelähmt werden.

Auch hier spielen die Gene eine Rolle: Kreisrunder Haarausfall tritt in betroffenen Familien gehäuft auf, oft zusammen mit Neurodermitis, Heuschnupfen, Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder Schilddrüsenstörung.

3. Diffuser Haarausfall bei Männern

Unabhängig von Alter und Hormonspiegel kann der diffuse Haarausfall (Effluvium diffusum) auftreten. Typisch für ihn ist ein rascher Beginn ohne besondere Lokalisierung. Geheimratsecken und kreisrunde kahle Stellen gibt es hier nicht, die Haarpracht wird am ganzen Kopf dünner.

Die Ursachen, welche die Haare vom Wachstum in die Ruhephase und nach einigen Wochen vom Kopf treiben, sind wissenschaftlich nicht zu 100 Prozent geklärt. Zu den möglichen Verursachern gehören Fieberanfälle (über 39 Grad Celsius), grippale Infekte oder chronische Entzündungen, die dem Haarausfall meist um einige Monate vorausgehen. Neben der Gesundheit kann auch der Mangel an Eiweiß oder Spurenelementen langfristig zu einer Unterversorgung der Haarwurzeln mit wichtigen Nährstoffen - besonders Eisen oder Zink - führen. Ebenso kann die Unverträglichkeit von Medikamenten die Haare zur Flucht von der Kopfhaut zwingen. Daneben sind auch psychische Ursachen Auslöser des diffusen Haarausfalls. Viele Betroffene berichten, dass Stress zum Verlust des Wuschelkopfes führte.

Charakteristischerweise setzt die Lichtung auf dem Kopf erst ein paar Monate nach dem auslösenden Ereignis ein. Wer also wissen will, woran sein plötzlicher Haarschwund liegt, muss detektivischen Spürsinn entwickeln.

Weitere Ursachen für Haarausfall bei Männern

Nicht nur Androgene, die männlichen Hormone, können für Kahlschlag sorgen. Auch beim Anabolika-Doping für Leistungssteigerung oder Muskelzuwachs kannst du Haare lassen.

Pilzinfektionen auf der Kopfhaut stören den Haarwuchs.

Du leidest stark unter Stress? Verschaffe dir mehr Ruhe. Denn auch Stress kann zu (meist vorübergehendem) Haarausfall führen.

Einseitige, vitamin- und nährstoffarme Ernährung wirkt sich bis in die Haarwurzeln aus. Besonders wichtig für den Haarwuchs: Eisen, Zink, Biotin, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin A, C und E sowie B3, B6 und B12. Heißt in der Praxis: Viel Gemüse, öfter mal Fisch und das Obst nicht vergessen. Positive Nebenwirkung: Auch deine Gesundheit profitiert davon.

Was hilft bei Haarausfall?

Wie du nun weißt, gibt es nicht nur verschiedene Formen des Haarausfalls bei Männern, sondern auch zahlreiche Ursachen. Bevor du nun also in die Drogerie oder in die Apotheke stürmst und viel Geld in vielversprechende Haarwuchsmittel investierst, solltest du die genaue Ursache für deinen Haarausfall abklären.

Nicht jedes Mittel gegen Haarausfall hält, was es verspricht. Die folgenden Wirkstoffe und Methoden gegen Haarverlust sind jedoch wissenschaftlich nachgewiesen.

Medikamente und Wirkstoffe

Es gibt verschiedene Medikamente und Wirkstoffe, die bei Haarausfall helfen können:

  • Redensyl: Reaktiviert inaktive Zellen und regt die Blutzirkulation an, wodurch die Haarfollikel mit wichtigen Nährstoffen und Vitaminen beliefert werden.
  • Minoxidil: Eine 5-prozentige Minoxidil-Lösung, die Männer sich zweimal täglich aufs ausdünnende Haar geben - mit wissenschaftlich nachgewiesenem Erfolg in vielen, wenn auch nicht allen Fällen.
  • 2-Desoxy-D-Ribose (2DDR): Fördert die Zellregeneration sowie die Durchblutung in der Kopfhaut - beides wichtige Faktoren für ein gesundes Haarwachstum.
  • Finasterid: Dieses Medikament kann den Haarausfall über längere Zeit stabilisieren.
  • Shampoos und Haarwasser mit Koffein: Hoch dosierte koffeinhaltige Haarwasser vermögen es, tiefere Schichten der Kopfhaut zu durchbluten, sodass noch aktive Follikel kräftiger Haare produzieren können, wodurch ein fülligeres Haarbild entsteht.

Laser, Mesotherapie & Co.

Es gibt verschiedene Therapieformen, die bei Haarausfall helfen können:

  • Topische Immuntherapie: Eine gezielte Kontaktsensibilisierung der Kopfhaut mit Diphenylcyprone (DPC) oder Quadratsäure-Dibutylester (SQADBE).
  • Kortison: Haarmediziner spritzen es unter die Haarwurzel oder verordnen es in Tablettenform, um den Haarverlust zu stoppen.
  • Mesotherapie: Mit mikrofeinen Nadeln werden hochwirksame Wachstumsfaktoren in die gekühlte Kopfhaut eingespritzt, um das Haarneuwachstum zu stimulieren.
  • Lasertherapie: Dabei wird Laserlicht aus dem infraroten Wellenlängenbereich in die Kopfhaut eingestrahlt.
  • LED-Lichttherapie: Ein Helm, der auf LED-Lichttherapie setzt, um die Haarwurzeln zu stimulieren.

Haartransplantation

Da Haare am Hinterkopf... Seit sich Männer wie Jürgen Klopp und Wayne Rooney offiziell zu ihren Haartransplantationen bekennen, ist das Verpflanzen von Eigenhaar für viele Männer mit verbliebenem Haarkranz (und üppigem Konto) zur ernst zu nehmenden Option geworden.

Vorbeugung von Haarausfall

Am besten lässt sich Haarausfall vorbeugen, der mechanisch bedingt oder durch eine Mangelernährung verursacht ist. Tragen Sie lange Haare also öfter locker gebunden oder offen und versorgen Sie Ihren Körper regelmäßig mit allen wichtigen Nährstoffen und Mineralstoffen (Eiweiß, Eisen, B-Vitamine et cetera), um einen Haarausfall durch Mangelernährung zu vermeiden!

Ausgewogene Ernährung

Ein wichtiger Baustein für gesunde Haare ist eine ausgewogene Ernährung. Unser Körper braucht viele verschiedene Nährstoffe, damit alle Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen. Für kräftiges und gesundes Haar benötigt der Körper:

  • Biotin
  • Zink
  • Selen
  • Kupfer
  • Eisen
  • Magnesium
  • L-Cystein
  • Vitamin A
  • Vitamin D

Generell sollten Sie viel frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte zu sich nehmen. Mageres Fleisch und Fisch sind ebenfalls wichtig, sollten aber in Maßen verzehrt werden. Haferflocken, Leinsamen und Nüsse eignen sich als gesunder Snack.

Gesunde Lebensweise

Ein gesunder Lebensstil ist ein gutes Mittel, um Haarausfall vorzubeugen. Wenn es Ihnen gut geht, zeigt sich das auch an Ihren Haaren! Zwar sprießen nicht automatisch neue Haare, wenn Sie Ihre Ernährung umstellen oder mehr Sport treiben. Doch langfristig profitiert der gesamte Organismus davon.

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